Spendenübergabe an Witwe Nastja und ihren zweijährigen Sohn Aleksej, Melitopol 9.4.2015 – Bericht 29

Es ist nach 21:00 Uhr, als ich mich mit den örtlichen Volontären treffe, um zusammen mit ihnen zu einer jungen Frau zu fahren, die ihren Mann verloren hat. Swetlana Aleksejewa bleibt draußen im Auto und wartet dort auf uns, ihre Kollegin, die Nastja persönlich kennt, geht mit mir zu ihr.

Nastja ist 23 Jahre alt, groß, schlank, und hat wunderschöne grüne Augen, die in sich viel Angst zeigen. Sie macht die Haustür auf, bittet uns herein und dirigiert uns in Richtung Wohnzimmer. Ein kleiner Junge begleitet die junge Witwe. Das ist Aleksej, er ist gerade zwei Jahre alt geworden. Ein ganz süßer, kleiner Spatz, der immer neben Mama sein möchte. Er hält ein Auto in der Hand, das er uns dann zeigt und vorführt, wie es fahren kann.

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Die örtliche Volontärin hält sich im Hintergrund, während wir uns mit Nastja unterhalten. Ich bemerke, dass sie ganz leise vor sich hin weint, und als sie meinen Blick bemerkt, wischt sie sich ganz schnell ihre Tränen weg. Nastja lebt bei ihrer Schwiegermutter, die sie liebevoll bei sich aufgenommen hat, nachdem sie beide so einen wichtigen Menschen verloren haben. Das Leid schweißte die beiden Frauen zusammen. Und so lebt Nastja mit ihrem Sohn Aleksej, hier in diesem Wohnzimmer.

Ewhenij und Nastja haben sich vor 5 Jahren kennen gelernt. Nastja sagt: „Das war Liebe auf dem ersten Blick für uns beide. Mich hat es wie Donner getroffen und ihn auch. Acht Monate lang führten wir beide eine Beziehung, und als ich eines Tages von der Arbeit nach Hause kam, wartete mein Liebster Ewhenij mit einem Ehering auf mich. Das war ein romantischer Heiratsantrag.“

Weiter kann sie für eine Weile nicht sprechen, denn ihr Körper zittert, und Tränen überströmen ihr junges Gesicht in diesem Moment der Erinnerung.

„Seit zwei Jahren waren wir verheiratet, und er war ehrlich der liebste Mensch auf der Welt. Er kümmerte sich immer so liebevoll um mich. Er war nicht nur mein Ehemann, er war mein bester Freund! Ich liebe ihn so sehr! Er war so glücklich, als er erfuhr, dass er Papa sein würde. Die Geburt war sehr schwer, aber Ewhenij war dabei, er half mir und hielt meine Hand. Ich werde das nie vergessen! Als unser Sohn zur Welt kam, weinten wir beide vor Glück. Ewhenij war ein sehr verantwortungsvoller Mensch, Familie war für ihn alles. Er gab sich so viel Mühe, damit es uns gut geht. Am Anfang lebten wir hier bei seiner Mutter, danach hat er eine Wohnung für uns gemietet, und unsere Welt war vollkommen. Wir waren eine Familie. Jetzt lebe ich wieder hier, aber nicht mehr in dem Zimmer, in dem ich mit ihm wohnte. Mir tut es sehr weh, dieses Zimmer einfach so zu betreten. Ich hoffe, dass wir irgendwann eine Wohnung bekommen, damit unser Sohn endlich ein eigenes Heim bekommt.“

Die junge Witwe beschäftigt sich ständig mit ihrem Sohn, damit sie keine Zeit zum Nachdenken hat, denn es fällt ihr sehr schwer zu akzeptieren, dass ihr Mann nicht mehr nach Hause kommt. Der kleine Aleksej ist ein sehr erfreuliches Kind, liebt Schokolade und Autos sehr. Zweimal die Woche geht Nastja mit dem Jungen zur Therapie und in Entwicklungskurse, denn der junge braucht dies. Nastja macht alles, was sie nur kann.

Ewhenij starb mit 26 Jahren am 14. Februar 2015 im Hospital in Odessa. Die Ärzte haben alles versucht, leider konnten sie ihn nicht retten. die Verletzungen waren einfach zu schlimm. Am 18. Februar 2015 wurde Ewhenij auf dem Zentralfriedhof Melitopol beerdigt.

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Nastja sagt: „Er war Berufssoldat, und schon früher musste er immer mal kurz weg fahren, ich denke ab und zu, er befindet sich auf Dienstreise und kommt doch bald Nachhause: Ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, dass er wirklich tot ist. Ich bin wie in Zwischenwelten gefangen,“ bricht sie wieder in Tränen aus. Deshalb gehe ich zur Geldübergabe über.

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Wir würden so gerne mehr helfen, aber wir können nur das geben, was wir haben. Nastja bekommt für ihren Sohn Aleksej einen Betrag in Höhe von 300,00 € ausgezahlt. Sie bedankt sich für die Hilfe, die sie überhaupt nicht erwartet hat. Jetzt sind für die nächste Zeit die Kurse für ihren Sohn gesichert.

Wir, EuroMaidan NRW e.V., bedanken uns bei allen Spendern, die mit ihren Spenden die Witwen und ihre Kinder unterstützen. Wir möchten uns erneut an euch wenden und um eure Hilfe bitten:

Bank: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS
Kontoinhaber: Euromaidan NRW e.V. Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn

oder über Paypal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.
Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.
Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

(falls eine Spendenbescheinigung erwünscht ist, bitte die Anschrift – Straße, Hausnr., PLZ und Ort im Verwendungszweck angeben)

Herzliche Grüße, euer Team EuroMaidan NRW e.V.

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