Spendenübergabe an die Kriegswaisen Iwan und Oleksandra in Wolodymyr Wolynski – Anfang Oktober 2016 – Bericht 34/2016

Nach unserem Spendenaufruf 7/2016 vom 11. September waren trotz der kurzen Zeitspanne erfreulicherweise einige Spenden zusammengekommen, die wir (Julia Kosinczky, Klaus H. Walter und Jörg Drescher) auf unserer Auszahlungsreise durch Wolhynien den beiden Kindern und ihrer Großmutter Anna Golowina überbringen konnten.

Nach unserem Besuch bei Nadija Uporowa (siehe Bericht 27/2016) war diese so freundlich, uns den Weg zum Haus der Großmutter der beiden Kriegswaisen zu zeigen – Google Maps hatte leider für diesen Stadtteil von Wolodymyr Wolynski keine Straßenbezeichnungen, so dass auch ein Navigationsgerät den Weg nicht gefunden hätte.

Anna Golowina hatte sich kurz freigenommen – sie arbeitet als Krankenschwester in einer Schule – und prompt kam während unseres Besuchs ein Anruf aus der Schule, ein Kind habe sich (leicht) verletzt, so dass wir unseren Besuch auf ein Minimum beschränken mussten. Sowohl Iwan als auch Oleksandra waren aber zuhause und freuten sich über die mitgebrachten Haribo-Tüten.

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Der Vater dieser Kinder, der 33-jährige Dmitri Golowin aus der Stadt Wolodymyr-Wolynskyj ist einer derjenigen, die ihr Leben für die Freiheit und die Einheit der Ukraine gaben. Er war (nach einer Scheidung und dem Wegzug der Mutter nach Moskau) alleinerziehender Vater von zwei Kindern – dem jetzt zwölfjährigen Iwan und der achtjährigen Oleksandra. Als er einen Einberufungsbefehl vom Militär bekam, widersetzte er sich nicht und gab auch nicht an, dass er alleinerziehender Vater war. „Wer sonst schützt uns?“ sagte er mit Überzeugung zu seiner Mutter, die ihren Sohn gebeten hatte, nicht in den Krieg zu gehen. Aber jetzt ist die Großmutter Anna Golowina die einzige Person, die sich um die Enkelkinder kümmern kann, denn Dmitri Golowin fiel am 1. Februar 2015 in Troizke bei Debalzewe. (Sein Eintrag im „Gedenkbuch der Helden“ – ukrainischsprachig)

Wir übergaben der Großmutter für die beiden Waisen den Gesamtbetrag von 600.- Euro aus den für die beiden eingegangen Spenden (und dann aufgerundet):


Wir danken ganz herzlich für Ihre bisherige Unterstützung, Ihr tolles Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und Waisenkinder in der Ukraineso dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

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Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen und Waisen

Herzlichst

Klaus H. Walter, Julia Kosinczky und Jörg Drescher für das Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

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Spendenübergabe an die Witwe Ljubow Petruk und vier Kinder, Radechiw, Anfang Oktober 2016 – Bericht 28-2016

Anfang Oktober war es soweit, auf unserer Auszahlungsreise durch Wolhynien besuchten wir Julia Kosinczky, Joerg Drescher und Klaus H. Walter, auch Ljubow in dem Dörfchen Radechiw bei Ljuboml kurz hinter dem nördlichsten polnisch-ukrainischen  Grenzübergang Dorohusk.

Julia und Klaus kannten die Witwe schon, unser erster Besuch bei ihr fand im Juli 2015 statt (Bericht 42/2015) , damals wohnte Ljubascha (wie sie in der Zärtlichkeitsform genannt wird) mit ihren vier Kindern (und ihrer Schwester mit weiteren drei Kindern) noch bei ihren Eltern in einem (Nebenbetriebs-) Bauernhof im gleichen Dorf.

Zum damaligen Zeitpunkt war der Kauf eines eigenen Hauses in Radechiw schon beschlossene Sache, um so mehr waren wir gespannt, wie das „neue“ Haus aussieht und wie sich Ljubascha und die Kinder eingelebt haben.

Da wir vormittags bei ihr ankamen, waren die Kinder alle in der Schule bzw. im Kindergarten, wir trafen Ljubascha sogar noch auf dem Nachhauseweg vom Kindergarten auf der (einzigen) Straße kurz vor ihrem neuen Haus. Und sie zeigte uns, in welcher Einfahrt wir unser Auto parken sollten. Wir waren also angekommen.

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Das Haus ist insgesamt noch stark renovierungsbedürftig, immerhin hat sie schon einiges geschafft, das wichtigste (und teuerste) waren dabei der Einbau einer Heizung und einer Pumpe für die Wasserversorgung (aus dem Grundwasser auf dem Grundstück). Allerdings fehlte jetzt das Geld, um die Handwerker bezahlen zu können, damit das Loch, in dem Leitung aus der Erde kommt, vor dem Wintereinbruch auch wieder zu verschließen. Und die Nacht vor unserem Besuch war die erste mit Nachtfrost! Insofern kam unser Besuch jetzt gerade goldrichtig.

Möbel hat sie auch schon einige gekauft, z.B. ein Kinder-Etagenbett:

Einige Nebengebäude gibt es in dem großen Gartengelände auch noch, z.B. ein Erdkeller (in dem gerade Trauben gärten) und Ställe verschiedener Größe, wo auch zwei Ziegen stehen. Der Ziegenbock ist ein ganz frecher, er riss auch schon mal aus und ging in den nahegelegenen Lebensmittelladen, warf Bierflaschen auf den Boden und schleckte das Bier auf – Ljubascha musste natürlich den Schaden ersetzen, als sie den Bock abholte, demnächst wird er deswegen wohl auf die Schlachtbank müssen. Die Ziege gibt immerhin Milch, auch wenn die Kinder keine Ziegenmilch mögen. also wird die Milch verkauft.

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Ljubascha bekam von uns für die Kinder den Betrag von 400.- Euro ausgezahlt. Sie wird sie für Renovierungsarbeiten und Neuanschaffungen nutzen (im Hintergrund auf dem Bett ist auch noch die Sachspende, die wir für sie mitgebracht hatten, zu erkennen: ein Dörrgerät zum Trocknen von Pilzen, Obst oder Kräutern – das war ebenfalls sehr willkommen, sie hatte mit ihren Eltern überlegt, ob sie eines kaufen sollten, aber es war nicht genügend Geld da!):

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Da wir an dem Tag ja noch weitere Besuche vorhatten, mussten wir uns dann von Ljubascha und ihrer Mutter langsam verabschieden, wie immer zieht sich das ein wenig in die Länge, es gibt ja so viel zu erzählen, von den Kinder, vom Garten, von den Tieren, welche Renovierungen und Anschaffungen noch geplant sind usw. usf. – Ljubascha ist uns richtig ans Herz gewachsen!

Ein paar Impressionen aus dem Dorf Radechiw, Wolhynien:


Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

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Klaus H. Walter und Euer Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.

Spendenübergabe an die Witwe Nadija Uporowa und zwei Kinder, Wolodymyr-Wolynskyj, Anfang Oktober 2016 – Bericht 27-2016

Auf den Besuch bei Nadija Uporowa und ihren beiden kleinen Mädchen hatten wir (Julia Kosinczky, Jörg Drescher und Klaus H. Walter) uns schon vorab sehr gefreut: Sie waren auch alle zuhause, anfangs hatten wir die Straße gar nicht gefunden, denn sie wurde inzwischen asfaltiert und war „nicht wieder zu erkennen“ 😉

Bereits im August 2014 hatte die Familie eine Spendensumme erhalten (Bericht 9/2014 von Iryna Ritter hier), eine weitere Auszahlung erfolgte im Juli 2015 (Bericht 41/2015) – und jetzt, Anfang Oktober 2016, erfolgte eine weitere Übergabe einer Spendensumme in Höhe von 200.– €.

Die jetzt siebenjährige Julia geht schon in die 2. Klasse, sie hatte kurz vor unserem Besuch eine Erkältung und war deswegen noch vom Schulbesuch befreit. Sie wächst und entwickelt sich gut, sie besucht außerdem noch einen Kurs für klassische Tänze (Balltänze) – und hat uns auch einen Walzer vorgetanzt.
Die kleine Wioletta ist immer noch so ein freundliches Kind (wenn auch ein wenig fremdelnd, aber das darf ein Kind von zwei Jahren auch!) – selten, dass man sie ohne Lächeln sieht.

Ab dem kommenden Frühjahr geht sie dann in den Kindergarten. Eigentlich ist Wioletta ein richtiger kleiner Wildfang, keine Schranktür ist vor ihr sicher, deswegen sind Türen und Schubladen im Haus „gesichert“. Aber bei diesem Lächeln kann niemand dem Kind etwas übel nehmen.

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Nadija stickt als Hobby Ikonen und hat begonnen, für die Kinder selbst zu schneidern – mit der Nähmaschine, die sie u.a. mit der Geldsumme der letzten Auszahlung gekauft hat.

Außerdem engagiert sich Nadija gemeinsam mit weiteren Kriegerwitwen aus Wolodymyr-Wolynskyj in einer Selbsthilfegruppe, sie stehen kurz davor, einen regulären Verein dafür zu gründen. Nadija fühlt sich unter diesen Frauen, die sich in einer ähnlichen Situation wie sie befinden, sehr wohl – auch wenn sie ihr eigenes Trauma schon weitgehend überwunden hat, es geht wirklich bergauf bei ihr.

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Ihr Häuschen ist inzwischen ganz ansehnlich renoviert, auch die Einrichtung ist jetzt einigermaßen komplett, von der letzten Auszahlung wurden u.a. eine neue Schrankwand, Kinderzimmermöbel mit Hochbett u.ä. gekauft:

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Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagementund die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

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Herzlichst

Klaus H. Walter und Euer Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

Spendenübergabe an die Witwe Walentina Korolko mit zwei Kindern, Kyiw, 3. Mai 2016 – Bericht 18/2016

Am [ukrainischen] Osterdienstag, dem 3. Mai 2016, trafen wir uns in einer „großen Delegation“ bestehend aus Joerg Drescher, Lars Clarenbach, Maximilian Greiner und mir (Klaus H. Walter) für den Verein Euromaidan NRW e.V. zu einer Spendenübergabe mit der Witwe Walentina im Kyiwer Hydropark, wo sie anschließend an einer Gedenkfeier für gefallene Soldaten teilnehmen wollte. Sie ist inzwischen aus ihrer Heimatregion ins Kyiwer Umland umgezogen und wohnt jetzt bei ihrem Vater in einer Vorstadt von Kyiw. Die beiden kleinen Mädchen hatte sie nicht dabei, Opa passte auf sie auf, aber sie zeigte uns stolz die Fotos der beiden süßen Mädchen Solomija (vier Jahre alt) und Anastasia (zweieinhalb Jahre alt).

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Vor etwas über einem Jahr gab es bereits einmal eine Spendenübergabe an Walentina durch Noelie Uhlmann, den Bericht mit weiteren Details über den gefallenen Ehemann und Vater (Bericht hier).

Ihr Ehemann Mykola war 26 Jahre alt, als er starb, und war als Freiwilliger Soldat im Bataillon „Aidar“. Er war ein sehr gebildeter junger Mann, der die Universität erfolgreich beendet hatte. Mykola sprach mehrere Fremdsprachen und kämpfte schon in friedlichen Zeiten gegen das „System“ in der Ukraine. Kennengelernt hat er Walentina an der Universität.

Aber als der Krieg anfing, konnte Mykola nicht Zuhause sitzen, denn mit Leib und Seele wollte er seine Kinder und seine Heimat beschützen, kurz überlegt ging er also an die Front. Walentina wusste nichts davon, denn ihr Mann sagte ihr, dass er sich auf einem Übungsplatz befinde und dort trainiere. Sie glaubte ihm auch, da er sie bis dahin noch nie angelogen hatte.

Am 21. Juli 2014 wurde Mykola Korolko durch eine Panzergranate getötet.

Als Treffpunkt hatten wir ein Restaurant in der Nähe der U-Bahn-Station Hydropark ausgemacht, wo wir auch auf Walentina trafen. Eine zierliche, hübsche junge Frau im Alter von 26 Jahren wartete auf uns, und wir setzten uns in eines der praktisch leeren Restaurants im Park, um die Spendenübergabe in einer ruhigen Atmosphäre durchführen zu können.

Sie erzählte viel über ihre jetzige Situation – ihr geht es den Umständen entsprechend gut, sie wohnt jetzt bei Kyiw, und so ist es leichter für sie, die vielen bürokratischen Schritte zu erledigen, die für die Anerkennung als Kriegerwitwe nötig waren – und sie hilft auch viel als Freiwillige für andere Witwen und Verletzte in der Freiwilligen-Hilfsinitiative des Bataillons Aidar.

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Für den Verein Euromaidan NRW e.V. zahlten wir ihr eine Unterstützung in Höhe von 500.– Euro aus.

Walentina bedankte sich herzlich für die Geldspende und für all die Sachspenden, die sie schon früher aus Deutschland bekommen hat. Diese Hilfe macht ihr Leben etwas leichter, und sie ist sehr dankbar dafür.

Wir möchten uns als Verein  ebenfalls ganz herzlich bei all unseren Spendern bedanken. Danke für all die Geld- und Sachspenden, die ihr spendet. Danke, dass ihr da seid und uns helft, den Witwen und Kindern weiter zu helfen! Nur mit eurer Hilfe und Unterstützung ist es möglich, all die Witwen und Kinder zu unterstützen.


Wir möchten Euch aber erneut um Eure Hilfe und Unterstützung für die hinterlassenen Witwen der Ukraine bitten, denn es gibt immer noch viele Familien mit Witwen und Waisenkindern, und der von Russland aufgezwungene Krieg ist noch nicht vorbei:

PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com
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Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn- Konto: Euromaidan NRW e.V.
IBAN-Nr. DE12380601861502025011 – BIC GENODED1BRS
Verwendungszweck: Hilfsaktion Witwen

Falls eine Spendenbescheinigung erwünscht ist, bitte auch die Anschrift – Straße, Hausnr., PLZ und Ort im Verwendungszweck angeben.

Herzlichst, Klaus H. Walter und das Team EuroMaidan NRW e.V.

Spendenübergabe an die Witwe Ljubow P. in Radechiw, Wolhynien, 12. Juli 2015 – Bericht 42

Einfach war es nicht gerade, Radechiw in Wolhynien zu finden – aber das war unsere eigene Dusseligkeit. Kurz gesagt: Radechiw gibt es zweimal in der Nordwestukraine, eines, das größere, liegt an der Landstraße von Luzk nach Lwiw (und das kannte ich), das andere in der Region Wolhynien, bei Ljuboml. Und in Radechiw (Lwiwer Oblast) kennt google.maps eine Unabhängigkeits-Straße mit der richtigen Hausnr., das andere Radechiw ist so klein, dass google.maps die (einzige) Straße nicht namentlich registriert hat, sie heißt aber auch Unabhängigkeits-Straße.

Dies führte dazu, dass wir uns nach dem Besuch bei der Witwe Nadija in Wolodymyr Wolynskyj – bei großer Hitze – das auf dem (vermeintlich richtigen) Weg liegende super-interessante alte Städtchen Bels mit einem sehenswerten jüdischen Friedhof (Fotos hier) angeschaut haben und dann den Weg über Tscherwonohrad nach Radechiw einschlugen. Diese Straße (Fotos und Video hier) gehört zu den Top-10 der “schlechtesten Landstraßen der Ukraine” – erfuhren wir aber erst später – zweieinhalb Stunden brauchten wir für die 35 Kilometer – und stellten dann fest, dass an der besagten Adresse keine Kriegerwitwe wohnt, nein, sie wohnt im anderen Radechiw – und das war von dort aus an dem Tag nicht mehr zu einer menschenwürdigen Zeit erreichbar. Also Zwischenübernachtung in Luzk (im selben Hotel wie in der Nacht davor (die haben sich auch gefragt, warum wir nicht gleich geblieben waren … ) – und am nächsten Morgen ging’s dann über Kowel nach Ljuboml und die restlichen paar Kilometer nach Radechiw, diesmal das richtige, in Wolhynien.

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Ljubow und ihre Kinder erwarteten uns schon auf der Straße, vier hat sie: Nastja und Nasar sind fünf Jahre alt (aus einer ersten Ehe), Darina ist vier und das Nesthäkchen Wladislawa eineinhalb. Ljubow wohnt (zum Zeitpunkt des Besuchs noch) auf dem Hof mit ihren Eltern sowie einer Schwester mit weiteren drei Kindern. Und das war wirklich eine kleine Landwirtschaft, viele Stallungen mit allerlei Tieren, darunter Pferde, eine Kuh, mindestens ein (fettes!) Schwein, vier Hunde, Hühner, Gänse, Enten usw. Der Opa war gerade dabei, mit Nasar frisch geangelte Fische auszunehmen, die Oma kochte in der “Sommerküche”. Das eigentliche Wohnhaus hat nur wenige Zimmer, in einem davon wohnte Ljubow mit ihren Kindern.

Auf unseren Spendenaufruf (auf Facebook) hin gingen etliche Spenden ein, weswegen wir jetzt einen dringend benötigten Geldbetrag von 600.- Euro überbringen konnten. Aufgrund einer Initiative der Freiwillligenorganisationen von Wolhynien konnte für eine Gesamtsumme von 9000 US-Dollar ein Haus im gleichen Dorf gekauft werden, der Kaufvertrag sollte in den nächsten Tagen unterschrieben werden [was inzwischen auch geschehen ist, sie sind schon eingezogen!] – und nach einem Umzug und der Neugründung eines Hausstandes braucht man einiges an Geld, um die Grundausstattung anzuschaffen.

Ljubow erzählte viel von ihrem Leben und von ihrem gefallenen Mann, der sich – ohne einen Unterschied zu machen – liebevoll um alle vier Kinder gekümmert hat, besonders Nasar trauerte seinem Stiefvater sehr nach, denn er hatte viel mit ihm gespielt, war mit ihm auf die Jagd und zum Fischen gegangen usw., alles Dinge, die der Opa zwar auch ab und zu macht, aber er hat auch alle Hände voll zu tun, den bäuerlichen Kleinbetrieb am Laufen zu halten.

Ljubow gehört der griechisch-katholischen Kirche an, die meisten Dorfbewohner sind aber Anhänger der orthodoxen Kirche, noch dazu des Moskauer Patriarchats – und damit will sie nichts zu tun haben: „Die unterstützen diejenigen, die meinen Mann umgebracht haben“, sagt Ljubow. Deswegen fährt sie öfter mal mit einzelnen oder allen Kindern nach Kowel (über 50 km), da der dortige Pfarrer von der Gemeinde des Sel. Mikolay Tscharnetzkij viel für die Kinder tut (z.B. Ausflüge mit ihnen macht usw.) und sich auch federführend um den Hauskauf für die Familie bemüht hat. (Bericht auf ukrainisch über den Einzug auf der Facebook-Seite der Kirchengemeinde unbedingt die Bilder anschauen!). Auch ein Zeitungsartikel in der Regionalzeitung machte auf das Schicksal der Familie aufmerksam (mit schönen Fotos von den Kindern).

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Die Situation in Bezug auf eine Witwenrente und Waisenrenten ist in diesem Fall besonders kompliziert: Die beiden waren nicht standesamtlich verheiratet, das Rechtsinstitut der “Zivilehe” (d.h. de-facto-Ehe) muss zuerst noch gerichtlich in Anspruch genommen werden. Die Vaterschaft der beiden jüngeren Kinder ist gesichert festgestellt, und obwohl der gefallene Soldat Juri die beiden Kinder aus der ersten Ehe an Kindes statt angenommen hat, weigern sich die Behörden bisher, Ljubow und ihren Kindern die ihnen zustehenden Renten auszuzahlen. Juristen der Freiwilligenorganisation kümmern sich jetzt darum, auch der leibliche Vater der beiden älteren Kinder soll dann auch demnächst Unterhalt zahlen. Alles sehr kompliziert in der Ukraine, und für jemand aus dem Dorf um so schwieriger durchzusetzen.

Ljubow (und ihre Kinder) sind aber guten Mutes, die Solidarität der Freiwilligen, der Kirche und nicht zuletzt der Familie helfen ihnen immens. Und ein wenig haben wir – habt ihr – auch dazu beigetragen – vielen Dank!


Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

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Spendenübergabe an die Witwe Nadija U. in Wolodymyr-Wolynskyj, 11. Juli 2015 – Bericht 41

Das freundlich wirkende Städtchen (nein, eine Stadt von knapp 40.000 Einwohnern) Wolodymyr-Wolynskyj nahe der Grenze nach Polen – in Bahnhofsnähe, eine kleine nicht asfaltierte Straße, kleine Häuschen mit großen Gärten – dort besuchten wir die Witwe Nadija, die in einem frisch renovierten Häuschen wohnt – mit ihrer Mutter und ihren beiden Töchtern Julia (sechs) und Wioleta (ein Jahr alt, einen Tag nach der Beerdigung ihres im Krieg im Donbas gefallenen Vaters Ihor geboren).

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Mit einem Spendenaufruf auf Facebook hatte der Verein Euromaidan NRW e.V. im Oktober 2014 um Unterstützung für diese Witwe gebeten, und dank Eurer Reaktionen darauf, konnten wir diese Witwe jetzt besuchen und ihr einen Geldbetrag in Höhe von 300.– überbringen. (Bereits am 23.07.2014 und erneut am 12.08.2014 hatte Iryna Ritter eine Geldübergabe von insgesamt 900.– an diese Witwe durchgeführt.)

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Nadija erwartete uns schon (wir hatten uns bei der Abfahrt aus Luzk telefonisch angekündigt), bat uns herein und bewirtete uns – in der Zwischenzeit taute die kleine Wioleta auf, wie man sehen kann – und Julia zeigt uns stolz ihren neuen Schulranzen für die Einschulung am 1. September:

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Nadija zeigte uns dann, was die Freiwilligenorganisationen inzwischen alles für sie gemacht hatten, und das war nicht wenig: das gesamte Haus wurde generalsaniert, neue Böden gelegt, eine Heizung eingebaut (hierfür wurde das früher von uns zur Verfügung geschickte Geld verwendet), ein Bad eingebaut, Kücheneinrichtung inkl. Geräte, ein neues Dach kam auf das Haus, der Zugangsweg bis zur Straße wurde gepflastert, Spielgeräte, Sandkasten, eine Hollywoodschaukel und sogar ein kleines Planschbecken wurden aufgestellt – alles wurde so gut wie nur möglich ausgeführt – und so kann Nadija mit ihren Töchtern und ihrer Mutter – die sich rührend kümmert – in dem kleinen Häuschen wohnen bleiben. Hier können sie im großen Garten noch Gemüse ziehen, Kartoffeln ernten usw. – und wohnen in einer ruhigen und dennoch zentralen Lage.

Die eigentliche Geldübergabe ging dann zügig von statten – wir wollten ja noch weiter – aber am Hoftor ergab sich dann doch noch ein langes “Abschiedsgespräch” mit Nadija, in der sie dann noch viel von ihrem Leben, ihrem Mann und ihrer Situation erzählte.

Nachtrag I: Fotos von der Einschulung Julias am 1. September – dabei auch die stolze Oma Jewhenija (Ich musste mich bei dem Besuch erstmal rückversichern, dass es sich wirklich um Nadijas Mutter handelte, denn sie sprach so bewunderungsvoll von Ihor, dem gefallenen Soldaten und Vater der kleinen Mädchen, dass ich zunächst vermutet hatte, sie sei seine Mutter – aber nein, er war ihr Schwiegersohn).

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nähmaschine

 

Nachtrag II (2. Sept. 2015): Nadija schickt uns ein Bild von der Nähmaschine, die sie für das von uns überbrachte Geld gekauft hat.


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Spendenübergabe an Lilija L. in Luzk, 11. Juli 2015 – Bericht 40

Und hier der zweite Bericht über Witwenbesuche in Luzk und Wolhynien:

Gemeinsam mit Nadija Dudar von der Luzker Freiwilligeninitiative Wolyn-SOS fuhren wir nach dem Besuch bei der Witwe Natalija A. (Bericht 39) zu der zweiten Familie in der Stadt Luzk: Lilija L. und ihre Tochter Anna.

In unserem Spendenaufruf vom Juni hatten wir im Detail beschrieben, dass der Ernährer der Familie, Jurij, seit August 2014 bei Ilowajsk während Gefechtshandlungen vermisst wird. Leider konnten bisher keine sterblichen Überreste von ihm identifiziert werden, was die Ehefrau immer noch hoffen lässt, dass er sich in unbestätigter Gefangenschaft in Russland oder im Donbas befindet. Leider hat diese Situation auch zur Folge, dass sie weder Witwenrente noch Waisenrente für die Tochter oder irgendeine andere Art staatlicher Unterstützung bekommt.

Lilija lebt mit ihrer Tochter (und ihrer Mutter) in einem Wohnblock in einem neueren, gediegenen Stadtviertel mit guten Einkaufsmöglichkeiten und Busanbindung – in einer gut eingerichteten und absolut sauberen und aufgeräumten, relativ großen Wohnung, die noch zu Lebzeiten ihres Mannes gekauft wurde – insofern alles in Ordnung. Bedingt durch die schwere Traumatisierung Lilijas ist die Anwesenheit ihrer Mutter (die am Tag unseres Besuchs jedoch außer Haus war) durchaus zu begrüßen.

Wir hatten im Spendenaufruf ebenfalls über die Krankheit der kleinen Anna geschrieben, die an einem immer wieder nachwachsenden Tumor direkt neben der Nase leidet. Gott sei Dank schlägt die in regelmäßigen Abständen (inzwischen monatlich) notwendige Laserbehandlung, die in der Kyiwer Laserklinik von Olha Bohomolez vorgenommen wird, bisher gut an, der Tumor bildet sich – zwar sehr langsam, aber immerhin – zurück, bisher gab es drei derartige Termine, weitere neun sind vorgesehen, dann rechnen die Ärzte damit, dass der Tumor weg sein wird.

Dank der örtlichen Freiwilligeninitiative Wolyn-SOS müssen Anna und ihre Mutter die monatliche Reise nach Kyiw nicht mehr mit dem Zug (fast neun Stunden einfache Strecke) oder Bus machen sondern werden gefahren (und müssen auch nicht mehr bezahlen dafür). Auch wenn Anna die lange Autofahrt (400 km hin und 400 km wieder zurück – auf ukrainischen Straßen!) nicht mag, muss das leider sein – und hilft offensichtlich.

Bei unserem Besuch zeigte sich Anna sehr scheu, sie hatte offensichtlich Angst vor diesen fremden Menschen, weinte und zog sich protestierend zurück; als niemand darauf reagierte, flüchtete sie in die Arme ihrer Mutter und schaute aufmerksam um sich.

Bei unserem Gespräch mit Lilija erwähnte sie immer wieder, dass dann, wenn ihr Mann zurückkommt, alles sowieso wieder gut werde. Sie möchte eigentlich gar keine Hilfe in Anspruch nehmen – “es gibt andere, die das viel nötiger haben als ich!” Angebote auf die Teilnahme an psychologischer Beratung u.ä., die von Wolyn-SOS auch angeboten werden, schlug sie ebenfalls beharrlich aus. Die Reaktion auf unser gutes Zureden, sich doch bitte helfen zu lassen, führte allerdings dazu, dass Lilija dies einerseits einsah, dennoch aber zu weinen begann, und wir dann auch nicht weiter insistieren wollten.

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Als Ergebnis des Spendenaufrufs und aus den allgemeinen Spenden für Witwen konnten wir ihr einen Unterstützungsbetrag von 350.- Euro überreichen.

Wir hoffen, dass ihr dieser Betrag ein wenig hilft, das Leben wieder mehr genießen zu können, die Freiwilligeninitiative mit Nadija Dudar wird die Familie auch weiterhin intensiv begleiten und unterstützen.

Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche die Witwen und deren Kindern in der Ukraine gerade so dringend benötigen.

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