Spendenübergabe an Witwe Natalia und Ihre Tochter Alina, 14.10.2015 – Chmelnizkij, Bericht 64/2015

Diese Familie haben wir kennengelernt durch Familie Krawtschuk und Witalij Didenko.

Ein Treffen wurde ausgemacht, und Natalia Krawtschuk fährt mich zu diesem Treffen. Nach etwas Suchen wurden wir fündig, und die Witwe steht auch schon vor der Tür und wartet auf uns.

Die Witwe Natalia empfängt uns ganz lieb und bittet uns sofort herein. Worauf wir eine Zweizimmer-Wohnung betreten und uns in der Küche niederlassen.

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In Vertretung des Verein EuroMaidan NRW e. V. stelle ich mich vor und erzähle ihr, was unser Verein so macht, und dass wir versuchen, nicht nur stumme Zuschauer zu sein. Ich erkläre ihr auch, dass wir die Spenden, die viele Menschen aus ganz Deutschland und Nachbarländern spenden, an Kriegswitwen und deren Kinder weiterleiten. Sie hört sehr aufmerksam zu und wundert sich genau wie viele andere Kriegswitwen, dass sie aus Deutschland Hilfe bekommt und dass ortsansässige Menschen sie auch kennen und sich über die Hilfe von uns freuen.

Natalia S. ist 40 Jahre alt, sie ist berufstätig im örtlichen Krankenhaus als Köchin und verdient 1200 UAH im Monat [umgerechnet knapp 50 €]. Sie hat zwei Kinder. Ihr erster Sohn Andrij ist schon groß (20 Jahre alt), und lebt in Kyiw, da er dort studiert. Ihre Tochter Alina (7 Jahre alt) besucht die 2. Klasse und ist ein bildhübsches Mädchen, welches ihrer Mutter sehr ähnelt.

Hier eine kleine Vorgeschichte aus der Erzählung der Witwe: Natalia und Andrij (41) , haben sich vor 22 Jahren in einer Dorf-Disko kennen gelernt.

„Ein halbes Jahr lang kam er mir immer hinter her und gab nicht auf. Doch dann wurde er in die Armee einberufen, und ich wartete auf ihn. Als er zurückkam, heirateten wir sofort. Er war so groß, hübsch, und stark! Er war so ein lebenslustiger Mensch. Ohne ihn waren die Tage nicht so schön, denn er war mit Herz und Seele bei mir. Sein ganzes Leben lang, seit wir zusammen gekommen und geheiratet haben, kümmerte er sich liebevoll um uns.

Er reiste viel und versuchte immer wieder genügend Geld zu verdienen, damit es uns gut gehen konnte. Im Jahr 1996 kam unser erster Sohn Andrij zur Welt, und es war eine sehr schöne Zeit. Zwölf Jahre später kam Alina zur Welt.

Die Geburt unserer Tochter erzeugte in ihm eine erfreuliche Euphorie. Er wusch die Wäsche, kochte, bügelte alles und half mir wo immer er nur konnte. Ich war sehr glücklich mit ihm. Er war der Beste!!! Alle Entscheidungen in unsere Familie, trafen wir nur zusammen. Wir beide waren gleichberechtigt, und wenn ich etwas anderes meinte, hörte er mir aufmerksam zu. Wissen Sie, bei uns war es nie so, dass der Mann über der Frau steht.“

Als sie mir dies erzählte, liefen große Tränen an ihren Wangen herab, aber sie wischte sie ganz schnell weg und fuhr fort.

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„Als in Kyiw der Maidan losging, wusste er auf welcher Seite er stand , er fuhr öfter dahin und lebte nur mit dem einen Gedanken: ‚Der Maidan wird alles ändern!‘ Danach kam der Krieg. Er wurde in die ATO einberufen und gehörte zur 80. Lwiwska Brigade. Er wurde oftmals verletzt, aber er beschwerte sich nie, jedoch seine letzte Verletzung war sehr schlimm, und er wurde nach Hause geschickt. Naja, nicht direkt hier, sondern nach Lwiw ins Krankenhaus, und von da aus nach Kyiw, wo dann auch Krebs bei ihm festgestellt wurde. Die Ärzte sagten mir, sie können ihm nicht mehr helfen, und so wurde er nach Hause entlassen.

Die Metastasen wuchsen einfach überall in seinem Körper… Er lag sieben Tage zuhause im Wohnzimmer, worauf ihm eines Tages sehr schlecht wurde. Ich ging zum Krankenhaus, wo ich arbeite, und bat sie ihn aufzunehmen. Sie kamen mir entgegen, und dort ging es ihm dann etwas besser.

10 Tage hatten wir ihn noch bei uns, und dann starb er. An seinem Todestag, dem 10. August 2015, machte ich mich auf zur Arbeit, als ich ankam, erwartete mich dort eine Totenstille.

Mein Mann ist von uns gegangen, als der Uhrzeiger auf 07:45 Uhr zeigte… “

Töchterchen Alina kam zu uns in die Küche und zeigte uns danach zusammen mit ihrer Mutter ihre Wohnung. Als wir zum Wohnzimmer kamen, blieb das Kind stehen, und Natalia erklärte von sich aus warum: „Seit Andrij von uns gegangen ist, betritt sie das Zimmer nicht so gerne, weil er hier auf diesem Schlafsofa lag.“

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Ich weiß nicht wie lange wir hier waren, aber es wurde langsam Zeit für uns zu gehen, da wir an diesem Tag noch eine weitere Familie mit vier Kindern besuchen sollten.

Im Namen des Vereins, zahlte ich Natalia für Alina einen Spendenbetrag in Höhe von 300,00 € aus. So eine Hilfe erwartete die Witwe nicht und suchte erstmal nach passenden Worten, um ihre tiefe Dankbarkeit auszudrücken, und bat mich dann ihren großen Dank an alle helfenden Menschen auszurichten!

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Eine wundervolle Familie, der wir alles erdenklich Gute wünschen!


 

Wir danken Euch ganz herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer tolles Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung:
Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

Herzlichst

Noelie Uhlmann und das Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

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