Spendenübergabe an Witwe Vera und ihre drei Söhne, Obl. Schytomyr, 8.10.2014 – Bericht 10/2014

Dies ist der zweite Tag den wir in Schytomyr verbringen. Nachdem wir alle woanders geschlafen hatten, trafen wir uns sehr früh am Morgen und machten uns auf den Weg zu unserem nächsten Witwenfall.
Die Reise war sehr lang, und als wir endlich ankamen, fanden wir uns irgendwo mitten in einem Wald wieder, auf einem Gelände, auf dem früher einmal eine Militärbasis war. Heute ist das – ich kann es leider nicht anders nennen – kaum mehr als eine Geisterstadt. Sorry, dass ich es so ausdrücke, aber da waren weit und breit keine Kinder in Sicht. Lediglich ein paar Erwachsene standen auf einer „Straße“ herum.
Irgendwann kamen wir dann an einem Haus an, welches noch aus sowjetischen Zeiten stammte. Wir betraten den Hausflur und sahen, dass Vera zum Glück im Erdgeschoss wohnt, so mussten wir die schweren Taschen ausnahmsweise mal nicht weit schleppen. Eine Tür ging auf, und wir betraten abermals einen Flur, von höchstens 2,5 Metern. Nach rechts gab es eine kleine Küche, Toilette und ein Zimmer, das wir dann auch betraten. Meine Kollegin Natalia dachte, dass noch mehr Zimmer vorhanden wären in der Wohnung, und schaute mich fragend an. Ich sagte ihr, dass hier keine Räume mehr vorhanden sind, aber sie wollte mir zuerst nicht glauben und fragte Vera noch einmal. Als es endlich eingesickert war, dass es hier wirklich nur ein einziges Zimmer gab, wirkte sie äußerst entsetzt.

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Ein Zimmer für VIER Personen… Kann man das als Leben bezeichnen?
Zu allem Übel hat das Haus nicht einmal ein Heizsytem, welches bedeutet – im Winter eingepackt in dicken Jacken und Decken herumsitzen (vorausgesetzt dass Jacken und Decken überhaupt vorhanden sind). Vor einem halben Jahr hat Vera sich und ihren Kindern ein Heizsystem hart erkämpft. Die Stadt sollte die Kosten übernehmen. Jetzt kommt der Knaller, denn das Heizsystem wurde in der Wohnung eingebaut und installiert, aber, die Anlage wurde nicht bezahlt und die Firma und Arbeiter haben auch keinen Lohn für den Einbau bekommen! Was konnte Vera nun tun? Sie hatte Zuhause noch 2500 UAH, das Geld, welches ihr verstorbener Mann für die Einschulung der Kinder gespart hatte. Sie hatte keine andere Wahl, als die Ersparnisse her zu geben. Sie schämte sich so sehr, einerseits den Arbeitern gegenüber wegen ihrer Stadt, andererseits weil sie sich fühlte, als ob sie ihre eigenen Kinder bestohlen hätte. An dem Tag konnte sie weder den Arbeitern, noch ihren eigenen Kinder in die Augen schauen. Sie schwor sich, dass sie auch dann den Rest des Geldes irgendwie abbezahlen wird, wenn die Stadt die restliche Summe nicht zahlt. Denn schließlich müssen auch die Familien der Arbeiter essen, sagte sie. Das ist eine Witwe, die mit ihren drei Söhnen auf 15 qm schläft, wohnt und lebt, und obgleich sie sich in einer sehr engen Notlage befindet, denkt sie dennoch an das Wohl anderer.

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Vera war uns gegenüber sehr aufgeschlossen, hörte uns mit wahrem Interesse zu und erzählte uns sehr viel über sich, ihre Kinder, ihrem Mann und ihr gemeinsames Leben vor und nach der Tragödie. Sie erzählte uns auch, wie es ihrem Mann erging als er im Krieg war. Wie er im Dreck schlafen musste, dass es sehr oft nicht mal Wasser zum Trinken gab, auch Essen gab es nur sehr unregelmäßig, so dass er manchmal mehrere Tage an einem Stück hungern musste. Sie und die anderen Frauen mussten all ihre Vorräte zur Front schicken, an die Männer, die das Land verteidigten, an ihre eigenen Ehemänner, damit sie überleben konnten. Wie traurig, sie kämpften, verteidigten, schützten, dursteten, hungerten – und letztendlich auch für ihr Land starben. Ein Land, dessen Führung sich nicht um seine Kämpfer kümmert, ein Land dessen Führung es gleichgültig war, ob seine Männer kämpfend dastanden oder sterbend dalagen. Eine Führung, die Tausende und Abertausende Familien zerrüttet und zerrissen und ihnen alles genommen hat, ja sogar den stabilen Boden unter ihren Füßen weggerissen hat. Eine Führung, die das gesamte Familienleben des Landes in Trümmer verwandelt hat und sich nun vor der Verantwortung drückt, sich um die Hinterlassenen zu kümmern.

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Es war nicht genug, dass dieser Krieg ihr den geliebten Ehemann nahm. Sie wollten ihr auch ihren 17-jährigen Sohn nehmen, der noch immer zur Schule geht. Sie schickten ihm einen Brief, worin stand dass er zur Armee einberufen werden soll. Mit 17… ! Gott sei Dank hat Vera dies noch grade so verhindern können. Klein wie ein Mäuschen aber mutig wie ein Löwe begleitete sie ihren Sohn zum Meldeposten. Es gab viel Streit und Hin und Her, aber sie erreichte ihr Ziel, nämlich nicht allein nach Hause zu gehen sondern in Begleitung ihres Sohnes. Beim Meldeposten sagte man ihm, dass er sich nicht so anstellen solle und dass die Armee einfach Pflicht sei. Mein Respekt geht an Vera, denn wie viel Beherrschung und klare Gedanken hat es sie gekostet um dies zu erreichen?! Seitdem ist sie sehr sehr vorsichtig geworden, und das sehr zu Recht.
Sie sagte: „Sie nahmen mir meinen Mann, aber ich soll verflucht sein, wenn ich zulassen würde, dass sie mir auch noch meine minderjährigen Söhne nehmen. Solang es mir irgendwie möglich ist, werde ich um meine Kinder wie eine Löwin kämpfen!“ Derzeit versucht sie, eine größere Wohnung zu bekommen, die ihr ja auch gesetzlich zusteht. Sie hofft, dass es klappt, denn im Moment schläft sie auf dem nackten Boden, damit ihre Kinder sich das kleine Sofa teilen können.
Mir ist aufgefallen, dass diese Frau über jedermanns Bedürfnisse sprach, nur nicht über ihre eigenen. Sie sorgt sich sehr um das Wohlergehen anderer, denn sie hat ein großes Herz.

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Ihre Kinder sind sehr wohl erzogen, sie sind äußerst höflich, nett und zuvorkommend. Als wir uns mit Vera unterhielten, passten die beiden größeren Söhne auf den kleinen auf, der der Sonnenschein der Familie ist. Man konnte richtig sehen, dass er richtig verwöhnt wird, und nicht nur von seiner Mama, sondern auch von seinen beiden Brüdern. Die beiden kümmerten sich so liebevoll um ihn und unterhielten ihn, wo sie nur konnten. Danke an Julia, denn die Jungs freuten sich überirdisch über deine neuen Handys und den mp3-Player, mit denen sie auch sogleich loslegten. Vielen Dank an Alle für die Spenden, denn deswegen konnten wir dieser Familie etwas Gutes tun, wir ließen ihr 600.– Euro und Sachspenden.
Ich hoffe, dass beim nächsten Mal, wenn wir Vera besuchen kommen, sie alle schon in einer größeren Wohnung leben werden, denn das wünsche ich ihnen von ganzem Herzen.


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Eure Noelie Uhlmann, Natalia Likhacheva und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

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Spendenübergabe an Witwe Olga, Schytomyr, 7.10.2014 – Bericht 9/2014

Wir waren auf dem Weg zu unserem fünften und letzten Treffen für den Tag. Wir waren alle gleichermaßen erschöpft und müde, denn der Tag war doch recht turbulent für uns. Aber das habt ihr ja sicherlich schon den anderen Berichten entnehmen können.
Als wir bei einem Haus, eher einem Militärheim, ankamen, war es schon dunkel. Wir stiegen aus dem Auto aus und gingen in die Dunkelheit hinein. Es war wirklich stockfinster. Oleg wies uns den Weg in das Altbau-Gebäude, welches eher einer Kaserne glich. Im Flur gab es kein Licht. Na, das fing ja schon richtig bald an.
Ich konnte im Dunkeln gerade eben so, etwas wie eine Empfangshalle und eine große Treppe vor uns ausmachen, aber mehr konnte ich nicht erkennen. Wir machten alle die Lichter unserer Handys an, um wenigstens ein klein wenig Licht zu haben, und machten uns auf den Weg zu Olga. Zum Glück gelang es uns, ohne Verletzungen an ihrer Tür anzukommen. Eine kleine Frau (ca. 1,60 m) öffnete die Türe. Sie war so klein und schmal, dass ich zuerst ernsthaft dachte, dass ich Olgas Tochter vor mir stehen habe, aber nein, es war die 28-jährige Olga.
Sie muss ganz kurz vor unserer Ankunft nach Hause gekommen sein von ihrer Arbeit. Sie arbeitet in der Schule als Englischlehrerin und hat eine Tochter von 9 Jahren.
Obwohl sie auch erst seit kurzem zurück war, hatte sie dennoch schon Kuchen, Tee und Kaffee extra für uns vorbereitet. Ich schämte mich so sehr. Warum? Weil diese Frau selber nichts hatte, uns aber dennoch mit allem Drum und Dran empfangen hat.

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Wir traten in die Wohnung ein… Sagte ich Wohnung? Das konnte man nun beim besten Willen nicht Wohnung nennen. Ich schaute mich um und suchte den Augenkontakt mit meiner Kollegin Natalia. Dies war ein stummer Hilfeschrei meinerseits. Man stelle sich vor, EIN EINZELNES Zimmer, welches zugleich als Küche und Wohnraum sowie als Schlafraum dient. Zusätzlich gab es noch einen sehr, sehr kleinen Raum (eher eine Rumpelkammer) mit Badewanne und WC. Ich lüge echt nicht, wenn ich euch sage, dass ich nicht einmal genug Platz hatte, um mich umzudrehen. Zusätzlich gab es noch ein kleines Zimmer für Olgas Tochter.
All dies erinnerte mich irgendwie an alte DDR-Zeiten als ich mit meinen Eltern dort wohnte. Muss ich dazu noch mehr schreiben? Ich denke mal, dass ihr es euch nur allzugut vorstellen könnt.
Wir fingen an zu reden, über ihren Mann, das Leben, und vor allem  wie ihr Leben denn nun weitergehen solle. Und traurigerweise wiederholten sich die Geschichten und die Aussagen über die Ämter/Regierung abermals an diesem Tage und darüber, was die armen Witwen sich von „denen da oben“ alles anhören müssen.

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Ihr werdet vielleicht feststellen, dass man auf allen Fotos nur Olga, aber nicht ihre Tochter sehen kann. Ich entschuldige mich dafür und hoffe, dass ihr Verständnis haben werdet, nachdem ich euch eine kleine Aufklärung bezüglich dessen gegeben habe. Es hat damit zu tun, dass Olgas verstorbener Ehemann ziemlich bekannt war. Als der Krieg ausbrach, gab es für ihn keine Fragen oder Nachdenken sondern nur eine Antwort: auf zur Front. Er hat viele Menschenleben gerettet, indem er sie aus der Schusslinie zog oder sogar ihre Körper zum Schutze mit dem seinen bedeckte, um ihnen somit sozusagen als Schutzschild zu dienen.
Er war ein Mensch, der andere Menschen sehr schätzte, denn alles Leben war ihm heilig. So heilig, dass er sogar sein eigenes Leben riskierte, und so kam es dann auch schließlich. Nur um Olga mit ihrer verwaisten Tochter zurückzulassen. Nun versucht Olga ihre Tochter alleine zu schützen. Bisher stand in den Zeitungen nichts über sie, und sie wurde auch nicht im Fernsehen gezeigt. Sie versucht eben ihr Bestes, um ihre Tochter so weit wie möglich von der Öffentlichkeit entfernt groß zu ziehen. Da diese junge Frau sehr viel Angst um ihre Tochter hat, bitte ich euch ihren Wunsch zu respektieren.
Wir haben die Kleine gesehen und ihr Süßigkeiten und Kleidung gegeben, worüber sie sich sehr freute. In der Schule ist sie richtig gut, weil sie eifrig und viel lernt. Sie sagte mir, dass sie später studieren möchte. Ihre Mutter braucht ihr nicht viel zu sagen, denn die beiden verstehen sich absolut ohne Worte. Das ist wirklich ein super eingespieltes Team, wie ich es schon lange nicht mehr zwischen einer Mutter und einer so jungen Tochter gesehen habe.
Olga hat sich auch sehr über die Geldspende von 300.- Euro und 100 US-Dollar sowie die Kleiderspenden gefreut. Zum Glück passte ihr alles, weil sie so schmal und zierlich ist.

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Wir haben ein wenig über Deutschland gesprochen, und es hat sie wirklich sehr gewundert zu hören, wie sehr sich die Menschen hier Sorgen um die Ukraine machen. Leider gibt es in der Ukraine keine Meldungen darüber. So saßen wir gemütlich beisammen, redeten und aßen unseren Kuchen und tranken unseren Tee. Als wir später gehen wollten, presste sie hervor: „Bleibt doch noch ein wenig.“ Ich hatte ein richtig schlechtes Gewissen dabei, da ich doch gehen musste.

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Meinerseits wünsche ich Olga und ihrer Tochter alles Gute. Und ich hoffe, dass die Regierung das Elend der Witwen und ihrer Kinder sehr bald zur Kenntnis nimmt und sich auch darum kümmert, und ihnen helfen wird. Vor allem ihnen das zu geben, was ihnen zusteht und was auch immer dazu gehört. Diese Frauen leben nicht, sondern existieren nur. Man darf auch nicht die Helden vergessen, nur weil sie verstorben sind, denn gerade diese Männer muss man immer vor Augen haben und über sie weiter erzählen. Denn, so lange wir darüber reden und schreiben, wird das Gedenken an sie überleben.


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Herzlichst

Eure Noelie Uhlmann, Natalia Likhacheva und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

Spendenübergabe an Witwe Julia, Obl. Schytomyr, 7.10.2014 – Bericht 8/2014

(Информация на русском языке расположена ниже)

Unser nächster Besuch. Wir wurden mit Tee und Kuchen erwartet. Ich möchte besonders erwähnen, dass es in allen Familien so war. Dies mal waren wir einfach nicht mehr in der Lage, Tee zu trinken, so satt waren wir. Und wenn man solchen Geschichten von diesen Frauen zuhört, gibt’s keinen Wunsch etwas zu trinken oder zu essen.

Julia. Im Alter von 31 verwitwet. Ihr Mann war ein Offizier. Er wurde im Mai in der Nähe von Kramatorsk getötet. Zwei Mädchen 9 und 10 Jahre sind ohne Vater geblieben. Was kann man in einer solchen Situation sagen? Nun, es ist gut, dass sie aus Schytomyr stammen und rechtzeitig das Wohnungsproblem lösen konnten. Nur zwei Familien von denen, die wir besuchten, haben eine normale Wohnung. Julia und ihr Mann hatten die Wohnung renoviert, die Mädchen haben jedes ein einzelnes Zimmer. Alles in der Wohnung ist vom Vater gemacht. Er hatte nur ein einziges „Hobby“: Nach der Arbeit ging er direkt nach Hause und tat alles für seine Mädchen. Und jetzt … hier ist es sauber, gemütlich, ordentlich und … leer und leise. Seit fünf Monaten sind sie allein, ohne Vater. Julias Eltern leben in der Nähe von Schytomyr. Sehr oft kommt die Mutter von Julia, hilft ihr und unterstützt sie und die kleinen Mädchen. Arbeitskollegen unterstützen sie auch und versuchen mit allem, was sie können, ihr zu helfen. Julia arbeitet in einem Labor und ihr Gehalt ist klein.

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Sie war sehr glücklich über unsere finanzielle Unterstützung von 400 Euro. Nun kann sie den Schwimmunterricht für die Mädchen bezahlen. Julias Mutter erzählte über ihren Schwiegersohn, als ob er ihr eigener Sohn war, so gut war das Verhältnis, das sie hatten. Jetzt sind sie alleine. Rente für den gefallenen Mann hatte die Regierung versprochen, aber kein Cent wurde bis jetzt ausgezahlt.



Следующий наш визит.
Нас уже ждали с чаем и пирожными. Хочу отметить, что так было во всех семьях. Здесь мы уже просто больше не могли пить чай настолько были сыты. Да и когда слушаешь рассказы этих женщин, чаю совсем не хочется.
Юля. Вдова в 31 год. Муж был профессиональным военным, погиб в мае под Краматорском. Две девочки 9 и 10 лет остались без отца.
Что можно сказать в такой ситуации? Хорошо, что они родом из Житомира и смогли в своё время решить квартирный вопрос. Всего лишь две семьи из тех, кого мы посетили, имеют нормальную квартиру. Юля с мужем успели сделать ремонт в квартире, у девочек отдельная комната. Всё в квартире сделано папой. У него было такое „хобби“: после работы сразу домой и делать всё для своих девочек. А сейчас здесь тоже чисто, уютно, аккуратно и … пусто и тихо. Уже пять месяцев они одни, без папы. Родители Юли живут недалеко от Житомира. Часто приезжает мама Юли, помогает, поддерживает. Коллеги по работе тоже поддерживают и стараются кто чем может помочь. Юля работает в лаборатории и зарплата у неё небольшая. Она очень обрадовалась нашей финансовой помощи. Теперь она может оплатить девочкам занятия плаванием в бассейне. Юлина мама рассказывала о зяте, как о собственном сыне, настолько хорошие у них были отношения.
А теперь они остались одни. Пенсию за погибшего мужа государство обещало, но до сих ни копейки не выплатило.

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Искренне ваши
Наталия Лихачева, команда “Deutschland für die Ukraine” и Евромайдан НРВ
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Spendenübergabe an Witwe Tetjana, Obl. Schytomyr, 7.10.2014 – Bericht 7/2014

Nach einer Autofahrt, die uns unendlich vorkam, kamen wir endlich bei Tetjana an. Tetjana wohnt bei ihrer Mutter mit dem kleinen Jungen, von dem sie nur fünf Tage nach der Beerdigung ihres Mannes entbunden hat.

Ihre Mutter stand schon vor dem Zaun und erwartete uns. Nachdem wir ausgestiegen waren, bat sie uns alle herein. Bevor ich ins Innere des Hauses folgen konnte, musste ich abermals an diesem Tage ganz tief einatmen. War dieses Haus, das ich da sehe, richtig? Oh Gott, nein, dachte ich mir, denn so kann, darf und sollte kein Mensch leben müssen. Es war einfach unter aller Menschenwürde. Mich beschlich ein Gefühl der Trauer und die Gewissheit, dass dieser Fall wohl um einiges tragischer sein würde als unser letzter.

Tetjana ist 21, genauso alt wie ihr Mann, der an die Front ging, um sein Land, seine Kultur, seine Nationalität und seine Familie zu beschützen. Als er an der Front fiel, war seine Frau hochschwanger. Er starb eines Heldentodes, aber leider wird dieser Held nie sein allererstes Kind sehen dürfen. Die beiden waren frisch verheiratet, und so nahm dieser Krieg seiner Frau Tetjana alles, was sie hatte. Das Glück am gemeinsamen Lieben und Leben und das Seite-an-Seite-alt-Werden, die Freuden und Hürden, die ein jedes Ehepaar enger zusammenschweißt. Nichts von alledem wird sie je erfahren können. Der kleine Junge wird niemals seinen Vater kennen lernen, abgesehen von dem was man ihm über seinen Vater erzählen wird. Tetjana nimmt die Verantwortung über das gemeinsame Kind sehr ernst und versucht ihre Trauer ganz nach hinten zu schieben, da der kleine Sohn sie voll und ganz braucht, aber man sah, dass in ihr ein ganz eigener Krieg tobte, um gegen den Schmerz anzukämpfen.

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Natalia nahm den kleinen süßen Jungen in den Arm, um mit ihm zu kuscheln, während Tetjana und ich die Quittungen und alles andere regelten. Wir konnten ihr aus den eingegangenen Spenden 300.– Euro übergeben.

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Sie hat sich sehr über die Hilfe gefreut. Wie ich schon sagte, lebt sie bei ihrer Mutter und hat obendrein noch eine kleinere Schwester. Die Mutter geht zwar arbeiten, aber wie soll sie alle allein unterhalten? Das geht einfach nicht. Tetjana sagte uns, dass sie irgendwann Witwenrente erhalten wird, aber bis dahin ist es noch ein langer Weg und vermutlich lange Zeit. Bis es endlich soweit ist, kann sie nur auf ihre Mutter zählen und hoffen, dass die Regierung endlich etwas unternimmt: Auszahlung der Witwenrente, Übergabe einer eigenen Wohnung. Und schon wieder frage ich mich, wie diese junge Frau mit ihrem Sohn in einer ein-Zimmerwohnung leben soll. Wenn sie diese überhaupt irgendwann von der Regierung zugesprochen bekommen wird. In meinen Augen unmöglich, aber ihr stehen eben leider nur 30 qm zu!

Ich schaute mich ein wenig im Hause um, und fühlte mich mit jeder neuen Entdeckung, die ich machte, immer unwohler. So hat das Haus zum Beispiel weder eine Badewanne noch eine Toilette. Das Wasser läuft aus solchen Rohren, dass man beim bloßen Anblick schon Ausschlag bekommt. Wie soll überhaupt ein Mensch unter solch Konditionen leben? Was ist mit dem kleinen Sohn? Seinem Wohlergehen? Seiner Gesundheit?

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Als wir sie auf die Wohnung ansprachen, die sie bekommen sollte, sagte sie: „Ich war da und man fragte mich, ob ich denn wisse, wie viele Frauen, wie ich es bin, es gebe.“ Was soll das denn bloß heißen? Darf man so mit einer Witwe reden? Die Eindrücke sitzen noch immer so tief, dass es sehr schmerzt, darüber auch nur nachzudenken.

Als wir später nach draußen gingen, suchte Tetjana sich Schuhe aus. Dank Eurer Spenden fand sie ein Paar für sich, aber sie schämte sich sehr ein zweites Paar zu nehmen. Sie wusste, dass wir noch weiter fahren mussten, um anderen Menschen zu helfen. Sie wollte, dass für die anderen Frauen auch noch etwas bleibt. Wir haben sehr eindringlich mit ihr reden müssen, um sie davon zu überzeugen, dass sie sich doch noch das zweite Paar nehmen solle. Erst nachdem wir ihr versicherten, dass wir noch genug für die anderen haben, gab sie nach und nahm die Schuhe an sich.

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Was soll ich dazu schreiben ? Mir fehlten einfach die Worte. Hier hatten wir eine Witwe die gerade alles verloren hat und vor einem großen NICHTS steht, und dennoch aber selbst in ihrer eigenen Not an andere denkt. Ich war sehr gerührt über ihr Verhalten.

Zum Schluss sagte sie : „Richten Sie allen Menschen in Deutschland meinen Dank aus, und ich hoffe dass wir uns wiedersehen werden.”


 

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Noelie Uhlmann, Natalia Likhacheva und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

Spendenübergabe an Witwe Natalija, Obl. Schytomyr, 7.10.2014 – Bericht 6/2014

Nachdem wir Switlana besucht und Eure Spenden übergeben haben, fuhren wir weiter. Ich hoffte nur, dass der nächste Besuch gefühlsmäßig nicht so extrem sein würde wie der Fall von Switlana, denn wenn dem so sei, dann müssten wir alle anderen Besuche, die wir für den Tag geplant hatten, verschieben.

Und so war dann jeder irgendwie für ein Weilchen in seinen eigenen Gedanken versunken. Als wir, Natalia Likhacheva und ich, an der Adresse von Witwe Natalija (29) und ihrer Tochter (eineinhalb) ankamen, sortierten wir alle nochmals unsere Gedanken und Gefühle, um den nächsten Fall anzugehen.

Die beiden standen schon im Hof und warteten ungeduldig auf uns, und als wir aus dem Auto ausstiegen, wurden wir auch sofort in das Haus gebeten, in dem Natalija momentan wohnt. Das Haus gehört ihr nicht, denn sie ist eigentlich sozusagen obdachlos. Sie wartet noch immer darauf, die Wohnung zu bekommen, die ihr die ukrainische Regierung ihr versprochen hat!

Wir kamen herein und ich erklärte zum zweiten mal an diesem Tage, wer wir sind, von wo wir kommen, was und warum wir tun was wir tun, während sie uns aufmerksam zuhörte.

Als wir uns unterhielten merkte ich, dass die junge Frau, die ich vor etwa drei Monaten kennengelernt hatte, ziemlich abgenommen hat. Als ich sie danach fragte, lächelte sie nur und sagte mir, dass es ihr gut gehe und dass sie Gott dafür dankt, dass sie ihre Tochter hat, welche ihr die nötige Kraft spendet, um jeden Tag aufs neue den Kampf des Überlebens anzugehen.

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Die Kleine ist ein sehr aufgewecktes Kind, das sehr viel lacht, sehr neugierig ist und uns nicht mal das geringste Fünkchen Scheu zeigte. Aber das soll nicht heißen, dass es ihr wirklich gut geht. Denn, als ich sie so beobachtete, fiel mir auf, dass es sie immer wieder zu den Männern zog. Sie spielte sehr gerne mit unserem Fahrer und war auch mit dem Volontär Oleg sehr zutraulich. Als ich ihre Mutter darauf ansprach, sagte diese mir: „Ja, ihr Vater fehlt ihr schon sehr, obwohl sie noch so klein ist. Die Erinnerung an ihren Vater ist sehr tief in ihrem kleinen Herzchen verankert. Immer wenn sie einen Mann sieht, rennt sie sofort zu ihm hin und will mit ihm spielen und kuscheln.“ Ihr Vater hat sie sehr geliebt und spielte mit ihr in jeder freien Minute, die er zur Verfügung hatte. Jetzt da ihr Vater nicht mehr da ist, spiegelt sich dieses Vermissen in ihrem Verhalten nur allzu offensichtlich wieder.

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Ich für meinen Teil kann wirklich nur hoffen, dass die Kleine trotz allem für immer der Sonnenschein sein wird, als den ich sie kennenlernte. Sobald man ihr Lächeln sieht, schmilzt man augenblicklich dahin!!! Wir spielten ein wenig mit meinem Handy und schossen einige Bilder. Sich fotografieren zu lassen gefiel ihr auch sehr. Einfach ein süßes kleines Model welches immer wie ein Sonnenschein strahlt.

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Als wir die Sachspenden auspackten, strahlte sie noch viel mehr und schien überglücklich zu sein. Natürlich passten wir sofort mehrere Sachen an, und das kleine Schnuckelchen wollte die Sachen erst gar nicht mehr ausziehen. Ich kann auch verstehen warum. Dank Euch allen, bekam ich die Möglichkeit die wunderschönen rosa Sachen der Kleinen zu überreichen, die ihr sehr gefielen. Als sie sah, dass Hello-Kitty-Drucke auf den Sachen waren, quietschte sie so süß vor Begeisterung. Danke sehr an Iryna Ritter, die dieses unbezahlbare Erlebnis für mich möglich machte!

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Ich habe mich sehr für Natalija gefreut, dass sie in so guter Fassung und Verfassung war. Die junge Frau schaut nach vorn. Das soll nicht heißen, dass es einfach für sie ist oder dass sie sich dies alles zutraut. Aber sie hat eben nur diese eine Option zur Verfügung, denn sie will für ihre Tochter weiter kämpfen ohne nach- oder aufzugeben.

Ihre Gastfreundlichkeit war auch eine angenehm positive Überraschung für uns, denn es gab Tee und Schokoladenkuchen. Sie wartete wirklich auf uns, erwartete uns UND gab uns in ihrem gesamten Verhalten zu verstehen, wie sehr wir bei ihr willkommen sind.

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Natalija hatte viel Verständnis für die bürokratischen Angelegenheiten, welche leider notwendig sind, dieses Verständnis vereinfachte unsere Aufgabe sehr.

Später, während wir draußen mit der Kleinen spielten, die wir bis dahin schon richtig feste in unsere Herzen geschlossen haben, probierte Natalija verschiedene Schuhe an und wurde recht bald fündig.

Halyna Bärz – deine Stiefel sind sehr gut angekommen und gefallen sehr, danke Dir !

Der Besuch bei Natalija hat uns sehr aufgemuntert und etwas zuversichtlicher gestimmt, aber leider mussten wir früher oder später weiter reisen, denn auf uns warteten schließlich noch einige andere Menschen in Not. So verabschiedeten wir uns und stiegen ins Auto.

Als wir langsam wegfuhren, blickte ich mich noch einmal zu Natalija um und sah, dass sie sich die Tränen wegwischte, während sie uns zuwinkte. Das waren Abschiedstränen. Glücklicherweise konnte ich mir meine Tränen noch grade eben so verkneifen.

Ich freue mich jetzt schon auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen.


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Noelie Uhlmann, Natalia Likhacheva und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

Spendenübergabe an Witwe Switlana, Obl. Schytomyr, 7.10.2014 – Bericht 5/2014


Der Tag fing früh an, um genauer zu sein, um 06:00 Uhr morgens. Natalia, Ilja (unser Fahrer) und ich trafen uns mit Oleg um 09:00 Uhr am Busbahnhof, wo wir abermals alle Taschen umsortieren mussten. Als das erledigt war, fuhren wir mit zwei Autos los.

Als wir an unserem derzeitigem Ziel ankamen und vor der Türe standen, konnten wir nicht sofort rein, denn alle wollten erst einmal rauchen. Ich denke mal, dass wir alle etwas Zeit schinden wollten, um uns geistig sowie auch seelisch ein wenig vor zubereiten. Bevor ich es vergesse, Oleg – unser Volontär aus Schytomyr, brachte eine Journalistin mit. Ich weigerte mich, ein Interview zu geben, aber Oleg meinte dass die ukrainische Regierung schon wissen soll, dass das eigene Volk auf Hilfe von anderen warten muss. Uns so saßen wir dann also alle im Auto und gaben ein kleines Interview darüber, wer wir sind, was wir tun und wie wir es tun. (Der ukrainischsprachige Artikel von Julia Demus hier)

Wir werden zwei Tage im Schytomyrer Gebiet verbringen.

Zuerst besuchten wir ein Frau Namens Switlana. Als ich vor drei Monaten über sie schrieb, war sie schwanger. Meines Wissens nach, würde ich das Baby gleich kennen lernen.
Nach langem Hin und Her trauten wir uns endlich anzuklopfen. Switlana öffnete uns die Türe und ließ uns eintreten. Der erste Eindruck : Die Frau schläft kaum und braucht dringend Hilfe. Ihre Augen waren vom Weinen total geschwollen. Sie sprach nur sehr leise, und eigentlich war nur ihr Körper anwesend, aber nicht ihre Seele.

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Wir fragten nach ob sie das Baby schon geboren hat. Sie bejahte dies und ließ uns die bezaubernde, kleine Inessa ansehen, die gerade mal zwei Wochen alt war. Die große Tochter (12) und der Sohn (4) waren auch zuhause.

Zuerst packten wir die Sachspenden aus, und erklärten der großen Tochter, was für wen war. So konnten wir uns nebenbei auch ein wenig mit ihr unterhalten. Sie macht sehr viel im Haushalt und kümmert sich auch um ihren kleinen Bruder. Sie ist all die Unterstützung die ihrer Mutter noch geblieben ist. Dieses Mädchen, so schmal und zerbrechlich, ist selbst noch ein Kind, trägt aber schon jetzt die schwere Last eines Erwachsenen.

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Während dessen raste der kleine Rabauke durch die ganze Wohnung um alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Natalia nahm sich ihm an damit ich mich zunächst auch mit Switlana unterhalten konnte.

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Zuerst war es ihr unmöglich zu reden, denn ihr ganzer Körper wurde von heftigen Weinkrämpfen regelrecht durchschüttelt. Was sollte ich tun? Was sollte ich dieser armen Frau nun nur sagen? Also tat ich das einzige das man in gegebener Situation nur tun kann. Ich nahm sie in meine Arme und lies sie weinen und trauern. Als sie nach und nach etwas ihrer Fassung wieder erlangte, versuchte sie mir über ihren Mann zu erzählen, aber sie brauchte einfach noch mehr Zeit. Aber eines war schon schmerzlich offensichtlich, nämlich dass sie ihren verstorbenen Mann über alles liebt. Nach und nach bekam sie ihre Trauer wieder etwas besser unter Kontrolle und erzählte mir wie lieb er war, dass er weder rauchte, noch Alkohol trank. Er kam immer direkt nach der Arbeit nach Hause und kümmerte sich liebevoll um seine Familie, denn das ist alles wofür er lebte. Sie kann und möchte es einfach noch nicht akzeptieren dass ihr Mann nie wieder Heim kehren wird.
Sie verstand es einfach nicht und fragte immer und immer wieder: Warum musste es mein Mann sein? Warum? Warum wenn er doch ein so guter Mann war?

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Aber zum Glück wachte dann Inessa auf und wendete dadurch das Gespräch etwas ab. Ich fragte ob ich die kleine halten durfte und Svitlana gestattete es mir. Ich wollte das kleine, winzige und süße Wunder ehrlich gesagt nicht wieder loslassen. Die kleine Inessa sieht ihrem Vater sehr ähnlich, daher jedes Mal wenn Svitlana ihre kleine Tochter ansieht, muss sie erneut weinen. So sagte Switlana es mir später.

Diese Frau ist seit dem Tode ihres Mannes einfach nicht mehr vollkommen. Das Schicksal war zu hart für diese Frau, denn das Schicksal traf Svitlana nicht nur ein mal, sondern schlug direkt gleich zwei mal zu. Erst musste sie ihren Vater zu Grabe tragen, nur um kurz darauf die Mitteilung über das Versterben ihres über alles geliebten Ehemannes, entgegennehmen zu müssen. Und als ob das noch nicht genug war, wurde das Grab ihres Mannes auch noch geschändet und in Brand gesetzt und musste demzufolge wieder neu hergerichtet werden. Wie soll das alles eine hochschwangere Frau verkraften ? Aber Switlana hat es dennoch geschafft und sich dabei bisher sehr tapfer geschlagen. Da stellt sich mir ernsthaft die Frage: Würde ich an ihrer Stelle alles so wie sie bewältigen können?

Switlana ist eine sehr ruhige Person. Sie hat studiert und schmiedete einst auch große Pläne. Jedoch wurde all dies durch die grausamen Schicksalsschläge zerstört. Ich kann nur hoffen, dass sie irgendwann innere Ruhe finden kann um dort weiter zu machen, wo sie einst aufhörte. Denn, es wäre echt schade wenn das Talent einer so klugen Frau, der Öffentlichkeit gegenüber verborgen bleiben müsste. Derzeitig denkt sie nur an ihre Kinder und an ihren verstorbenen Mann. Sie wiederholt immer und immer wieder dass sie hofft ihre Kinder bleiben gesund. Leider schmiedet sie seit jener verhängnisvollen Mitteilung keine Karriere Pläne mehr. Dieser Krieg nahm ihr alles und zerstörte nicht nur ihr Herz, sondern auch ihre Zukunft. Es stellt sich mir auch die Frage, Warum?
Wisst ihr was aber ganz schlimm ist? Da zu sein und zu wissen dass man überhaupt nichts tun kann um zu helfen. Was wird dieser Frau helfen? Ist es nicht die Zeit, die alle Wunden heilen soll?

Es tut mir leid, wenn ich beim Berichten etwas persönlicher werde, aber ich kann und möchte auch nicht schweigen. Ich möchte dass ihr seht, lest und vielleicht auch ein wenig nachempfindet, von welch brutalen Schmerzen die Herzen dieser Frauen, die ihre Männer verloren und immer noch verlieren, heimgesucht werden. Heimgesucht von Schmerzen die kaum noch ertragbar sind, dennoch aber gezwungen zu sein weiter zu kämpfen, gezwungen zu sein all den Schmerz vor den eigenen Kindern zu verbergen damit sie die Verzweiflung nicht zu sehen bekommen die ihrer Mütter innewohnt.

Während unserem Besuch, musste ich mehr als einmal hart daran arbeiten meine Gefühle zu unterdrücken und versuchen abzublocken, um ein wenig Distanz von meinen persönlichen Gefühlen, bezüglich des Leides das ich dort sah, zu gewinnen. Ich schaffte es auch nur gerade eben, aber meine Kollegin Natalia konnte es nicht, welches mir nur noch mehr weh tat und die Situation umso schwieriger machte. Deshalb verließen wir Svitlana dann auch obwohl wir eigentlich noch nicht gehen wollten.

Ich weiß nicht ob es mir irgendwann möglich sein wird, ob ich bereit sein werde, euch allen die ganze grausame Geschichte, die traurigen Erlebnisse, die herzzerreißenden Gefühle und Eindrücke mitzuteilen. Aber ich denke nicht, denn es ist einfach zu schwierig so viel Kummer, Leid und Schmerz zu verarbeiten. Ich möchte mir nicht vorstellen müssen eine dieser Frauen zu sein, wenn dies alles mich schon als sozusagen, unbeteiligte, so derbe mitnimmt.

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Switlana erhielt eine Geldunterstützung in Höhe von 600.- Euro aus Euren Spendenbeiträgen sowie die oben erwähnten Sachspenden.


Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung – Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

Herzlichst

Noelie Uhlmann, Natalia Likhacheva und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

Spendenübergabe an Witwe Elena und ihre Drillinge, Oblast Kyiw, 6.10.2014 – Bericht 4/2014

(Информация на русском языке расположена ниже)

Am Abend des 6. Oktober fuhren wir nach dem Ausflug nach Bila Zerkwa (siehe Bericht 3/2014), zu Elena, die in einer Siedlung in der Nähe von Kyiw wohnt.

Sie hat drei „gleiche“ Jungen (Drillinge) im Alter von 11 Jahren: Swjatoslaw, Maxim und Oleg. Ehrlich gesagt, waren wir besorgt, nicht rechtzeitig anzukommen, denn Kinder sollten nicht zu spät aufbleiben müssen, um auf uns  zu warten. Unsere Aufregung war umsonst. Als wir ankamen, war das Leben in der Wohnung in vollem Gange, denn die Kinder hatten Ukrainischunterricht. Sie lernen zu Hause und besuchen keine Schule. Einer der Jungen wurde krank und konnte deshalb nicht zur Schule gehen. Daraufhin begann seine Mutter mit ihm zu Hause zu üben, und die zwei Brüder haben auch damit angefangen. Sie lernen nun zu Hause genau wie in der Schule in verschiedenen Fächern und danach machen sie die Prüfungen. Sie haben „Satschotki“ [Зачётки]. (Für unsere deutschen Freunde: Satschotka – das ist so ein besonderes Heftchen, in dem während des Studiums die Noten für die Prüfungen aufgeschrieben werde – ein Zeugnisheft).

Es war eine wunderbare Familie. Mutter war beschäftigte sich zu Hause mit der Familie und den Kindern, während der Vater sich um alles andere kümmerte. Es ist jetzt auch noch eine wunderbare Familie, aber … ohne Vater. Denn der Vater wurde umgebracht.
Vor seiner Ermordung war er ein Offizier, der sich geweigert hatte, die Demonstranten damals in Vilnius auseinanderzujagen. Dafür wurde er aus der Armee entlassen. Nach seiner Entlassung aus der Armee absolvierte er das Polytechnische Institut in Kiew. Er hat einen neuen Job gefunden. Er hat sich für Kosakenkampfsport interessiert und unterrichtete daher in seiner Freizeit Kinder und Jugendliche. Ein großartiger Mensch, Vater und Ehemann. Jetzt, nach seinem Tod, hilft die Kosakenbruderschaft seiner Familie ein wenig. Vor ein paar Jahren bekam die Familie eine Drei-Zimmer-Wohnung, aber die notwendigen Reparaturen wurden nicht gemacht. jetzt möchten diese Jungs die Wohnung für die Familie reparieren. Im Allgemeinen sind sie sehr hilfsbereit, rufen oft an und kommen häufiger auf einen Besuch vorbei.

Als wir die Wohnung betraten, wurden wir sehr herzlich und freundlich begrüßt. Und sofort wurden uns die Fotos des Vaters gezeigt. Sie stehen auf dem Tisch in einem Zimmer. Hier liegen auch seine Auszeichnungen und Ehrungen. Ehrlich gesagt, ist es kaum möglich die Geschichten der Frauen ohne Tränen anzuhören. Sie sprechen über ihre Ehemänner so lebendig, als ob sie in einer halben Stunde wieder zurück kämen.

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Wir haben die drei Jungen kennengelernt. Zwei von ihnen wurden nach den Kiewer Fürsten Oleg und Swjatoslaw benannt und der dritte hat einen „modernen“ Namen, Maxim. Alle drei spielen ein Musikinstrument: Klavier, Akkordeon und Flöte. Sie spielten uns vor … Lena fragte uns, ob wir helfen könnten, ein spezielles Akkordeon mit Knöpfen in Deutschland zu kaufen. Es ist ihr nicht möglich, ein neues Akkordeon in Kyiw zu kaufen, da es sehr teuer ist. In Deutschland sind sie zwar auch teuer, aber ein gebrauchtes wäre schon billiger. Sie lebten bescheiden vor dem Tod des Vaters, aber jetzt noch mehr. Daher war die von uns gebrachte Hilfe nicht überflüssig. Wir gaben den Kindern 600,00 € und packten Kindersachen für die Jungs aus den beiden Taschen heraus. Obwohl sie „gleich“ aussehen, tragen sie unterschiedliche Kleidung. Also war es kein Problem, dass wir nichts in dreifacher Ausfertigung dabei hatten.

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Lena und die Jungs waren sehr dankbar dafür und haben uns gebeten, allen Projektteilnehmern ihren herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit auszurichten. Und ich möchte sagen, sie waren angenehm überrascht, dass wir in Deutschland von ihnen wissen und an sie denken. Sie haben es nicht erwartet.


Вечером 6-го октября после поездки в Белую Церковь мы поехали к Елене, которая живёт в посёлке под Киевом. Там три „одинаковых“ мальчика (тройняшки) 11 лет. Честно говоря, волновались, успеем ли приехать не слишком поздно, так как дети не должны нас допоздна ждать. Волнения наши были напрасны. Когда мы приехали, жизнь в квартире кипела, у детей было занятие по украинскому языку. Они учатся дома. Один из мальчиков болен и поэтому не мог посещать школу, мама начала заниматься с ним дома, а двое братьев присоединились к этим занятиям. Всё как в школе, только занятия дома по разным предметам, а потом экзамены. И у них „зачётки“ есть. (Для немецких друзей: „Зачётка“ – это такая специальная книжка, в которую записываются оценки за время учёбы.) Это была чудесная семья, мама занималась домом, семьёй, детьми, а папа всем остальным. Это и сейчас чудная семья, но … без папы. Папа погиб. Он был профессиональный военный, который в своё время отказался выполнять приказ о разгоне демонстрации в Вильнюсе, за что был уволен из рядов Советской Армии. После увольнения из армии он закончил политехнический институт в Киеве. Без работы он не остался. А в свободное время занимался сам и с детьми и подростками казацкой борьбой. Прекрасный человек, отец и муж. Теперь казацкое братство помогает его семье. Несколько лет назад они получили трёхкомнатную квартиру, но тогда ремонт не делали. И вот сейчас эти ребята собираются ремонтировать квартиру. И вообще очень помогают, постоянно звонят, заезжают в гости.
Мы зашли в квартиру, нас встретили очень приветливо и доброжелательно. И сразу же показали фотографии папы. Несколько фотографий стоят на столике в одной из комнат. Здесь же лежат его дипломы и знаки отличия. Честно скажу, слушать рассказы женщин невозможно без слёз. Они говорят о своих мужьях как о живых, как будто он вышел и через полчаса вернётся.
Познакомились с мальчиками. Двоих назвали именами киевских князей Олег и Святослав, а у третьего имя „современное“ Максим. Все трое занимаются музыкой: пианино, баян, флейта. Они нам играли… Лена спросила у нас, не можем ли мы помочь найти выборный баян с клавишами. Новый в Киеве купить невозможно, т.к. очень дорого. В Германии это тоже дорого, но можно поискать хотя бы уже побывавший в пользовании. Жили они достаточно скромно, а сейчас и тем более. Поэтому привезенная нами помощь совсем нелишняя. Мы дали для детей 600,00€ и выложили вещи для мальчиков из двух сумок. Они хоть и „одинаковые“, но одежду носят разную, так что никаких проблем с тем, что у нас ничего не было в тройном варианте, нет.

Лена и мальчики были очень благодарны за помощь, просили передать всем участникам проекта их сердечную благодарность за внимание к ним и помощь для них. И хочу сказать особо, они были приятно удивлены, что о них знают и думают в Германии. Они этого совсем не ожидали.


Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

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Herzlichst

Eure Natalia Likhacheva und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”


Мы сердечно благодарим вас за вашу поддержку и практическую помощь, в которой сейчас так нуждаются эти и другие украинские вдовы и их дети. Надеемся на вашу дальнейшую помощь.

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назначение платежа: Hilfsaktion Witwen

Искренне ваши
Наталия Лихачева, команда “Deutschland für die Ukraine” и Евромайдан НРВ
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