Spendenübergabe an Witwe Switlana und ihre zwei Töchter am 01.12.2015, Kyiw – Bericht 49/2015

Anlässlich der Teilnahme an einem Seminar im Rahmen des von Euromaidan NRW e.V. und dem Charkiwer Fonds für lokale Demokratie (Харківський Фонд Місцевої Демократії) organisierten Programms “Kultur des Dialogs in Zeiten der Krise” (Культура Диалога- Разрешение Конфликтов-примирение) nahmen Julia und ich (Klaus H. Walter) gemeinsam mit unserem Freund Joerg Drescher zwei Witwenauszahlungen in Kyiw im Dezember 2015 vor, über die wir hier berichten wollen:

Zuerst fuhren wir mit der U-Bahn weit in den Süden der Stadt, um dort die Witwe Switlana und ihre beiden Töchter zu besuchen. Ein Bericht von Noelie Uhlmann und Natalia Likhacheva über die erste Auszahlung im Oktober 2014 findet sich hier (Bericht 14).

Switlana holte uns (bei Schneeregen und -1°) an der U-Bahn-Station ab und brachte uns zu ihr nach Hause. Dort warteten die beiden Mädchen Mascha (Marija, 11 Jahre) und Ljola (Olena, 9 Jahre) mitsamt ihrem “Zoo” schon auf uns. Wir setzten uns in die (gut ausgestattete) Küche und begannen eine sehr angenehme Unterhaltung über die Kinder, das Leben und “Gott und die Welt”. Die Kinder waren über die mitgebrachten Haribo-Bärchen sehr zufrieden!

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Switlana (knapp 40) arbeitet seit Abschluss ihres Jurastudiums schon seit mehreren Jahren als Referentin im ukrainischen Kulturministerium in der Rechtsabteilung. Beispielsweise hat sie Fragen im Zusammenhang mit dem UNESCO-Welterbe, neuen Gesetzgebungsverfahren aber auch personalrechtliche Fragen bearbeitet. Ab dem neuen Jahr 2016 wird sie im Rahmen eines Sabbaticals für zwei Jahre an einer Fortbildung für die Präsidialverwaltung teilnehmen, die zwar ihr Einkommen für die Zeit der Weiterbildung verringert, ihr danach aber bessere Karrierechancen öffnet. Ihr Anspruch auf einen Arbeitsplatz bleibt dabei erhalten. Switlana erwähnte im Laufe der Unterhaltung auch, dass die schlimmste Zeit der Traumatisierung überwunden sei, jetzt habe sich eine normale Routine im Leben durchgesetzt.

Joerg fragte Switlana nach ihren sozialen Kontakten, und sie erzählte bereitwillig über ihren Freundeskreis, sie (wie auch die anderen Witwen des Stadtbezirks) erhält viel Unterstützung von Armee-Veteranen und einer lokalen Hilfsorganisation (die auch bei der umfassenden Renovierung der Wohnung geholfen haben).

Die Wohnung der Familie ist gut renoviert und auch (für ukrainische Verhältnisse) gut ausgestattet, neben einer sehr lebhaften Katze gibt es ein Terrarium mit einer Schlange, ein Aquarium mit bunten Fischen, eine Schildkröte sowie Meerschweinchen (vielleicht habe ich noch etwas übersehen oder vergessen, aber deswegen nannte ich das “Zoo”).

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Die beiden Mädchen gehen jetzt in der 6. (Mascha) bzw. 4. Klasse. Sie besuchen eine Schule in der früheren Wohngegend bei der Metro-Station Lukjaniwska, d.h. nördlich der Innenstadt), sie werden morgens von Switlana auf dem Weg zur Arbeit dorthin gebracht, nachmittags kommen sie selbständig nach Hause. Mascha ist die etwas ruhigere, die aber auch auch mehr an den traumatischen Umständen des Todes ihres Vaters und der Tatsache, dass die Leiche lange nicht auffindbar war (vgl. Bericht 14), zu knabbern hat. Sie hat Englischunterricht in der Schule und in einer Nachhilfegruppe, kam aber in der Gruppe nicht so gut zurecht, so dass Switlana sich eigentlich entschieden hat, ihr Einzelunterricht geben zu lassen, allerdings fehlte dafür die nötige Finanzierung. Ljola ist der Wirbelwind in der Familie (abgesehen von der Katze!), mit den Rollerblades ihrer Schwester wirkte sie noch älter und größer, so dass ich sie zunächst für die ältere der beiden Schwestern hielt. Ljola spielt gerne und gut Geige und möchte gerne Gitarrenstunden haben, aber auch dafür fehlte bisher das nötige Kleingeld.

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Das war dann doch ein guter Anlass, zur Geldübergabe zu schreiten. Im Auftrag des Vereins Euromaidan NRW e.V. überreichte ich 500.- Euro, die dankend (und staunend) entgegengenommen werden. Das Geld ist sehr willkommen, denn erstens wird Switlanas Einkommen sich durch die Fortbildung reduzieren, zweitens sollen die beiden Mädchen Englisch- bzw. Gitarrenunterricht erhalten und drittens will Mascha eigentlich am liebsten auf ein Gymnasium mit IT-Spezialisierung wechseln (ihr Vater war IT-Spezialist, und dies und ihre Begabung für Mathematik sind ihr Ansporn dafür).


Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung – Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

Herzlichst

Klaus H. Walter und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

 

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