Spendenübergabe an die Witwe Ksenija Ameltschakowa mit zwei Kindern – Schytomyr 12.10.2016 – Bericht 36/2016

Zum ersten Mal haben wir die Witwe Ksenija(42) im Oktober 2015 persönlich getroffen. Den Bericht von damals könnt ihr hier nachlesen: Bericht 48/2015 vom 8.10.2015, zuvor hatten  wir schon in einem Spendenaufruf über ihren Fall geschrieben.

Unser heutiges Treffen mussten wir auf etwas später verlegen, denn am Morgen ging es ihr schlecht. Sie leidet an Migräne, und natürlich haben wir dafür vollstes Verständnis, daher haben wir unseren Besuch auf den Nachmittag verlegt. Am Nachmittag riefen wir die Witwe an, und sie sagte, dass wir jetzt kommen konnten.

Als wir da sind, begrüßen wir uns nicht wie Fremde, manchmal hat man das Gefühl, dass man erst gestern aus diesem Haus raus kam. Und so füllte sich die kleine Wohnung mit Menschen, Kinder spielten miteinander, und wir saßen am Tisch und unterhielten uns. Die älteste Tochter, Elisaweta, kam auch zu uns und nahm sehr gerne am Gespräch teil. Das freute mich sehr, weil sie damals viel zurückhaltender war.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Elisaweta ist 14 Jahre alt, besucht die Schule, und gerade am Vortag war sie aus dem Urlaub zurückgekommen, der ihr durch die Ehrenamtlichen ermöglicht wurde. Sie verbrachte zehn wunderbare Tage in Schottland. Am Anfang fiel ihr die Trennung von ihrer Mutter und ihrem Bruder sehr schwer, aber dann fühlte sie sich mehr und mehr dort wohl. Am Ende wollte sie gerne ein wenig länger dableiben, aber die Liebe zu ihrer Familie war dann doch stärker.

Ich frage sie, was ihr dort gefiel, und sie sagte ganz klar und deutlich:

„Mir hat vieles dort gefallen, die Menschen wie sie sich verhalten haben, denn sie waren sehr freundlich und höflich. Bei uns in Schytomyr ist das alles nicht so. Die Straßen waren sauber, die Häuser waren richtig schön, und alles war so gepflegt. Ich habe ganz schnell neue Freundschaften geknüpft und hoffe, dass sie sich weiterentwickeln. Die Familie, in der ich lebte, war sehr lieb zu mir, das tat auch sehr gut, so herzlich aufgenommen zu werden.“

Hier in Schytomyr geht Elisaweta nicht so oft raus, sie hat zwar ein paar Freunde, aber am liebsten verbringt sie ihre Freizeit zuhause, denn ihr Bruder Gleb (4) lässt nicht zu, dass sie sich langweilt. Die Schule macht dem Mädchen zu schaffen, manche Fächer sind sehr schwer zu bewältigen, aber sie gibt nicht auf und übt sehr viel und fleißig.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Gleb ist ganz der Gleiche geblieben, ein Wirbelwind, Energie ohne Ende, und er lacht sehr viel, ich höre nur noch seine Stimme. Er tobt sich gerade aus, und da mein Sohn (14) und der Sohn (6) der Witwe Natalja Ewpak auch dabei ist, spielen die Jungs sehr gut zusammen. Es ist richtig laut, ;-).

Das alles stört die Witwe Ksenija nicht. Sie ist ein sehr gastfreundlicher Mensch. Zwischendurch geht sie ins Wohnzimmer und bietet meinen Begleiterinnen verschiedene Köstlichkeiten an, die dann alles verputzen, :-). Eine Stunde vorher hatten sie noch über Gewicht und die Figur gesprochen und worauf man aufpassen sollte. Das alles bringt auch mich zum Lachen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Familie war dieses Jahr zwei Mal gemeinsam unterwegs, sie waren 14 Tage in den Karpaten und in Odessa fünf Tage in Urlaub. In Odessa gefiel es ihnen besser, denn dort gab es das Meer, und Gleb hatte richtig Spaß gehabt. Ksenija zeigt mir Fotos – was für eine Ausstrahlung sie auf dem Foto hat! Da merkt man, dass es ihr dort sehr gut ging. Beide Urlaube waren gespendet. Sie träumen, dass sie irgendwann genug Geld haben, um noch mal nach Odessa zu fahren.

Ksenija arbeitet als Krankenschwester in der Kardiologie, für diesen harten und verantwortlichen Job erhält sie einen Lohn in Höhe von ca. 1600 UAH – umgerechnet ca. 55 €. Sie ist schon seit zwanzig Jahren Krankenschwester. Sie liebt diese Arbeit, nur leider ist die Bezahlung – auch für ukrainische Verhältnisse – wirklich schlecht!

Denn die Preise für alles steigen,  und mit zwei Kindern ist es nicht einfach, alleine alles zu geben, was sie sich für ihre Kinder wünscht.

Sie sagt: “ Ich kann jetzt nur auf mich zählen! Es ist sehr schwer, nur Dank meiner Kinder versuche ich das Ganze zu überstehen. Die Demütigungen der Behörden, meine Hilflosigkeit, das Leid und der Schmerz der so tief in mir ist. Nur meine Kinder geben mir die Kraft und positive Emotionen!“

Ich möchte die Witwe nicht weiter stören, denn ich sehe, dass es ihr insgesamt nicht so gut geht, und gehe deshalb zur Spendenübergabe über. Im Namen aller Spender und dem Verein zahle ich an Ksenija für ihre Kinder 400,00 € aus.

img_9109

Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung – Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

Herzlichst Noelie Uhlmann und Euer Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s