Spendenübergabe an Witwe Switlana und ihre drei Kinder am 08.10.2015, Schytomyr – Bericht: 51/2015

Dies ist der aller letzte Termin für heute. Switlana wartet schon lange auf uns, und ich freue mich sehr, sie und ihre Kinder gleich sehen zu können.

Vorherige Berichte könnt ihr hier nachlesen: Bericht 5/2014 vom 7. Oktober 2014 und Bericht 2/2015 vom 29. März 2015.

Die kleine Inessa ist erst vor kurzem ein Jahr alt geworden, daher habe ich mehrere Geschenke für sie. Jedoch mache ich mir Sorgen darüber, ob die Mutter sie auch als angemessen empfinden wird. Als die Wohnungstür aufgeht und eine bildhübsche Frau mit traurigen Augen mich rein lässt, sind all meine Gedanken und Sorgen wie vom Winde verweht.

Wir umarmen uns ganz herzlich, da geht mein Herz so richtig auf. Endlich bin ich hier und kann mich wieder mit der Witwe austauschen und einfach zuhören. Als ich das erste Mal hier war, war Inessa gerade 2 Wochen alt, und jetzt sehe ich eine total süße kleine Dame, die mich neugierig anschaut. Sie ist so groß und hübsch geworden. Sie hat die großen Augen ihres verstorbenen Vaters und sieht ihm auch sehr ähnlich, ebenso wie ihr Bruder. Er steht an der Seite, ganz ruhig, und schaut uns nur zu. Er hat sich verändert, auch er ist gewachsen, aber er ist auch viel ruhiger geworden.

Als ich die Kleidchen für Inessa aus einer Tasche hole, sind beide hin und weg. Sie probieren die Kleider sofort an, und dabei strahlen ihre Augen wie die hellsten Sterne am Himmel. Mein Herz pocht, denn ihre Freude macht mich glücklich, und dabei denke ich an euch, liebe Spenderinnen und Spender. Es ist so schade, dass ihr das nicht sehen könnt, was ihr mit eurer Hingabe und Spenden leistet und bewirkt. Wie glücklich ihr diese Menschen macht, wenn auch nur für einige kurze Momente. Wie eure Spenden ein Lächeln auf ihre Gesichter zaubern, und dies beobachten zu dürfen ist einfach preislos.

Switlana bedankt sich ganz herzlich, sie liebt die Farben Blau und Weiß. „Jetzt wird meine Inessa wie eine Prinzessin aussehen, vielen Dank für alles!“ sagt sie zu mir. Wir sitzen einfach auf dem Boden und unterhalten uns, während die Kinder beschäftigt sind. Und so haben wir etwas Zeit für uns, alles sprudelt nur einfach so aus Switlana heraus.

„Es ist so sehr schwer, denn ich kann meinen Mann einfach nicht los lassen. Ich gehe zur Arbeit, aber meine Gedanken sind bei ihm. Ich weiß, ich muss weiter leben, denn ich habe meine Kinder. Wissen sie es ist so toll, dass ich Inessa zur Welt gebracht habe, gut, das sie gesund ist. Jetzt empfinde ich alles anders als damals. Ich bin froh, meine Kinder zu haben, und so weiß ich nun, wofür ich lebe, und sie geben mir die nötige Stärke dafür. Aber meinen Mann liebe und vermisse ich immer noch so sehr. Am Geburtstag von Vanessa haben wir nicht gefeiert, da es mir noch einfach viel zu schwer fiel. Es ist noch alles zu frisch. Sie verstehen doch, sie wissen wie es war … “ Die Tränen tropfen auf ihre Wangen, aber nur kurzzeitig, denn Switlana fasst sich wieder und erzählt weiter.

„Dascha ist leider im Krankenhaus, die Ärzte wollten sie operieren, aber ich habe darauf bestanden, dass sie sie noch mal untersuchen, bevor mein Kind unter dem Messer liegen wird. Nun warten wir ein paar Tage ab, und danach wissen wir mehr. Ich mache mir solche Sorgen. Gott möge sie beschützen.“

Die Kinder sind laut, und wir schauen nach ihnen, aber sie spielen schön mit meinem Sohn, also bleibt noch etwas Zeit für uns. Switlana erzählt, dass Oleg Boyko öfters vorbei kommt und bei ihr Arbeiten macht, die eigentlich nur Männer erledigen können. Ansonsten geht es ihr den Umständen entsprechend. Und sie bedankt sich schon wieder bei mir, für all die Sachspenden wie Bekleidung und Schulsachen, die vor kurzem ankamen.

All dies half ihnen sehr. Da Oleg schon auf die Uhr zeigt, gehe ich zur Geldübergabe über und zahle im Namen des Verein „EuroMaidan NRW e.V.“ einen Betrag in Höhe von 200,00 € an Switlana aus.

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Noch etwas mit der Kleinen schmusen, die ich so gerne mag, und dann ruft mich Oleg schon wieder. Wir stehen immer noch mit Switlana im Flur, reden über ihre Kinder, und dabei strahlen ihre Augen, mir gefällt es so sehr, diesen Glanz in ihren Augen zu sehen. Sie verändert sich, mühsam und langsam, aber sie kehrt zurück ins Leben! Allerdings wird eure Hilfe hier nach wie vor gebraucht, und wir hoffen, dass ihr die Familie nicht vergessen werdet.


Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung – Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

Herzlichst

Noelie Uhlmann und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

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