Spendenübergabe an Familie Boyko und Erstattung der Versandkosten 25.02.2016 Schytomyr – Bericht 06/2016

Familie Boyko, oder besser gesagt, Oleg Boyko, kennt ihr mittlerweile sehr gut. Einen Bericht über diese Familie vom 30.03.2015 könnt ihr hier noch mal nachlesen.

Dieser Bericht unterscheidet sich nicht wesentlich von dem ersten. Genau wie damals hängt die Familie durch den Krieg im Land ganz tief durch. Oleg ist ein seltener „Gast“ zuhause. Er geht morgens früh raus und kommt erst sehr spät – oder eher in der Nacht nach Hause. Öfters wird er in der Stadt gesehen, wenn er mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Sachspenden von A nach B schleppt.

Vor kurzem wurde er am Arm operiert. Warum, werdet ihr euch fragen, naja die Taschen sind halt nicht leicht, denn eine kann schon mal bis zu 100 kg schwer sein, und so wollte irgendwann mal sein Arm einfach nicht mehr mitmachen. Im Krankenhaus liegen zu bleiben und sich auszuruhen ist aber nicht sein Fall.

Oleg muss ständig in Bewegung sein, jede Minute muss mit Nützlichem vergehen. Das habe ich live erlebt als ich jetzt vier Tage in Schytomyr verbracht habe. Mit ihm wird es nie langweilig sein. Er erzählt immer etwas, macht zwischendurch Späße, aber manchmal grübelt er auch richtig, denn alles läuft halt nicht immer, oder nur selten, nach Plan.

Somit sind seine drei Mädels auf sich allein gestellt. Die älteste Tochter bekam ein Praktikumsplatz beim Fernsehen, aber dafür musste sie auch für eine kurze Zeit nach Kyiw umziehen. Nur gut, dass die Familie dort Verwandte hat, so dass Daria keine Miete zahlen muss. Wovon wohl auch?

Alles Geld was die beiden Eltern verdienen geht meistens für Menschen raus, die dringend Hilfe brauchen. Marina, die kleinste Tochter, träumt seit längerer Zeit von ein paar Klamotten, aber so etwas ist in der Familienkasse nicht drin. Traurig aber wahr!

Ich bin zum Abendessen eingeladen, aber bevor wir uns am Tisch setzen, rede ich offen mit Ehefrau Natascha und teile ihr mit, dass unser Verein beschlossen hat, einen kleinen Spendenbetrag an ihre Kinder auszuzahlen, damit sie sich Kleidung kaufen können. Sie war sprachlos und schaute um sich herum. Ich rief dann auch die Marina dazu und führte die Übergabe durch. Insgesamt wurden 200,00 € ausgezahlt.

 

Am nächsten Tag ging Marina shoppen und war überglücklich, dass sie sich die nötigen Kleidungsstücke leisten konnte. Ich soll an euch einen großen Dank aussprechen!

Oleg bekam nur einen großen Schoko-Weihnachtsmann, da er sich im Winter aus Spaß beschwert hat, dass er von mir keinen bekommen hatte :-). Also wurde sein Wunsch erfüllt. Wie sagt man so schön, besser später als nie!

Am 27. Februar 2016 saßen wir am späteren Abend wieder beeinander und machten zusammen die Buchhaltung. Oleg legte mir alle Quittungen vor, die durch den Versand von Sachspenden entstanden sind. Eine stolze Summe von 1620 UAH (umgerechnet 55,00€), die er selber vorgestreckt hat, damit die Witwen und kinderreiche Familien aus der Kriegszone die Sachspenden bekommen.

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Insgesamt 30 Quittungen habe ich aufgezählt, und dadurch wurde mir noch mal bewusst, was für eine Arbeit geleistet wurde. Die Pakete gingen in verschiedene Gebiete der Ukraine: Kyiw, Schytomyr, Slowjansk, Chmelnyzkyj, Mariupol, Melitopol, Saporischschja und Cherson.

Oleg saß da, und man sah ihm an, wie er nachdachte, wo er das Geld am besten ausgeben kann. Der Mann wird sich nie ändern… Er bedankte sich für die Rückzahlung und sagte dazu: „Eigentlich habe ich nicht erwartet, dass der Verein mir das Geld zurückgeben wird. Wir machen doch alle die gleiche Sache, und wir wissen wofür.“

Starke Worte vom einem Mann mit einem großen weichen Herz!

Wir möchten uns bei allen Spendern ganz herzlich für alles bedanken, denn ohne euch wäre das nicht möglich, ein Puzzle-Bild zusammen zu stellen.


Wir danken Euch ganz herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer tolles Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche Witwen und deren Kinder sowie andere Bedürftige in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung:
Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Allgemein

Herzlichst, Noelie Uhlmann und das Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

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