Spendenübergabe an die Witwe Ljubow aus Poltawa am 2. April 2015 in Kyiw – Bericht 22

lju8Die Witwe Ljubow musste mal wieder nach Kyiw kommen, um sich mit ihrer Anwältin zu treffen, daher nutze ich die Möglichkeit und verabrede mich mit ihr auch hier.

Wir treffen uns im Büro der Anwältin und begegnen uns zum allerersten Mal. Ihre Schwiegermutter begleitet sie auf allen Reisen. Ich finde es sehr gut, dass sie nicht ganz alleine alle Behördengänge erledigen muss. Und so unterhalten wir uns zu dritt, obwohl Schwiegermutter Tatjana Fedorowna sich eher im Hintergrund hält.
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Ljubow ist 27 Jahre alt und hat einen Sohn, er heißt Nikolai und ist gerade drei Jahre alt. Die Familie kommt aus Poltawa und musste vier Stunden mit der Bahn fahren, bis sie in Kiyw angekommen sind. Sohn Nikolai blieb Zuhause, da man ihm so eine Reise nicht zumuten wollte.
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Ihren Ehemann Ewhenij hat Ljubow im Jahre 2009 kennengelernt, sie sagt, es war Liebe auf dem ersten Blick. Als Eheleute hatten sie nie Streit und waren sehr glücklich darüber, dass sie beide sich gefunden haben.
Sie lebten bei der Mutter des verstorbenen Ewhenij. Ljubow lebt immer noch da, und die Schwiegermutter sagt: „Wir müssen zusammen halten! So kann ich Ljubow unterstützen und auf den Kleinen aufpassen. Zusammen ist alles besser, und Ljubow ist sowieso wie eine Tochter für mich.“

lju14Das tut sehr gut, solche Worte zu hören, und es ist auch gut, dass die Witwe mit ihrem Schmerz und Leid nicht alleine ist, denn wer kann sie besser verstehen als die Mutter, die ebenso ihr Kind verloren hat? Und so spenden sie sich gegenseitig Trost und unterstützen sich bei allen Behördenhürden, die sie jetzt durchstehen müssen.
Früher arbeitete Ewhenij als Renovierer, aber am 02.04.2014 wurde er einberufen und musste an die Front. Obwohl die beide Frauen ihn baten, zuhause zu bleiben, entschloss er sich dennoch an die Front zu gehen, um sein Land zu beschützen. Sein Bataillon mit der 93. Brigade wurde im Donezker Gebiet stationiert und Ewhenij war der Fahrer einer BMP-Maschine (ein gepanzerter Truppentransporter).

lju3Am 01.07.2014 kam die tragische Nachricht, dass er nicht mehr lebt. Die Witwe war am Boden zerstört, da sie einen Tag vorher noch eine SMS von ihm bekommen hatte, in der er in deutlichen Worten darauf hinwies, dass ihm etwas passieren könnte. Und nur einen Tag später hörte sein junges Herz auf zu schlagen – mit nur 30 Jahren.

Bis heute kämpft Ljubow darum, dass festgestellt wird, warum und wie ihr Mann verstorben ist. Die Geschichte ist sehr traurig, und es gibt viele Punkte, die noch nicht geklärt sind. Deshalb wünschen wir Ljubow und Tatjana Fedorowna viel Kraft, Mut und Geduld.

lju4Viele Problemen hat diese junge Frau, denn sie und Ewhenij waren noch nicht verheiratet, wodurch sie natürlich weder Anspruch auf Witwenrente hat noch auf eine sachgerechte Unterstützung für sich und ihren Sohn. Was schon ein einfacher Stempel oder eine simple Urkunde ausmachen kann. Aber die beiden liebten sich doch, sie haben ein Kind zur Welt gebracht.

Ewhenij war ein sehr lieber Mensch, und er war sehr gut sowohl als Vater als auch als Ehemann, erzählt mir Ljubow. Er war ein sehr friedvoller Mensch, mochte es nicht, wenn die Menschen sich stritten, und deshalb versuchte er immer, alle Streitereien sofort zu schlichten und alles aufzuklären. Der kleine Nikolai sagt: „Sehr schlecht, dass Papa nicht mehr da ist.“ Als die Witwe mir über ihren Sohn und ihren Mann private Details erzählt, brechen ihr die Tränen aus den Augen. Manchmal wacht sie auf in der Nacht, weil sie nach ihrem Mann sucht, der in den Träumen zu ihr spricht: „Alles wird gut, mach dir keine Sorgen.“

lju9Ich übereiche ein paar kleine Geschenke für Nikolai an seine Mutter. Danke dafür an Andreas Brandes, denn er besorgte all die Autos und Süßigkeiten. Als Ljubow die Geschenke sieht, fängt sie wieder an zu weinen, da dies die Lieblingssachen ihres Sohnes sind.

„Er wird sich so freuen. Ich mache ihnen ein paar Fotos und sende sie Ihnen noch morgen zu“. Das tat sie auch.

lju12Witwe Ljubow und Sohn Nikolai bekommen eine Spende in Höhe von 320,00 €. Dieser Betrag wurde von der LÖWEN Apotheke – H. G. Busen aus Mönchengladbach gespendet.

lju17Sie bedankt sich mehrmals für die Hilfe und fragt, ob sie Quittungen sammeln muss. Ich frage sie wofür, und sie antwortet:“Na ja, damit Sie sehen, dass ich das Geld wirklich für mein Kind ausgegeben habe.“ Ich schaue sie an und weiß nicht, soll ich lachen, weinen oder sie umarmen. Ich sage ihr: „Nein, wir und die Apotheke brauchen keine Quittungen, uns reicht es, wenn Sie es mir mündlich versprechen,“ worauf sie mir dann auch ihr Wort gibt.

lju16Sie bedankt sich wieder für die Hilfe, und es bleiben nur noch wenige Minuten Zeit, um ein paar Fotos zu machen, und dann muss sie schon los. Ihr Termin kommt näher, und danach muss sie wieder nach Poltawa fahren.

lju13Wir, der Verein EuroMaidan NRW e.V., bedanken uns ganz herzlich bei der LÖWEN Apotheke – H. G. Busen in Mönchengladbach. Lieben Dank für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement, welches die Witwen und deren Kinder in der Ukraine so dringend benötigen .Mit Ihrer Spende konnte einer weiteren Familie geholfen werden. Dankeschön!

Weitere Spenden für das Hilfsprogramm „Witwen und deren Kindern“ könnt ihr auf das unten angegebene Konto überweisen:

Konto: EuroMaidan NRW e. V., – Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn
IBAN-Nr. DE12380601861502025011, – BIC GENODED1BRS
Verwendungszweck: Hilfsaktion Witwen

oder Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

Herzlich, Euer Team “EuroMaidan-NRW e.V.”

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