Spendenübergabe an Witwe Aljona Salisko, Schytomyr am 08.12.2016, Bericht 47/2016

Dies ist das zweite Treffen für heute. In diesem Bericht werdet ihr nochmals eine neue Kriegswitwe kennenlernen, die auch sehr lange auf ein Treffen mit uns warten musste. Im Oktober 2016 haben wir die Witwe bei unserem Ausflug schon kennengelernt.

Nachdem wir Kriegswitwe Jewpak besucht haben (Bericht 46/2016) fuhren wir direkt zur Witwe Aljona Salisko. Sie empfing uns ganz herzlich, und wir kamen ganz schnell ins Gespräch.

Aljona ist 32 Jahre alt und hat zwei Kinder. Sohn Jegor ist 7 Jahre alt, und die kleine süße Tochter Arina ist gerade mal zwei Jahre alt. Aljona hat extra gekocht und dachte, dass wir uns alle zu Mittag an einem Tisch zusammensetzen. Zu unserem Bedauern mussten wir ihr nettes Angebot ablehnen, denn unser Plan war sehr stramm, und wir durften keine Zeit verlieren.

Aljona hat schon immer in Schytomyr gelebt, hier ist ihr Zuhause. Sie hat zwei Ausbildungen hinter sich, einmal als Informatikerin und dann noch als Näherin. Ihr Ehemann Oleksandr stammte auch aus Schytomyr. Sie kannten sich nicht, aber ihre Freunde hatten aus irgendeinem Grund entschieden, dass die beiden sehr gut zueinander passen würden, und so versuchten sie die beiden zu verkuppeln.

„Eigentlich wollte ich single bleiben, aber unsere Freunde gaben nicht nach und da dachte ich, o.k., ich treffe mich mit ihm, Hauptsache sie lassen mich dann damit in Ruhe. Aber es passierte anders als ich mir damals dachte, denn er war mein Schicksal, es war wie Donner und Blitz, gleichzeitig empfanden wir die Liebe zueinander. Schon am zweiten Tag wollte er mir einen Heiratsantrag machen, aber aus Angst, dass ich ihn für verrückt halten würde, wartete er etwas damit. Im Jahr 2007 haben wir dann geheiratet.“

Aljona erzählt sehr liebevoll über ihren Mann, sie erinnert sich an kleine Details, als ob es alles erst gestern war, und so erzählt sie weiter über ihr gemeinsames Leben.

„Oleksandr war ein sehr netter, warmherziger Mensch, er trug mich auf Händen. Wenn wir irgendwelche Missverständnisse unter uns hatten, konnte er keine Ruhe finden und überlegte wie er alles wieder gut machen konnte.

Er half immer wieder seinen Freunden, da er nie nein sagen konnte. Seine Mutter starb als er elf Jahre alt war. Er war etwas besonderes, einzigartig. Unsere Kinder und ich waren alles für ihn und standen an erster Stelle. Jetzt wo er nicht mehr bei mir, bei uns ist, verstehe ich überhaupt erstmal so richtig, dass ich das richtige Los gezogen hatte, denn so einen Mann wie ihn gibt es nicht mehr!“

„Oleksandr arbeitete ziemlich viel, er versuchte immer alles zu tun, damit es uns gut geht. Als wir verheiratet waren, machte er eine zweite Ausbildung zum Elektroschweißer und übte seinen Job sehr gerne aus. Es war wirklich das, was er gerne gemocht hat. Es war ein Teil von ihm.“

„Als der Krieg ausbrach kam er nach Hause und sagte zu mir, dass er auch gehen möchte. Ich habe ihn gebeten bei mir und unseren Kindern zu bleiben, und aus Liebe zu mir tat er es auch. Aber wir durften nicht lange zusammen bleiben, denn kurze Zeit später wurde er einberufen. Am 1. März 2015 ging er mit seiner Einheit an die Frontlinie“

Oleksandr Salisko war 33 Jahre alt, als er im Dorf Luhanske im Gebiet Donezk gefangen genommen, gefoltert und danach umgebracht wurde…

Eigentlich sollte er nur noch drei Tage dort bleiben, die Entlassungspapiere waren schon unterschrieben, und es hieß, er komme zu seiner Familie nach Hause. An diesem Tag waren sie nur zu dritt auf dem Posten, neue frische Kräfte sollten im Morgengrauen erscheinen, aber leider kamen sie zu spät … Oleksandr und ein anderer Soldat wurden gefangen genommen, gefoltert und danach erschossen, der andere Soldat wurde in Gefangenschaft genommen. Sein Schicksal ist uns unbekannt.

Aljona sagt, dass sie die Leiche ihres Liebsten sehen konnte, und es war einfach schrecklich, was ihrem Mann angetan wurde. Unzählige Messerstiche, mehrere Knochenbrüche…

Am 27.04.2016 fand die Beerdigung statt.

Aljona lebt nur in einer Ein-Zimmer Wohnung, denn etwas Besseres zu mieten kann sie sich zur Zeit nicht leisten. Aber sie sagte uns, dass sie bald eine eigene Wohnung erhalten wird. Das wäre wirklich sehr schön, denn die Wohnung, in der sie gerade wohnt, ist ziemlich klein. Eins ist uns klar, sobald sie eine neue Wohnung erhält, wird sie Unterstützung brauchen, denn sie besitzt keinerlei Möbel, nichts.

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Bei solch einer Unterhaltung vergisst man schnell die Zeit, denn man sitzt nur da und hört zu. Aber wir sollten langsam weiter gehen, denn eine weitere Witwe wartet noch auf uns, daher gehen wir zur Spendenübergabe über und zahlen an die Kriegswitwe Aljona Salisko 400,00 € für ihre beiden Kinder aus. Sie bedankt sich sehr herzlich für diese finanzielle Unterstützung und sendet liebe Grüße an alle Menschen die sie und ihre Kinder unterstützt haben.


Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung –

Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

Herzlichst Klaus H. Walter, Noelie Uhlmann und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.

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