Spendenübergabe an Kriegswitwe Iryna Haustowytsch und ihre Tochter Julia – Radomyschl, 14.10.2016 – Bericht 41/16

Im August 2016 hatten wir einen Spendenaufruf für Familie Haustowytsch geschrieben.

Drei Monate später lernen wir uns persönlich kennen. Iryna nahm extra frei von der Arbeit, damit wir uns treffen können. Ihre Tochter Julia ist auch anwesend.

Julia Haustowytsch ist 12 Jahre alt und besucht die 7. Klasse. In ihrer Klasse sind weitere 16 Kinder, mit allen versteht sich Julia gut und mit manchen sogar ist sie sogar sehr gut befreundet. Wie alle Kinder in diesem Alter, hat sie so einige Schwierigkeiten mit dem Lehrstoff, aber diese Schwierigkeit sind zu bewältigen. Julia sieht alles sehr positiv. Dieses Jahr war sie in Odessa und hatte dort einen schönen Urlaub verbracht, dank ihrer Oma , die in Mitteleuropa lebt. Ihre Oma kam in die Ukraine und fuhr mit ihrer Enkelin weg. „Alles war gut, aber ich habe meine Mutter sehr vermisst. Ohne meine Mutter fahre ich nicht gerne anderswo hin,“ sagt sie uns. Ein sehr nettes, zurückhaltendes Mädchen, das sehr an seiner Mutter hängt.

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Die Kriegswitwe Iryna Haustowytsch ist 42 Jahre alt. Sie arbeitet im örtlichen Ordnungsamt, und hat zum Glück einen normalen achtstündigen Arbeitstag. Sie verdient 1600 UAH im Monat (nicht ganz 60 Euro), aber da ihre Tochter Waisenrente erhält, kommen die beiden knapp über die Runden. In letzter Zeit ist es etwas schwieriger geworden, denn das Haus mit zwei Zimmern, in dem sie wohnen, ist ziemlich renovierungsbedürftig, und so etwas kostet richtig viel Geld. Unterstützung durch die Stadtverwaltung erhalten sie leider nicht. „Wer will schon unsere Probleme lösen, die drehen doch alle die Köpfe weg, sobald sie mich sehen,“ sagt mir Iryna.

„Die ganze Hilfe kommt nur von Ehrenamtlichen. Sie reden nicht viel, sie machen und tun einfach und helfen, wo sie nur können.“

Ihr Ehemann Serhij Haustowytsch war 34 Jahre alt, als er am 10. Februar 2015 in Kramatorsk im Gebiet Donezk seinen Verwundungen erlag, Wunden, die ihm während eines Beschusses durch das russische Mehrfachraketenwerfersystem „Smertsch“ aus Richtung Horliwka am Flughafen von Kramatorsk zugefügt wurden (vgl. seine Seite im “

Gedenkbuch der Helden”.

„Ich denke oft an die Zeit zurück, als wir uns zum ersten Mal trafen, es ist so lange her. Über gemeinsame Freunde haben wir uns kennengelernt. Er war jung und hübsch, ich war schon geschieden und hatte eine sechsjährige Tochter. Damals schon konnte ich mir vorstellen, dass ich mich in ihn verlieben würde. Wir haben auch nicht lange gewartet und sind sehr schnell zusammen gekommen. Gleich danach kam meine, unsere, zweite Tochter zur Welt. Der glückliche Papa suchte selber einen Namen aus und nannte unsere Kleine Julia. Er war ein sehr freundlicher Mensch, unsere Kinder waren alles für ihn, nie war ihm etwas zu schade für uns und für andere Menschen. Wir haben uns sehr gut verstanden, Serhij konnte immer passende Worte finden, er wusste immer einen Ausweg. Für die Kinder war er der beste Vater, den man sich nur wünschen konnte.

Wir telefonierten sehr viel miteinander, während er an der Front war, und nach nur sieben weiteren Tagen wäre er wieder nach Hause gekommen… Ich weiß sogar, wann er verletzt wurde, um 11:30 Uhr schlug die Rakete ein.“ Am 14.02.2016 wurde Serhij in Radomyschl im Gebiet Schytomyr beerdigt.

Seine Eltern unterstützen die Witwe und verzichteten bei allen Auszahlungen zugunsten der beiden Mädchen. Der Kontakt zu den Großeltern besteht immer noch, und darüber freut sich Iryna sehr.

Im Namen des Vereins und allen Spendern zahlen wir an Iryna für Julia einen Unterstützungsbetrag in Höhe von 300,00 € aus, wir wünschen dieser Familie alles Gute für die Zukunft.

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Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung –

Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

Herzlichst Noelie Uhlmann und Euer Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.

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