Spendenaufruf für Witwe Aljona und ihren Sohn, Gebiet Kyiw, Aufruf 2/2016

Dieser Spendenaufruf wird sich sehr unterscheiden von dem, wie wir sonst schreiben, denn was ihr gleich lesen werdet, ist kein Text von uns, sondern es ist ein Brief, den wir bekommen haben. Und wir leiten ihn an euch weiter mit einer Bitte um Hilfe für diese kleine Familie.

Mutter Aljona:

„Guten Abend. Mein Sohn Vanja ist sieben Jahre alt und besucht die 1. Klasse. Seit neun Jahren leben wir in der Nähe von Kyiw. Mein Mann wurde in die Armee einberufen, und so ging er, um unsere Ukraine zu verteidigen. In der Stadt Debalzewe kam er am 30. Januar 2015 ums Leben. Uns fällt es sehr schwer, ohne ihn zu sein. Er war ein besonderer und schöner Mensch für uns. Mein Sohn weiß, dass ich Ihnen gerade schreibe, und hat mich gebeten, seinen Brief und das Gebet, welches er jeden Tag aufs neue aufsagt, an Sie zu schicken.“

Sohn Vanja:

„Hallo Papa. Ich vermisse dich so sehr. Aber wir erinnern uns! Wir erinnern uns an dich jeden Tag… Aber ich glaube nicht, dass es dich nicht mehr gibt… Alle sagen mir, dass du ein Held bist… Wir, ich und Mama, gehen jeden Tag zu dir zum Friedhof und kaufen dir die schönsten Blumen, die es gibt. Für mich warst du ein Held auch ohne diesen bösen Krieg!!!

Lieber Gott, ich bitte dich ganz herzlich. Ich möchte keine Geschenke, nicht zu Weihnachten oder anderen Feiertage. Ich möchte wenigstens nur noch ein Mal meinen Vater umarmen, und ein Mal die Wärme seiner Hände spüren.“

Mutter Aljona:

„Ja, das ist wirklich das Gebet, das ein siebenjähriges Kind jeden Tag an Gott richtet, und ihn bittet, ihm seinen Vater zurückzugeben…

Ich habe Ihnen das geschrieben, was ich jeden Tag von ihm höre. Ich teile dies mit Ihnen, weil ich es einfach nicht mehr in mir halten kann. Wir hoffen auf eure Hilfe und Unterstützung. Dankeschön!“

Liebe Spender und Spenderinnen. Wir hoffen, dass ihr diesen Spendenaufruf lesen werdet – und vielleicht auch eure Freunde, Bekannte und Familie an diesem Text teilhaben lasst. Und hoffentlich wird dann die eine oder andere Spende auf unserem Vereinskonto für die kleine Familie eingehen. Vielen Dank im Vorraus an euch alle!

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

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Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen – Aljona

Falls eine Spendenbescheinigung erwünscht ist, bitte die Anschrift – Straße, Hausnr., PLZ und Ort im Verwendungszweck angeben.

Herzlichst

Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

Wiedersehen mit zwei ehemaligen Maidan-Patienten aus Koblenz, 28. und 30. November 2015 – Bericht 61/2015

Anlässlich der Teilnahme an einem Seminar im Rahmen des von Euromaidan NRW e.V. und dem Charkiwer Fonds für lokale Demokratie (Харківський Фонд Місцевої Демократії) organisierten Programms “Kultur des Dialogs in Zeiten der Krise” (Культура Диалога- Разрешение Конфликтов-примирение) konnte ich am 28. November in Charkiw einen und am 30. November 2015 in Kyiw einen zweiten ehemals vom Verein Euromaidan NRW e.V. (damals noch “in Gründung”) wiedertreffen. Über diese beiden Begegnungen möchte ich hier berichten:

Samstagabend in Charkiw – kaum war die Konferenz beendet und die Abschlussgespräche geführt, kam Igor Barannic verabredungsgemäß in unser Hotel, um uns abzuholen. Igor gehörte wie Jurij Krawtschuk und der weiter unten erwähnte Roman Lyndow zu den ersten 16 Patienten, die am 16. März 2014 als Schwerstverletzte ins Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz verlegt und dort behandelt und “wieder hergestellt” wurden.

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Igor war während des Maidan Angehöriger der Innenministeriumstruppen, war also sozusagen auf der “falschen Seite” der Barrikaden eingesetzt. Bei den gewalttätigen Zusammenstößen auf der Hruschewskij-Straße nahe dem Eingang zum Dynamo-Stadion erlitt er eine Schussverletzung im Gesicht, durch die er ein Auge verloren hat und Teile der Stirn und des Kieferknochens “irreparabel” zerstört wurden.

Bei meinem ersten Besuch im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz war Igor verständlicherweise sehr zurückhaltend und ängstlich, da er ja eigentlich gegen den Maidan hatte kämpfen müssen und insofern ein “Außenseiter” in der Gruppe der Patienten war, als ich mich als Mitarbeiter bei der Initiative Euromaidan NRW vorstellte. Da Igor sehr gut englisch spricht, waren diese Zweifel aber leicht zu zerstreuen, denn für mich ist ein Opfer selbstverständlich ohne Ansehen eventuell vorhandener politischer Auffassungen unserer Zuwendung bedürftig. Ich erklärte ihm meine persönliche Motivation, erzählte ihm viel von Amnesty International und den Menschenrechten im Allgemeinen und im besonderen Fall der Ukraine und fand in ihm einen aufmerksamen Zuhörer, der mir in vielem, wenn nicht allem zustimmte. Bei späteren Besuchen in Koblenz führten wir weitere interessante und zum Teil lange Gespräche (obwohl die maximale Besuchszeit in den “Einzelzellen” der Patienten offiziell 20 Minuten war), und kurz vor seiner Heimreise machten wir auch einen Ausflug nach Braubach mit Besichtigung der Marksburg:

Igor am 30.4.2014 an der Marksburg
Igor am 30.4.2014 an der Marksburg

Igor geht es heute gut, seine Einheit, die ja inzwischen in die reguläre ukrainische Armee integriert wurde (seine ehemaligen Kameraden kämpfen heute in der ATO), hat ihn vor vor fast einem Jahr entlassen, er war zunächst einige Monate arbeitslos bis er eine Stelle als Mitarbeiter einer IT-Abteilung bei einem Verwaltungsgericht in Charkiw fand, die ihn auch ausfüllt. Sein Gehalt ist zwar bescheiden, aber zusammen mit der Versehrtenrente hat er nach ukrainischen Verhältnissen ein mittelmäßiges regelmäßiges Einkommen.

Seine gesundheitliche Situation lässt noch ein wenig zu wünschen übrig, die Wunde nässt nach wie vor und muss wöchentlich im Militärkrankenhaus behandelt werden, aber wenigstens muss er dies nicht bezahlen, das Innenministerium kommt dafür auf. Insgesamt macht er den Eindruck, dass er sich mit seinem Schicksal und seiner Verwundung abgefunden hat, er wohnt gemeinsam mit seiner Mutter in einer eigenen Wohnung und kann sich auch mal leisten, mit Freunden auszugehen (was bei den Restaurantpreisen im Vergleich zum Einkommen rein rechnerisch eigentlich überhaupt nicht geht: Ich habe an dem Abend in einem “Irish Pub” am Freiheitsplatz in Charkiw für zwei Abendessen und ein paar Bier sowie Snacks 700 UAH bezahlt, seine Rente und Gehalt zusammen beläuft sich aber gerade mal auf das Fünffache). Wir verbrachten mit ihm und zwei Freunden von ihm einen sehr netten Abend – die Freude des Wiedersehens lag wirklich auf beiden Seiten, und ich hoffe, dass er im Laufe des kommenden Jahres mal nach Deutschland kommen kann.


Bei einem Zwischenaufenthalt in Kyiw trafen wir dann auch noch Roman Lyndow, der am 18. Februar 2014 auf dem Unabhängigkeitsplatz von der Explosion einer Granate zu Boden geworfen und unmittelbar darauf von einer zweiten Granate getroffen wurde und dabei allerschwerste Brandverletzungen erlitt. Wenn man ehrlich ist, hat Roman diese hochgradigen Brandverletzungen fast am ganzen Körper, besonders aber an den Armen, im Brustbereich und am Kopf nur aufgrund seiner außergewöhnlich guten Kondition als Extremsportler überlebt, er und sein Zwillingsbruder Artjom betrieben schon vor dem Maidan allerlei Sportarten, u.a. joggten (oder besser rannten) sie täglich fünf Kilometer zum Dnipro und schwammen dann eine längere Strecke – und zwar unabhängig von der Witterung (das hatte mir Artjom in Koblenz schon erzählt).

Roman und Artjom waren beim Maidan ohne politische Affiliation, im Grunde wurden sie als Mitglieder der Sportgruppe von Dynamo Kyiw zu Maidan-Selbstverteidigern.

Artjom war mehrere Monate ebenfalls in Koblenz und assistierte seinem Bruder bei der Genesung, denn Roman war damals nicht in der Lage, sich überhaupt zu bewegen, und musste “gefüttert” werden, ihm mussten immer wieder Getränke angereicht werden usw.

Roman war damals bei meinem ersten Besuch im Grunde ein Fleischbündel (sorry für den Ausdruck, aber mir fällt nichts anderes als Beschreibung ein) mit Augen und einem zum Scherzen aufgelegten Mund. Beide Brüder sprechen gut Englisch, so dass eine Unterhaltung ohne Übersetzer möglich war (In die Quarantänezimmer im Krankenhaus durfte man jeweils nur alleine). Nach mehreren Monaten auf der Intesivstation, zig (bestimmt mehr als zehn) Hauttransplationen – ich erinnere mich daran, dass die Ärzte sagten, sie würden gerne noch weiter transplantieren, aber es gab nicht genügend unversehrte Körperfläche, die man hätte transplantieren können – verheilten die vielfachen und großflächigen Hautverletzungen nach und nach, nur die linke Hand fehlt und war auch nicht mehr wiederherstellbar.

Den letzten Monat in Koblenz verbrachte Roman alleine, Artjom musste etwas früher zurück, aber zu dem Zeitpunkt konnte Roman sich auch schon alleine anziehen (er hatte Spezialtextilien mit Silberanteil, die die verheilende transplanierte Haut schonte). Kurz vor seiner Abreise aus Koblenz in eine Reha-Einrichtung bei Wismar machten wir damals auch noch einen Ausflug nach Maria Laach und ins Brohltal zur Burg Olbrück, leider regnete es damals ziemlich stark, so dass wir auf Erinnerungsfotos verzichteten.

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Bei unserem Treffen in Kyiw traf ich nun einen humorvollen jungen Mann wieder, dessen Hautverletzungen relativ gut verheilt sind, er weiß auch, dass die menschliche Haut sich alle fünf Jahre komplett erneuert, davon sind zwei schon vergangen, man kann also davon ausgehen, dass er in drei Jahren “wieder aussieht wie früher”.

Er hat zwei Prothesen, eine sogenannte Sportprothese (mit Schultergurt), mit der er – wie er uns voller Stolz auf dem Handy zeigte – bereits Gewichtheben ausüben kann (wahrscheinlich sind da bedeutend mehr Kilogramm darauf als ich sie hochbrächte), die ist also super! Die andere sogenannte Alltagsprothese muss derzeit gerade neu angepasst werden, da sie genau auf das Körpergewicht eingestellt sein muss, und er hatte gerade ein paar Kilo zugenommen (was ihm durchaus gut steht).

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Beide arbeiten wieder in ihrem “alten Beruf”, sie sind Sportlehrer bzw. Trainer für Jugendgruppen des Bataillons Asow. Dort leiten sie Jugendliche in allerlei verschiedenen Sportarten an, darunter auch Kampfsport – seiner Aussage nach geschieht das nicht mit der Absicht, diese Jugendlichen für das Bataillon zu rekrutieren sondern sie in erster Linie körperlich fit zu machen und “von der Straße wegzuholen”.

Auch Roman macht – zumindest nach außen – einen insgesamt zufriedenen Eindruck, er hat sich mit seiner Behinderung abgefunden und macht das Beste daraus. Finanziell geht es beiden – nach ukrainischen Verhältnissen – nicht schlecht, sie waren gerade von einer längeren Gruppenreise nach Portugal und Italien zurückgekehrt, sie hatten in Porto und Neapel jeweils Auswärtsspiele von Dynamo Kyiw besucht und an beiden Orten noch ein paar Tage drangehängt. Das Wiedersehen mit Roman hat mich sehr gefreut – und besonders die Tatsache, dass es ihm gut geht und er mit seinem Leben, so wie es ist, zufrieden erscheint.


Wir danken hier allen für die damalige Unterstützung und hoffen auch auf weitere Spenden.

Spendenzahlungen bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

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oder per Banküberweisung – Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck: Ukraine allgemein

Herzlichst

Klaus H. Walter und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

Familie Krawtschuk in Bonn und Köln – Bericht 60/2015

Über den Maidan-Sotnik (Kommandant einer Selbstverteidigungseinheit auf dem Maidan) Jurij Krawtschuk (und seine Familie) haben wir schon einige Berichte veröffentlicht: Seine Leidensgeschichte nach der schweren Verletzung am 20. Februar 2014 in der Institutska-Straße in Kyiw und seine Behandlung im Koblenzer Bundeswehrzentralkrankenkaus ist in Bericht 27/2015 ausführlicher beschrieben.

Im Oktober gab es einen weiteren Spendenübergabebericht und Spendenaufruf von Noelie Uhlmann (Bericht 44/2015), bei dem wir um Spenden für einen Erholungsaufenthalt der Familie in Deutschland warben. Dank Eurer Hilfsbereitschaft war es uns möglich, die Familie am 16. Dezember 2015 am Flughafen Köln-Bonn zu begrüßen (Bericht 53/2015).

Hier kommt jetzt ein Überblicksbericht über die erste Hälfte ihres Aufenthalts:

Am 17. Dezember machten wir eine Stadtrundfahrt in Bonn und Umgebung und sahen u.a. die Kreuzbergkirche mit der Heiligen Stiege (siehe Titelbild) und genossen von dort den Ausblick über das Vorgebirge bis nach Köln (es war gute Sicht, und man konnte den Dom erkennen),

Blick vom Kreuzberg nach Köln
Blick vom Kreuzberg nach Köln

und das Wildgehege an der Waldau (Wildschweine und Hirsche sah Saschko zum ersten Mal in seinem Leben).

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Am 18. Dezember besuchten die Krawtschuks mit Noelie Uhlmann das Phantasieland in Brühl. Sie schrieb als Kommentar zum Video:

“18.12.2015 ein Ausflug in das Phantasialand mit Familie Jurij Krawtschuk. Jurij war auf der Talocan-Attraktion und hatte richtig Spaß, er lachte und winkte uns zu. 🙂
Hier herrscht Tlaloc, der Gott der Vorfahren. Hungrig wartet er auf Opfer, die ihm entgegentreten, um sie in sein geheimnisvolles Reich Talocan zu führen. Sind Sie bereit für einen Kampf der Elemente Feuer und Wasser?
Feuergarben, Wasserfontänen und Nebelbänke werden Ihre Sinne verwirren, wenn Sie die gewaltige Gondel des in Europa einmaligen Suspended Top Spin in das Reich des mächtigen Gottes wirbelt. Selbst als Zuschauer kann man sich der hypnotischen Wirkung dieser extrem-bodenlosen Grenzerfahrung nicht entziehen.”

und weiter:

“Nachdem wir gegessen haben, schauten wir uns noch die neue Abendshow:
„The Magic Rose – Spirit of Light“ auf dem Kaiserplatz.
Familie Krawtschuk war begeistert.”

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Am 19.12. setzten wir die Stadtrundfahrt in Bonn fort, beginnend mit dem Modell des römischen Militärlagers Castra Bonnensis bei den Ruinen der Dietkirche,

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die Doppelkirche in Bonn-Schwarzrheindorf mit ihren tollen, original erhaltenen Fresken aus dem 12. Jahrhundert,

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sowie am Nachmittag noch ein Spaziergang über die Düne in Tannenbusch (mit frei lebenden Papageien, Halsbandsittichen) und Besichtigung der Freien Waldorfschule Bonn.

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Am 20.12. machten wir einen Ausflug nach Stadt Blankenberg – für Saschko am Interessantesten die Katze an der Burg Blankenberg, für Natalia aber die Fachwerkhäuser und andere Fassadenarten – aus beruflichem Interesse, sie handelt schließlich mit Farben.

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Danach überquerten wir die Sieg und besichtigten die Wallfahrtskirche Bödingen (mit einer sehr schönen ‘interaktiven’ Weihnachtskrippe, nach Geldeinwurf begann das Wasser zu fließen und etliche Lämpchen illuminierten die Szenerie).

Und als Abschluss ein Gang über den Mittelalterlichen Weihnachtsmarkt von Siegburg

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und ein Kurzbesuch im Siegburger Brauhaus.

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Am 21. 12. waren Krawtschuks auf Einladung von Wolf Reyscher auf Kölner Weihnachtsmärkten, siehe Bericht 56/2015).

Am 22. Dezember fuhren wir nach Königswinter mit der Absicht, mit der Bergbahn auf den Drachenfels hochzufahren, leider fuhr die Bahn wegen “Revision” nicht.

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Deswegen fuhren wir dann mit dem Auto auf den Petersberg und genossen die Aussicht ins Rheintal und in die Eifel.

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Über die Rheinfähre Niederdollendorf-Bad Godesberg ging es weiter zur Godesburg;

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den Abschluss machte die wenig bekannte Sehenswürdigkeit “Römische Badeanlage” im Hof des Collegium Albertinum in Bonn.

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Am Nachmittag holte Christoph Müller die Familie zu einem Besuch bei sich zuhause ab.

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Er selbst schreibt darüber:

“Mit Juri und Natalia Krawtschuk. Drei echte und ein „gelernter“ Ukrainer: Wir hatten einen wunderschönen Abend. (Juri war ein „Sotnik“ auf dem Maidan vor zwei Jahren und hatte einen Schuss ins Bein bekommen, von irgendwelchen vermummten Scharfschützen – am 20. Februar 2014 – Er wurde im Bundeswehrkrankenhaus Koblenz geheilt – meine Frau und ich, wir gehörten zu dem ukrainischen Team, die zu den Verletzten Zugang hatten und ihnen beigestanden sind. – Es ist eine echte Freundschaft daraus entstanden)”

Foto: Christoph Müller
Foto: Christoph Müller

Am. 23. 12. waren wir vormittags bei meiner Mutter im Demenzzentrum und hatten ein längeres Einkaufsmarathon, am Nachmittag fuhren die Krawtschuks alleine mit dem Bus in die Bonner Innenstadt und besichtigten sie ‘auf eigene Faust’.

Heiligabend ist traditionell ein Familienfest, und dieses Jahr war es ein Fest von zwei Familien, ein deutsch-finnisch-ungarisch-ukrainisches Patchwork-Fest.

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Am ersten Weihnachtsfeiertag holte Noelie Uhlmann die Familie in Bonn ab, man feierte ebenfalls in großer “Familie” – nunmehr deutsch-ukrainisch.

Der 26.12. war für Saschko ein großer Tag, sein 8. Geburtstag.

Vormittags ein Besuch im Kölner Schokoladenmuseum. Noelie Uhlmann schrieb dazu:

“…Elena Ykraina und Natalia Likhacheva haben etwas besonderes ausgedacht und luden den Kleinen zum Ausflug ins Schokoladenmuseum Köln.
Da Saschko nicht alleine gehen wollte, durfte Jurij Krawtschuk (sein Vater) mitkommen 😉
Danke an Elena und Natalia für diesen wundervollen Vormittag! Saschko und Jurii waren begeistert! Danke an Elena für Lego Geschenk, als Saschko nach Hause kam, zeigte er stolz was er von Dir bekam und packte es sofort aus. 😉
Danke, dass Ihr das alles organisiert und all die Unkosten übernommen haben!
Mädels Ihr seid toll!”

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und weiter:

Natalia Likhacheva brachte Saschko und Jurij nach Hause, und es wurde weiter gefeiert.
Alle Gäste sangen für Ihn : Happy Birthday !!! und er pustete 8 Kerzen aus. Danach bekam er ein weiteres Geschenk – ein Elektrofahrzeug Lamborghini -:) – er vergaß Alles!!!
Herzlichen Dank an Alle die gestern sich Mühe gemacht haben und Danke an Spender, für wundervollen Tag und Geburtstag, den Saschko bestimmt nicht vergessen wird!”

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Am 27.12. waren Krawtschuks im Kölner Zoo:

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Der Bericht wird im neuen Jahr fortgesetzt [Update: Bericht 2/2016].

[Alle Fotos von Natalia Kravchuk – es sei denn, es ist anders angegeben.]


Wer für den Aufenthalt der Familie noch spenden möchte, gibt bitte auf der Überweisung “Unterstützung Krawtschuk” an – auf das bekannte (und unten genannte) Konto – oder über Paypal:

hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

Geplant ist u.a. ein Besuch des Benefizkonzerts von Martin Luithle und Christoph Müller u.a. am 2.1.2016 im Klavierhaus Klavins in Bonn, zu dem wir alle hiermit ausdrücklich einladen wollen!

In der Einladung heißt es:

“Im Krieg in der Ukraine verlieren immer noch Soldaten und Freiwillige für die Verteidigung ihrer Heimat ihr Leben. Statt Eintritt möchten wir Euch herzlich bitten für den Verein EuroMaidan NRW e.V. einen kleinen Geldbetrag zu spenden. Die Mitarbeiter des Vereins EuroMaidan e.V. betreuen die Witwen und Halbwaisen sehr liebevoll und bringen Eure Spenden persönlich und direkt zu ihnen in die Ostukraine. Auf Wunsch können vom Verein auch Spendenbescheinigungen ausgestellt werden.
Darüber hinaus können auch weitere Geldbeträge auf folgendes Konto des Vereins EuroMaidan e.V. überwiesen werden.
Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011 – BIC GENODED1BRS
EuroMaidan NRW e.V. – Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, BonnVerwendungszweck : Hilfsaktion Witwen”

nrwMit den besten Wünschen für das Neue Jahr 2016

Klaus H. Walter und das gesamte Team von Euromaidan NRW e.V.

Ausflug mit Familie Krawtschuk, Weihnachtsmarkt in Köln, 21.12.2015 – Bericht: 56/2015

Wir, meine ukrainischen Freundin Vika und ich, hatten für den 21.12. eine Verabredung mit Familie Krawtschuk, um ihnen den Weihnachtsmarkt in Köln zu zeigen und somit unsere Tradition aus gemischtem Kommerz und Fröhlichkeit etwas nahe zu bringen.

Wir wollten sie mit dem Auto bei Klaus abholen und dann von Bonn mit dem Zug nach Köln rein fahren. Wer braucht schon weihnachtlichen Verkehrsstau. 😉

Gegen 10:10 Uhr waren wir bei Klaus. Nach ein paar Minuten setzten wie uns alle ins Auto, und nach kurzer Erinnerung an das Anlegen der Sicherheitsgurte [Ich kenne das ja selbst aus der Ukraine – kaum jemand nutzt die Sicherheitsgurte. Und wenn dann nur wegen möglicher Strafzahlungen. Dass diese Dinger einem das Leben retten können, scheint in der Ukraine fast niemandem bewusst zu sein…] fuhren wir zur S-Bahn-Haltestelle. Da kamen wir dann an, als die Bahn gerade losfuhr…

OK, also mit dem Auto nach Köln. Auch gut. Juri saß neben mir und war voll des Lobes über unsere guten Straßen, während Natalia mit Vika hinten fröhlich plapperte. Von Saschko war nicht viel zu hören. Vielleicht kam er auch gegen die Frauen einfach nicht an… Ich verstand nur einen kleinen Teil der Unterhaltung, sind meine Russisch-Kenntnisse doch nicht so weit reichend, schon gar nicht, wenn in der für Russisch-Sprechende anscheinend üblichen Geschwindigkeit gesprochen wird. Und Ukrainisch spreche ich leider gar nicht.

Nach etwa 15 Minuten waren wir in Köln, fünf weitere Minuten und wir waren im Parkhaus hinter dem Bahnhof. Mit Noelie waren wir für 11:30h im Bahnhof verabredet (denn eigentlich wollten wir ja mit dem Zug kommen…).

Da noch etwas Zeit war, ging es erst einmal zu McDonalds für Kaffee und Tee. Dort unterhielten wir uns und lernten uns etwas kennen. Ich kannte Familie Krawtschuk bisher nur aus den Berichten, Vika kannte Krawtschuks nicht weiter als aus meinen Informationen zu deren Deutschlandreise und der Vorgeschichte, und Krawtschuks kannten mich und Vika gar nicht. Juri bekam noch etwas Taschengeld (60,00€) für sich und seine Familie von mir, damit sie sich später Souvenirs kaufen und bleibende Erinnerungen mitnehmen könnten.

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Schließlich trafen wir uns mit Noelie. Dima wollte auch noch zu uns kommen, musste aber seine Ankunft verschieben. Wir gingen zuerst in den Kölner Dom. Dort begann gerade eine Messe. Ich warnte eindringlich vor Taschendieben. Auch Noelie erinnerte daran, die Umhängetasche unter den Arm zu klemmen und die Taschen der Jacken zu schließen und auf Wertgegenstände aufzupassen. Nirgendwo in Deutschland wird so viel geklaut wie auf der Domplatte und in der direkten Umgebung selbiger…

Vom Dom waren Krawtschuks erneut beeindruckt. Sie waren schon einmal im Dom gewesen in den letzten Tagen, deshalb war es nicht so tragisch, dass wir uns wegen der Messe nur im hinteren Raum bewegen konnten.

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Nach dem Dom folgte der erste Weihnachtsmarkt. Noelie erklärte unsere deutschen Traditionen, und Krawtschuks besahen sich die Marktstände. Dabei interessierte sich Natalia vor Allem für die Handwerksstände, deren Werke sie ausgiebig begutachtete. Natalia ist ja selbst handwerklich sehr geschickt. Ich habe ihre Ikonen gesehen. Tolle Arbeit!

Um nicht nur zwischen touristischem Kommerz, Völlerei und Tradition umherzulaufen, gingen wir langsam am Römkisch-Germanischen Museum vorbei zum Rhein und auf die Hohenzollernbrücke. Die vielen, vielen „Liebes“Schlösser an den Brückengittern hatten Juris Ehrgeiz geweckt. Aber auch nach mehrmaligen Versuchen schaffte er es nicht, wenigstens eines davon zu knacken. 😉 Der Blick auf den Rhein war für alle eine willkommene Erholung von dem Massenauflauf der Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt. Aber diese Pause währte nicht lange, denn dann ging es in Richtung der Altstadt.

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Noelie erwies sich als perfekte Fremdenführerin. Sie erzählte eine Anekdote nach der anderen und erklärte den ukrainischen Gästen allerlei Kölsche Gegebenheiten. So kamen wir schließlich zum nächsten Weihnachtsmarkt, auf welchem wir Juri, Natalia und Saschko dazu ermunterten, unsere traditionellen Kartoffelpuffer mit Apfelmus zu essen. Außerdem war Frühstück ja schon eine Weile her. 😉 Die Eisbahn auf diesem Teil des Weihnachtsmarktes konnten wir leider nicht ausprobieren, der Andrang war doch zu groß.

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Wenig später trafen wir uns mit Dima und seiner Frau. Zusammen ging es zum nächsten Weihnachtsmarkt. Und wieder interessierte sich Natalia ausgiebig für die handwerklichen Fertigkeiten der Aussteller. Es ging von einer Bude zur nächsten, und es schien, als seien Krawtschuks von der Summe der Eindrücke manchmal wie erschlagen gewesen. Die Menschenmassen taten ihr Übriges. Und so schienen alle langsam zu ermüden.

Saschko schließlich wollte in einem „Riesenrad“ mitfahren – naja, „Riesen“Rad ist riesig übertrieben 😉 , und so warteten wir alle, bis Juri und Saschko ihre Runden gedreht hatten. Das war eine angenehme Unterbrechung, und es war eine gute Gelegenheit, einmal eine Pause einzulegen.

Wir entschlossen uns, noch zum Weihnachtsmarkt auf dem Neumarkt zu gehen. Durch seinen Aufbau und die Umschließung durch die Straße war er hervorragend geeignet, dass jeder selbst sich umsehen konnte. Niemand konnte wirklich verloren gehen. Wie praktisch.

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Vika und ich gingen zum Bahnhof zurück und holten unser Auto. Noelie und Dima blieben bei unseren Gästen. Diese machten sich dann alleine auf den Weg durch den dortigen Weihnachtsmarkt. Es dauerte eine Weile, bis wir durch den Weihnachts- und Berufsverkehr zum Neumarkt durchgekommen waren. Schließlich war es schon 17:00 Uhr.

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Letztendlich verabschiedeten sich Noelie und Dima von uns, nachdem Familie Krawtschuk wieder im Auto Platz genommen hatte. Wie gut, dass ich in dieser Stadt viele Jahre gearbeitet hatte. So konnte ich einen Teil des Verkehrsstaus umfahren.

Wir fuhren größtenteils schweigend nach Bonn zurück. Die Eindrücke waren entweder zu viel gewesen, oder es war einfach Müdigkeit, denke ich.

In Bonn angekommen, verabschiedeten wir uns von unseren Gästen. Wir hatten einen schönen Tag zusammen erlebt. Krawtschuks dankten uns für unsere „Mühen“, die wirklich keine Mühen waren. Wir verabredeten, dass wir uns noch einmal wiedersehen, solange sie in Deutschland blieben.

Nun war es aber an der Zeit, wieder heimwärts zu fahren. Am folgenden Tag würde mich der Wecker um 05:00 Uhr aus dem Schlaf holen. Und so ging ein schöner aber anstrengender Tag zu Ende.

Vielen Dank an Noelie und an Dima für die tatkräftige und ausdauernde Unterstützung. Ihr seid wundervoll!

Es grüßt – der Wolf

Spendenaufruf und Spendenübergabe an Familie Krawtschuk am 13.10.2015, Stara Synjawa, Gebiet Chmelnyzkyj – Bericht 44/2015

Liebe Leser, in Bericht Nr. 27 (Juni 2015) haben wir euch schon mit Familie Krawtschuk bekannt gemacht und über sie berichtet. Ich habe mich am 13.10.2015 abermals mit Familie getroffen.

Es hat sich kaum etwas in ihrem Leben verändert…

Sie leben weiterhin in dem kleinen Dorf, und Besserung scheint auch nicht in Sicht zu sein. Ehemann Jurij geht weiterhin für nur 2000 UAH im Monat arbeiten (nach heutigem Kurs ca. 78 €). Er ist zeitlich sehr eingespannt, da er an 7 Tagen in der Woche von 7 bis 22 Uhr arbeitet. Zudem wurde er bei den Wahlen nicht wiedergewählt. Das bedeutet, er hat nun auch keine Arbeit mehr.

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Seine Frau Natalija arbeitet momentan auch nicht, da sie vor kurzem schwer erkrankt ist, also kann sie nicht mal mehr auf den Märkten der umliegenden Ortschaften das wenige Geld machen, mit dem sie die Familie ihrerseits unterstützt hatte.

Ihr Sohn Oleksandr geht weiterhin zur Schule.

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Also ist alles beim alten mit dem kleinen Unterschied, dass nun kein Einkommen mehr gesichert ist. Die kleine Familie muss mit 2000 UAH  im Monat auskommen, und hiervon ihr Leben unterhalten, sowie auch Rechnungen bezahlen.

Mir ist bei meinem Besuch auch klar geworden, dass die ganze Familie den Schaden des Maidan noch nicht verarbeitet hat und auch nicht verarbeiten kann. Der Schmerz, die Ungewissheit, die Hoffnungslosigkeit und alles, ist immer noch gegenwärtig…

Jurij versteht einfach nicht, dass das System noch keine Fortschritte macht. Und für ihn als langzeitiger Maidan-Aktivist ist dieses sehr schmerzhaft. Es geht einfach nicht vorwärts, denn keiner kümmert sich um die Verbesserung des Landes, und das Wohl der Menschen in der Ukraine gerät immer mehr in Vergessenheit.

Daher möchten wir gerne etwas Gutes tun und haben die Familie Krawtschuk zu Besuch nach Deutschland einladen. Um ihnen zu zeigen, dass sich doch noch jemand sorgt, dass sie nicht vergessen wurden, dass es noch Menschen gibt, die ihnen helfen, ihnen Mitgefühl schenken, ihnen etwas gutes tun möchten, aber ihnen vor allem, wenn auch nur für eine kurze Zeit, etwas Ablenkung ermöglichen und Vergessenheit schenken.

Und so möchten wir ihnen über Weihnachten für zwei Wochen die schönste Zeit Deutschlands zeigen. Den Zauber dieser Saison, die Düfte, die bildschönen visuellen Eindrücke, aber vor allem die Herzlichkeit der Menschen zu dieser Jahreszeit. So eine Einladung ist natürlich etwas kostspielig. Die Flugtickets hin und zurück, dann die obligatorische Krankenversicherung, und etwas Taschengeld muss ja auch einberechnet werden.

Uns ist klar, dass die Familie Krawtschuk in ihrer derzeitigen Lage sich so etwas nie erlauben könnte. Daher wenden wir uns an euch, besonders (aber nicht nur) an diejenigen, welche die Familie schon persönlich kennen – oder aber von unseren Berichten, um so der kleinen Familie diesen dringend nötigen Erholungsurlaub zu ermöglichen.

Egal wie klein oder groß die Spende sein mag, in diesem Fall zählt jeder einzelne Euro!

Als ich kürzlich in der Ukraine war, übergab ich ihnen im Namen des Vereins EuroMaidan-NRW e.V. eine Spende von 200,00 € für eine Reise nach Kyiw, damit sie die Visa beantragen und die dafür nötigen Gebühren zahlen können.

Wir bitten Euch hoffnungsvoll um Spenden für Familie Krawtschuk. Damit wir errechnen können wieviel Geld für die Familie gespendet wird, verwendet bitte nur den unten angegebenen Verwendungszweck.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung – Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck: Unterstützung Krawtschuk

Vielen herzlichen Dank im voraus

Euer Team EuroMaidan-NRW e.V. Noelie Uhlmann

Spendenübergabe an das Kinderheim in Denyschi, 8./9. Oktober 2014 – Bericht 11/2014

Bisher haben wir (bei dieser Reise) insgesamt über acht Witwen berichtet (siehe Berichte 3/2014 bis 10/2014), die wir besucht  und erfolgreich eure Sach- und Geldspenden überreicht haben. Alle acht Familien hatten sehr ähnliche Hintergründe, erfuhren denselben Kummer und dasselbe Leid hier und da – waren dennoch aber sehr verschieden. An diesem Tag werden wir keine Witwen im Gebiet Schytomyr besuchen, denn die Reise führt uns zurück nach Kyiw, da wir dort auch etwas erledigen müssen. Wir müssen auch mal eine Pause zwischendurch einlegen, um uns emotional wieder zu sammeln. Es wird leider so sein, dass ich die anderen Frauen allein besuchen werde, da meine Kollegin Natalia zurück nach Deutschland muss. Später werde ich abermals nach Schytomyr kommen müssen, weil eine der Frauen gerade nicht anwesend war. Sie nimmt momentan an einem Erholungsprogramm teil und wird erst am 14.10.2014 wieder zuhause sein. Bis dahin werde ich mich in Winnyzja und Chmelnyzkyj aufhalten.

Wir fuhren also weiter. Als unser Volontär Oleg uns sagte, dass wir gleich an einem Kinderheim vorbeikommen würden, war uns klar, dass wir nicht einfach daran vorbei fahren können, ohne nicht wenigstens einen Blick hinein zu werfen. So blitzschnell wurde es dann also entschieden.

Kinderheim Denyschi

Der erste Eindruck war, dass das Territorium sauber ist und man merkte auch sofort dass hier was getan wird. So sahen wir vier Frauen die mit Besen und Mülltonnen bewaffnet, Laub und Unkraut sammelten. Als wir sie fragten wo wir die Direktorin antreffen können, wiesen sie uns höflich und freundlich den Weg. Als wir an dem Haus ankamen, betraten wir es und klopften an einer Tür, woraufhin eine ca. 50-jährige Frau die Tür öffnete und uns hinein bat. Sie bot uns einen Platz an, und sofort übernahm Natalia das Gespräch, da ich das selber nicht konnte. Ich hatte irgendwie eine Blockade und hatte richtig Angst, eben weil ich nicht wusste, was hier nun auf uns zukommen würde. Und welches Leid wir hier beobachten müssen.

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Die Direktorin, Halyna Mikolaiwna, war sehr nett. Sie erzählte uns sehr viel und alles ausführlich: Warum die Kinder hier sind, was für Probleme sie haben und wer demnächst adoptiert würde. Sie sprach auch über ihre Not, was noch gebraucht wird und was sie schon bekommen haben. Sie war wie ein offenes Buch, und wenn wir etwas nicht verstehen konnten, erklärte sie es nochmals. Wir fragten sie, wie es mit Spenden aussah, weil wir ihnen etwas überweisen würden, wenn sie es nötig haben. Da erklärte sie uns, wie in so einem Fall vorgegangen wird: Die Gelder werden vom Staat zurückgehalten, denn sofort wird nur die Stromrechnungen finanziert und 40,00 UAH pro Kind für das Essen – für den ganzen Tag! Mir fiel fast das Gesicht herunter, warum? Kann ich ehrlich sagen. Am Tag vorher, war ich in so einem Studenten-Café und habe dort zu Mittag gegessen, 75,00 UAH, war aber nichts Besonderes dabei. Ein kleiner Salat, Suppe und Kartoffel mit Fisch. Und hier hörte ich 40,00 UAH für den ganzen Tag?!

So kehrten wir zurück zum Gespräch über Spenden. Also hieß das, dass das Geld auf dem Konto blieb und dass das Kinderheim nicht über das Geld verfügen kann. Wenn sie irgendwann das Geld überhaupt bekommen, dann wir es monatelang dauern, wenn überhaupt. Ich als naiver Mensch sagte: Ok, wir geben Ihnen das Geld, Sie unterschreiben die Quittung und das war’s. Dann können sie selber einkaufen, was die Kinder brauchen.” Da sagte die Direktorin: Nein, besser ich sage Ihnen was wir brauchen und Sie kaufen es selber ein.” Mit dieser Antwort hat sie mich gewonnen! “Also, es werden Pampers, Duschgel, Schuhe und Äxte zum Holzhacken gebraucht.” Wir waren einverstanden und versprachen, das alles zu kaufen. Sie bedankte sich, aber ob sie uns wirklich geglaubt hat, dass wir das machen? Weiß ich nicht…

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Auf einmal sagte sie zu uns: „Kommen Sie mit, ich zeige Ihnen unsere Einrichtung.“ Und so durften wir uns das gesamte Haus ansehen. Insgesamt leben dort 82 Kinder. Alle haben Sprachfehler und Störungen 1. und 2. Stufe, manche der 6-jährigen sprechen immer noch nicht. Es gibt mehrere Sprachtherapeuten vor Ort, die täglich mit den Kindern arbeiten. Also ist es nicht nur ein Heim sondern gleichzeitig auch eine Schule. Die Kinder leben und lernen da. Die Kinder sind aus unterschiedlichen Gründen dort. Manche wurden den Eltern entzogen, manche haben keine Eltern, es gibt auch ATO-Kinder, deren Eltern im Krieg verstarben.

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Ich konnte nur den Kopf schütteln, denn das bedeutet, dass jedes Kind in dieser Einrichtung nur ca. vier Teile zum Anziehen hat. Ich kann es auch heute noch nicht begreifen, denn während ich dies schreibe, sehe ich die ganzen Bilder in meinem Kopf herumschwirren, von dem was ich dort gesehen habe. Noch immer ist es schwer, die Emotionen zu kontrollieren, denn irgendwie bin ich noch immer nicht richtig zu mir gekommen. Es fehlen mir einfach die richtigen Worte, um euch zu übermitteln wie tief die Eindrücke dessen sitzen, was ich dort erlebt habe.

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Bald zeigte sie uns dann noch die Küche und den Spielplatz. Und dann durften wir mit den Kindern sprechen. Ein Junge ging auf Oleg zu und fragte: „Bist du mein Papa?“

Es brach mir das Herz in dem Moment, und das tut es auch heute noch, denn diese kleine Stimme will mir nicht aus dem Kopf gehen, so schwer belastete es mich, den armen Jungen dem Oleg diese Frage stellen zu hören. Was kann man da sagen? Man ist einfach so hilflos, denn man kann doch nicht in die himmelblauen Augen, erfüllt von Hoffnung, eines kleinen Kindes schauen und ihm das winzige Herzchen brechen. Du willst so sehr helfen, aber musst du dich zügeln und darfst nicht vergessen, dass du nur zu Besuch hier bist, und dass die Dinge leider nicht in deinen Händen liegen.

Eine gute Nachricht gab es aber doch noch, nämlich dass demnächst fünf dieser Kinder adoptiert werden. Gut, dass es solche Menschen noch gibt, die bereit sind, Kinder bei sich aufzunehmen, um ihnen das zu geben was sie am dringendsten brauchen – eine Familie.

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Wir schauten uns noch ungefähr eine Stunde im Haus um und sprachen über dieses und jenes. Dann fuhren wir nach Schytomyr los. Dort angekommen suchten wir die nächste Bank, wo ich Geld umtauschen konnte. Leider war der Kurs nicht so berauschend, aber Gott sei Dank hatten wir dann UAH in der Hand um einzukaufen. Bevor wir die Einkäufe für das Heim erledigten, haben wir ein Hotel besucht, wo Flüchtlinge aus Donezk und Luhansk vorläufig Unterkunft gefunden haben. Wie die Übergabe verlief könnt ihr den Bildern entnehmen. Mehr darüber werde ich in einem anderen Bericht (12/2014) erläutern.

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Sachspenden zum Einkaufspreis von 3756,06 UAH = 231,14€ (zum Tageskurs 16,25)

Danach fuhren wir verschiedene Läden an und kauften alles, was gebraucht wurde, und außerdem 108 Tafeln Schokolade für die Kinder. Insgesamt kostete uns das alles 230,00€ an dem Tag.

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Wir ließen die Sachen bei Oleg, damit er sie am Folgetag zum Kinderheim bringen konnte. Als wir noch etwas draußen saßen, war wieder jeder mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt. Nach einer Weile verabschiedeten wir uns und fuhren zurück nach Kyiw.

Am 09.10.2014 fuhr Oleg gemeinsam mit seiner Ehefrau und unseren Einkäufen noch mal zum Kinderheim, um die Sachspenden der Direktorin zu übergeben. Sie nahmen sich auch die Zeit um ein wenig mit den Kindern zu spielen. Jedes Kind hat seine eigene ganze Tafel Schokolade bekommen. Danke an Oleg, der diesen Job übernahm und für uns erledigte.

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Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche dieses Kinderheim und andere Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

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oder per Banküberweisung – Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Kinderheim

Herzlichst

Eure Noelie Uhlmann, Natalia Likhacheva und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

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