Spendenübergabe an Lilija L. in Luzk, 11. Juli 2015 – Bericht 40

Und hier der zweite Bericht über Witwenbesuche in Luzk und Wolhynien:

Gemeinsam mit Nadija Dudar von der Luzker Freiwilligeninitiative Wolyn-SOS fuhren wir nach dem Besuch bei der Witwe Natalija A. (Bericht 39) zu der zweiten Familie in der Stadt Luzk: Lilija L. und ihre Tochter Anna.

In unserem Spendenaufruf vom Juni hatten wir im Detail beschrieben, dass der Ernährer der Familie, Jurij, seit August 2014 bei Ilowajsk während Gefechtshandlungen vermisst wird. Leider konnten bisher keine sterblichen Überreste von ihm identifiziert werden, was die Ehefrau immer noch hoffen lässt, dass er sich in unbestätigter Gefangenschaft in Russland oder im Donbas befindet. Leider hat diese Situation auch zur Folge, dass sie weder Witwenrente noch Waisenrente für die Tochter oder irgendeine andere Art staatlicher Unterstützung bekommt.

Lilija lebt mit ihrer Tochter (und ihrer Mutter) in einem Wohnblock in einem neueren, gediegenen Stadtviertel mit guten Einkaufsmöglichkeiten und Busanbindung – in einer gut eingerichteten und absolut sauberen und aufgeräumten, relativ großen Wohnung, die noch zu Lebzeiten ihres Mannes gekauft wurde – insofern alles in Ordnung. Bedingt durch die schwere Traumatisierung Lilijas ist die Anwesenheit ihrer Mutter (die am Tag unseres Besuchs jedoch außer Haus war) durchaus zu begrüßen.

Wir hatten im Spendenaufruf ebenfalls über die Krankheit der kleinen Anna geschrieben, die an einem immer wieder nachwachsenden Tumor direkt neben der Nase leidet. Gott sei Dank schlägt die in regelmäßigen Abständen (inzwischen monatlich) notwendige Laserbehandlung, die in der Kyiwer Laserklinik von Olha Bohomolez vorgenommen wird, bisher gut an, der Tumor bildet sich – zwar sehr langsam, aber immerhin – zurück, bisher gab es drei derartige Termine, weitere neun sind vorgesehen, dann rechnen die Ärzte damit, dass der Tumor weg sein wird.

Dank der örtlichen Freiwilligeninitiative Wolyn-SOS müssen Anna und ihre Mutter die monatliche Reise nach Kyiw nicht mehr mit dem Zug (fast neun Stunden einfache Strecke) oder Bus machen sondern werden gefahren (und müssen auch nicht mehr bezahlen dafür). Auch wenn Anna die lange Autofahrt (400 km hin und 400 km wieder zurück – auf ukrainischen Straßen!) nicht mag, muss das leider sein – und hilft offensichtlich.

Bei unserem Besuch zeigte sich Anna sehr scheu, sie hatte offensichtlich Angst vor diesen fremden Menschen, weinte und zog sich protestierend zurück; als niemand darauf reagierte, flüchtete sie in die Arme ihrer Mutter und schaute aufmerksam um sich.

Bei unserem Gespräch mit Lilija erwähnte sie immer wieder, dass dann, wenn ihr Mann zurückkommt, alles sowieso wieder gut werde. Sie möchte eigentlich gar keine Hilfe in Anspruch nehmen – “es gibt andere, die das viel nötiger haben als ich!” Angebote auf die Teilnahme an psychologischer Beratung u.ä., die von Wolyn-SOS auch angeboten werden, schlug sie ebenfalls beharrlich aus. Die Reaktion auf unser gutes Zureden, sich doch bitte helfen zu lassen, führte allerdings dazu, dass Lilija dies einerseits einsah, dennoch aber zu weinen begann, und wir dann auch nicht weiter insistieren wollten.

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Als Ergebnis des Spendenaufrufs und aus den allgemeinen Spenden für Witwen konnten wir ihr einen Unterstützungsbetrag von 350.- Euro überreichen.

Wir hoffen, dass ihr dieser Betrag ein wenig hilft, das Leben wieder mehr genießen zu können, die Freiwilligeninitiative mit Nadija Dudar wird die Familie auch weiterhin intensiv begleiten und unterstützen.

Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche die Witwen und deren Kindern in der Ukraine gerade so dringend benötigen.

Spenden bitte über PayPal : hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung – Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

Herzlichst

Klaus H. Walter und Euer Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

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