Spendenübergabe an Witwe Olga und Tochter Marta am 08.10.2015, Schytomyr – Bericht 45/2015

Meine Dienstreise hat begonnen. Ich befinde mich in der Stadt Schytomyr der Ukraine, und ein Treffen mit Witwe Olga Gnatjuk ist vereinbart. Dies ist bereits die zweite Auszahlung an diese kleine Familie, welche ich gleich dank Ihnen durchführen kann. Über das erste Treffen, Anfang 2015, könnt ihr hier nachlesen: Link

Wir treffen uns in der Kleiderkammer der Hilfsinitiative der Demokratischen Allianz Schytomyr, denn Olga und Marta sind umgezogen und leben nun in der Nähe von Kyiw. Was mag sich wohl seit dem ersten Besuch verändern haben, im Leben der kleinen Marta und ihrer starken Mutter?

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Und da kamen mir die beiden auch schon gut gelaunt entgegen, und wir unterhielten uns, als ob wir uns erst gestern voneinander verabschiedet hatten. Olga lebte wohnte bisher in Schytomyr. Eines Tages fuhr sie die Kollegen ihres verstorbenen Mannes besuchen, wurde ganz herzlich empfangen und verbrachte dort (mittlerweile ihrem jetzigen Wohnort) ein paar schöne Tage. Olga sagt: “ Ich habe mich in den Ort verliebt, weil alles gepflegt aussah, die Menschen freundlich waren, und weil es so viele Spielplätze gibt, die richtig kinderfreundlich bemalt waren. Aber vor allem wuchsen überall Blumen. Ich wollte nicht mehr weg von hier. Deswegen sprach ich die Kollegen meines Mannes an, und sie halfen mir. So konnten wir an diesen für uns besseren Ort ziehen, und das ist auch gut so, ich bereue meine Entscheidung nicht. Egal wo ich in Schyomyr war, ich dachte immer an meinen verstorbenen Ehemann. An unseren ersten Kuss, das erste Treffen, den Heiratsantrag und an all die schönen Dinge und Zeiten die mit ihm zu tun hatten. So konnte ich nicht weiter leben, denn ich musste stark sein und meine liebe Marta groß ziehen, aber vor allem auch mich selber als Mensch weiter entwickeln.“ Und so hat sie sich an eine Akademie eingeschrieben. In der Zeit, wenn Marta zur Schule geht, geht auch Olga zur Schule, wo sie sich weiter bildet, damit sie später einen guten Job erlangen kann.

Ich sah sie an und fühlte mich in einen anderen Raum versetzt, in den Raum, über den sie grade sprach. Ihre Augen strahlten dabei, und sie erzählte mir das alles mit so einer Begeisterung, dass ich mich so richtig für die beiden freute. Dort in besagter Wohngegend hat sie ein Zimmer für sich und Marta angemietet. Die eigene Wohnung, die ihnen offiziell zusteht, haben sie noch nicht bekommen, aber sie sind darüber nicht traurig.

„Irgendwann bekommen wir unser eigenes Heim, da bin ich mir sicher. Wir haben Hilfe. Die Freunde meines gefallenen Mannes behandeln uns ganz lieb, und keiner zeigt bloß Mitleid, sondern sie versuchen uns so normal wie möglich wieder ins Leben zu integrieren. Das tut sehr gut. Ich mag es sowieso nicht wenn mich jemand bemitleidet. Dieser Umzug war die Rettung für mich, … die Rettung für uns!“ sagte Olga zu mir.

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Die kleine Marta, vor kurzem 6 geworden, beschäftigte Oleg Boyko und Alexander, unseren Fahrer, der uns all die Tage, die ich hier bin, hin- und herfahren wird, die ganze Zeit. Die beiden Männer tobten mit Marta herum, und so konnte ich mit ihrer Mutter in aller Ruhe weiter reden.

Marta wurde schon eingeschult. Die Schule ist toll, und die Lehrer sind alle nett. Was soll man sich mehr wünschen. Ihr geht es am neuen Wohnort sehr gut. Zwischendurch gehen sie zum Psychologen, denn Olga macht sich Sorgen um Marta. Klar, als “Energiebündel” weint sie nicht mehr und redet immer davon, dass sie stark sein muss für Papa. Öfters bevor sie schlafen geht, hört Olga, wie sie dem Papa alles erzählt, was so am Tag gelaufen ist, und manchmal entschuldigt sie sich, falls sie etwas angestellt hat.

Olga erzählte mir über ihre Eltern, die in Russland leben, dass sie sie sehr stark unterstützen und dass dies ihr auch sehr hilft. Gerade jetzt befindet sich ihr Vater auch hier in der Ukraine, und sie sagt mir, dass ich ihn kennenlernen kann, wenn ich möchte, und natürlich wollte ich es. Da Marta die Männer körperlich total ausgelaugt hat, 😉 ging ich zur Spendenübergabe weiter und zahlte an Marta und ihre Mutter einen Betrag in Höhe von 200,00 € aus. Dafür bedankten sich die beiden ganz herzlich.

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Dann fuhren wir zu einem kleinen Café, wo sich der Vater von Olga aufhielt. Ein großer Mann kam mir entgegen. Ich schaute in sein offenes Gesicht und sah seine Augen, die mit viel Schmerz erfüllt waren. Obwohl wir uns zum ersten Mal trafen, umarmte er mich, wie ein Vater seine Tochter umarmen würde, und sagte zu mir: „Danke, an Sie und alle Menschen, die meine Kleinen nicht vergessen und unterstützt haben.“ Jetzt, wenn ich darüber schreibe, steckt mir abermals ein Kloß im Hals.

Wir unterhielten uns etwas über alles und nichts. Dieses Gespräch gab mir wirklich Hoffnung, dass noch nicht alles verloren war, dass es doch noch Menschen gibt, welche objektiv die Situation und die Tatsachen genau so sehen wie sie sind! Aber wie immer, wenn es gerade so schön ist, muss ich mich verabschieden, denn die nächste verwitwete Frau mit Kindern wartet schon auf eure Hilfe!

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Nachtrag:

Am 17. Oktober 2015 war ich in Kyiw und rief Olga an, ob sie und Marta nicht Lust hätten, sich nochmal mit mir zu treffen. Sie sagte zu, und so sah ich die beiden noch einmal. Die kleine Marta … sie ist ein so lebendiges und freudiges Kind. Sie tobte herum und stellte viele Fragen. Ein Kind, das auf das Leben sehr neugierig ist. Sie fragte, ob mein Sohn nicht bei ihr bleiben dürfe, denn dann hätte sie einen Bruder :-). Mein Sohn Alex spielte mit der Kleinen und konnte das Energiebündelchen gut aushalten. Als das Treffen zuende ging, sprang sie an ihm hoch und umarmte ihn so ganz doll. Ein schönes Bild, mit dem ich diesen Bericht abschließe!

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Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung – Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

Herzlichst

Eure Noelie Uhlmann und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

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