Familie Krawtschuk in Bonn und Köln – Teil 2 – Bericht 2/2016

Über den Maidan-Sotnik (Kommandant einer Selbstverteidigungseinheit auf dem Maidan) Jurij Krawtschuk (und seine Familie) haben wir bereits einige Berichte veröffentlicht: Seine Leidensgeschichte nach der schweren Verletzung am 20. Februar 2014 in der Institutska-Straße in Kyiw und seine Behandlung im Koblenzer Bundeswehrzentralkrankenkaus ist in Bericht 27/2015 ausführlicher beschrieben.

Im Oktober gab es einen weiteren Spendenübergabebericht und Spendenaufruf von Noelie Uhlmann (Bericht 44/2015), bei dem wir um Spenden für einen Erholungsaufenthalt der Familie in Deutschland warben. Dank Eurer Hilfsbereitschaft war es uns möglich, die Familie am 16. Dezember 2015 am Flughafen Köln-Bonn zu begrüßen (Bericht 53/2015).

Hier kommt jetzt ein Überblicksbericht über die zweite Hälfte ihres Aufenthalts (der Bericht über den ersten Teil findet sich in Bericht 60/2015):

Am 29.12.2015 waren sie bei Familie Roksolana und Peter Rohde eingeladen – Saschko freute sich sehr über sein nachträgliches Geburtstagsgeschenk: ein lenkbarer Spielzeug-Polizei-Porsche!

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Der 30.12.2015 stand ganz im Zeichen eines Ausflugs ins Ahrtal: Altenahr, der Krausbergturm bei Dernau …

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… und die Stadt Ahrweiler mit ihrer mittelalterlichen Stadtmauer waren die Haltepunkte.

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Den Silvesterabend und die Neujahrsfeier verbrachten wir auf Einladung bei Christoph und Julia Müller in Bonn-Bad Godesberg.

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Am Neujahrstag waren wir zum Mittagessen in einem chinesischen Restaurant Kaiser-Garden, wo die ganze Familie lernte, mit Essstäbchen zu essen (und “trotzdem” satt wurde!) [keine Fotos 😉 ]

Am 2. Januar 2016 fand im Klavierhaus Klavins in Bonn-Beuel ein Benefizkonzert für Witwen und Waisen in der Ukraine (zugunsten unseres Vereins Euromaidan NRW e.V.) statt. Auch Jurij Krawtschuk hielt eine kurze Rede (Video).

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Gruppenbild zum Abschluss des Benefizkonzerts
Gruppenbild zum Abschluss des Benefizkonzerts

cmb-generalanzeiger

Zeitungsbericht im Bonner Generalanzeiger (Link)

Der 3. Januar 2016 war Natalia Krawtschuks Geburtstag. Ein Ausflug nach Bad Münstereifel:
In der romanischen Stiftskirche St. Chrysanthus und Daria fanden wir noch einige Säulen aus römischem Aquäduktmarmor (den Ablagerungen des Fließwassers in der römischen Wasserleitung aus der Eifel nach Köln), ebenso am “Romanischen Haus”, dem heutigen Stadtmuseum. Ein gutes Mittagessen in einem Traditionsrestaurant (Brauhaus) sowie der Aufstieg zur Burg machten Saschko großen Spaß. …

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Auf dem Rückweg sahen wir in Euskirchen-Kreuzweingarten einen Aufschluss der römischen Wasserleitung von der Eifel nach Köln …

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… und in Euskirchen-Niederkastenholz noch einige Reste der römischen Eifelwasserleitung.

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Zum Geburtstags-Abendessen waren wir erneut bei Familie Müller eingeladen:

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Am 4. Januar fuhren wir nach Koblenz ins Bundeswehrzentralkrankenhaus, die dortige Kontrolluntersuchung ergab, dass die in Jurijs Bein implantierten Titanschienen alle noch korrekt platziert sind und die Knochenbildung gut fortschreitet, so dass die Schienen in absehbarer Zeit wieder entfernt werden könnten. Entwarnung auf ganzer Linie – zur großen Beruhigung aller! Die immer noch vorhandenen Schmerzen sollten mit verstärkter Rehabilitation mit der Zeit gelindert werden, die Ärztin hat entsprechende Rehabilitationsempfehlungen abgegeben (vielen Dank an Christian Seidel für die Beratung, wie man dort einen Termin für eine Kontrolluntersuchung erhält!).

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Abends machten wir noch einen Abendspaziergang durch die Bonner Innenstadt (mit Einkehr und Verkostung im Bönnsch)


Am vorletzten Aufenthaltstag, dem 5. Januar, fuhren wir nach Bonn-Beuel in den rechtsseitigen Teil des Rheinauen-Parks zum “Haribo-Schiff” – und später in den Fabriksverkauf von Haribo in Bonn-Bad Godesberg – sehr zur Freude von Saschko!

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Kleines Schmankerl am Rande: Oleksandr verliert mit seinen jetzt acht Jahren ab und zu die Milchzähne. Üblicherweise bringt ihm die Zahnfee beim Verlust eines Zahnes ein paar Hrywnja. Schlau, wie er ist, half er ein wenig nach und holte sich zwei lockere Zähne noch in Deutschland heraus, denn hier zahlt die Zahnfee in Euro! 😉

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Die Abreise: 6. Januar 2016, Flughafen Köln-Bonn.
Beim Einchecken half Vira Iefremova, die wir zufällig am Gepäckschalter trafen und mit dem gleichen Flug nach Kyiw flog.

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[Alle Fotos von Natalia Krawtschuk, falls nicht anders angegeben.]


Wer für den Aufenthalt der Familie nachträglich noch spenden möchte (es sind noch nicht alle “Nebenkosten” gedeckt), gibt bitte auf der Überweisung unter Verwendungszweck “Unterstützung Krawtschuk” an – auf das Spendenkonto IBAN-Nr. DE12380601861502025011 – BIC GENODED1BRS

EuroMaidan NRW e.V. – Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn

– oder über Paypal:

hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

 

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Wiedersehen mit zwei ehemaligen Maidan-Patienten aus Koblenz, 28. und 30. November 2015 – Bericht 61/2015

Anlässlich der Teilnahme an einem Seminar im Rahmen des von Euromaidan NRW e.V. und dem Charkiwer Fonds für lokale Demokratie (Харківський Фонд Місцевої Демократії) organisierten Programms “Kultur des Dialogs in Zeiten der Krise” (Культура Диалога- Разрешение Конфликтов-примирение) konnte ich am 28. November in Charkiw einen und am 30. November 2015 in Kyiw einen zweiten ehemals vom Verein Euromaidan NRW e.V. (damals noch “in Gründung”) wiedertreffen. Über diese beiden Begegnungen möchte ich hier berichten:

Samstagabend in Charkiw – kaum war die Konferenz beendet und die Abschlussgespräche geführt, kam Igor Barannic verabredungsgemäß in unser Hotel, um uns abzuholen. Igor gehörte wie Jurij Krawtschuk und der weiter unten erwähnte Roman Lyndow zu den ersten 16 Patienten, die am 16. März 2014 als Schwerstverletzte ins Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz verlegt und dort behandelt und “wieder hergestellt” wurden.

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Igor war während des Maidan Angehöriger der Innenministeriumstruppen, war also sozusagen auf der “falschen Seite” der Barrikaden eingesetzt. Bei den gewalttätigen Zusammenstößen auf der Hruschewskij-Straße nahe dem Eingang zum Dynamo-Stadion erlitt er eine Schussverletzung im Gesicht, durch die er ein Auge verloren hat und Teile der Stirn und des Kieferknochens “irreparabel” zerstört wurden.

Bei meinem ersten Besuch im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz war Igor verständlicherweise sehr zurückhaltend und ängstlich, da er ja eigentlich gegen den Maidan hatte kämpfen müssen und insofern ein “Außenseiter” in der Gruppe der Patienten war, als ich mich als Mitarbeiter bei der Initiative Euromaidan NRW vorstellte. Da Igor sehr gut englisch spricht, waren diese Zweifel aber leicht zu zerstreuen, denn für mich ist ein Opfer selbstverständlich ohne Ansehen eventuell vorhandener politischer Auffassungen unserer Zuwendung bedürftig. Ich erklärte ihm meine persönliche Motivation, erzählte ihm viel von Amnesty International und den Menschenrechten im Allgemeinen und im besonderen Fall der Ukraine und fand in ihm einen aufmerksamen Zuhörer, der mir in vielem, wenn nicht allem zustimmte. Bei späteren Besuchen in Koblenz führten wir weitere interessante und zum Teil lange Gespräche (obwohl die maximale Besuchszeit in den “Einzelzellen” der Patienten offiziell 20 Minuten war), und kurz vor seiner Heimreise machten wir auch einen Ausflug nach Braubach mit Besichtigung der Marksburg:

Igor am 30.4.2014 an der Marksburg
Igor am 30.4.2014 an der Marksburg

Igor geht es heute gut, seine Einheit, die ja inzwischen in die reguläre ukrainische Armee integriert wurde (seine ehemaligen Kameraden kämpfen heute in der ATO), hat ihn vor vor fast einem Jahr entlassen, er war zunächst einige Monate arbeitslos bis er eine Stelle als Mitarbeiter einer IT-Abteilung bei einem Verwaltungsgericht in Charkiw fand, die ihn auch ausfüllt. Sein Gehalt ist zwar bescheiden, aber zusammen mit der Versehrtenrente hat er nach ukrainischen Verhältnissen ein mittelmäßiges regelmäßiges Einkommen.

Seine gesundheitliche Situation lässt noch ein wenig zu wünschen übrig, die Wunde nässt nach wie vor und muss wöchentlich im Militärkrankenhaus behandelt werden, aber wenigstens muss er dies nicht bezahlen, das Innenministerium kommt dafür auf. Insgesamt macht er den Eindruck, dass er sich mit seinem Schicksal und seiner Verwundung abgefunden hat, er wohnt gemeinsam mit seiner Mutter in einer eigenen Wohnung und kann sich auch mal leisten, mit Freunden auszugehen (was bei den Restaurantpreisen im Vergleich zum Einkommen rein rechnerisch eigentlich überhaupt nicht geht: Ich habe an dem Abend in einem “Irish Pub” am Freiheitsplatz in Charkiw für zwei Abendessen und ein paar Bier sowie Snacks 700 UAH bezahlt, seine Rente und Gehalt zusammen beläuft sich aber gerade mal auf das Fünffache). Wir verbrachten mit ihm und zwei Freunden von ihm einen sehr netten Abend – die Freude des Wiedersehens lag wirklich auf beiden Seiten, und ich hoffe, dass er im Laufe des kommenden Jahres mal nach Deutschland kommen kann.


Bei einem Zwischenaufenthalt in Kyiw trafen wir dann auch noch Roman Lyndow, der am 18. Februar 2014 auf dem Unabhängigkeitsplatz von der Explosion einer Granate zu Boden geworfen und unmittelbar darauf von einer zweiten Granate getroffen wurde und dabei allerschwerste Brandverletzungen erlitt. Wenn man ehrlich ist, hat Roman diese hochgradigen Brandverletzungen fast am ganzen Körper, besonders aber an den Armen, im Brustbereich und am Kopf nur aufgrund seiner außergewöhnlich guten Kondition als Extremsportler überlebt, er und sein Zwillingsbruder Artjom betrieben schon vor dem Maidan allerlei Sportarten, u.a. joggten (oder besser rannten) sie täglich fünf Kilometer zum Dnipro und schwammen dann eine längere Strecke – und zwar unabhängig von der Witterung (das hatte mir Artjom in Koblenz schon erzählt).

Roman und Artjom waren beim Maidan ohne politische Affiliation, im Grunde wurden sie als Mitglieder der Sportgruppe von Dynamo Kyiw zu Maidan-Selbstverteidigern.

Artjom war mehrere Monate ebenfalls in Koblenz und assistierte seinem Bruder bei der Genesung, denn Roman war damals nicht in der Lage, sich überhaupt zu bewegen, und musste “gefüttert” werden, ihm mussten immer wieder Getränke angereicht werden usw.

Roman war damals bei meinem ersten Besuch im Grunde ein Fleischbündel (sorry für den Ausdruck, aber mir fällt nichts anderes als Beschreibung ein) mit Augen und einem zum Scherzen aufgelegten Mund. Beide Brüder sprechen gut Englisch, so dass eine Unterhaltung ohne Übersetzer möglich war (In die Quarantänezimmer im Krankenhaus durfte man jeweils nur alleine). Nach mehreren Monaten auf der Intesivstation, zig (bestimmt mehr als zehn) Hauttransplationen – ich erinnere mich daran, dass die Ärzte sagten, sie würden gerne noch weiter transplantieren, aber es gab nicht genügend unversehrte Körperfläche, die man hätte transplantieren können – verheilten die vielfachen und großflächigen Hautverletzungen nach und nach, nur die linke Hand fehlt und war auch nicht mehr wiederherstellbar.

Den letzten Monat in Koblenz verbrachte Roman alleine, Artjom musste etwas früher zurück, aber zu dem Zeitpunkt konnte Roman sich auch schon alleine anziehen (er hatte Spezialtextilien mit Silberanteil, die die verheilende transplanierte Haut schonte). Kurz vor seiner Abreise aus Koblenz in eine Reha-Einrichtung bei Wismar machten wir damals auch noch einen Ausflug nach Maria Laach und ins Brohltal zur Burg Olbrück, leider regnete es damals ziemlich stark, so dass wir auf Erinnerungsfotos verzichteten.

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Bei unserem Treffen in Kyiw traf ich nun einen humorvollen jungen Mann wieder, dessen Hautverletzungen relativ gut verheilt sind, er weiß auch, dass die menschliche Haut sich alle fünf Jahre komplett erneuert, davon sind zwei schon vergangen, man kann also davon ausgehen, dass er in drei Jahren “wieder aussieht wie früher”.

Er hat zwei Prothesen, eine sogenannte Sportprothese (mit Schultergurt), mit der er – wie er uns voller Stolz auf dem Handy zeigte – bereits Gewichtheben ausüben kann (wahrscheinlich sind da bedeutend mehr Kilogramm darauf als ich sie hochbrächte), die ist also super! Die andere sogenannte Alltagsprothese muss derzeit gerade neu angepasst werden, da sie genau auf das Körpergewicht eingestellt sein muss, und er hatte gerade ein paar Kilo zugenommen (was ihm durchaus gut steht).

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Beide arbeiten wieder in ihrem “alten Beruf”, sie sind Sportlehrer bzw. Trainer für Jugendgruppen des Bataillons Asow. Dort leiten sie Jugendliche in allerlei verschiedenen Sportarten an, darunter auch Kampfsport – seiner Aussage nach geschieht das nicht mit der Absicht, diese Jugendlichen für das Bataillon zu rekrutieren sondern sie in erster Linie körperlich fit zu machen und “von der Straße wegzuholen”.

Auch Roman macht – zumindest nach außen – einen insgesamt zufriedenen Eindruck, er hat sich mit seiner Behinderung abgefunden und macht das Beste daraus. Finanziell geht es beiden – nach ukrainischen Verhältnissen – nicht schlecht, sie waren gerade von einer längeren Gruppenreise nach Portugal und Italien zurückgekehrt, sie hatten in Porto und Neapel jeweils Auswärtsspiele von Dynamo Kyiw besucht und an beiden Orten noch ein paar Tage drangehängt. Das Wiedersehen mit Roman hat mich sehr gefreut – und besonders die Tatsache, dass es ihm gut geht und er mit seinem Leben, so wie es ist, zufrieden erscheint.


Wir danken hier allen für die damalige Unterstützung und hoffen auch auf weitere Spenden.

Spendenzahlungen bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung – Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck: Ukraine allgemein

Herzlichst

Klaus H. Walter und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

Familie Krawtschuk in Bonn und Köln – Bericht 60/2015

Über den Maidan-Sotnik (Kommandant einer Selbstverteidigungseinheit auf dem Maidan) Jurij Krawtschuk (und seine Familie) haben wir schon einige Berichte veröffentlicht: Seine Leidensgeschichte nach der schweren Verletzung am 20. Februar 2014 in der Institutska-Straße in Kyiw und seine Behandlung im Koblenzer Bundeswehrzentralkrankenkaus ist in Bericht 27/2015 ausführlicher beschrieben.

Im Oktober gab es einen weiteren Spendenübergabebericht und Spendenaufruf von Noelie Uhlmann (Bericht 44/2015), bei dem wir um Spenden für einen Erholungsaufenthalt der Familie in Deutschland warben. Dank Eurer Hilfsbereitschaft war es uns möglich, die Familie am 16. Dezember 2015 am Flughafen Köln-Bonn zu begrüßen (Bericht 53/2015).

Hier kommt jetzt ein Überblicksbericht über die erste Hälfte ihres Aufenthalts:

Am 17. Dezember machten wir eine Stadtrundfahrt in Bonn und Umgebung und sahen u.a. die Kreuzbergkirche mit der Heiligen Stiege (siehe Titelbild) und genossen von dort den Ausblick über das Vorgebirge bis nach Köln (es war gute Sicht, und man konnte den Dom erkennen),

Blick vom Kreuzberg nach Köln
Blick vom Kreuzberg nach Köln

und das Wildgehege an der Waldau (Wildschweine und Hirsche sah Saschko zum ersten Mal in seinem Leben).

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Am 18. Dezember besuchten die Krawtschuks mit Noelie Uhlmann das Phantasieland in Brühl. Sie schrieb als Kommentar zum Video:

“18.12.2015 ein Ausflug in das Phantasialand mit Familie Jurij Krawtschuk. Jurij war auf der Talocan-Attraktion und hatte richtig Spaß, er lachte und winkte uns zu. 🙂
Hier herrscht Tlaloc, der Gott der Vorfahren. Hungrig wartet er auf Opfer, die ihm entgegentreten, um sie in sein geheimnisvolles Reich Talocan zu führen. Sind Sie bereit für einen Kampf der Elemente Feuer und Wasser?
Feuergarben, Wasserfontänen und Nebelbänke werden Ihre Sinne verwirren, wenn Sie die gewaltige Gondel des in Europa einmaligen Suspended Top Spin in das Reich des mächtigen Gottes wirbelt. Selbst als Zuschauer kann man sich der hypnotischen Wirkung dieser extrem-bodenlosen Grenzerfahrung nicht entziehen.”

und weiter:

“Nachdem wir gegessen haben, schauten wir uns noch die neue Abendshow:
„The Magic Rose – Spirit of Light“ auf dem Kaiserplatz.
Familie Krawtschuk war begeistert.”

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Am 19.12. setzten wir die Stadtrundfahrt in Bonn fort, beginnend mit dem Modell des römischen Militärlagers Castra Bonnensis bei den Ruinen der Dietkirche,

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die Doppelkirche in Bonn-Schwarzrheindorf mit ihren tollen, original erhaltenen Fresken aus dem 12. Jahrhundert,

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sowie am Nachmittag noch ein Spaziergang über die Düne in Tannenbusch (mit frei lebenden Papageien, Halsbandsittichen) und Besichtigung der Freien Waldorfschule Bonn.

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Am 20.12. machten wir einen Ausflug nach Stadt Blankenberg – für Saschko am Interessantesten die Katze an der Burg Blankenberg, für Natalia aber die Fachwerkhäuser und andere Fassadenarten – aus beruflichem Interesse, sie handelt schließlich mit Farben.

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Danach überquerten wir die Sieg und besichtigten die Wallfahrtskirche Bödingen (mit einer sehr schönen ‘interaktiven’ Weihnachtskrippe, nach Geldeinwurf begann das Wasser zu fließen und etliche Lämpchen illuminierten die Szenerie).

Und als Abschluss ein Gang über den Mittelalterlichen Weihnachtsmarkt von Siegburg

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und ein Kurzbesuch im Siegburger Brauhaus.

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Am 21. 12. waren Krawtschuks auf Einladung von Wolf Reyscher auf Kölner Weihnachtsmärkten, siehe Bericht 56/2015).

Am 22. Dezember fuhren wir nach Königswinter mit der Absicht, mit der Bergbahn auf den Drachenfels hochzufahren, leider fuhr die Bahn wegen “Revision” nicht.

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Deswegen fuhren wir dann mit dem Auto auf den Petersberg und genossen die Aussicht ins Rheintal und in die Eifel.

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Über die Rheinfähre Niederdollendorf-Bad Godesberg ging es weiter zur Godesburg;

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den Abschluss machte die wenig bekannte Sehenswürdigkeit “Römische Badeanlage” im Hof des Collegium Albertinum in Bonn.

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Am Nachmittag holte Christoph Müller die Familie zu einem Besuch bei sich zuhause ab.

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Er selbst schreibt darüber:

“Mit Juri und Natalia Krawtschuk. Drei echte und ein „gelernter“ Ukrainer: Wir hatten einen wunderschönen Abend. (Juri war ein „Sotnik“ auf dem Maidan vor zwei Jahren und hatte einen Schuss ins Bein bekommen, von irgendwelchen vermummten Scharfschützen – am 20. Februar 2014 – Er wurde im Bundeswehrkrankenhaus Koblenz geheilt – meine Frau und ich, wir gehörten zu dem ukrainischen Team, die zu den Verletzten Zugang hatten und ihnen beigestanden sind. – Es ist eine echte Freundschaft daraus entstanden)”

Foto: Christoph Müller
Foto: Christoph Müller

Am. 23. 12. waren wir vormittags bei meiner Mutter im Demenzzentrum und hatten ein längeres Einkaufsmarathon, am Nachmittag fuhren die Krawtschuks alleine mit dem Bus in die Bonner Innenstadt und besichtigten sie ‘auf eigene Faust’.

Heiligabend ist traditionell ein Familienfest, und dieses Jahr war es ein Fest von zwei Familien, ein deutsch-finnisch-ungarisch-ukrainisches Patchwork-Fest.

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Am ersten Weihnachtsfeiertag holte Noelie Uhlmann die Familie in Bonn ab, man feierte ebenfalls in großer “Familie” – nunmehr deutsch-ukrainisch.

Der 26.12. war für Saschko ein großer Tag, sein 8. Geburtstag.

Vormittags ein Besuch im Kölner Schokoladenmuseum. Noelie Uhlmann schrieb dazu:

“…Elena Ykraina und Natalia Likhacheva haben etwas besonderes ausgedacht und luden den Kleinen zum Ausflug ins Schokoladenmuseum Köln.
Da Saschko nicht alleine gehen wollte, durfte Jurij Krawtschuk (sein Vater) mitkommen 😉
Danke an Elena und Natalia für diesen wundervollen Vormittag! Saschko und Jurii waren begeistert! Danke an Elena für Lego Geschenk, als Saschko nach Hause kam, zeigte er stolz was er von Dir bekam und packte es sofort aus. 😉
Danke, dass Ihr das alles organisiert und all die Unkosten übernommen haben!
Mädels Ihr seid toll!”

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und weiter:

Natalia Likhacheva brachte Saschko und Jurij nach Hause, und es wurde weiter gefeiert.
Alle Gäste sangen für Ihn : Happy Birthday !!! und er pustete 8 Kerzen aus. Danach bekam er ein weiteres Geschenk – ein Elektrofahrzeug Lamborghini -:) – er vergaß Alles!!!
Herzlichen Dank an Alle die gestern sich Mühe gemacht haben und Danke an Spender, für wundervollen Tag und Geburtstag, den Saschko bestimmt nicht vergessen wird!”

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Am 27.12. waren Krawtschuks im Kölner Zoo:

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Der Bericht wird im neuen Jahr fortgesetzt [Update: Bericht 2/2016].

[Alle Fotos von Natalia Kravchuk – es sei denn, es ist anders angegeben.]


Wer für den Aufenthalt der Familie noch spenden möchte, gibt bitte auf der Überweisung “Unterstützung Krawtschuk” an – auf das bekannte (und unten genannte) Konto – oder über Paypal:

hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

Geplant ist u.a. ein Besuch des Benefizkonzerts von Martin Luithle und Christoph Müller u.a. am 2.1.2016 im Klavierhaus Klavins in Bonn, zu dem wir alle hiermit ausdrücklich einladen wollen!

In der Einladung heißt es:

“Im Krieg in der Ukraine verlieren immer noch Soldaten und Freiwillige für die Verteidigung ihrer Heimat ihr Leben. Statt Eintritt möchten wir Euch herzlich bitten für den Verein EuroMaidan NRW e.V. einen kleinen Geldbetrag zu spenden. Die Mitarbeiter des Vereins EuroMaidan e.V. betreuen die Witwen und Halbwaisen sehr liebevoll und bringen Eure Spenden persönlich und direkt zu ihnen in die Ostukraine. Auf Wunsch können vom Verein auch Spendenbescheinigungen ausgestellt werden.
Darüber hinaus können auch weitere Geldbeträge auf folgendes Konto des Vereins EuroMaidan e.V. überwiesen werden.
Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011 – BIC GENODED1BRS
EuroMaidan NRW e.V. – Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, BonnVerwendungszweck : Hilfsaktion Witwen”

nrwMit den besten Wünschen für das Neue Jahr 2016

Klaus H. Walter und das gesamte Team von Euromaidan NRW e.V.

Ankunft der Familie Krawtschuk, 16.12.2015 – Bericht 53/2015

Heute war es soweit: Die Familie des auf dem Maidan am 18. Februar 2014 schwer verletzten und während seiner Behandlung im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz von unserer Initiative betreuten ‚Sotniks‘ Jurij Krawtschuk ist am Flughafen Köln-Bonn angekommen.

Dank eurer tatkräftigen Hilfe haben wir eine Spendensumme erreicht, mit denen wir die Flugkosten der Familie begleichen konnten, es fehlt allerdings noch ein wenig „Kleingeld“ für den Aufenthalt, eventuelle Ausflüge, kleine (oder größere) Geschenke – denn außer (unserem) Weihnachtsfest fallen in den Aufenthalt auch die Geburtstage des kleinen Saschko und der Mutter Natalia.

Hier einige Fotos von der Ankunft:

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Wir hatten in den Berichten 27 im Juni 2015 und 44/2015 ausführlich über die Geschichte der Familie berichtet – bitte dort nachlesen (auf die blau markierten Links klicken!).
Uns ist klar, dass die Familie Krawtschuk in ihrer derzeitigen Lage sich so etwas nie erlauben könnte. Daher wenden wir uns an euch, besonders (aber nicht nur) an diejenigen, welche die Familie schon persönlich kennen – oder aber von unseren Berichten, um so der kleinen Familie diesen dringend nötigen Erholungsurlaub zu ermöglichen.

Egal wie klein oder groß die Spende sein mag, in diesem Fall zählt jeder einzelne Euro!

Wir bitten Euch hoffnungsvoll um Spenden für Familie Krawtschuk. Damit wir errechnen können wieviel Geld für die Familie gespendet wird, verwendet bitte nur den unten angegebenen Verwendungszweck.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung – Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck: Unterstützung Krawtschuk

Vielen herzlichen Dank im voraus

Euer Team EuroMaidan-NRW e.V. Noelie Uhlmann und Klaus H. Walter

Spendenaufruf und Spendenübergabe an Familie Krawtschuk am 13.10.2015, Stara Synjawa, Gebiet Chmelnyzkyj – Bericht 44/2015

Liebe Leser, in Bericht Nr. 27 (Juni 2015) haben wir euch schon mit Familie Krawtschuk bekannt gemacht und über sie berichtet. Ich habe mich am 13.10.2015 abermals mit Familie getroffen.

Es hat sich kaum etwas in ihrem Leben verändert…

Sie leben weiterhin in dem kleinen Dorf, und Besserung scheint auch nicht in Sicht zu sein. Ehemann Jurij geht weiterhin für nur 2000 UAH im Monat arbeiten (nach heutigem Kurs ca. 78 €). Er ist zeitlich sehr eingespannt, da er an 7 Tagen in der Woche von 7 bis 22 Uhr arbeitet. Zudem wurde er bei den Wahlen nicht wiedergewählt. Das bedeutet, er hat nun auch keine Arbeit mehr.

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Seine Frau Natalija arbeitet momentan auch nicht, da sie vor kurzem schwer erkrankt ist, also kann sie nicht mal mehr auf den Märkten der umliegenden Ortschaften das wenige Geld machen, mit dem sie die Familie ihrerseits unterstützt hatte.

Ihr Sohn Oleksandr geht weiterhin zur Schule.

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Also ist alles beim alten mit dem kleinen Unterschied, dass nun kein Einkommen mehr gesichert ist. Die kleine Familie muss mit 2000 UAH  im Monat auskommen, und hiervon ihr Leben unterhalten, sowie auch Rechnungen bezahlen.

Mir ist bei meinem Besuch auch klar geworden, dass die ganze Familie den Schaden des Maidan noch nicht verarbeitet hat und auch nicht verarbeiten kann. Der Schmerz, die Ungewissheit, die Hoffnungslosigkeit und alles, ist immer noch gegenwärtig…

Jurij versteht einfach nicht, dass das System noch keine Fortschritte macht. Und für ihn als langzeitiger Maidan-Aktivist ist dieses sehr schmerzhaft. Es geht einfach nicht vorwärts, denn keiner kümmert sich um die Verbesserung des Landes, und das Wohl der Menschen in der Ukraine gerät immer mehr in Vergessenheit.

Daher möchten wir gerne etwas Gutes tun und haben die Familie Krawtschuk zu Besuch nach Deutschland einladen. Um ihnen zu zeigen, dass sich doch noch jemand sorgt, dass sie nicht vergessen wurden, dass es noch Menschen gibt, die ihnen helfen, ihnen Mitgefühl schenken, ihnen etwas gutes tun möchten, aber ihnen vor allem, wenn auch nur für eine kurze Zeit, etwas Ablenkung ermöglichen und Vergessenheit schenken.

Und so möchten wir ihnen über Weihnachten für zwei Wochen die schönste Zeit Deutschlands zeigen. Den Zauber dieser Saison, die Düfte, die bildschönen visuellen Eindrücke, aber vor allem die Herzlichkeit der Menschen zu dieser Jahreszeit. So eine Einladung ist natürlich etwas kostspielig. Die Flugtickets hin und zurück, dann die obligatorische Krankenversicherung, und etwas Taschengeld muss ja auch einberechnet werden.

Uns ist klar, dass die Familie Krawtschuk in ihrer derzeitigen Lage sich so etwas nie erlauben könnte. Daher wenden wir uns an euch, besonders (aber nicht nur) an diejenigen, welche die Familie schon persönlich kennen – oder aber von unseren Berichten, um so der kleinen Familie diesen dringend nötigen Erholungsurlaub zu ermöglichen.

Egal wie klein oder groß die Spende sein mag, in diesem Fall zählt jeder einzelne Euro!

Als ich kürzlich in der Ukraine war, übergab ich ihnen im Namen des Vereins EuroMaidan-NRW e.V. eine Spende von 200,00 € für eine Reise nach Kyiw, damit sie die Visa beantragen und die dafür nötigen Gebühren zahlen können.

Wir bitten Euch hoffnungsvoll um Spenden für Familie Krawtschuk. Damit wir errechnen können wieviel Geld für die Familie gespendet wird, verwendet bitte nur den unten angegebenen Verwendungszweck.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung – Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck: Unterstützung Krawtschuk

Vielen herzlichen Dank im voraus

Euer Team EuroMaidan-NRW e.V. Noelie Uhlmann