Spendenübergabe an die Witwe Tetiana Sukach-Kochetkova und ihre vier Kinder – Kyiw, 2.4.2015 – Bericht 25

Am 15.03.2015 ereilte uns die Nachricht, dass um 11:15 Uhr ein entscheidender Mensch, Wolodymyr Kochetkov-Sukach der Ukraine tragisch ums Leben gekommen ist, während er half, seine Heimat zu Verteidigen..

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Er war Vater von vier hübschen Kindern, Ehemann, Aktivist auf dem EuroMaidan in Kyiw, Mitglied des Anti-Korruptionsausschusses und des AutoMaidan, und zuständig in der Luftraumüberwachung bzw. Erkundung mit Drohnen. Mit seiner Arbeit konnte er vielen Soldaten helfen, die Feinde auszuspähen, und half so seinem Lande immens. Nicht nur schmerzt es in der Ukraine in dieser Hinsicht, er war darüber hinaus ein sehr respektierter und beliebter Lehrer an der Waldorfschule Sophia in Kyiw. Er war Freiwilliger, ein herzlicher und warmer Mensch und wurde von allen respektiert und gemocht.
Am 18.03.2015 fand seine Beerdigung statt, mehrere hundert Menschen kamen, um sich von ihm zu verabschieden.

All dies passierte kurz vor meiner [Noelie Uhlmann] Abreise in die Ukraine. Den Termin mit seiner Frau Tetiana hatte ich für heute Abend, den 02.04.2015 um 20:00 Uhr vereinbart, aber ich möchte nicht alleine dahin gehen. Die Beerdigung war erst vor zwei Wochen, und ich habe diesen Besuch so weit ich konnte nach hinten verschoben, aber jetzt muss ich mich zusammenreißen und Eure Hilfe an die zurückgelassene Familie übergeben. Ich rufe Oksana Syvak hinzu, sie leitet den Verein „Intiative E-Plus“ Ініціатива Е+ in Kiyw . Wir kennen uns sehr gut, und sie kannte auch den verstorbenen Wolodymyr, also stimmt sie zu, und wir gehen zusammen zu Witwe Tetjana nach Hause.

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Eine hübche Frau macht uns die Türe auf und bittet uns herein. Tetiana ist 44 Jahre alt, sieht aber viel jünger aus, ist sehr schlank, und strahlt eine unglaubliche Ruhe aus. Sie hat eine sehr beruhigende Stimme, mit der sie mir meine Ängste nahm. Wir betreten eine ganz gemütliche Küche, und uns wird sofort Tee und Kuchen angeboten.

Die Kinder kommen nach und nach auch dazu.

Warwara ist die älteste Tochter, sie ist 17 Jahre alt und beendet dieses Jahr die Waldorfschule. Ihre Zukunftspläne sind, weiter zu studieren, aber das ist nicht alles, sie spielt gerne auch die Violine.

Uljana ist 14 Jahre alt und sieht ihrer Mutter sehr ähnlich, sie geht noch zur Schule, besucht regelmäßig eine musikalische Schule, Klavier ist ihr Lieblingsinstrument.

Sawelyj ist jetzt der einzige Mann in dieser Familie, er ist 10 Jahre alt, treibt gerne Sport, und spielt im Goldenen Orchester ein ukrainisches Instrument – die Bandura.

Ewdokija ist die kleinste, sie ist erst acht Jahre alt und tanzt sehr gerne.

Alle vier Kinder sind gut in der Schule, und in ihrer Freizeit machen sie etwas Sinnvolles für ihr Leben und ihre Zukunft. Wenn die Mutter spricht, hören ihr alle zu, und keiner redet dazwischen. Hier verstehen sich alle ohne viele Worte.

Tetiana und Wolodymyr haben viel Liebe und Zuneigung an ihre Kinder geschenkt, das spürt man hautnah. Ich sehe Tetjana zum ersten mal, aber ich empfinde einen großen Respekt ihr gegenüber! In ungezwungener Weise kommen wir einfach so ins Gespräch. An dieses Gespräch erinnere ich mich immer wieder, wenn ich über sie nachdenke.

Tetiana sagt: „Ich habe nie gedacht, dass so viele Menschen meinen Mann Wolodymyr kennen. Er hat gelebt und hat das Leben geliebt. Er reiste sehr gerne und mochte es diese Welt selbst zu betrachten, etwas Neues zu erfahren, um später seine Erfahrungen an andere Menschen weiterzugeben. Mich bewegt es sehr, dass Sie uns in unserer jetzigen Situation helfen wollen! Ich bin beeindruckt!“

„Er war ein sehr schöner Mensch, er hat nie an sich selbst gedacht. Er interessierte sich immer für alles und bildete sich kontinuierlich immer weiter. Vor 20 Jahren hat er etwas über die Waldorfschule gehört, und etwas später gründete er eine Waldorfschule in Kyiw. Er arbeitete sehr viel dafür, dass diese Schule hier existiert. Er lernte Fremdsprachen und beherrschte sie auch. Letztendlich sprach er fünf Fremdsprachen fließend, darunter auch Deutsch.

1999 gab es an der Waldorfschule die erste Gruppe im Waldorfkindergarten, Wolodymyr hat die Kinder immer selber abgeholt und brachte sie auch wieder nach Hause. Er hat immer geschaut und kontrolliert, dass alles gut geht und dass die Kinder und Eltern zufrieden und glücklich sind, und auch glücklich bleiben. Jetzt lernen in unserer Schule ca. 400 Kinder.“

„Mein Mann war seit dem 21.11.2013 auch auf dem Maidan und hat die friedliche Bewegung unterstützt. Als die Unruhen im Mariupol anfingen, fuhr er auch sofort dorthin und wollte den Separatisten Wiederstand leisten. Seit dem beschäftigte er sich mit den Drohnen. Unser Sohn begleitete seinen Vater öfters hier in Kyiw, als sie die neuen Drohnen testeten. Er war Vater von ganzem Herzen und mit Leib und Seele, und er fand immer einen Zugang zu Kindern.“

Derzeitig arbeitet Tetiana nicht, denn die Kinder benötigen ihre Mutter sehr, das ist auch selbstverständlich! Sie kümmert sich um ihre Kinder, schaut nach dem Rechten in der Schule und engagiert sich in der Freiwilligenhilfe, wo sie nur kann.

Diese Wohnung gehört ihr nicht, sondern zahlen sie Miete. Aber jetzt, wenn Wolodymyr nicht mehr da ist, befindet sich die Familie nun in einer schwierigen Situation. Die Musikschule muss finanziert werden, damit die Kinder weiter lernen können, und die anderen Kurse, die sie zusätzlich besuchen.

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Die Witwe Tetiana bekommt eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 860,00 € von EuroMaidan NRW e.V. ausgezahlt. Sie und die Kinder bedanken sich dafür bei all den Menschen, denen ihr Verlust nahe ging.

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Sie bittet uns danach ins Wohnzimmer und zeigt uns Fotos, Urkunden und einen Altar, den sie mit ihren vier Kindern für den verstorbenen Wolodymyr aufgebaut hat. Sehr beeindruckend für mich, was ich sehe und an diesem Abend erfahre. Er war wirklich ein besonderer Mensch, und leider gehen die guten Menschen immer viel zu schnell von uns.

Wir machen ein paar Fotos, und es wird langsam Zeit, die Familie in Ruhe zu lassen und sich zu verabschieden. Wir gehen mit Oksana raus, es ist schon nach 23:00 Uhr.

Wir möchte Euch bitten, diesen Bericht weiter zu teilen, damit noch mehr Menschen erfahren, dass hinterlassene Witwen und deren Kinder eure Hilfe sehr brauchen. Wir können mit dem Geld nicht die Väter ersetzen, aber wir können damit das Leben der Kinder und deren Mütter etwas erleichtern, die Kinder können sich weiter bilden!

PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com
Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.
– oder Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn- Konto: Euromaidan NRW e.V. – IBAN-Nr. DE12380601861502025011 – BIC GENODED1BRS
Verwendungszweck: Hilfsaktion Witwen

Falls eine Spendenbescheinigung erwünscht ist, bitte auch die Anschrift – Straße, Hausnr., PLZ und Ort im Verwendungszweck angeben

Herzlichst, Euer Team EuroMaidan NRW e.V.

PS:
Auf dem folgenden Bild ist eine Möglichkeit angegeben, wie man die Familie über ein ukrainisches Privatbank-Konto unmittelbar helfen kann:
wol11

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