Spendenübergabe an Witwe Olga und ihre Tochter Lisa am 09.10.2015, Schytomyr – Bericht: 54/2015

Wenn wir uns auf Dienstreise begeben, ist es nicht so einfach, sich in das Flugzeug zu setzen und Spenden einfach zu verteilen. Viel Arbeit steckt im Hintergrund. Wir schauen uns die Witwen-Akten an, lesen noch mal alles durch und überlegen, wo wir dringender helfen müssen, damit die Spenden, die Dank Ihnen rein kommen, richtig und gerecht verteilt werden und besonders dorthin, wo Ihre Hilfe am meisten benötigt wird. Deshalb berichten wir auf dieser Reise über Familien, die wir vor einem Jahr erstmals persönlich besucht haben. Während des Jahres kamen bei jenen Familien nötige Sachspenden an. Jetzt ist die Zeit, sie wieder zu treffen, um herauszufinden, inwieweit die Kriegswitwen noch Hilfe benötigen. Und so ist für heute ein Treffen mit Witwe Olga geplant. Den Bericht vom 7.10.2014 könnt Ihr in Bericht 9/2014 nachlesen, damit Ihr vergleichen könnt, wie sich das Leben und die Umstände dieser Familie verändert haben.

Wir besuchen die Witwe Olga und ihre Tochter Lisa gemeinsam mit Oleg in ihrem neuen Zuhause. Ja endlich bekam Olga eine Wohnung, die 48 qm groß ist. Als wir vor der Wohnungstür stehen, erkenne ich die grünen Türen, wie sie immer auf den Fotos bei den Sachspendenübergaben zu sehen waren. Hier gibt es nur ein Zimmer, Mutter und Kind müssen sich dieses leider teilen. Aber Olga ist glücklich: Das Haus ist zwar neu, aber die Wohnung ist danach nicht im Innenausbau fertiggestellt worden, als das Haus erbaut wurde. Olga zog dementsprechend in eine Wohnung ein mit Betonwänden, ohne Tapeten, Türen und etc. Schaut euch bitte die Bilder an, hier braucht man keine umständliche Beschreibung, um zu verstehen, dass sie Hilfe und Unterstützung braucht!

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Sie schämt sich deswegen, als ich reinkomme, und entschuldigt sich mehrmals, dass ich so was ansehen muss. Für mich ist es normal, denn ich möchte das wahre Bild sehen, und das bekam ich auch. Eine leere Wohnung, praktisch noch eine Baustelle, in der Olga seit Mai 2015 wohnt. Die Behörden versprachen ihr immer wieder zu helfen, aber die Realität sieht halt doch ganz anders aus. Jede Hilfe wird hier sehr gebraucht, und Olga hofft, dass sie sie auch bekommt, denn alleine wird sie es nicht schaffen!

Ihr Töchterchen Lisa ist richtig groß geworden, und wie schon damals verhält sie sich ganz ruhig. Als ich sie etwas fragte, schaute sie zuerst ihre Mutter an und kam dann erst etwas näher. Ein nettes hübsches Mädchen. Sie sieht ihrem Vater so ähnlich, einfach wie aus dem Gesicht geschnitten. Sie ist zehn Jahre alt und besucht nun die 4. Klasse. Lisa ist sehr gut in der Schule, sie geht auch gerne dahin. Zur Zeit ist sie damit beschäftigt, ihr Englisch auszubauen, und das gelingt ist sehr gut. Aber das ist nicht alles, genau wie ihr Vater, malt sie sehr gut, und daher besucht sie seit kurzem eine Kunstschule. Sie zeigt uns ihre Bilder. Da gute Materialien in der Ukraine sehr teuer sind, freute sie sich über die Malsachen, die sie vor kurzem von Euch bekam.

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Olga investiert ihre ganze Zeit in ihre Tochter, damit das Kind einmal eine gute Zukunft hat. Derzeit arbeitet sie nicht als Lehrerin, denn viele andere Sachen haben Vorrang in ihrem Leben. Die beiden leben von der Rente, die sie bekommen. Mit dem Tod ihres Mannes musste sie leider lernen, dass das Leben anders aussieht, und dass nicht alles, was Menschen versprechen, später auch eingehalten wird. Aber sie glaubt weiterhin an das Gute in den Menschen und dass ihr Mann nicht vergessen wird. Und das ist gut so! Sie schaut mit großer Hoffnung in die Zukunft, sie klagt nicht, sie lächelt öfters, sie lebt und gib nur positive Gefühle an ihre Tochter weiter. Meinen großen Respekt an diese zierliche, hübsche Frau.

Daraufhin nahm ich die Spendenübergabe vor: Die Witwe Olga bekam für ihre Tochter Lisa den Betrag von 300,00 € ausgezahlt. Sie bedankte sich für die Hilfe, für die finanzielle Unterstützung und für all die Sachspenden, die Ihr für ihre Tochter und sie gespendet haben. Sie beschreibt ihre Bedürftigkeit nicht und fragt mich auch nicht, ob wir ihr auch zukünftig helfen können. Eine Frau, die sich zurückhaltend verhält und sich schämt, weil sie uns keine Sitzgelegenheiten anbieten kann… Wir hoffen, dass ihr diesen Bericht lest und versteht, dass ohne Eure Hilfe diese kleine Familie noch lange in solch einer Lage leben muss.

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Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung:

Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

Auf Wunsch stellen wir selbstverständlich auch Spendenbescheinigung aus, Bitte die Anschrift – Straße, Hausnr., PLZ und Ort auch im Verwendungszweck angeben

Herzlichst

Noelie Uhlmann und das Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

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