Spendenübergabe an die Witwe Tatjana K. bei Kiyw, 6. Juli 2015 – Bericht 32

Der erste Witwenbesuch! Ein heißer Tag in Kyiw, wir hatten uns für 10 Uhr bei der Witwe Tatjana in einem Dorf ca. 30 km nördlich der Stadt angemeldet, die Straßenadresse war uns zwar bekannt, aber google.maps konnte uns die Straße nicht genau zeigen. Nun gut, ein älterer Passant gab uns freundlich Auskunft, er kannte das Schicksal der Witwe.

Tatjana und ihr Sohn Andrij erwarteten uns schon vor dem Haus, sie kommentierten unsere Ankunft mit “Die Deutschen kommen nie zu spät”.

Sie bewohnen im Anwesen der Schwiegereltern eine Ein-Zimmer-Einliegerwohnung, schön mit dem Nötigsten eingerichtet, alles piccobello sauber.

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Tatjana hat eine Halbtags-Arbeitsstelle bei der Post in der Rajonshauptstadt Wyschhorod, verdient allerdings nur einen Minimallohn; Andrij bekommt eine Waisenrente (ebenfalls nur ein geringer Betrag, wie landesüblich), die Bürokratie dafür ist nach vielen Monaten inzwischen erledigt. Die Schwiegereltern, mit denen Tatjana ein gutes Verhältnis hat, unterstützen sie, indem sie sie dort wohnen lassen und mit Erzeugnissen aus der eigenen Kleinlandwirtschaft wie Milch, Butter, Eier usw.

Andrijko ist ein aufgeweckter Sechsjähriger, der sich in der Schule gut macht, er hat das erste Schuljahr hinter sich. Anfangs nach der Todesnachricht war es schwer für ihn in der Schule, aber zum Schuljahresende sagte die Lehrerin, er habe sich stark verbessert. Rechnen gefällt ihm nach seiner eigenen Aussage besser als Lesen.

Gemeinsam mit seiner Mutter freut er sich auf den anstehenden Urlaub in Montenegro (der Parlamentsabgeordnete des Wahlkreises Wyschhorod hat es organisiert, dass allen sieben Witwen von dort mit ihren Kindern ein zweiwöchigen Aufenthalt am Mittelmeer finanziert werden konnte).

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Ihr gefallener Mann Oleksandr war in der 72. Brigade und hat nach seiner Einberufung drei Monate lang sein Land vor den Aggressoren geschützt. Am 11. Juli 14 wurde er im Dorf Tscherwonopartisansk im Gebiet Luhansk durch eine Landmine getötet.

Oleksandr wurde per Präsidentenerlass Nr. 747/2014 vom 29. September 2014, “für seinen außergewöhnlichen Mut und sein Heldentum bei der Verteidigung der nationalen Souveränität und der territorialen Integrität der Ukraine”, mit dem Orden “Für Mut» III. Grades (posthum) ausgezeichnet – Andrij zeigte uns stolz den Orden.

Für den Verein Euromaidan NRW e.V. übergaben wir den Betrag von 350.- € an Tatjana – den Erlös des Spendenaufrufs für sie, aufgestockt durch Spenden für “Witwen allgemein”.

Nach dem Besuch bei ihr fuhren beide noch gemeinsam mit uns zum Friedhof des Dorfes, um das Grab ihres Mannes bzw. Vaters zu besuchen. Ganz prominent am Kriegerdenkmal (der Gefallenen aus früheren Kriegen) haben die Gemeinde und die Freiwilligen sowie Armeekameraden ein aufwändig gestaltetes Grab errichtet. Danach hielten wir auch noch an der Dorfschule, an deren Außenfassade im Eingangbereich eine Gedenkplatte für den gefallenen Oleksandr angebracht ist, dort ging er – wie jetzt auch sein Sohn Andrij – zur Schule.

Unterstützung für Witwen – wir bitten um Spenden an

Bank: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn,

Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

Wir bedanken uns im Voraus

Eurer Team EuroMaidan NRW e.V.

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