Gedenkplakette für verstorbenen Soldaten des 90. Bataillons in Oserne enthüllt – seine Tochter erhielt seinen Orden

Ende Februar dieses Jahres wurde Wolodymyr Hnatjuk, ein 34-jähriger Soldat des  90. Scharfschützen-Bataillons, im Bereich der ATO in der Region Donezk getötet. Am 20. Juni – am Tag seines 35. Geburtstags, wurde an der Fassade des Gymnasiums in Oserne [bei Schytomyr, Anm. d. Übers.] eine Gedenktafel für den Helden enthüllt.

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Auf Vorschlag von Freiwilligen und mit der Unterstützung von gutwilligen Menschen hat man zur Erinnerung an diesen Soldaten eine Gedenkplatte erstellt und angebracht. …

Ein Vertreter des Militärs überreichte während der Veranstaltung der Tochter von Wolodymyr Hnatjuk, der 6-jährigen Marta, den posthum vom Präsidenten der Ukraine an ihren Vater verliehenen Orden „Für Mut“ III. Grades.

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Nach der Auszeichnung brach das Mädchen in Tränen aus und warf sich in die Arme ihrer Mutter und Großmutter.

Wolodymyrs Bruder Mykola sagte, dass im Krieg im Osten die Besten sterben:

„Wir alle leiden, weil jeder Grund zur Trauer hat. Heute ist das ganze Land in Trauer um unsere Helden. Mein Bruder war so ein guter Mensch, und wir verloren ihn im Krieg. Er hat nicht lange überlegt, bevor er dorthin ging, um uns alle zu schützen. Er hatte niemandem etwas gesagt, um uns nicht zu beunruhigen. Er glaubte nicht, dass er sterben könnte. Er hatte keine Angst vor dem Tod, und ich hoffe, dass sein Opfer nicht umsonst war. Viele seiner Freunde wurden dort getötet; Söhne und Familienväter. Denken wir auch an sie. Vielen Dank an alle, die weiterhin unser Militär auf dem Gebiet der ATO unterstützen, und an all diejenigen, die den Familien der Toten und Verwundeten helfen.“

Sein Militärkamerad Roman nannte Woldymyr Hnatjuk Bruder und bezeichnet ihn als guten, zuverlässigen, ehrlichen und fairen Menschen. Der Fallschirmjäger aus der 95. Brigade mit dem Kampfnamen „Askold“ stellt fest, dass Wolodymyr zu jung starb und nicht mehr miterleben kann, wie seine Tochter wächst. Er konnte nicht einmal sein Dienstjubiläum feiern, sondern gab sein Leben, damit die Ukraine eines Tages wieder in Frieden leben kann.

Der „Cyborg“ Wolodymyr Hnatjuk trug den Kampfnamen „Fotograf“. Vor der ATO diente er 15 Jahre als Berufssoldat im 13. Bataillon der 95. Luftlandebrigade. Anschließend verließ er die Armee, ging somit als Freiwilliger in den Osten.

Wolodymyr Hnatjuk war seiner Zeit auf Friedensmissionen im Kosovo und im Irak, aber was in der Ost-Ukraine passierte, bezeichnete er als entsetzlich. Das sei das Schlimmste gewesen, was er jemals gesehen hatte.

Hnatjuk und sein Bataillon gehörten zu den letzten ukrainischen Verteidigern, die den Flughafen Donezk verließen, nachdem die Terroristen ihn in Brand gesteckt hatten.

Euromaidan NRW e.V. unterstützt die Witwe und das Kind, Bericht über die Spendenübergabe hier.

Video mit der Ordensverleihung hier

Artikel von Julia Demus

Quelle: 1.ZT – Erstes Informationsportal Schytomyr, 22. Juni 2015

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