Spendenübergabe an die Witwe Natalia Kondratjuk in Borschtschiw bei Radomyschl, 4. Mai 2016 – Bericht 21/2016

Nachdem wir in Kyiw in den drei Osterfeiertagen alle Spendenübergaben an Witwen und Waisen durchgeführt hatten, begleitete mich Joerg Drescher am 4. Mai 2016 „zurück“ nach Schytomyr, um dort weitere Familien und das Kinderheim in Teteriwka zu besuchen. Die erste Witwe war die mir schon von einem Besuch im vergangenen Jahr bekannte Familie von Natalia Kondratjuk, die in dem kleinen Dörfchen Borschtschiw bei Radomyschl wohnt, also ging es noch ca. 80 km vor Schytomyr rechts ab nach Radomyschl und weiter nach Borschtschiw in der an sich fruchtbaren Ebene des Teteriw.

Nach unserem Spendenaufruf für die Witwe Natalia vom Mai 2015 besuchte ich – damals zusammen mit Julia Kosinczky, Natalija Tschernjajewa und Oleg Boyko – die Familie und schrieb einen ausführlichen Übergabebericht 39/2015 mit Bildern des „Hauses“ und den Kindern.

Im November gab es eine weitere Sachspendenübergabe, über die Natalija Tschernjajewa einen Bericht 46/2015 schrieb.

Am 4. Mai diesen Jahres erreichten Joerg Drescher und ich mit leichter Verspätung die Ortschaft Borschtschiw und fanden mit einiger Mühe den Abzweig des richtigen Feldwegs (die Hauptstraße war inzwischen neu asphaltiert worden, und dadurch hat sich das Erscheinungsbild des Dorfes grundlegend geändert – leider wurde die Landstraße zwischen Radomyschl und Borschtschiw noch nicht erneuert, also ging es wieder auf der Schlagloch-Buckelpiste, teilweise auf uraltem Kopfsteinpflaster, ganz langsam vorwärts).

Natalia und ihre beiden kleineren Söhne begrüßten uns freundlich, sie hatte sich richtig „in Schale“ geworfen, die Haare neu frisiert und die Fingernägel gemacht – welche Ehre! Aber verständlich, wann hat eine junge Frau in so einem Dorf mal einen Grund, sich hübsch zu machen? Der größere Junge Witalij war „auf Urlaub“ irgendwo in der Oblast Lemberg bei Bekannten, also übernahm der mittlere Junge Artjom die „Pflichten eines Hausherren“ und bat uns hinein. Natalia erzählte freimütig und offen über ihre Lage, ihren „Minijob“ bei einem Landwirtschaftsbetrieb im Dorf (der früheren Kolchose) hat sie verloren, aber was sie dort verdiente, war ohnehin nicht der Rede wert. Irgendwie kommt sie über die Runden, jobbt hier und da im Dorf und macht bei einer Initiative mit, die Kunsthandwerk herstellt und verkauft, verdient also ein paar Hrywnja dazu. Witalij hat in diesem Jahr seine Schulausbildung abgeschlossen und hat nach den Sommerferien eine Lehrstelle in einem Forstwirtschaftsbetrieb in Radomyschl, er hat sich die Stelle selbst gesucht und es war auch sein Wunschberuf.

Artjom hatte ein paar Schrammen im Gesicht (und auch verheilende Abschürfungen an Armen und Beinen), wild wie er ist, ist er vor ein paar Tagen mit dem Fahrrad gestürzt, hat sich aber nichts gebrochen und fuhr gleich weiter. Und der kleine Jaroslawtschyk fremdelte (im Unterschied zum vergangenen Jahr) auch überhaupt nicht mehr sondern war ganz zutraulich. Die obligatorischen Haribo-Tüten und die mitgebrachten Osterhasen waren bei beiden willkommen!

13087196_10207966799626564_1245093178829639853_o

Inzwischen ist das (zuvor abgebrannte) Schuppen- und Stallgebäude fertig und wird genutzt, im Stall steht ein Schweinchen, es gibt Platz für ein paar Ziegen (die allerdings auf der Weide waren) und anderes Kleingetier wie Hühner. Außerdem wird gerade eine „Sommerküche“ in einem weiteren Schuppengebäude gründlich renoviert, dort war eine junge Frau aus der Nachbarschaft gerade dabei, eine Wand zu verputzen. Man sieht, es geht vorwärts – Natalia bemüht sich, mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln das Beste aus der Situation zu machen.

Insofern war die Spende von 450.- Euro, die wir an Natalia für ihre Kinder auszahlen konnten, eine für sie unerwartete und sehr willkommene Hilfe, jetzt kann sie weiter renovieren und das Haus und die Nebengebäude in Ordnung bringen lassen – ein großer Haufen von Bruchsteinen (wohl aus einem Marmor-Steinbruch) lag schon vor dem Haus, der Hof wird wohl bei einem eventuellen nächsten Besuch gepflastert sein, und man muss zukünftig bei Regen nicht mehr durch Schlamm waten, um ins Haus zu kommen. Insgesamt hatte ich wirklich den Eindruck, dass Natalia wieder Mut gefunden hat, die depressive Trauerphase ist vorbei, die Kinder wachsen und sind (im Rahmen der Möglichkeiten) gut „versorgt“ – das hat mich wirklich gefreut zu sehen!

Wir bedanken uns ganz besonders bei der Gruppe der Ukrainer in Frankfurt Ukrainians in Frankfurt am Main und Oleh Paslavskyy, die einen großen Teil des ausgezahlten Betrags gespendet haben – es handelte sich um einen Teil des Erlöses aus einem Wohltätigkeitskonzert im März 2016.


Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige und hoffentlich auch zukünftige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche die Witwen und deren Kindern in der Ukraine immer noch dringend benötigen.

Spenden bitte über PayPal : hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung – Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

Herzlichst

Klaus H. Walter und Euer Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s