Spendenübergabe an Familie Derkatsch in Krywyj Rih, 18.04.2017 – Bericht 6/2017

Im April war es soweit, meine Reise war geplant, die Koffer sind gepackt.

Am 18. April fuhr ich, (Elena Ykraina) nach Krywyj Rih, dort traf ich mich mit der Familie Derkatsch  – Spendenaufruf 2/2017 und im Auftrag des EuroMaidan-NRW e.V. übergab an die Familie die gesammelte Spende in Höhe von 710,00€

Andrej wollte mich am Bahnhof abholen, aber die Tatjana hatte an dem Tag noch eine zusätzliche Infusion nötig. So bin ich nach meiner Ankunft direkt ins Krankenhaus gefahren.

Es ist schwer, es tut weh die junge Frau so zu sehen. Aber auch die anderen Leute, die mir da über den Weg liefen…

Ich kenn das alles eigentlich, bin da aufgewachsen. Aber es ist trotzdem schockierend und inakzeptabel wie die Krankenhäuser in der Ukraine aussehen und unter welche Bedingungen die Ärzte arbeiten müssen und die Patienten auf gute Besserung hoffen.

Im Krankenhaus konnte ich nur kurz bleiben.

Die haben Eure Spende sehr dankbar angenommen und grüßen jeden einzelnen, der für sie gespendet hat. Das Geld hat diese Familie nötig, die Rechnungen für die Krebserkrankte sind enorm hoch. Trotz die Situation versucht die Familie positiv und soweit es geht fröhlich zu bleiben.

Vielen Dank an Euch alle, ohne Euch wäre es nicht möglich gewesen!


Wir danken Euch ganz herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer tolles Engagement und die praktische Hilfeleistung und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung:

Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V.
IBAN-Nr. DE12380601861502025011
BIC GENODED1BRS
Verwendungszweck : UA Spende

Falls eine Spendenbescheinigung erwünscht ist, bitte die Anschrift – Straße, Hausnr., PLZ und Ort im Verwendungszweck angeben.

Herzlichst Elena Ykraina und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

Spendenübergabe an Witwe Anastasia Tomilin (34) in Kyiw, 02.04.2017 – Bericht 4/2017

Kurzer Bericht zur Spendenübergabe an Witwe Anastasia Tomilin in Kyiw.

Wir, meine Frau Vika Reyscher und ich (Wolf Reyscher), trafen uns heute mit Frau Anastasia Tomilin in Kyiw im Auftrag des EuroMaidan NRW e.V. für eine Spendenübergabe.

Ursprünglich wollte Frau Svetlana Shepovalova ebenfalls zu unserem Treffen kommen, da ich auch ihr eine Spende übergeben sollte. Leider musste sie kurzfristig absagen, so dass hierfür ein zweites Treffen vereinbart wird.

Anastasia Tomilin und ich verabredeten zuvor, dass wir uns in der Stadt treffen. Das war für sie mehr Zeitaufwand, da sie erst nach Kyiw Zentrum fahren musste. Aber es war auch angenehmer, da wir uns einerseits nicht kannten und sie andererseits in ihrer kleinen Einzimmerwohnung nicht extra Platz schaffen und die Kinder beschäftigen musste. Die Verabredung verlief schon im Vorfeld einfach und völlig unkompliziert. Letztendlich warteten wir keine zwei Minuten am Kreschtschatik, bis Anastasia Tomilin mit einer Freundin pünktlich eintraf. Sie hatte leider aber verständlicher Weise nur wenig Zeit, da die beiden Kinder zu Hause warteten.

Wir gingen einfacher halber zu McDonalds direkt an der Metrostation und ich bestand unter Protest der beiden Frauen darauf, sie einzuladen. Sie nahmen die Einladung erst an, als ich sagte, ein „Nein“ nicht zu akzeptieren.

Während Vika und Anastasia Tomilin’s Freundin bestellten, suchten Frau Tomilin und ich eine Sitzplatz im Freien. Wir unterhielten uns dann in erster Linie darüber, wie lange ich schon nach Ukraine fahre und warum. Über sich selbst wollte sie nicht viel sagen. Und ich bohrte auch nicht weiter nach. Ich bin fremd für sie. Die grundsätzlichen Zusammenhänge sind hinlänglich bekannt und wurden bereits im Bericht 3/2017 erläutert.

Frau Tomilin machte auf mich einen sympathischen Eindruck, dabei zurückhaltend aber sehr freundlich. Nachdem unsere Begleitungen mit der Bestellung ebenfalls an unserem Tisch saßen, unterhielten wir uns zu viert. Ich gebe zu, dass ich nicht alles verstand, aber größtenteils konnte ich der Unterhaltung folgen. Wir sprachen über Alltagsdinge, wobei aber auch der Humor nicht zu kurz kam.

Bei all der Geselligkeit mussten wir aber die Uhr im Auge behalten und schritten deshalb nach dem Essen zur Geldübergabe. Ich händigte Anastasia Tomilin einen Briefumschlag aus mit 385€. Sie zählte das Geld wunschgemäß nach, anschließend füllte sie den Spendenbescheid des EuroMaidan NRW e.V. sowie die Empfangsquittung aus.

Für die Spender und diesen Bericht machte Vika noch ein paar Fotos während der Übergabe. Frau Tomilin bedankte sich herzlichst für die finanzielle Hilfe, die sie wirklich dringend benötige. Nach ein paar weiteren Minuten mussten sie und ihre Freundin dann aber auch wieder zurück fahren zu den Kindern. So verabschiedeten wir uns und ich kann aus Überzeugung sagen: hier wurde wieder der richtigen Witwe geholfen.

Danke an die Spender und Unterstützer des EuroMaidan NRW e.V.!


Wir danken Euch ganz herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer tolles Engagement und die praktische Hilfeleistung und hoffen natürlich auf weitere Spenden für diese und andere Witwen und Waisen.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung:

Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V.
IBAN-Nr. DE12380601861502025011
BIC GENODED1BRS
Verwendungszweck : Witwe Tomilin

Falls eine Spendenbescheinigung erwünscht ist, bitte die Anschrift – Straße, Hausnr., PLZ und Ort im Verwendungszweck angeben.

Herzlichst  Wolf Reyscher und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

 

Spendenaufruf für Familie Derkatsch aus Krywyj Rih – Spendenaufruf 2/2017

Den meisten Opfern in der Ukraine wird geholfen, so gut es eben geht. Sowohl durch ehrenamtlich erbrachte humanitäre Hilfe aus Spenden als auch durch staatliche Unterstützung. Militärische Opfer, Opfer von Anschlägen oder auch zivil Opfer werden soweit irgendwie versorgt.

Es verbleiben aber kostenaufwändige Fälle unberücksichtigt, die durch alle Raster fallen, und so eine Familie kennen wir auch.

Andrej Derkatsch war seit dem Jahr 2015 als Freiwilliger tätig. Er hat u.a. Hilfsgüter gesammelt und an die sogenannte Kontaktlinie (Front im Donbas) in Orte wie Wodjane und Krimske gebracht. Von Juli 2015 bis zum 20. Januar 2016 war er als freiwilliger Rettungssanitäter (парамедик) für die Organisation “Hospitalieri” an der Front tätig. Er hatte auch von uns durch Elena Ykraina Verbandsmaterial und Sachspenden bekommen und weitergeleitet.

Er war permanent im Einsatz, bis ihn die Nachricht von der schweren Erkrankung seiner 37 Jahre alten Frau Tetjana  erreicht hat: Bei ihr wurde Brustkrebs im 3. Stadium (mit Metastasen) diagnostiziert.

Er ist sofort nach Hause zurückgekehrt, um ihr beizustehen und sich um sie und ihren gemeinsamen Sohn zu kümmern. Seit Februar 2016 versuchen sie, die schwere Krankheit zu besiegen, sie hat unzählige Operation (u.a. Amputation einer Brust) hinter sich. Eine Chemotherapie erwartet sie noch, und die damit verbundenen kostspieligen Medikamente können sich nicht mehr leisten.

Das Schicksal dieser Familie hat uns sehr betroffen gemacht, und deshalb bitten wir Euch von ganzem Herzen, die Familie Derkatsch finanziell zu unterstützen. Damit wir alle Spenden richtig einordnen können, gebt bitte bei Spendenüberweisungen unbedingt den Verwendungszweck an.

Herzlichen Dank im Voraus für Eure Hilfe und Unterstützung!


Wir danken Euch ganz herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer tolles Engagement und die praktische Hilfeleistung und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung:

Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V.
IBAN-Nr. DE12380601861502025011
BIC GENODED1BRS
Verwendungszweck : Hilfsaktion Derkatsch

Falls eine Spendenbescheinigung erwünscht ist, bitte die Anschrift – Straße, Hausnr., PLZ und Ort im Verwendungszweck angeben.

Herzlichst Elena Ykraina und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

 

Spendenaufruf für Familie Tomilin aus dem Gebiet Kyiw – Spendenaufruf 1/2017

Dies ist das allerletzte gemeinsame Familienfoto…

Die Witwe Anastasia Tomilin ist 34 Jahre alt, sie hat zwei Töchter, Valeria ist 9 Jahre alt und besucht die 3. Klasse, die kleine Sofia ist 5 Jahre alt und besucht noch den Kindergarten, wird aber in diesem Jahr schon eingeschult.

Diese kleine Familie lebt im Gebiet Kyiw und wandte sich mit einer Bitte um Hilfe an uns.

Volodymyr Tomilin (41) war ein guter Vater, Ehemann und Sohn seines Landes.

Im Februar 2015 wurde er in die Armee einberufen und an die Front geschickt. Er diente in der 79. Brigade. 14 Monaten befand er sich in der ATO-Zone, und als er danach nach Hause zurückkehrte, war seine Familie überglücklich, denn er lebte, er war da!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Volodymyr suchte sich einen Job und fand auch einen. Und so kümmerte er sich um seine Familie, bis er am 7. Januar 2017 im Morgengrauen zur Arbeit gehen wollte und von vier freilaufenden, bissigen Hunden angegriffen wurde. Sie haben ihn buchstäblich zu Tode zerrissen. Jede Hilfe kam leider zu spät, denn Volodymyr starb noch direkt an der Unfallstelle. Die Bisse von diesen auf Angriff ausgebildeten Hunde waren tödlich für ihn…

Die Witwe Tomilin hat zwar Anzeige erstattet, aber ob da etwas herauskommen wird, bezweifelt sie sehr. Sie glaubt nicht daran, weil dieselben Hunde schon mehrmals Menschen angegriffen haben, die jedoch mehr Glück als ihr Mann gehabt und überlebt hatten. Sie alle bekamen dennoch weder Recht noch eine Entschädigung…

Es ist sehr bitter, traurig und schmerzhaft für die Witwe, so etwas zu akzeptieren. Die Lebensumstände der Familie sind seitdem sehr schlecht. Zu dritt leben sie in einer Wohnung die gerade mal 30 qm groß ist. Ob sie jetzt eine eigene Wohnung, die ihnen versprochen wurde, bekommen würden? Die Witwe Anastasia weiß es nicht. Ein großer bürokratischer Aufwand mit Problemen und Hindernissen kommt auf sie zu. Sie muss schauen, dass es irgendwie weitergeht, denn sie hat ab jetzt die alleinige Verantwortung für die zwei süßen Mädchen und sich selbst zu tragen. Sie muss viel wegstecken, und es ist nicht leicht.

Sie hat eine Behinderung zweiten Grades, welche sie am 8. Juni 2015 durch eine schreckliche Explosion in einem Nahverkehrszug (Elekritschka) erlitten hat, auch hier läuft das Ermittlungsverfahren seit eineinhalb Jahren, aber es bewegt sich gar nichts. Der Kyiwer Verkehrsverbund leistet keinerlei Unterstützung und zeigt keine Schuldanerkenntnis oder Reue. Ihnen ist es auch egal, dass Anastasia aufgrund ihren Nachlässigkeit ihre Familie nicht mehr versorgen kann.

Ein Überdruckbehälter des Türöffnungsmechanismus explodierte genau unter ihr, wodurch ihr ein Bein komplett zerfetzt wurde. Zu dem Zeitpunkt befand sich ihr Mann im Krieg, und es brach ihm das Herz, dass er nicht da sein konnte, um seine Frau zu unterstützen. Die Ärzte wollten ihr das Bein schon komplett amputieren, als ein Arzt vorschlug, es doch zu versuchen und sie zu operieren. Während der Operation stellte sich heraus, dass in ihrem Bein 10 cm Knochen fehlten, die bei dem Unfall zerstört wurden. Seitdem wurde sie mehrere Male operiert und hat doch noch einen langen Weg zur Genesung vor sich. Durch den Unfall verlor sie ihre Anstellung als Managerin in der Firma, in der sie arbeitete. Alles muss jetzt privat finanziert werden, und das alles macht ihr zu schaffen.

Sie bekommt keine Vergünstigungen, weil sie keine Kriegswitwe ist.  Wie soll sie das alleine ohne jegliche Hilfe bewältigen?

Das Schiksal dieser Familie hat uns sehr betroffen, und deshalb bitten wir Euch von ganzem Herzen, die Witwe Tomilin und ihre Kinder finanziell zu unterstützen. Damit wir alle Spenden richtig einordnen können, gebt bitte bei Spendenüberweisungen unbedingt den Verwendungszweck an.

Herzlichen Dank im Voraus für Eure Hilfe und Unterstützung!


Wir danken Euch ganz herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer tolles Engagement und die praktische Hilfeleistung und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung:

Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V.
IBAN-Nr. DE12380601861502025011
BIC GENODED1BRS
Verwendungszweck : Hilfsaktion Tomilin

Falls eine Spendenbescheinigung erwünscht ist, bitte die Anschrift – Straße, Hausnr., PLZ und Ort im Verwendungszweck angeben.

Herzlichst das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

Spendenübergabe an Witwe Aljona Salisko, Schytomyr am 08.12.2016, Bericht 47/2016

Dies ist das zweite Treffen für heute. In diesem Bericht werdet ihr nochmals eine neue Kriegswitwe kennenlernen, die auch sehr lange auf ein Treffen mit uns warten musste. Im Oktober 2016 haben wir die Witwe bei unserem Ausflug schon kennengelernt.

Nachdem wir Kriegswitwe Jewpak besucht haben (Bericht 46/2016) fuhren wir direkt zur Witwe Aljona Salisko. Sie empfing uns ganz herzlich, und wir kamen ganz schnell ins Gespräch.

Aljona ist 32 Jahre alt und hat zwei Kinder. Sohn Jegor ist 7 Jahre alt, und die kleine süße Tochter Arina ist gerade mal zwei Jahre alt. Aljona hat extra gekocht und dachte, dass wir uns alle zu Mittag an einem Tisch zusammensetzen. Zu unserem Bedauern mussten wir ihr nettes Angebot ablehnen, denn unser Plan war sehr stramm, und wir durften keine Zeit verlieren.

Aljona hat schon immer in Schytomyr gelebt, hier ist ihr Zuhause. Sie hat zwei Ausbildungen hinter sich, einmal als Informatikerin und dann noch als Näherin. Ihr Ehemann Oleksandr stammte auch aus Schytomyr. Sie kannten sich nicht, aber ihre Freunde hatten aus irgendeinem Grund entschieden, dass die beiden sehr gut zueinander passen würden, und so versuchten sie die beiden zu verkuppeln.

„Eigentlich wollte ich single bleiben, aber unsere Freunde gaben nicht nach und da dachte ich, o.k., ich treffe mich mit ihm, Hauptsache sie lassen mich dann damit in Ruhe. Aber es passierte anders als ich mir damals dachte, denn er war mein Schicksal, es war wie Donner und Blitz, gleichzeitig empfanden wir die Liebe zueinander. Schon am zweiten Tag wollte er mir einen Heiratsantrag machen, aber aus Angst, dass ich ihn für verrückt halten würde, wartete er etwas damit. Im Jahr 2007 haben wir dann geheiratet.“

Aljona erzählt sehr liebevoll über ihren Mann, sie erinnert sich an kleine Details, als ob es alles erst gestern war, und so erzählt sie weiter über ihr gemeinsames Leben.

„Oleksandr war ein sehr netter, warmherziger Mensch, er trug mich auf Händen. Wenn wir irgendwelche Missverständnisse unter uns hatten, konnte er keine Ruhe finden und überlegte wie er alles wieder gut machen konnte.

Er half immer wieder seinen Freunden, da er nie nein sagen konnte. Seine Mutter starb als er elf Jahre alt war. Er war etwas besonderes, einzigartig. Unsere Kinder und ich waren alles für ihn und standen an erster Stelle. Jetzt wo er nicht mehr bei mir, bei uns ist, verstehe ich überhaupt erstmal so richtig, dass ich das richtige Los gezogen hatte, denn so einen Mann wie ihn gibt es nicht mehr!“

„Oleksandr arbeitete ziemlich viel, er versuchte immer alles zu tun, damit es uns gut geht. Als wir verheiratet waren, machte er eine zweite Ausbildung zum Elektroschweißer und übte seinen Job sehr gerne aus. Es war wirklich das, was er gerne gemocht hat. Es war ein Teil von ihm.“

„Als der Krieg ausbrach kam er nach Hause und sagte zu mir, dass er auch gehen möchte. Ich habe ihn gebeten bei mir und unseren Kindern zu bleiben, und aus Liebe zu mir tat er es auch. Aber wir durften nicht lange zusammen bleiben, denn kurze Zeit später wurde er einberufen. Am 1. März 2015 ging er mit seiner Einheit an die Frontlinie“

Oleksandr Salisko war 33 Jahre alt, als er im Dorf Luhanske im Gebiet Donezk gefangen genommen, gefoltert und danach umgebracht wurde…

Eigentlich sollte er nur noch drei Tage dort bleiben, die Entlassungspapiere waren schon unterschrieben, und es hieß, er komme zu seiner Familie nach Hause. An diesem Tag waren sie nur zu dritt auf dem Posten, neue frische Kräfte sollten im Morgengrauen erscheinen, aber leider kamen sie zu spät … Oleksandr und ein anderer Soldat wurden gefangen genommen, gefoltert und danach erschossen, der andere Soldat wurde in Gefangenschaft genommen. Sein Schicksal ist uns unbekannt.

Aljona sagt, dass sie die Leiche ihres Liebsten sehen konnte, und es war einfach schrecklich, was ihrem Mann angetan wurde. Unzählige Messerstiche, mehrere Knochenbrüche…

Am 27.04.2016 fand die Beerdigung statt.

Aljona lebt nur in einer Ein-Zimmer Wohnung, denn etwas Besseres zu mieten kann sie sich zur Zeit nicht leisten. Aber sie sagte uns, dass sie bald eine eigene Wohnung erhalten wird. Das wäre wirklich sehr schön, denn die Wohnung, in der sie gerade wohnt, ist ziemlich klein. Eins ist uns klar, sobald sie eine neue Wohnung erhält, wird sie Unterstützung brauchen, denn sie besitzt keinerlei Möbel, nichts.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Bei solch einer Unterhaltung vergisst man schnell die Zeit, denn man sitzt nur da und hört zu. Aber wir sollten langsam weiter gehen, denn eine weitere Witwe wartet noch auf uns, daher gehen wir zur Spendenübergabe über und zahlen an die Kriegswitwe Aljona Salisko 400,00 € für ihre beiden Kinder aus. Sie bedankt sich sehr herzlich für diese finanzielle Unterstützung und sendet liebe Grüße an alle Menschen die sie und ihre Kinder unterstützt haben.


Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung –

Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

Herzlichst Klaus H. Walter, Noelie Uhlmann und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.

Spendenübergabe an Kriegswitwe Natalija Jewpak, Schytomyr, 8.12.2016 – Bericht 46/2016

Natalija Jewpak ist ein neues Gesicht für Euch, sie ist eine Kriegswitwe, Mutter von zwei Kindern und lebt in Schytomyr. Über ihre Familie hörten wir erstmals im Jahr 2015. Leider war es uns nicht möglich, ihr damals finanziell zu helfen (wir hatten damals nicht ausreichend Spendengelder). Aber wir haben getan, was wir konnten, und so erhielten ihre zwei Kinder zu Weihnachten 2015 ein paar Geschenke von euch.

Im Oktober 2016 kam dann unser erstes Treffen zustande. Jetzt, kurz danach, werden wir sie besuchen und uns endlich etwas näher kennen lernen.

Ein Termin wurde ausgemacht für den 8.12.2016 um 11:00 Uhr, Oleg Boyko, der Fahrer Oleksandr und Klaus H. Walter fahren zu ihr nach Hause. Nach einigem Suchen finden wir das richtige Haus und den richtigen Eingang. Sie macht uns die Tür auf. So wie wir sie kennengelernt haben, strahlt sie und lädt uns ganz herzlich hinein.

Wir lassen uns in der Küche nieder, wo auch ihre Tochter Kateryna und ihr Sohn Artjom sind.

Kateryna ist 17, sie studiert schon und ist extra kurz von der Universität nach Hause gekommen, damit wir sie kennenlernen können. Sehr lieb von ihr, uns so entgegen zu kommen. Kateryna ist ein bildhübsches Mädchen, sie ist zierlich und hat ein sehr offenes Gesicht. Sie beherrscht Informatik und mag sehr gerne Fotografieren.

Ich stelle ihr nur eine Frage: „Wie war dein Vater?“ Ich schaue sie an und sehe, wie eine Träne nach der anderen an ihren schönen Wangen herunterläuft. Schon allein dieser Anblick ist nur sehr schmerzlich zu ertragen.

„Mein Vater war und ist der kostbarste Mensch auf der ganzen Welt für mich. Er war ein sehr guter Mensch, er hat mich respektiert, wir waren gleich, wir standen auf gleicher Stufe. Ich konnte mich entfalten und offen sein mit ihm. Er war ein sehr positiver Mensch, er hörte mir immer zu und erdrückte mich nicht. Ohne ihn fühle ich mich nicht mehr vollkommen… Die Zeit heilt nicht die Wunden, denn es tut immer noch genauso weh.“

Man kann sagen, das ist eine sehr klare Antwort, aber wie viele Gefühle und Schmerz sie wirklich in sich trägt, Schmerz den man auch beim bloßen Zuhören kaum ertragen kann… Am liebsten würde ich Kateryna umarmen, aber ich halte mich zurück.

Da sie wieder zur Uni muss, machen wir schnell ein paar Bilder für den Bericht – und schon ist sie weg.

So bleiben wir mit Kriegswitwe Natalija und ihrem Sohn Artjom (6) weiter in der Küche sitzen.

Artjom besucht nun die Schule, das ist sein erstes Schuljahr. An seiner Schule gibt es sechs Erste Klassen, die dieses Jahr eingeschult wurden, sehr viele! Er mag sehr gerne Mathematik, aber Literatur nicht so, denn Lesen liegt ihm so nicht sehr. In seiner Freizeit besucht er seit kurzem einen Sportverein und übt dort Karate. Gebühren muss die Familie dafür nicht zahlen, denn sie sind als ATO-Familie davon befreit. Wo wir doch gerade mit den Kindern gesprochen haben, können wir uns jetzt der Kriegswitwe zuwenden und versuchen das Gespräch an euch weiter zu geben, soweit es uns möglich ist.

Die Kriegswitwe Natalija ist 39 Jahre alt. Ursprünglich kam sie aus der Oblast Winnyzja. Ihre Mutter (66), lebt noch dort und möchte nicht nach Schytomyr ziehen. Der Vater von Natalija ist leider schon verstorben. Natalija hat noch zwei Schwestern, die wie sie in Schytomyr wohnen.

1997 kam sie nach Schytomyr, da sie hier einen Lehrplatz gefunden hatte, denn sie wollte damals Näherin werden. Als sie bei Freunden war, hat sie ihren zukünftigen Ehemann kennengelernt.

„Er fragte mich, ob er mich heimbringen darf, und ich stimmte zu,  wir waren 15 Jahre zusammen, nachdem er mich nur ein Mal nach Hause gebracht hatte.

1999 haben wir unsere Tochter bekommen und zehn Jahre später kam unser Sohn zur Welt. Es war sehr schön, er hat meine Hand im Kreißsaal gehalten. Danach veränderte sich seine Meinung gegenüber Frauen, unsere Rolle in dieser Gesellschaft, im Leben. Er war schon früher sehr aufmerksam, aber nach der Geburt kam er noch mehr aus sich heraus – und es waren alles nur positive Sachen!“

Juryj Jewpak war 37 Jahre alt als er am 13. August 2014 bei Stepaniwka im Gebiet Donezk fiel. Am 17. März 2014 war er in die Armee einberufen worden und ging ohne Widerrede an die Front. Zum letzten Mal durfte seine Familie seine Stimme am 12. August 2016 um 18:00 Uhr hören. Danach gab es nur noch Totenstille. Sehr lange Zeit wusste seine Familie nicht, wo er sich befindet, ob er noch lebt, sich in Gefangenschaft befindet oder wirklich nicht mehr unter uns Menschen weilt…

Am 18.02.2015 bekam die Kriegswitwe einen Anruf aus dem Gebiet Saporischschja. Es war genau der Tag, an dem ihr Mann eigentlich seinen Geburtstag feiern sollte. Stattdessen wurde ihr mitgeteilt, dass seine körperlichen Überreste gefunden wurden und, dass sie ihn bitte abholen kommen soll. Sie sah ihren Mann nicht, ihr wurden nur die restlichen privaten Gegenstände gezeigt, die irgendwie noch geblieben sind, welche sie dann auch erkannt hat.

„Mein Mann Juryj war ein Patriot seines Landes, er war ein sehr ehrlicher und respektvoller Mensch!“

Ich fragte sie: „Ist es wahr, dass die Zeit Wunden heilt?“

Sie antwortete: „So wird nur unter Menschen gesprochen, die Zeit heilt nichts! Ich muss so leben, dass ich mich später, wenn ich bei meinem Mann bin und ihm im Himmel gegenüber stehe, nicht schämen muss, in sein Gesicht und seine Augen zu schauen! Ich glaube nicht, dass mein Mann tot ist, ich habe ihn nicht gesehen, wir haben nur einen Sarg beerdigt, woher soll ich wirklich wissen, dass er da drin war. Diese Garantie kann mir keiner geben! Ich weiß nicht wie es weitergehen soll, die Zeit wird es mir schon zeigen.“

Nataljia hat ihr Leben lang als Verkäuferin in einem kleinen Laden gearbeitet, seit dem 8. Dezember 2016 ist sie nun arbeitslos. Weil sie gerne Menschen, die durch den Krieg gelitten haben, helfen möchte, hat sie ihren Job gekündigt. Natalija ist einer in Kyiw gegründeten Initiative von Kriegswitwen beigetreten, zusammen mit Olga Litwin leitet sie jetzt eine Filiale dieser Vereinigung in Schytomyr, wo sie auch zur Zeit ehrenamtlich tätig ist. Später evtl. wird sie für diese Tätigkeit auch bezahlt werden.

Ich frage sie, ob diese Wohnung, in der wir uns gerade befinden, ihr gehört.

„Ja, wir haben diese Wohnung mit zwei Zimmern vor kurzem erhalten, renoviert und möbliert. Die beiden Kinder teilen sich ein Zimmer, und ich benutze das Gästezimmer gleichzeitig als Schlafraum. Die Kinder erhalten eine Waisenrente.“

Wir würden vielleicht noch weiter sitzen bleiben und uns unterhalten, aber es ist Zeit für uns zu gehen, daher gehen wir zu Spendenübergabe. Alle Quittungen werden unterschrieben, Natalija erhält für ihre zwei Kinder einen Betrag in Höhe von 400,00 € ausgezahlt. Sie bedankt sich ganz herzlich für die Hilfe und sagt zum Abschied: „Ich würde mich sehr freuen, euch wieder mal zu sehen. Ihr seid herzlich eingeladen!“


Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung –

Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

Herzlichst Klaus H. Walter, Noelie Uhlmann und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.

 

Spendenübergabe an die Witwe Anastasia Sirich und ihre zwei kleinen Söhne – Nowohrad-Wolynskyj am 15.10.16 – Bericht 43/2016

Familie Sirich haben wir im Jahr 2015 kennengelernt. Wir besuchten sie persönlich am 31. März 2015 um ihnen die für sie gesammelten Spenden zu übergeben. Den damaligen Bericht könnt ihr hier nachlesen: Spendenübergabe am 31.05.2015, Bericht 17/2015

Heute ist der 15. Oktober 2016, und für uns ist eine Reise nach Nowohrad-Wolynskyj geplant. Wir warten nur auf unseren Fahrer Oleksandr, der meinen Sohn und mich dorthin bringt. Um 18:00 Uhr kommt Oleksandr, und wir fahren endlich los. Die Volontärin Svitlana Kruchok wartet schon vor Ort auf uns. Da wir kein Navi haben, brauchen wir zwar etwas mehr Zeit, um die richtige Adresse zu finden, aber Ende gut – alles gut, dachte ich mir damals.

Im Gespräch mit Svitlana kommt raus, dass die Kriegswitwe überhaupt nicht weiß, dass Besuch aus Deutschland komm, da sie vorher nicht erreichbar war. Bei meim Versuch die Witwe anzurufen geht sie zum Glück ans Telefon. Da sie auch unterwegs ist, kann sie mich nur schlecht verstehen und sagt, dass sie sich zurückmelden wird. Also heißt es erstmal warten und bangen und hoffen, dass unser Treffen doch noch zustande kommt und dass wir nicht umsonst so weit gefahren sind.

Nach ca. 15 Minuten meldet Anastasia sich zurück und ist erfreut darüber, dass wir sie besuchen wollen. Allerdings ist sie zur Zeit nicht bei ihren Schwiegereltern auf dem Dorf sondern befindet sich mit ihren Kindern in der Stadt Nowohrad bei ihrer Mutter, während im Dorf das Haus von innen gestrichen wird. Sie gibt uns eine Adresse durch, und wir fahren los. Nach einigem hin und her werden wir endlich fündig, und da steht sie schon an der Straße und wartet auf uns.

Bevor wir am Ziel ankommen, fangen wir schon im Auto an uns zu unterhalten. Anastasia erzählt uns, warum sie hier ist und über die Probleme, die sie zu bewältigen versucht. Man merkt sofort, sie möchte sich den Schmerz und die Ungerechtigkeit aus der Seele reden. Tief im Gespräch verwickelt betreten wir das ganz kleine Haus ihrer Mutter. Von außen sah es zwar ok aus, aber von innen … ganz, ganz alt und sehr renovierungsbedürftig.

Drei Generationen leben in diesem Haus, hier gibt es keinen Platz für die Witwe und ihre beiden Söhne. Jetzt verstehe ich auch, warum sie sich damals für ein Leben auf dem Dorf bei ihren Schwiegereltern entschieden hatte.

Eine eigene Wohnung, die sie bekommen sollte, hat sie leider immer noch nicht bekommen. Sie hat immer wieder die Behörden aufgesucht, aber immer wieder bekam sie zur Antwort, dass sie sich doch noch gedulden solle. Eine einmalige Auszahlung hat sie inzwischen erhalten, und die Kinder sowie auch sie selbst erhalten eine Witwen- bzw. Waisenrente.

Während des Gesprächs möchten die beiden Jungs immer bei ihrer Mutter sein, denn ohne Mama geht hier wohl garnichts. Beide Kinder werden demnächst eine Sprachtherapie besuchen. Anastasia wird auch bald anfangen als Malerin zu arbeiten.

Etwas Schönes hat diese Familie dieses Jahr dennoch erlebt, denn sie waren im Urlaub am Asowschen Meer, im Ort Kyriliwka. Zwar mussten sie selber die Anreisekosten übernehmen, aber die Unterkunftskosten wurden zumindest gespendet. Einen zweiten Urlaub verbrachte die Familie in den Karpaten. Fünf wunderschöne Tage, die komplett gespendet wurden.

Über Behördengänge kann Anastasia stundenlang sprechen. Es ist unmenschlich, was ihr nach dem Tod ihres Mannes alles widerfahren ist (Link für den gefallenen Soldaten im “Buch der gefallenen Helden”). Beamte erniedrigten die junge Witwe sehr oft, und ihr wurde sogar schon mal gesagt: „Wer bist du überhaupt, warum kommst du zu uns?!“ Das alles tut ihr unheimlich weh.

Es ist schon 21:00 Uhr abends, bei dem ganzen Reden und Zuhören haben wir nicht gemerkt, wie schnell die Zeit vergangen ist. Daher gehen wir nun zur Spendenübergabe über. Die

Kriegswitwe Sirich Anastasia erhält für ihre Söhne einen Unterstützungsbetrag in Höhe von 400,00 € ausgezahlt. Sie sagt sofort, dass sie das Geld auf die Seite legen wird, weil die Jungs eine Kinderzimmerausstattung benötigen, sobald sie die versprochene Wohnung erhalten werden. Das Geld wird sie dafür aufheben.

Sie sagt für unsere Spender: „Liebe Menschen, ich bedanke mich ganz herzlich für Ihre Hilfe, Danke, dass Sie mich und meine Söhne nicht vergessen haben. Ich bin zutiefst gerührt und konnte mir niemals vorstellen, dass uns Menschen aus Deutschland helfen würden. Danke für alles!“

Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung –

Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

Herzlichst Noelie Uhlmann und Euer Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.