Spendenaufruf für Journalistin, die über ein Jahr in der Haft der „Separatisten“ war – Spendenaufruf 5/2016

Maria Warfolomejewa, Journalistin, 31 Jahre, wurde im Januar 2015 in Luhansk festgenommen. Sie hatte Fotos von Gebäuden gemacht, in denen sich „Separatisten“ befanden. Die Vorwürfe: Spionage, Beziehungen zum Rechten Sektor, ihre aktive Beteiligung am Euromajdan 2014 in Luhansk. In einem Schauprozess sollte sie zu 15 Jahren Haft verurteilt werden. Stattdessen wurde sie 14 Monate in verschiedenen Kellern und Verstecken gefangen gehalten und vor laufender Kamera (für russische Medien) verhört. In der Haft erlebte Warfolomejewa Folter, Schlägereien und Demütigungen und ist eine der wenigen Menschen, die die Gefängnisse der prorussischen „Separatisten“ lebend verlassen haben.
Vor der Gefangenschaft, während des Krieges, lebte sie in Luhansk, teilweise ohne Wasser und ohne Strom. Im März wurde sie gegen politische Gefangene aus Russland ausgetauscht.

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Tatjana Dettmer schreibt über eine Veranstaltung mit Maria Warfolomejewa im Kölner Lew-Kopelew-Forum am 30. Mai 2016:

„Maria Warfolomejewa, eine der wenigen Überlebenden der Haft der Separatisten in der Ostukraine, konnte leicht in die bequeme Rolle des Opfers hineinschlupfen. Als solche konnte sie hier in Europa volle Säle Zuschauer in Tränen hineinsetzen und Mitleid ohne Ende sammeln. Ausgerechnet das tut sie aber nicht. Denn Maria hat ein wahres Talent – es gelingt ihr mit einfachen und verständlichen Worten die Komplexität der Lage in der Ostukraine zu erklären und mit sanfter Ironie die ganze Absurdität des Lebens in den sog. Donezker und Luhansker Volksrepubliken zu schildern. Das durften wir gestern Abend im Lew-Kopelew-Forum in Köln miterleben.
Anbei einige (wobei leider nicht wortwörtliche, nur aus Erinnerung) Zitate aus Marias Auftritt:
„Den Menschen, die mich unter Drohung einer Pistole verhört haben, habe ich gesagt: „Natürlich können Sie, wenn Sie wollen, mir in den kleinen Finger schießen. Ich kann Ihnen aber auch so gestehen, dass ich den US-Präsidenten John F. Kennedy umgebracht habe“.
„Ich saß die ersten zwei Monate im Gefängnis einfach so – ohne Strafverfahren oder Anklage… Nicht mal meine Familie wusste wo ich bin und was mit mir ist. Nach zwei Monaten haben die Donetsker und Luhansker Volksrepubliken plötzlich beschlossen, sie seinen demokratische Staaten, und haben ein offizielles Verfahren gegen mich gestartet. Als demokratischer Staat muss man sich eben benehmen…“
„Anfänglich wurden wir in Luhansk und Donezk noch nach dem ukrainischen Strafrecht behandelt. Es kam zu verrückten Situationen. Mein Mitgefangener war ein ukrainischer Polizist, der Vaterlandsverrat beschuldigt wurde. Das heißt: ihm wurde nach dem UKRAINISCHEN Recht ein Verrat des Landes UKRAINE zugunsten des Landes UKRAINE vorgeworfen…“
„Je länger ich im Gefängnis saß, desto länger wurde die Liste der Objekte, die ich als Spionin angeblich fotografiert habe. So habe ich nach einigen Monaten mit großem Erstaunen erfahren, ich habe nicht nur zwei völlig unauffällige private Häuser fotografiert, sondern auch das Ministerium für Staatssicherheit der Luhansker Republik, eine Munitionsfabrik, Kasernen der Separatisten und – Achtung, jetzt kommt das Schrecklichste! – das Haus, wo die Eltern des Generalstaatsanwalts der Luhansker Republik wohnten!“

Das ukrainischsprachige Programm der Deutschen Welle berichtete ebenfalls (mit Video) über die Veranstaltung.
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Ihre Kamera sowie ihr Laptop und Telefon wurden bei ihrer Gefangennahme von den „Separatisten“ beschlagnahmt und auch nach ihrer Freilassung nicht zurückgegeben. Um ihr zu ermöglichen, ihren Beruf als Fotojournalistin wieder aufzunehmen, rufen wir hier zu Geldspenden für sie auf – damit sie sich eine professionelle Kamera (Bedarf ca. 1000 €) kaufen kann.


Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung:

Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Kamera Warfolomejewa

Falls eine Spendenbescheinigung erwünscht ist, bitte die Anschrift – Straße, Hausnr., PLZ und Ort im Verwendungszweck angeben.

Herzlichst

Euer Team“EuroMaidan NRW e.V.”

 

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