Spendenübergabe an Kriegswitwe Ewhenija Tishchenko in Bila Zerkwa am 14.06.2017 – Bericht 8/2017

Vor meinem Flug nach Ukraine fragte mich Noelie Uhlmann, ob ich in Bila Zerkwa eine Geldspende für EuroMaidan NRW e.V. übergeben könne. Selbstverständlich sagte ich gerne zu.

Über den Telefondienst „Viber“ und mit Hilfe von Facebook stellte ich (Wolf Reyscher) den ersten Kontakt her und traf Vereinbarungen für unser Treffen. Kriegswitwe Ewhenija Tishchenko ist völlig unkompliziert. Wir verstanden uns ohne Probleme, das Organisatorische war einfach und schnell geregelt.

In Bila Zerkwa angekommen, verabredeten wir uns für den 14.06 in ihrer Wohnung für 12:30 Uhr. Ich gab zuvor noch den vorsichtigen Hinweis, dass ich die bekannte (und wohl auch teilweise berüchtigte) deutsche Pünktlichkeit auch im Urlaub wahren werde und somit tatsächlich um Punkt 12:30 Uhr vor der Türe sei. Ewhenija nahm es mit Humor und wartete auf unser eintreffen.

Mit meiner Frau Vika war ich dann auch wirklich Punkt 12:30 Uhr vor der Tür.Ewhenija holte uns vor dem Haus ab und wir gingen zusammen in ihre neue Wohnung. Sie hatte diese Wohnung erst vor Kurzem bezogen. Und schon beim Betreten fiel mir auf, dass noch einiges renoviert werden muss. In der Wohnung wartete ihr 5 Jahre alter Sohn Yaroslav. Die 9 Jahre alte Tochter Darina war noch in der Schule. Yaroslav ist aufgeweckt und ging offen auf uns zu. Es war eine Freude zu sehen, dass er voller Energie war und uns alles Mögliche zeigen wollte.

Kriegswitwe Ewhenija zeigte uns sein Zimmer. Wir hatten den beiden Kindern ein Stifteetui mit vielen Buntstiften mitgebracht und vorgedruckte Motivbögen zum Ausmalen. Er freute sich sichtlich über unsere kleinen Geschenke. In seinem Zimmer war unter anderem eine Sprossenwand für Sportübungen an der Wand angebracht, es stand ein sogenanntes „Whiteboard“ im Raum, ein großes Bett und ein Wandschrank.

Auf dem Whiteboard zeigte Yaroslav uns, wie gut er malen kann. Er malte eine Familie mit seiner Mutter und seinem Vater. Sein Vater fehlt ihm sehr. Ich sah, wie schwer das Ewhenija fiel, und schlug vor, dass wir in die Küche gingen und dort unsere mitgebrachte Torte anschneiden sollten.

Wir setzten uns in die Küche, und Vika und ich unterhielten uns mit Ewhenija über sie und ihren gefallenen Ehemann, über ihre Kinder, über die Wohnung. Ihr Ehemann hatte selbst Kettenhemden hergestellt für Mittelalterspiele. In einer Vitrine in Yaroslavs Zimmer hatte Ewhenija uns zuvor sein Kettenhemd, sein Schwert und seinen Helm gezeigt – beeindruckende Handarbeiten.

Yaroslav kam plötzlich in die Küche, mit Boxhelm und Boxhandschuhen, und zeigte, was für ein toller Kämpfer er ist. Ich spielte eine Weile mit ihm, wir hatten beide Spaß. Ich wollte ihm zwei kleine Boxschläge beibringen, aber es war mir kaum möglich, ihn mal fünf Sekunden zum Zuhören zu bringen, so viel Energie wollte aus ihm heraus.

Wir nutzten eine kleine Pause, um für EuroMaidan e.V. die Summe von 600€ zu übergeben. Ewhenija wusste ja zuvor bereits, wieviel Geld sie als dringend benötigte Unterstützung erhalten würde. Sie füllte die Formulare aus und unterschrieb die Quittungen, und bedankte sich herzlichst und sehr dankbar für diese wertvolle Hilfe.

Sie will damit die Wohnung fertig stellen, damit es den Kindern nicht an Wohnqualität fehlt. Nach etwa einer Stunde Aufenthalt, Torte essen und Tee trinken, und nach angeregtem und immer freundlichem und offenem Gespräch mussten Vika und ich aber langsam aufbrechen. Ewhenija hatte einen Termin, und wir mussten ebenfalls wieder nach Hause. Auch auf uns wartete noch ein Termin.

Sie zeigte uns noch die anderen Zimmer in der Wohnung: ihr eigenes Zimmer und das der Tochter Darina. Hier machten wir auch unser Foto auf dem Sofa. Alle Zimmer sind sauber und soweit wie möglich schon bearbeitet. Die elektrischen Leitungen zu den Deckenlampen wurden schon erneuert, Tapete geklebt, die Fußböden belegt. Es ist aber immer noch einiges an Arbeit zu machen. Besonders das Badezimmer muss eigentlich vollständig erneuert werden. Das ist das nun anstehende Projekt. Wir verabschiedeten uns herzlich.

Ewhenija ist für uns eine freundliche und völlig unkomplizierte junge Frau mit offenem Charakter und feinem Humor. Ich denke, Vika und ich werden sie auf jeden Fall wiedersehen. Wir bedanken uns in Ewhenijas Namen sehr herzlich für die geleistete Hilfe bei allen Spendern. Das Geld wird helfen, ihr und ihren beiden kleinen Kindern eine normale Wohnsituation zu schaffen. Danke!

Wolf Reyscher  im Auftrag von Euromaidan NRW e.V.


Wir danken Euch ganz herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer tolles Engagement und die praktische Hilfeleistung und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

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Herzlichst, das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

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Spendenübergabe an die Witwe Anastasia Sirich und ihre zwei kleinen Söhne – Nowohrad-Wolynskyj am 15.10.16 – Bericht 43/2016

Familie Sirich haben wir im Jahr 2015 kennengelernt. Wir besuchten sie persönlich am 31. März 2015 um ihnen die für sie gesammelten Spenden zu übergeben. Den damaligen Bericht könnt ihr hier nachlesen: Spendenübergabe am 31.05.2015, Bericht 17/2015

Heute ist der 15. Oktober 2016, und für uns ist eine Reise nach Nowohrad-Wolynskyj geplant. Wir warten nur auf unseren Fahrer Oleksandr, der meinen Sohn und mich dorthin bringt. Um 18:00 Uhr kommt Oleksandr, und wir fahren endlich los. Die Volontärin Svitlana Kruchok wartet schon vor Ort auf uns. Da wir kein Navi haben, brauchen wir zwar etwas mehr Zeit, um die richtige Adresse zu finden, aber Ende gut – alles gut, dachte ich mir damals.

Im Gespräch mit Svitlana kommt raus, dass die Kriegswitwe überhaupt nicht weiß, dass Besuch aus Deutschland komm, da sie vorher nicht erreichbar war. Bei meim Versuch die Witwe anzurufen geht sie zum Glück ans Telefon. Da sie auch unterwegs ist, kann sie mich nur schlecht verstehen und sagt, dass sie sich zurückmelden wird. Also heißt es erstmal warten und bangen und hoffen, dass unser Treffen doch noch zustande kommt und dass wir nicht umsonst so weit gefahren sind.

Nach ca. 15 Minuten meldet Anastasia sich zurück und ist erfreut darüber, dass wir sie besuchen wollen. Allerdings ist sie zur Zeit nicht bei ihren Schwiegereltern auf dem Dorf sondern befindet sich mit ihren Kindern in der Stadt Nowohrad bei ihrer Mutter, während im Dorf das Haus von innen gestrichen wird. Sie gibt uns eine Adresse durch, und wir fahren los. Nach einigem hin und her werden wir endlich fündig, und da steht sie schon an der Straße und wartet auf uns.

Bevor wir am Ziel ankommen, fangen wir schon im Auto an uns zu unterhalten. Anastasia erzählt uns, warum sie hier ist und über die Probleme, die sie zu bewältigen versucht. Man merkt sofort, sie möchte sich den Schmerz und die Ungerechtigkeit aus der Seele reden. Tief im Gespräch verwickelt betreten wir das ganz kleine Haus ihrer Mutter. Von außen sah es zwar ok aus, aber von innen … ganz, ganz alt und sehr renovierungsbedürftig.

Drei Generationen leben in diesem Haus, hier gibt es keinen Platz für die Witwe und ihre beiden Söhne. Jetzt verstehe ich auch, warum sie sich damals für ein Leben auf dem Dorf bei ihren Schwiegereltern entschieden hatte.

Eine eigene Wohnung, die sie bekommen sollte, hat sie leider immer noch nicht bekommen. Sie hat immer wieder die Behörden aufgesucht, aber immer wieder bekam sie zur Antwort, dass sie sich doch noch gedulden solle. Eine einmalige Auszahlung hat sie inzwischen erhalten, und die Kinder sowie auch sie selbst erhalten eine Witwen- bzw. Waisenrente.

Während des Gesprächs möchten die beiden Jungs immer bei ihrer Mutter sein, denn ohne Mama geht hier wohl garnichts. Beide Kinder werden demnächst eine Sprachtherapie besuchen. Anastasia wird auch bald anfangen als Malerin zu arbeiten.

Etwas Schönes hat diese Familie dieses Jahr dennoch erlebt, denn sie waren im Urlaub am Asowschen Meer, im Ort Kyriliwka. Zwar mussten sie selber die Anreisekosten übernehmen, aber die Unterkunftskosten wurden zumindest gespendet. Einen zweiten Urlaub verbrachte die Familie in den Karpaten. Fünf wunderschöne Tage, die komplett gespendet wurden.

Über Behördengänge kann Anastasia stundenlang sprechen. Es ist unmenschlich, was ihr nach dem Tod ihres Mannes alles widerfahren ist (Link für den gefallenen Soldaten im “Buch der gefallenen Helden”). Beamte erniedrigten die junge Witwe sehr oft, und ihr wurde sogar schon mal gesagt: „Wer bist du überhaupt, warum kommst du zu uns?!“ Das alles tut ihr unheimlich weh.

Es ist schon 21:00 Uhr abends, bei dem ganzen Reden und Zuhören haben wir nicht gemerkt, wie schnell die Zeit vergangen ist. Daher gehen wir nun zur Spendenübergabe über. Die

Kriegswitwe Sirich Anastasia erhält für ihre Söhne einen Unterstützungsbetrag in Höhe von 400,00 € ausgezahlt. Sie sagt sofort, dass sie das Geld auf die Seite legen wird, weil die Jungs eine Kinderzimmerausstattung benötigen, sobald sie die versprochene Wohnung erhalten werden. Das Geld wird sie dafür aufheben.

Sie sagt für unsere Spender: „Liebe Menschen, ich bedanke mich ganz herzlich für Ihre Hilfe, Danke, dass Sie mich und meine Söhne nicht vergessen haben. Ich bin zutiefst gerührt und konnte mir niemals vorstellen, dass uns Menschen aus Deutschland helfen würden. Danke für alles!“

Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

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Herzlichst Noelie Uhlmann und Euer Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.

Spendenübergabe an Witwe Nadija und ihre Töchter Hanna und Oleksandra – 14.10.2016, Radomyschl – Bericht 42/2016

Die Familie Nasartschuk haben wir am 30.03.2015 besucht, den damaligen Bericht könnt ihr hier nachlesen: Bericht 11/2015

Was hat sich seitdem im Leben der Kriegswitwe verändert? Ich bin sehr neugierig und freue mich sehr, dass ich alle drei Mädels gleich treffen werde.

Eine ganz tolle Nachricht, die Witwe Nadija (30) und ihre Töchter Hanna und Oleksandra haben jetzt ein eigenes Häuschen! Zwar muss es renoviert werden, und das nicht gerade wenig, das Grundstück muss sauber gemacht werden, usw., aber sie leben jetzt allein. Alle drei Mädels strahlen wie ein Sonnenschein und zeigen uns alles. Das Haus wird auch von ihnen umgebaut, viel Arbeit sehe ich hier, und mir ist sofort klar, dass diese Familie unsere/Eure Hilfe braucht, denn alleine würden sie es nie schaffen. Der kleiner Entschädigungsbetrag, den sie bekommen haben, wurde komplett für den Kauf dieses Häuschens verwendet.

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Nadija ist überglücklich und sagt: „Irgendwie wird es schon, wichtig ist, wir leben allein, wir können machen was wir wollen, und keiner kann uns hier mehr rauswerfen. Die Mädchen kommen nun auch endlich zur Ruhe.“ Nadija arbeitet zur Zeit als Putzfrau in einer Schule, aber ihr Gehalt ist einfach peinlich. Gleichzeitig besucht sie eine Weitebildung und lässt sich zur Buchhalterin ausbilden; Jeden Tag ist sie von 8 Uhr morgens bis 16 Uhr abwesend. Die Mädchen bewältigen den Tag ohne Mutter bisher sehr gut.

Hanna ist jetzt neun Jahre alt und besucht die 4. Klasse. Sie sagt, dass das Lernen ihr sehr schwer fällt.

Oleksandra ist zwölf und besucht die 7. Klasse. Sie hilft tatkräftig im Haushalt mit und passt auf ihre kleine Schwester auf. Die kleine Hanna ist etwas rebellisch und verteilt schon manchmal den Jungs ein paar Prügel, wenn die sich mit ihr oder ihren Freundinnen anlegen 😉 . Beide sind sehr nette Mädchen, die man nur ins Herz schließen kann.

Sie sind sehr freundlich und offen, erzählen viel, und es macht auch Spaß, ihnen einfach zuzuhören. Dieses Jahr waren sie in Odessa am Meer, das war ein richtig tolles Geschenk für die Familie. Im Sommer waren sich auch im Kinderlager „Artek“ in Kyiw. Alle Reisen wurden durch Freiwilligenorganisation mit Spenden finanziert! Nadija ist sehr dankbar für jegliche Unterstützung die sie bekommt.

In der Schule, die die Mädchen besuchen, hängt eine Gedenktafel für ihren Vater Mykola Nasartschuk. Jeden Tag sehen sie ihn, wenn sie die Schule betreten. Allerdings finden sie es doof, dass einige Lehrer manchmal sagen: „Benimm dich gut, denn dein Papa sieht alles.“

Unsere Zeit mit dieser Familie vergeht einfach viel zu schnell, denn es gibt so viel, was sie uns so gerne erzählen möchten, und so werden wir dann auch zum Essen eingeladen. Oleksandra schlief letzte Nacht nur sehr wenig, denn als sie erfuhr, dass Besuch aus Deutschland kommt, fing sie an zu backen, sie wollte etwas besonderes machen, und es gelang ihr, uns ins Stottern zu bringen. So leckeres Gebäck, habe ich noch nie gegessen – und alles war so kreativ gestalten. Großen Respekt und herzlichen Dank liebe Oleksandra!

Ich werde jetzt nicht alles hier beschreiben, was wir zu essen bekamen, aber es war wirklich köstlich. Und jetzt, wenn ich diesen Bericht schreibe, kommt mir allein durch die Erinnerung der Geruch und das wunderschöne Gesicht von Oleksandra vor Augen, wie sie dastand und auf uns, Oleg Boyko, den Fahrer Oleksandr, meinen Sohn und mich wartete, um zu sehen, wie uns das Essen schmecken wird.

Die ganze Zeit während unserer Unterhaltung hielt sich die Mutter von Nadija im Hintergrund, aber bei Tisch konnten wir uns auch mit ihr etwas unterhalten. Manchmal kommt sie vorbei und versucht, ihrer Tochter zur Hand zu gehen.

Da wir irgendwann auch wieder von Radomyschl nach Schytomyr zurückfahren müssen, gehe ich zur Spendenübergabe über und zahle im Namen des Vereins und all den Spendern an Nadija für die beiden Mädchen einen Hilfsbetrag in Höhe von 400,00 € aus. Alle drei bedanken sich ganz herzlich für eure Hilfe und senden liebe Grüße an alle.

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Wir gehen raus und schauen uns draußen noch ein wenig um. Ja, es ist viel Arbeit hier. Wir können nur hoffen, dass dieser Bericht von vielen gelesen wird und, dass viele Menschen danach spenden werden, damit diese Familie hier irgendwann wirklich ein schönes Heim haben kann.

Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

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Spendenübergabe an Witwe Oksana Sajets und Tochter Oleksandra – Schytomyr, 12.10.2016 – Bericht 38/2016

Die Familie Sajets haben wir während unseres Aufenthalts im Oktober 2015 im Gebiet Schytomyr kennengelernt. Die Familie befand sich zum damaligen Zeitpunkt in einer Notsituation, und da damals recht gut gespendet wurde, konnten wir sofort helfen. Den Bericht könnt ihr hier nachlesen: Bericht 55/2015.

Nach einem Jahr schauen wir wieder bei der Familie vorbei, um nachzuhören, wie es ihnen geht und um erneut eine Hilfszahlung aus Deutschland abzugeben. Die Kriegswitwe Oksana Sajets (32) und ihre Tochter Oleksandra (9) warten schon auf uns. Noch bevor wir ins Haus gekommen sind, befinden wir uns schon tief im Gespräch. Oleksandra ist sehr offen und erzählt recht viel, über ihre Schule und wie es ihr so geht und was sie im Laufe dieses Jahres erlebt hat.

Zehn wunderbare Tage verbrachte die Familie in der Stadt Odessa, und es war wohl schön und wunderbar! Die nächste Reise ging dann nach Polen: Oleksandra hat schöne Erlebnisse von der Reise mitgebracht und war überglücklich. Danach kam noch eine Einladung nach Lwiw, wo sie auch eine sehr schöne Zeit verbrachten. Mutter und Tochter erzählen darüber mit großer Begeisterung. Oksana lässt ihre Tochter auch los und erlaubt ihrer Tochter an allen Veranstaltungen teilzunehmen. „Sie soll viel erleben und sehen! Ich bin so dankbar allen Menschen gegenüber, die meiner Tochter so etwas ermöglicht haben!“ Alle Reisen wurden gespendet!

Oleksandra bekam auch ein Haustier, nämlich einen ganz knuffigen Hund, der Bonifazij heißt. Sie schmust ständig mit ihm, und der Kleine lässt alles mit sich machen :-).

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Oksana arbeitet elf Stunden am Tag als Verkäuferin, und über ihren Lohn muss ich hier nicht wirklich schreiben, denn mittlerweile wisst ihr, wie niedrig die Gehälter in diesem Land sind. Oleksandra erhält eine Waisenrente, dennoch ist es sehr schwer für diese kleine Familie, über die Runden zu kommen. Vor Kurzem haben sie das Grab des Verstorbenen besucht und haben einen Grabstein für ihn aufgestellt. Das war sehr teuer, aber Oksana sagt, dass es ihre Pflicht war und, dass sie es auch nicht anders wollte!

Dass die Mama den ganzen Tag auf der Arbeit ist, geht an Oleksandra nicht unbemerkt vorbei, denn es ist für sie sehr schwer, damit klar zu kommen. Aber Oksana sieht keinen anderen Ausweg.

„Wer soll mein Kind jetzt ernähren und alles Nötige besorgen, wenn nicht ich!? Das ist auch alles sehr schwer für mich, und ich denke ständig auf der Arbeit an meine Tochter, aber wir müssen einfach lernen, mit dieser Situation umzugehen.“

Die kleine Familie kann weiterhin bei der Schwiegermutter leben, da die Beiden sich ja auch an allen Nebenkosten beteiligen. Sie sind sehr froh darüber, dass sie vorerst ein Dach über dem Kopf haben. Wie es weitergehen wird, weiß keiner hier. Sie leben hier und  heute und bauen vorerst keine Pläne für Luftschlösser in der Zukunft.

Der heutige Tag war sehr lang für uns alle, und die Familie Sajets möchte sicherlich auch endlich zur Ruhe kommen, daher gehen wir zur Geldspendenübergabe über und zahlen an Oksana für Oleksandra einen Hilfsbetrag in Höhe von 300 € aus. Die beiden bedanken sich sehr herzlich bei allen Spendern aus dem fernen Deutschland für diese tatkräftige Unterstützung und bitten uns an alle Spender einen lieben Gruß auszurichten.

Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

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Spendenübergabe an die Witwe Olga Masur und ihre zwei Kinder – Schytomyr, 12.10.2016 – Bericht 37/2016

Die Kriegswitwe Olga Masur (34) ist berufstätig, also passen wir unseren Termin an ihren Tagesablauf  an. Unser im Oktober 2015 geplantes letztes Treffen kam damals leider nicht zustande, und daher freue ich mich, jetzt sie und die beiden Kinder, Viktoria (8) und Nikolaj (13), zu treffen. Kennengelernt hatten wir uns im März 2015. Den Bericht von damals könnt ihr hier nachlesen: Bericht 1/2015.

Die Lebensumstände dieser Familie entwickeln sich positiv, und so treffen wir uns bei ihr Zuhause und nicht im Wohnheim, in dem sie früher wohnten.

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Sie hat jetzt eine eigene Wohnung, die 64 qm groß ist. Diese Wohnung erhielt sie im März 2016. Da gab es zwar auch Probleme, aber die Kriegswitwe kämpfte um ihre Rechte und die ihrer Kinder. Sie bestand darauf, dass sie bekommt, was ihr zusteht. Jedes Kind hat jetzt ein eigenes Zimmer, sie selbst benutzt das Wohnzimmer, in das sie eine Schlafcouch gestellt hat, die über den Tag zusammengeklappt wird, damit die Kinder den Raum tagsüber frei benutzen können. Meine Begleiter sitzen im Wohnzimmer und wir in der Küche, damit wir uns ungestört unterhalten können.

Seit unserem letzten Treffen hat sie sich sehr verändert, denn sie traut sich mehr und lässt sich nicht mehr alles gefallen. „Ich habe keine Wahl! Ich muss stark sein, da wo es sein muss. Es gibt keinen anderen Ausweg!“, sagt sie mir. Ich freue mich über diesen Wandel in ihr, und die Ängste die ich vorher hatte, verfliegen sehr schnell während unseres Gesprächs. Vor mir sitzt eine sehr starke Frau!

Die Wohnung liegt sehr gut, denn die Schule ist ganz in der Nähe, und die Arbeitsstelle ist auch zu Fuß erreichbar, so kann sie immer schnell vorbeischauen, falls etwas passiert. Die Kinder sind selbständiger geworden, denn Olga arbeitet von 8 Uhr morgens bis 17 Uhr abends.

Trotz allem schafft sie alles, die Wohnung ist sehr gemütlich eingerichtet, und die Kinder sind sehr gut versorgt. Viktoria ist der gleiche Sonnenschein wie damals, und Nikolaj befindet sich gerade in der Pubertätsphase. Es ist nicht immer leicht, aber Olga sieht nur das Positive und lebt es auch aus.

Die kleine Viktoria ist erkältet, und daher führe ich unser Gespräch schneller zu einem Ende und gehe über zur Spendenübergabe. Die beiden Kinder erhalten einen Unterstützungsbetrag in Höhe von insgesamt 400,00 €.

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Olga bedankt sich sehr für die Hilfe, die ihre Kinder bekommen. Wir gehen zu Tür, umarmen uns ganz herzlich zum Abschied und gehen.


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Spendenübergabe an die Witwe Ksenija Ameltschakowa mit zwei Kindern – Schytomyr 12.10.2016 – Bericht 36/2016

Zum ersten Mal haben wir die Witwe Ksenija(42) im Oktober 2015 persönlich getroffen. Den Bericht von damals könnt ihr hier nachlesen: Bericht 48/2015 vom 8.10.2015, zuvor hatten  wir schon in einem Spendenaufruf über ihren Fall geschrieben.

Unser heutiges Treffen mussten wir auf etwas später verlegen, denn am Morgen ging es ihr schlecht. Sie leidet an Migräne, und natürlich haben wir dafür vollstes Verständnis, daher haben wir unseren Besuch auf den Nachmittag verlegt. Am Nachmittag riefen wir die Witwe an, und sie sagte, dass wir jetzt kommen konnten.

Als wir da sind, begrüßen wir uns nicht wie Fremde, manchmal hat man das Gefühl, dass man erst gestern aus diesem Haus raus kam. Und so füllte sich die kleine Wohnung mit Menschen, Kinder spielten miteinander, und wir saßen am Tisch und unterhielten uns. Die älteste Tochter, Elisaweta, kam auch zu uns und nahm sehr gerne am Gespräch teil. Das freute mich sehr, weil sie damals viel zurückhaltender war.

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Elisaweta ist 14 Jahre alt, besucht die Schule, und gerade am Vortag war sie aus dem Urlaub zurückgekommen, der ihr durch die Ehrenamtlichen ermöglicht wurde. Sie verbrachte zehn wunderbare Tage in Schottland. Am Anfang fiel ihr die Trennung von ihrer Mutter und ihrem Bruder sehr schwer, aber dann fühlte sie sich mehr und mehr dort wohl. Am Ende wollte sie gerne ein wenig länger dableiben, aber die Liebe zu ihrer Familie war dann doch stärker.

Ich frage sie, was ihr dort gefiel, und sie sagte ganz klar und deutlich:

„Mir hat vieles dort gefallen, die Menschen wie sie sich verhalten haben, denn sie waren sehr freundlich und höflich. Bei uns in Schytomyr ist das alles nicht so. Die Straßen waren sauber, die Häuser waren richtig schön, und alles war so gepflegt. Ich habe ganz schnell neue Freundschaften geknüpft und hoffe, dass sie sich weiterentwickeln. Die Familie, in der ich lebte, war sehr lieb zu mir, das tat auch sehr gut, so herzlich aufgenommen zu werden.“

Hier in Schytomyr geht Elisaweta nicht so oft raus, sie hat zwar ein paar Freunde, aber am liebsten verbringt sie ihre Freizeit zuhause, denn ihr Bruder Gleb (4) lässt nicht zu, dass sie sich langweilt. Die Schule macht dem Mädchen zu schaffen, manche Fächer sind sehr schwer zu bewältigen, aber sie gibt nicht auf und übt sehr viel und fleißig.

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Gleb ist ganz der Gleiche geblieben, ein Wirbelwind, Energie ohne Ende, und er lacht sehr viel, ich höre nur noch seine Stimme. Er tobt sich gerade aus, und da mein Sohn (14) und der Sohn (6) der Witwe Natalja Ewpak auch dabei ist, spielen die Jungs sehr gut zusammen. Es ist richtig laut, ;-).

Das alles stört die Witwe Ksenija nicht. Sie ist ein sehr gastfreundlicher Mensch. Zwischendurch geht sie ins Wohnzimmer und bietet meinen Begleiterinnen verschiedene Köstlichkeiten an, die dann alles verputzen, :-). Eine Stunde vorher hatten sie noch über Gewicht und die Figur gesprochen und worauf man aufpassen sollte. Das alles bringt auch mich zum Lachen.

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Die Familie war dieses Jahr zwei Mal gemeinsam unterwegs, sie waren 14 Tage in den Karpaten und in Odessa fünf Tage in Urlaub. In Odessa gefiel es ihnen besser, denn dort gab es das Meer, und Gleb hatte richtig Spaß gehabt. Ksenija zeigt mir Fotos – was für eine Ausstrahlung sie auf dem Foto hat! Da merkt man, dass es ihr dort sehr gut ging. Beide Urlaube waren gespendet. Sie träumen, dass sie irgendwann genug Geld haben, um noch mal nach Odessa zu fahren.

Ksenija arbeitet als Krankenschwester in der Kardiologie, für diesen harten und verantwortlichen Job erhält sie einen Lohn in Höhe von ca. 1600 UAH – umgerechnet ca. 55 €. Sie ist schon seit zwanzig Jahren Krankenschwester. Sie liebt diese Arbeit, nur leider ist die Bezahlung – auch für ukrainische Verhältnisse – wirklich schlecht!

Denn die Preise für alles steigen,  und mit zwei Kindern ist es nicht einfach, alleine alles zu geben, was sie sich für ihre Kinder wünscht.

Sie sagt: “ Ich kann jetzt nur auf mich zählen! Es ist sehr schwer, nur Dank meiner Kinder versuche ich das Ganze zu überstehen. Die Demütigungen der Behörden, meine Hilflosigkeit, das Leid und der Schmerz der so tief in mir ist. Nur meine Kinder geben mir die Kraft und positive Emotionen!“

Ich möchte die Witwe nicht weiter stören, denn ich sehe, dass es ihr insgesamt nicht so gut geht, und gehe deshalb zur Spendenübergabe über. Im Namen aller Spender und dem Verein zahle ich an Ksenija für ihre Kinder 400,00 € aus.

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Spendenübergabe an Witwe Lesja Ruda – Schytomyr 12.10.2016 – Bericht 33/2016

Ich war schon sehr gespannt auf dieses Treffen, weil ich sehr oft an Lesja zurückdenken musste. Über das erste Treffen am 30.03.2015 könnt ihr hier nachlesen: Bericht 12/2015.

Für den heutigen Tag sind insgesamt fünf Treffen in der Stadt Schytomyr vereinbart. Es läuft nicht alles nach Plan, denn Oleg Boyko arbeitet jetzt als Verkäufer und kann mich während meiner Reise nicht begleiten, und unser Fahrer Alexander, der uns immer herumfuhr, ist auch nicht verfügbar. Die Nervosität steigt in mir, ich werde immer unsicherer, denn die Spender und der Verein haben mir diese Aufgabe anvertraut, und gerade stehe ich hier und weiß nicht, wie es weitergehen soll. Mein Telefon klingelt, Oleg Boyko ist dran und sagt, dass wir uns startklar machen sollen, denn gleich würde jemand kommen, um uns abzuholen. Alex und ich gehen nach unten, und dann kommen uns auch schon Olga Litwin und die Witwe Natalija Ewpak entgegen, die wir an diesem Tag kennenlernen. Natalija Ewpak hatte von unserem Problem erfahren und sich bereit erklärt, uns mit ihrem Auto den ganzen Tag herumzufahren. Dafür möchten wir uns im Namen des Verein EuroMaidan NRW e.V. bei der Kriegswitwe Natalija Ewpak ganz herzlich für diese tatkräftige Unterstützung bedanken!

Lesja Ruda ist 28 Jahre alt, und wir treffen uns in ihrem Zuhause in Schytomyr, wo sie am 1. Dezember 2015 eine 19 qm große Wohnung für sich und Jegor (4) erhalten hat. Ihre Wohnung besteht aus einem Zimmer, das sehr geräumig ist. Die Küche ist ziemlich klein. Wir setzen uns ins Wohn- und gleichzeitig Schlafzimmer.

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Jegor ist nicht Zuhause, denn er ist im Kindergarten, welchen er seit September 2016 besucht.

Ab  2017 wird Lesya arbeiten gehen, und dann wird es den Beiden finanziell auch besser gehen, aber derzeit ist die Situation immer noch angespannt. da an allen Ecken und Kanten noch etwas fehlt. Die Renovierung war sehr teuer, die nötigen Möbel hat sie aber auch schon besorgt.

Dennoch macht das alles hier Lesya nicht glücklich, denn sie vermisst ihr Dorf, die Menschen, die sie dort kannte, und menschlicher Umgang generell. Hier in der Stadt ist alles anders, es gab sogar schon Probleme im Kindergarten, weil die erwartet hatten, dass Lesja Schmiergeld zahlt. Das hat sie aber nicht getan und hat das Problem auf ihre ehrliche Art geregelt. Am Wochenende fährt sie immer zu ihren Eltern, die Fahrt dahin dauert zwar über eine Stunde, aber das ist ihr egal, denn dort fühlt sie sich wohl. Die Menschen sind verständnisvoll zu ihr, jeder grüßt jeden und nimmt sich Zeit für ein Gespräch. Sie versteht nicht, warum die Menschen und Behörden in der Stadt sich so abweisend gegenüber anderen verhalten. Das zerreißt ihr das Herz, welches sowieso schon von unendlichem Schmerz erfüllt ist. Sie hat so das Gefühl, als ob ihr Leben stehen geblieben sei. Sie vermisst ihren Ehemann so sehr. Alles hier ist ihr nicht lieb genug.

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Wir gehen zur Spendenübergabe über, und im Namen des Verein übergeben wir an Lesja 300,00€ für Jegor. Sie bedankt sich herzlich für diese Hilfe, die sie auch sehr gebraucht hat.

Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

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