Spendenübergabe an die Witwe Tetjana Sukatsch-Kotschetkowa mit vier Kindern – Kiyw, 2. Mai 2016 – Bericht 17/2016

Am [ukrainischen] Ostermontag, dem 2. Mai 2016 begaben wir uns in einer „großen Delegation“ bestehend aus Joerg Drescher, Lars Clarenbach, Maximilian Greiner und mir (Klaus H. Walter) für den Verein Euromaidan NRW e.V. zu einer Spendenübergabe zur Witwe Tetjana im Kyiwer Stadtbezirk Dnipro. Nach ein wenig Suchen identifizierten wir die Adresse: ein relativ neues Hochhaus mit modern ausgestatteten Aufzügen, Concierge (die auch genau wissen wollte, wo wir hinwollen), einem kleinen Laden im Erdgeschoss – fast eine luxuriöse Umgebung. Allerdings wussten wir, dass die Familie in einer gemieteten Wohnung wohnt, so dass das Geld dafür auch irgendwo herkommen muss.

Es handelte sich nicht um die erste Spendenübergabe an Tetjana, Noelie Uhlmann hatte sie kurz nach dem ihres Mannes im April 2015 bereits einmal besucht (Bericht hier). Darin findet sich auch eine detailliertere Beschreibung über den Tod von Wolodymyr Sukatsch, dem Gründer der Kyiwer Waldorfschule Sophia und Mitglied des Antikorruptionsausschusses sowie der Initiative Automaidan, der als Freiwilliger in den von Russland aufgezwungenen Krieg gezogen war, sich an der Front mit der Programmierung und Lenkung von Drohnen beschäftigte und am 15. März 2015 von den russischen Invasionstruppen oder ihren Marionetten, sogenannten „Separatisten“, getötet wurde.

Zitat aus dem Bericht von Noelie:
„Er war [..] ein sehr respektierter und beliebter Lehrer an der Waldorfschule Sophia in Kyiw. Er war Freiwilliger, ein herzlicher und warmer Mensch und wurde von allen respektiert und gemocht.“

Video von seiner Beerdigung:

Bei unserem Besuch trafen wir auf eine junge Witwe (sie sieht bedeutend jünger aus, als sie wirklich ist) mit der Aura eine Eurythmistin, wie sie spricht, sich bewegt und verhält, erinnerte mich an Kolleg*innen von ihr, die ich in verschiedenen anthroposophischen Einrichtungen in Deutschland und anderswo kennengelernt habe. Und tatsächlich macht sie viel Eurythmie, sie hat auch wieder ihre Stelle als Kleinkinderzieherin im Kindergarten der Waldorfschule.

Von den Kindern ist an diesem Tag nur die jüngste zuhause, die älteste geht inzwischen in eine der Züricher Rudolf-Steiner-Schulen, um dort die Matura (Hochschulreife, entsprechend dem Abitur in Deutschland) zu machen, denn die Kyiwer Waldorfschule hat noch keine höheren Klassen. Die mittleren Kinder sind bei Freunden – es ist schließlich ein schulfreier Tag.


Da Tetjana Sukatsch ganz gut deutsch versteht, bei komplizierten Sätzen aber doch lieber hat, dass Joerg dolmetscht, entwickelt sich ein angenehmes Gespräch, sie erzählte ein wenig über ihre Arbeit in der Kleinkindergruppe, vom Werdegang der Kinder an der Schule und auch über die Instrumente, die die Kinder spielen.

Insgesamt hat sich die Lebenssituation der Familie – im Rahmen des Möglichen – normalisiert oder sagen wir besser eingependelt, aber Tetjana ist auch nicht der Typ Mensch, der sich über das Leben beklagen würde. Sie kann für ihre Kinder sorgen und neben ihrer Arbeit an der Schule auch noch die künstlerischen und Freiwilligenkreise der Schule besuchen.

Dass der fehlende Vater in der Familie aber immer noch eine prägende Rolle spielt, lässt sich an dem „Gedenkklavier“ mit vielen, auch großformatigen Bildern, Orden und Urkunden von Wolodymyr Sukatsch erkennen, das dominiert das Wohn- und Aufenthaltszimmer.

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Als ich ihr erzählte, dass mich ihr Schicksal damals sehr mitgenommen hatte und ich auch mit der Kyiwer Waldrofschule Kontakt aufgenommen hatte (und einen Bericht über seinen Heldentod bei Euromaidan Press auf Deutsch übersetzt hatte), kam ein Schimmer von Tränen in ihre Augen.

Um den Schmerz nicht noch weiter aufzurühren, nahm ich dann zügig die Spendenübergabe vor und überreichte ihr die Summe von 400.– €. Sie bedankte sich herzlich bei uns und allen Spendern, die an sie und die anderen Opfer des Krieges gedacht haben.

Ein paar Fotos noch, auch mit der kleinen Ewdokija (und einer Freundin, die als Spielkameradin im Haus war), und wir verließen diese beeindruckende Frau, ohne ihre Feiertagsroutine weiter zu stören.


Wir möchte Euch bitten, diesen Bericht weiter zu teilen, damit noch mehr Menschen erfahren, dass hinterlassene Witwen und deren Kinder eure Hilfe sehr brauchen. Wir können mit dem Geld nicht die Väter ersetzen, aber wir können damit das Leben der Kinder und deren Mütter etwas erleichtern, die Kinder können sich weiter bilden!

PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com
Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.
– oder Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn- Konto: Euromaidan NRW e.V. – IBAN-Nr. DE12380601861502025011 – BIC GENODED1BRS
Verwendungszweck: Hilfsaktion Witwen

Falls eine Spendenbescheinigung erwünscht ist, bitte auch die Anschrift – Straße, Hausnr., PLZ und Ort im Verwendungszweck angeben

Herzlichst, Klaus H. Walter und das Team EuroMaidan NRW e.V.

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