Spendenübergabe an Witwe Ksenija und ihre zwei Kinder am 08.10.2015, Schytomyr – Bericht: 48/2015

Wir haben die Witwe Ksenija erst vor kurzem in unser Hilfsprogramm „Witwen und Kinder der Ukraine“ aufgenommen. Den Spendenaufruf, der für diese Familie geschrieben wurde, könnt ihr hier nachlesen.

Draußen ist es schon dunkel, als wir mit unserer Delegation vor ihrer Tür stehen. Kurz klingeln und da geht die Türe schon auf.

Erster Eindruck: Eine kleine, zierliche Frau macht uns die Tür auf, ein kleiner Junge mit einem Lächeln auf dem Gesicht steht neben seiner Mutter und schaut uns neugierig an. Wir werden sofort rein gebeten und werden gefragt, was wir trinken möchten. Ein Tisch ist schon vorbereitet, und es wird sofort Kuchen serviert. Damit nimmt die Witwe mir komplett meine Angst weg; obwohl es noch nicht lange her ist, dass sie endlich ihren Mann würdig begraben konnte.

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So sitzen wir alle am Tisch und reden erstmal über alles und nichts. Der kleine Gleb ist drei Jahre alt und hat keine Angst vor uns, eher umgekehrt, denn er kommt auf uns zu. Aber mehr wendet er sich den Männer und meinem Sohn zu, der sich dann auch mit dem kleinem Sonnenschein beschäftigt.

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Ein hübsches Mädchen Namens Elisaweta kommt auch etwas später dazu, sie ist die älteste Tochter, sie ist 13 und besucht die 7. Klasse. Sie ist sehr schüchtern und schaut sich alles nur an. Als sie hörte, dass wir über ihren verstorbenen Vater reden, steht sie sofort auf und verlässt den Raum. Der Tod ihres Vaters hat das Leben dieses jungen Mädchens schwer gekennzeichnet. Ein Schmerz, mit dem sie leben und leider auch umzugehen lernen muss. Sie liebt ihren kleinen Bruder sehr und kümmert sich sehr liebevoll um ihn. Ihre Freizeit verbringt sie meistens mit ihm. Natürlich hat sie ihre Freunde an der Schule, aber zur Zeit ist das alles zu viel für sie.

Die Witwe Ksenija ist 41 und von Beruf Krankenschwester, sie ist derzeitig noch in Mutterschaftsurlaub, aber in einem halben Jahr geht sie wieder arbeiten. Sie sieht sehr geschafft aus, ihre Augen sagen mehr als tausend Worte. Sie versucht stark zu sein und das auch nach außen zu zeigen.

Sie sagt zu mir einen Satz: „Ich bin so verletzt, ich habe so viel Schmerz in mir…“ Danach kann sie nichts mehr sagen, ihr Kopf senkt sich, und sie weint leise vor sich hin.

Mit Jurii war sie seit 15 Jahren sehr glücklich zusammen. Kennengelernt hat sie ihn, als er krank war und Hilfe brauchte, damals trat Ksenija in sein Leben. Sie wuchsen zu einer wundervollen Familie, die so viel in ihrem Leben vorhatten. Leider muss Ksenija jetzt alleine schauen, wie es weiter geht und beide Kinder auf die Beine bringen.

“Mein Mann wurde einberufen, er kam nach Hause und stellte mich einfach vor die nackten Tatsachen. Er konnte nicht anders handeln. Ich habe alles still akzeptiert. Als er im Krieg war, hat er mir nie etwas erzählt. Als ich ihn gefragt habe, wie es ihm geht sagte er zu mir: ‘Wie willst du mir helfen? Frag mich am Besten gar nichts, es ist besser so!’

Am 28.07.2014 hat er mich angerufen und sagte nur einen Satz: ‘Pass bitte auf unsere Kinder auf.’ Danach legte er einfach auf. Ab dem 30.07.2014 hörte ich gar nichts mehr von ihm. Ich rief ihn weitere zwei Tage an, danach war sein Handy aus.”

Der gefallene Ehemann Jurij starb vor mehr als einem Jahr in der Nähe des Dorfes Stepaniwka im Gebiet Donezk. Da die Leiche des gefallenen Soldaten der 30. mechanisierten Brigade nicht auffindbar war, hoffte seine Familie weiterhin, dass der Ehemann und Vater vielleicht doch noch am Leben sei…

Bis zum 18.08.2015, denn an jenem Tag wurde seine Leiche unter der Nr. 179 identifiziert.

Am 21. August 2015 fand die Beerdigung statt, welche von Hunderten von Menschen besucht wurde. Diese kamen, um dem Gefallenen die letzte Ehre zu erweisen. Seine privaten Sachen werden ihr irgendwann überbracht werden, hofft die Witwe bis heute, damit sie noch etwas von ihm hat, das er in seinen letzten Momenten bei sich trug.

„Mein Mann war ein sehr lieber Mensch, er mochte es nicht, wenn Menschen sich stritten, deshalb war unsere Ehe sehr ruhig und glücklich. Er war ein sehr zielstrebiger Mensch und ein guter Vater und Ehemann.“

Ksenija und ihre zwei Kinder leben in einer 2-Zimmer-Wohnung, die ihrem Mann und seinem Bruder gehörte. Wie es nun weiter verlaufen wird, weiß sie noch nicht, aber sie hofft, dass sie hier weiter wohnen dürfen, denn sie hat mit ihrem Mann sehr viel hier rein gesteckt. Das wünsche ich mir auch für die junge Witwe.

Beim Zuhören habe ich total die Zeit vergessen, und als ich dann sehe, wie spät es ist, entschuldige ich mich und gehe zur Geldübergabe über. Im Namen des Vereins und allen Spendern übergab ich Ksenija für Gleb und Elisaweta 450,00€. Sie bedankt sich herzlich für die Hilfe von euch.

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Als wir schon gehen wollen bemerken wir, dass der kleine Gleb meinen Sohn (der mit Gleb sehr schön spielte) zu dem Zeitpunkt, als ich ihm ein Zeichen gab, dass wir gehen müssen, einfach nicht loslassen wollte. Der kleine Mann kletterte auf Alex drauf, umarmte ihn – und das war ’s. Ksenija und ich standen sprachlos da und wussten nicht, was wir machen sollten. Das Kind wegnehmen ging auch nicht, da er anfing zu weinen. Ksenija wusste auch nicht, was sie machen sollte, sie sagte zu mir: „Eigentlich hält er sich von Fremden fern, Ihr Sohn hat eine geheime Sprache mit ihm gefunden.“ Und so standen wir da und versuchte den Kleinen zu überreden, Alex loszulassen. Nach langem Hin und Her gingen wir mit schwerem Gang doch raus und hörten noch draußen, wie der kleine Gleb drinnen weinte.


Wir möchten uns bei allen Spendern für die Hilfe, Unterstützung und Spenden ganz herzlich im Namen aller Witwen bedanken und hoffen weiter hin auf eure Unterstützung und Großzügigkeit für Kinder und Witwen der Ukraine, die eure Hilfe zu schätzen wissen, aber dennoch weiterhin Hilfe benötigen, um einfache Dinge wie Arztbesuche, Schule, Weiterbildung und Kleidung für ihre Kinder bezahlen zu können.

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Herzlichst

Eure Noelie Uhlmann und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

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Spendenübergabe an Witwe Julia und ihre zwei Töchter – 08.10.2015 – Schytomyr – Bericht 47/2015

Auf dieses Treffen freue ich mich sehr, da, als ich Julia das letzte mal gesehen habe, mittlerweile schon ein ganzes Jahr vergangen ist. Über unser erstes Treffen schrieb damals unsere Kollegin Natalia Likhacheva. Den Bericht könnt ihr hier nachlesen.

Die  Zeit vergeht viel zu schnell, aber hat sich hier etwas in einem Jahr verändert? Geht es der Familie gut? Diese und noch mehr Fragen kreisten in meinem Kopf herum.

Julia empfing uns wie damals ganz herzlich, und ihre Mutter war auch da – und das freute mich sehr, diese herzliche Frau treffen zu dürfen. Ein Tisch war schon mit Schnittchen, Kuchen und Kaffee gedeckt, und so saßen wir da und tauschten uns aus. Anna war zu Hause und beobachtete uns erst ein mal aus der „Ferne“. Sie brauchte Zeit um sich zu gewöhnen und mich abzutasten. Ein liebes Mädchen.

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Anastasia besucht die 5. Klasse und war nicht zu Hause, da sie nicht in Schytomyr war. Das Mädchen ist sehr begabt und besucht eine Eliteschule in Kyiw. Die Schule ist sehr teuer, und die Mutter konnte sich im Traum nicht vorstellen, dass ihre Tochter da jemals einen Platz bekommen würde. Für dieses Schuljahr ist ihr Platz gesichert, denn die Kosten hat die Rektorin selber übernommen. Anastasia bleibt dort fünf Tage (Mo-Fr), und am Wochenende muss ihre Mutter sie aus Kiew selber abholen. Das ist mit viel Stress verbunden, denn ein Auto besitzt sie nicht. Und so muss sie ewig fragen, ob ihr jemand hilft, oder muss die 260 km hin und zurück mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und bezahlen.

Sie bangt schon um das nächste Schuljahr, denn das Geld, um die Schule weiter zu finanzieren, hat sie nicht. So hofft sie sehr, dass vielleicht die Rektorin oder jemand anders ihr hilft, damit Anastasia weiter lernen kann und eine gute Zukunft haben kann.

Anna hört aufmerksam zu. Ich frage sie ob sie die Schule mag, sie lächelt mich an aber sagt: “Nicht so gerne.“

Über ihre Kinder kann Julia Stunden lang reden, aber ich möchte schließlich auch wissen, wie es ihr geht, und so wechsle ich langsam das Thema in eine andere Richtung. Ich frage sie einfach: „Wie geht es Ihnen selber?“

Julia sieht müde aus, sie hat abgenommen, und ihre Augen schauen mich sehr traurig an, und mit zitternder Stimme sagt sie:“ Ich bin jetzt alleine, das tut so weh … Ich fühle mich genau so wie ein Jahr zuvor, als mein Mann in einem Sarg nach zu Hause ankam.“

„Ich habe viel zu tun, gehe arbeiten, parallel lerne ich weiter, für die Prüfungen muss ich viel lernen, da werde ich extra Urlaub nehmen müssen. Ich habe für meinen Mann das Begräbnis ganz alleine ausgerichtet. Hilfe kommt nur von meinen Eltern. Wo sie nur können helfen sie mir. Ansonsten weiß ich nicht, wie es noch weiter gehen soll.“

Ljudmila Wjacheslawowna (56) ist die Mutter von Julia. Sie schaut ihre Tochter liebevoll an und sagt: „Wir werden helfen, wo wie nur können, leider können wir sie finanziell nicht unterstützen, aber es gibt andere Hilfen, die auch sehr wichtig sind.“

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Wir reden weiter über die Kinder, dass es Anna ganz gut geht und sie nach ihrem Papa kommt, genau wie er ist sie lebendig, lustig und wirbelt alles um sich herum. Anna kommt zu uns, jetzt hat sie sich aufgewärmt und quasselt mit uns. Julia gibt mir zu verstehen, dass sie sich freut, dass sie nicht vergessen wurde. Sie bedankt sich für die Sachspenden, Schulsachen und Schultaschen. Das alles half ihr sehr, denn sie verdient nur sehr wenig und muss schauen, wie sie ihre zwei Kinder groß zieht. Ich sage ihr, ich werde einen kurzen Bericht über unser Treffen zusammenfassen, vielleicht liest es jemand und entscheidet sich, ihnen zu helfen, damit Anastasia weiter an der Schule bleiben und sich gut ausbilden lassen kann.

Julia sagt: „Das wäre gut. Wäre mein Mann da, würden wir nicht in so einer schwierigen Situation stecken! Er fehlt mir sehr…“ Die Tränen laufen ihre Wangen herunter, und ihre Mutter weint auch.

Eine schwierige Situation, in der man nicht ganz genau weiß, was man sagen soll, denn jedes Wort könnte das falsche Wort sein, welches die Witwe nur noch trauriger machen könnte.

Ich erinnere mich daran, dass ich die Haribotüten im Auto vergessen habe, und damit unterbreche ich die Stille und wende mich an Anna: „Ich habe etwas vergessen, ich habe etwas dabie, was du gerne magst.“ Anna fängt an zu lächeln, sie ahnt bestimmt, was das sein kann. Oma und Julia wischen sich ihre Tränen weg und lächeln Anna entgegen.

Oleg Boyko ist so lieb, geht nach unten und holt die Süßigkeiten. Als er wieder zu uns kommt, lacht Anna und macht die Tüte sofort auf. Sie geht zu ihrer Mutter, umarmt sie und bietet ihr etwas an.

Ich schreite fort zur Geldübergabe und zahle eure Spenden in Höhe von 400,00 € an Julia für die Mädchen aus. Sie und die Mutter von ihr bedankten sich für eure Hilfe, die wirklich notwendig ist!

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Ich würde gerne noch weiter hier sitzen bleiben und mich mit beiden Frauen unterhalten, aber Oleg Boyko macht ein Zeichen, dass wir weiter gehen sollten. Wir gehen zu Tür und dann bleibe ich doch wieder stehen, aber Oleg kommt und zieht mich an meinem Arm, lacht und sagt zu Julia: „Sie will nicht auf mich hören.“ Mit einem Lachen verabschieden wir uns nun doch und die Fahrt geht weiter.


Wir möchten uns bei allen Spendern für die Hilfe, Unterstützung und Spenden ganz herzlich im Namen aller Witwen bedanken und hoffen weiter hin auf eure Unterstützung und Großzügigkeit für Kinder und Witwen der Ukraine, die eure Hilfe zu schätzen wissen, aber dennoch weiterhin Hilfe benötigen, um einfache Dinge wie Arztbesuche, Schule, Weiterbildung und Kleidung für ihre Kinder bezahlen zu können.

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Herzlichst

Eure Noelie Uhlmann und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

Sachspendenübergabe an Witwe Natalija, Borschtschiw – 23.11.2015 – Bericht 46/2015

Liebe Freunde:
Oksana Slopek, Mariya Medzikovic, die Sachspende ist bei Natalija mit 3 Kindern angekommen! Danke an Natalija Tschernjajewa für den Bericht und die Fotos.
Danke an alle, die dabei geholfen haben: Klaus H. Walter, Oleg Boyko und den Fahrer Petro Haljona


„Gerade kommen wir, Petro Halona und ich, aus Borschtschiw zurück – wir brachten Natalija und ihren Söhnen Geschenke von den deutschen Freunden von Euromaidan NRW e.V.

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Wir trafen die Mutter Natalija und den kleinen Artjomtschyk an, Witalij war gerade in der Schule, und der Kleinste, Jaroslawtschyk konnte nicht auf uns warten – er war eingeschlafen. Also hat also Artjom die Pflichten des Ältesten übernommen und uns in das Haus eingeladen. Er fing gleich an, die Tasche mit den Geschenken zu öffnen.. Aber dennoch musste die Mutter dieses angenehme Zeremonie unterbrechen, denn Artjomtschyk fand die „Hauptsache“ – die Süßigkeiten. 😉 Schade, dass Witalij nicht zu Hause war – eine ganze Tasche voller Geschenke – heute wird ein Feiertag!

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Und so bat uns Natalija, an alle, die die Dinge gesammelt haben – persönlich und im Namen ihrer Söhne ihren herzlichen Dank auszurichten! Vielen Dank an all die guten Menschen, die bei dieser Hilfslieferung für diese Familie mitgewirkt haben, und alle, die für den gemeinnützigen Verein Euromaidan NRW e.V. arbeiten!! Gott schenke Ihnen Gesundheit, Glück und Frieden !!! Wir sind dankbar, dass wir Euch haben !!!

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Vielen Dank an Oleg Boyko, der geholfen hat, dass wir etwas bekommen haben, um zu gehen und die Jungen besuchen zu können!!! 🙂

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Und noch dazu wurde heute der Familie eine neue Haustür gebracht und eingebaut. Wir konnten die neue Haustür bewundern – die der Familie so fehlte. Das Aydar-Mitglied Jurij hat sie in der lokalen Schreinerwerkstatt hergestellt.

Natalija Tschernjajewa


 

Wir freuen uns, dass inzwischen der Anbau (als Ersatz für die versehentlich nierdergebrannten Stallgebäude) Fortschritte macht – der Rohbau steht schon, und die Fenster sind schon gesetzt – jetzt fehlt noch das Dach. (vgl. Bericht 39)


Hier sind noch ein paar Bilder von „unterwegs“:

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Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

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Spendenübergabe an Witwe Olga und Tochter Marta am 08.10.2015, Schytomyr – Bericht 45/2015

Meine Dienstreise hat begonnen. Ich befinde mich in der Stadt Schytomyr der Ukraine, und ein Treffen mit Witwe Olga Gnatjuk ist vereinbart. Dies ist bereits die zweite Auszahlung an diese kleine Familie, welche ich gleich dank Ihnen durchführen kann. Über das erste Treffen, Anfang 2015, könnt ihr hier nachlesen: Link

Wir treffen uns in der Kleiderkammer der Hilfsinitiative der Demokratischen Allianz Schytomyr, denn Olga und Marta sind umgezogen und leben nun in der Nähe von Kyiw. Was mag sich wohl seit dem ersten Besuch verändern haben, im Leben der kleinen Marta und ihrer starken Mutter?

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Und da kamen mir die beiden auch schon gut gelaunt entgegen, und wir unterhielten uns, als ob wir uns erst gestern voneinander verabschiedet hatten. Olga lebte wohnte bisher in Schytomyr. Eines Tages fuhr sie die Kollegen ihres verstorbenen Mannes besuchen, wurde ganz herzlich empfangen und verbrachte dort (mittlerweile ihrem jetzigen Wohnort) ein paar schöne Tage. Olga sagt: “ Ich habe mich in den Ort verliebt, weil alles gepflegt aussah, die Menschen freundlich waren, und weil es so viele Spielplätze gibt, die richtig kinderfreundlich bemalt waren. Aber vor allem wuchsen überall Blumen. Ich wollte nicht mehr weg von hier. Deswegen sprach ich die Kollegen meines Mannes an, und sie halfen mir. So konnten wir an diesen für uns besseren Ort ziehen, und das ist auch gut so, ich bereue meine Entscheidung nicht. Egal wo ich in Schyomyr war, ich dachte immer an meinen verstorbenen Ehemann. An unseren ersten Kuss, das erste Treffen, den Heiratsantrag und an all die schönen Dinge und Zeiten die mit ihm zu tun hatten. So konnte ich nicht weiter leben, denn ich musste stark sein und meine liebe Marta groß ziehen, aber vor allem auch mich selber als Mensch weiter entwickeln.“ Und so hat sie sich an eine Akademie eingeschrieben. In der Zeit, wenn Marta zur Schule geht, geht auch Olga zur Schule, wo sie sich weiter bildet, damit sie später einen guten Job erlangen kann.

Ich sah sie an und fühlte mich in einen anderen Raum versetzt, in den Raum, über den sie grade sprach. Ihre Augen strahlten dabei, und sie erzählte mir das alles mit so einer Begeisterung, dass ich mich so richtig für die beiden freute. Dort in besagter Wohngegend hat sie ein Zimmer für sich und Marta angemietet. Die eigene Wohnung, die ihnen offiziell zusteht, haben sie noch nicht bekommen, aber sie sind darüber nicht traurig.

„Irgendwann bekommen wir unser eigenes Heim, da bin ich mir sicher. Wir haben Hilfe. Die Freunde meines gefallenen Mannes behandeln uns ganz lieb, und keiner zeigt bloß Mitleid, sondern sie versuchen uns so normal wie möglich wieder ins Leben zu integrieren. Das tut sehr gut. Ich mag es sowieso nicht wenn mich jemand bemitleidet. Dieser Umzug war die Rettung für mich, … die Rettung für uns!“ sagte Olga zu mir.

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Die kleine Marta, vor kurzem 6 geworden, beschäftigte Oleg Boyko und Alexander, unseren Fahrer, der uns all die Tage, die ich hier bin, hin- und herfahren wird, die ganze Zeit. Die beiden Männer tobten mit Marta herum, und so konnte ich mit ihrer Mutter in aller Ruhe weiter reden.

Marta wurde schon eingeschult. Die Schule ist toll, und die Lehrer sind alle nett. Was soll man sich mehr wünschen. Ihr geht es am neuen Wohnort sehr gut. Zwischendurch gehen sie zum Psychologen, denn Olga macht sich Sorgen um Marta. Klar, als “Energiebündel” weint sie nicht mehr und redet immer davon, dass sie stark sein muss für Papa. Öfters bevor sie schlafen geht, hört Olga, wie sie dem Papa alles erzählt, was so am Tag gelaufen ist, und manchmal entschuldigt sie sich, falls sie etwas angestellt hat.

Olga erzählte mir über ihre Eltern, die in Russland leben, dass sie sie sehr stark unterstützen und dass dies ihr auch sehr hilft. Gerade jetzt befindet sich ihr Vater auch hier in der Ukraine, und sie sagt mir, dass ich ihn kennenlernen kann, wenn ich möchte, und natürlich wollte ich es. Da Marta die Männer körperlich total ausgelaugt hat, 😉 ging ich zur Spendenübergabe weiter und zahlte an Marta und ihre Mutter einen Betrag in Höhe von 200,00 € aus. Dafür bedankten sich die beiden ganz herzlich.

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Dann fuhren wir zu einem kleinen Café, wo sich der Vater von Olga aufhielt. Ein großer Mann kam mir entgegen. Ich schaute in sein offenes Gesicht und sah seine Augen, die mit viel Schmerz erfüllt waren. Obwohl wir uns zum ersten Mal trafen, umarmte er mich, wie ein Vater seine Tochter umarmen würde, und sagte zu mir: „Danke, an Sie und alle Menschen, die meine Kleinen nicht vergessen und unterstützt haben.“ Jetzt, wenn ich darüber schreibe, steckt mir abermals ein Kloß im Hals.

Wir unterhielten uns etwas über alles und nichts. Dieses Gespräch gab mir wirklich Hoffnung, dass noch nicht alles verloren war, dass es doch noch Menschen gibt, welche objektiv die Situation und die Tatsachen genau so sehen wie sie sind! Aber wie immer, wenn es gerade so schön ist, muss ich mich verabschieden, denn die nächste verwitwete Frau mit Kindern wartet schon auf eure Hilfe!

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Nachtrag:

Am 17. Oktober 2015 war ich in Kyiw und rief Olga an, ob sie und Marta nicht Lust hätten, sich nochmal mit mir zu treffen. Sie sagte zu, und so sah ich die beiden noch einmal. Die kleine Marta … sie ist ein so lebendiges und freudiges Kind. Sie tobte herum und stellte viele Fragen. Ein Kind, das auf das Leben sehr neugierig ist. Sie fragte, ob mein Sohn nicht bei ihr bleiben dürfe, denn dann hätte sie einen Bruder :-). Mein Sohn Alex spielte mit der Kleinen und konnte das Energiebündelchen gut aushalten. Als das Treffen zuende ging, sprang sie an ihm hoch und umarmte ihn so ganz doll. Ein schönes Bild, mit dem ich diesen Bericht abschließe!

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Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

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Herzlichst

Eure Noelie Uhlmann und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

Spendenaufruf und Spendenübergabe an Familie Krawtschuk am 13.10.2015, Stara Synjawa, Gebiet Chmelnyzkyj – Bericht 44/2015

Liebe Leser, in Bericht Nr. 27 (Juni 2015) haben wir euch schon mit Familie Krawtschuk bekannt gemacht und über sie berichtet. Ich habe mich am 13.10.2015 abermals mit Familie getroffen.

Es hat sich kaum etwas in ihrem Leben verändert…

Sie leben weiterhin in dem kleinen Dorf, und Besserung scheint auch nicht in Sicht zu sein. Ehemann Jurij geht weiterhin für nur 2000 UAH im Monat arbeiten (nach heutigem Kurs ca. 78 €). Er ist zeitlich sehr eingespannt, da er an 7 Tagen in der Woche von 7 bis 22 Uhr arbeitet. Zudem wurde er bei den Wahlen nicht wiedergewählt. Das bedeutet, er hat nun auch keine Arbeit mehr.

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Seine Frau Natalija arbeitet momentan auch nicht, da sie vor kurzem schwer erkrankt ist, also kann sie nicht mal mehr auf den Märkten der umliegenden Ortschaften das wenige Geld machen, mit dem sie die Familie ihrerseits unterstützt hatte.

Ihr Sohn Oleksandr geht weiterhin zur Schule.

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Also ist alles beim alten mit dem kleinen Unterschied, dass nun kein Einkommen mehr gesichert ist. Die kleine Familie muss mit 2000 UAH  im Monat auskommen, und hiervon ihr Leben unterhalten, sowie auch Rechnungen bezahlen.

Mir ist bei meinem Besuch auch klar geworden, dass die ganze Familie den Schaden des Maidan noch nicht verarbeitet hat und auch nicht verarbeiten kann. Der Schmerz, die Ungewissheit, die Hoffnungslosigkeit und alles, ist immer noch gegenwärtig…

Jurij versteht einfach nicht, dass das System noch keine Fortschritte macht. Und für ihn als langzeitiger Maidan-Aktivist ist dieses sehr schmerzhaft. Es geht einfach nicht vorwärts, denn keiner kümmert sich um die Verbesserung des Landes, und das Wohl der Menschen in der Ukraine gerät immer mehr in Vergessenheit.

Daher möchten wir gerne etwas Gutes tun und haben die Familie Krawtschuk zu Besuch nach Deutschland einladen. Um ihnen zu zeigen, dass sich doch noch jemand sorgt, dass sie nicht vergessen wurden, dass es noch Menschen gibt, die ihnen helfen, ihnen Mitgefühl schenken, ihnen etwas gutes tun möchten, aber ihnen vor allem, wenn auch nur für eine kurze Zeit, etwas Ablenkung ermöglichen und Vergessenheit schenken.

Und so möchten wir ihnen über Weihnachten für zwei Wochen die schönste Zeit Deutschlands zeigen. Den Zauber dieser Saison, die Düfte, die bildschönen visuellen Eindrücke, aber vor allem die Herzlichkeit der Menschen zu dieser Jahreszeit. So eine Einladung ist natürlich etwas kostspielig. Die Flugtickets hin und zurück, dann die obligatorische Krankenversicherung, und etwas Taschengeld muss ja auch einberechnet werden.

Uns ist klar, dass die Familie Krawtschuk in ihrer derzeitigen Lage sich so etwas nie erlauben könnte. Daher wenden wir uns an euch, besonders (aber nicht nur) an diejenigen, welche die Familie schon persönlich kennen – oder aber von unseren Berichten, um so der kleinen Familie diesen dringend nötigen Erholungsurlaub zu ermöglichen.

Egal wie klein oder groß die Spende sein mag, in diesem Fall zählt jeder einzelne Euro!

Als ich kürzlich in der Ukraine war, übergab ich ihnen im Namen des Vereins EuroMaidan-NRW e.V. eine Spende von 200,00 € für eine Reise nach Kyiw, damit sie die Visa beantragen und die dafür nötigen Gebühren zahlen können.

Wir bitten Euch hoffnungsvoll um Spenden für Familie Krawtschuk. Damit wir errechnen können wieviel Geld für die Familie gespendet wird, verwendet bitte nur den unten angegebenen Verwendungszweck.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung – Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck: Unterstützung Krawtschuk

Vielen herzlichen Dank im voraus

Euer Team EuroMaidan-NRW e.V. Noelie Uhlmann