Spendenübergabe an das Kinderheim „NowoBorowa“, Gebiet Schytomyr am 13.10.2016 – Bericht 39/2016

Nach unserem letzten Spendenaufruf für das Kinderheim gingen 420,00 € aufs Spendenkonto des Vereins EuroMaidan NRW e.V. ein. Bevor wir in der Ukraine ankamen, klärten wir per Telefon mit Lesja Morosowa ab, was wir für das Geld einkaufen sollten. Das Kinderheim benötigt nach wie vor orthopädische Matratzen, denn nicht alle Betten sind komplett ausgestattet. Bei der letzten Spendenübergabe, reichte unser Geld nur für acht Stück. Den damaligen Bericht könnt ihr hier nachlesen: Bericht 11-2016.

Heute, ganz früh am Morgen, fahren wir in den uns bekannten Laden. Der Direktor erkennt uns sofort wieder, und ohne um den heißen Brei zu reden, fang ich an mit ihm zu handeln. Der junge Mann ist sehr nett, und er macht mir ein Angebot, worüber ich mich eigentlich freuen sollte, aber ich versuche immer noch den Preis tiefer zu drücken. Nach etwas hin und her einigen wir uns und kommen zur Bestellung.

Wir bestellen 14 Matratzen zu einem Stückpreis von 840 UAH, welches insgesamt auf einen Betrag von 11.760 UAH kommt. Allerdings müssen die Matratzen erstmal bestellt werden, und eine Woche später werden sie dann in das Kinderheim gebracht. Da ich zu dem Zeitpunkt wieder in Deutschland sein werde, übernimmt Lesja die restliche Arbeit. Sie wird vor Ort sein, um den Empfang für uns zu überprüfen und die Matratzen zu fotografieren.

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Etwas Kleingeld bleibt noch übrig, und so fahren wir zu einem Geschäft und kaufen Kekse ein, ein kleines Mitbringsel für die Mädchen.

Danach fahren wir zu Oleg Boyko, wo wir warme Anziehsachen, wie Jacken, Jeans und Pullover abholen.

Erst danach fahren wir zum Kinderheim. Unterwegs ruft Lesja das Kinderheim an und sagt, dass wir unterwegs sind, und als wir da ankamen, wussten die Mädchen schon, dass es gleich ein paar kleine Geschenke geben wird und etwas leckeres zum Naschen.

Die Kleidungsstücke wurde nicht in die Kleiderkammer gebracht, sondern sie wurden sofort unter den Mädchen aufgeteilt. Sie freuten sich so sehr darüber, dass jedes Mädchen fotografiert werden wollte, um zu zeigen, was es bekam oder sich selber ausgesucht hat.

So viel Freude, strahlende Augen und Lachen, habe ich seit langem nicht gesehen oder erlebt.

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Ebenso waren sie begeistert, dass sie von einem Jungen besucht wurden, wobei jedes Mädchen zu meinem Sohn kam und ihn umarmte. Auch streichelten sie seine Haare und wollten sich dann auch gleich mit ihm ablichten lassen. Mein 14-jähriger Sohn war etwas erschrocken, lief aber nicht weg sondern lächelte sie an und nickte nur mit dem Kopf, da er ja die Sprache nicht verstand und nicht antworten konnte. Allgemein hat er sich sehr gut verhalten, denn sogar ich, als erwachsene Person, war beim ersten Mal sehr betroffen, als ich mit der dortigen Situation konfrontiert war.

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Nachdem wir alles verteilt hatten, gingen wir ins Büro. Frau Nadija Holowko und ich erledigten zusammen den bürokratischen Teil, damit die Spende korrekt registriert werden konnte. Frau Holowko war sehr beeindruckt und bedankte sich immer wieder für die Hilfe aus Deutschland.

„Ich würde so gerne jeden Menschen, der unserer Einrichtung geholfen hat, so herzlich umarmen und mich bedanken! Das ist unbeschreiblich was ich gerade fühle! Danke sehr!“

Zusammen gehen wir in die Schlafräume, um eigenen Augen zu sehen ob die Matratzen der letzten Spende da sind und ob sie benutzt werden. Ja! Alles ist da! Acht Mädchen schlafen darauf sehr gut und haben keine Rückenschmerzen mehr.

Frau Holowko dreht sich zu mir um und fragt mich ganz leise: „Entschuldigen Sie bitte, aber darf ich Sie etwas fragen? Werden Sie uns weiter unterstützen können? Denn nach der heutigen Spende benötigen wir immer noch acht weitere Matratzen für die größeren Mädchen…“

In meinem Kopf laufen die Zahlen sofort herum. Das heißt, wir benötigen noch weitere 300,00€ an Geldspenden, damit auch die bereits fast erwachsenen Mädchen gut schlafen können. Schaffen wir es, bekommen wir noch weitere Geldspenden für diese Einrichtung? Ich beantworte die Frage von Frau Holowko sehr zurückhaltend und sage ihr, dass wir darüber schreiben werden aber, dass ich nichts versprechen kann, denn wir müssen einfach auf weitere Hilfe warten und hoffen, dass sie von Spenderinnen und Spendern kommt.

Wir gehen weiter alle gemeinsam in das Haus, in dem das Essen an die Mädchen verteilt wird. Diese Szene steckt so tief in mir. Hier ist es kalt, das Essen wird in eisernen Tellern und Bechern ausgeteilt, wie in der Armee. Diesen Einblick kann man nicht in Worte fassen, denn man muss es selber sehen um zu verstehen, was da in Einem ausbricht…

Wir machen die Kartons mit Keksen auf, gehen durch die Tische und verteilen sofort diesen Nachtisch. Jedes Mädchen bedankt sich nett und höflich, und manche stehen sogar auf und umarmen uns dabei.

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Ich habe vieles in den letzten drei Jahren erlebt, aber das was ich hier erleben muss, bricht mir das Herz, geht ganz tief in mich hinein und lässt mich nicht mehr los.

Nachdem alles verteilt war, gehen wir langsam raus und bleiben einfach stehen, damit wir uns noch ein Weilchen unterhalten können. Ich frage Frau Holowko, warum sie kein anständiges Geschirr besitzen. Sie fängt an zu weinen, eine Träne nach der anderen läuft an ihren Wangen hinab.

„Wissen Sie, dieses Geschirr ist unsterblich. Ich wünsche mir auch so sehr, dass wir mehr Farben rein bekommen und, dass alles freundlicher aussehen könnte. Jedoch können die Mädchen nicht richtig damit umgehen, und normales Geschirr geht bei uns entweder einfach zu schnell kaputt oder sie verletzen sich damit. Manche Mädchen leiden an Aggressivitätsschüben, weshalb wir diese Art Geschirr bekamen. Natürlich Gibt es andere Möglichkeiten wie Tupperware, aber bei den Preise können wir von so etwas nur träumen!“

In der Zeit, in der wir Draußen stehen, verlassen die Mädchen das Esshaus und jede einzelne von ihnen bedankt sich für die Kekse und die Kleidung. Sofort fragen sie uns, wann wir denn wieder kommen. Manche kommen auf uns zu, und während mehrere versuchen mich zu umarmen, begleiten mich ein paar von ihnen bis zum Ausgang und möchten mich nicht gehen lassen, denn sie verstehen einfach nicht, dass ich leider weg muss…

Wir danken Euch ganz herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer tolles Engagement und die praktische Hilfeleistung und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung:

Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Kinderheim Nowaborowa

Falls eine Spendenbescheinigung erwünscht ist, bitte die Anschrift – Straße, Hausnr., PLZ und Ort im Verwendungszweck angeben.

Herzlichst Noelie Uhlmann und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

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