Spendenübergabe an das Kinderheim „Sonne“ in Schytomyr am 31.03.2015 – Bericht 19

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Es ist schon wieder Abend, als wir aus Nowohrad-Wolynskyj zurück sind, aber wir bleiben nicht sitzen.

Den Betrag in Höhe von 650,00€ habe ich schon am 30.03.2015 umgetauscht und es kamen 17.225,00 Hrywnja (UAH) dabei raus.

Also gehen wir noch schnell zur Metro, rufen die Leiterin des Kinderheimes, Frau Sinko, an, um ihr Bescheid zu geben, dass wir doch noch heute vorbei kommen. Sie ist erkältet und will eigentlich schon nach Hause gehen, aber als sie hört, dass wir noch vorbei kommen, erklärt sie sich sofort bereit, auf uns zu warten.

Da wir gestern hier einkaufen waren, kennen wir uns schon aus, und daher werden die Wagen mit Lebensmitteln ganz schnell gefüllt. Etwas Geld bleibt übrig, und ich flitze ganz schnell nochmal rein und kaufe noch Waschpulver und Reinigungsmittel, und danach fahren wir nur ganz langsam los. Wir haben Angst, dass der Bus es nicht bis dahin schafft, so tief saß er durch die Last unseres Einkaufs.
Videos:

Wir kommen auf einem abgezäunten Territorium an, wo sich direkt auch ein Polizeipräsidium befindet. Mein Sohn und ich schauen uns an, und als wir anhalten, möchte er erst nicht mit aussteigen.

Frau Sinko kommt mit den Stellvertretern auf uns zu, begrüßt uns und lässt die Ware hineintragen, Jungs, die etwa 14 – 15 Jahre alt sind, helfen uns (oder wir ihnen), um alles reinzutragen. Es wird zuerst alles im Flur abgestellt, bis die Dame, die dafür zuständig ist. zu uns kommt. Oleg macht ganz schnell noch ein paar Fotos, während ich mich ein wenig umschaue.

Mein Sohn bleibt die ganze Zeit bei mir, denn er fühlt sich hier überhaupt nicht wohl, ich sehe ihm das ganz deutlich an. Eigentlich ist mir innerlich auch ganz kühl, ich kann dieses Gefühl nicht erklären. Vielleicht weil hier die älteren Kinder sind, und man deutlich spüren kann, dass dies ein Kinderheim ist.

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Frau Sinko, die Leiterin des Kinderheimes, bittet uns in ihr Büro, wo wir die Übergabe Dokumente unterzeichnen und kopieren können. Sie ist eine ganz herzliche Dame, sehr offen. Sie bedankt sich zuerst für all die Spenden, die das Kinderheim von euch durch den Verein EuroMaidan NRW bekommen hat. Sie meint, Oleg habe ihr gesagt, dass demnächst Hilfe kommt, aber dass ihnen so viel geholfen wird, habe sie nie erwartet und das wisse sie wirklich zu schätzen. Danke für all die Geschenke, welche die Kinder zum Geburtstag bekamen, bedankt sie sich schon wieder.

Das ganze Gespräch wird auf Russisch geführt, dies möchte ich an diese Stelle betonen. In diesen paar Tagen musste ich mehrmals in beiden Sprachen sprechen, und plötzlich von Ukrainisch auf Russisch umsteigen. Also dieser Mist, dass man in der Ukraine nicht Russisch sprechen darf, ist einfach nicht wahr!

Wir haben alle Dokumente durchgeschaut und unterzeichnet, da fragt Frau Sinko, ob ich zu den Kindern gehen möchte, und natürlich möchte ich das. Ich möchte sie sehen, hören – und sehen, wie sie hier leben. Keine zwei Minuten später stehe ich in einem Zimmer, wo sich ganz kleine Kinder befinden, und da vergesse ich mich. Die Kinder kommen sofort auf uns zu und sprechen uns an. Oleg und ich teilen uns auf, damit wir mit allen Kinder wirklich sprechen und sie auch alle anhören können. Alle Kinder fangen an, uns einen Vers vorzulesen, das ist so goldig, dass ich mir nur unter starker Anstrengung die Tränen zurückhalten kann. Ich nehme ein kleines Video auf:

Mehrere Kinder kommen auf mich zu und fragen: „Tante was hast du für uns mitgebracht? Gibt es etwas Leckeres?“ ALS ICH DAS GEHÖRT HABE, BLIEB MIR DER ATEM WEG! Sie fragten nicht nach Spielzeugen oder etwas anderem, nein sie fragten nach Essen… Ich wende mich an die Leiterin und frage sie, wann die Kinder das Obst bekommen werden, welches wir ihnen mitgebracht haben. Sie sagt, dass es morgen serviert werde, und ich solle mir keine Sorgen machen. Die Kinder werden alles bekommen, was wir mitgebracht haben.

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Wir verlassen dieses Zimmer, gehen weiter und treffen die etwas älteren Kinder. Manche sind dabei, ihre Hausaufgaben zu machen, einige basteln etwas, und andere spielen miteinander. Es gibt auch Kinder, die einfach nur stumm und einsam da sitzen und sich ganz allein beschäftigen.

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Ein Junge kommt zu mir und spricht mich auf Polnisch an, danach läuft er für wenigstens 45 Minuten hinter mir her und fragt mich aus, wer ich bin, woher ich komme, was ich hier mache und ob ich eigene Kinder habe. Er schaut mir dabei immer tief in die Augen und versucht ganz vorsichtig, mich an der Hand zu nehmen.

Jetzt verstehe ich dieses ungute Gefühl in mir, als ich das Haus betreten habe. Hier sind Kinder aller möglichen Kategorien, sie verstehen warum sie hier sind, und all diese Gefühle hängen zum Erdrücken schwer in der Luft.

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Die Mädchen zeigen mir ihre Zimmer, manche habe ich sogar wieder erkannt, sie sind wirklich groß geworden. Die Zeit vergeht… Oleg kennen die Kinder hier sehr gut und denken von ihm, dass er wie ein Weihnachtsmann ist. 🙂 Hoffentlich treffen diese Kinder solche Weihnachtsmänner und -Frauen sehr oft auf ihrem Lebensweg, damit sie wissen, sie werden geliebt, und dass es Menschen gibt, denen ihr Leben und Leiden nicht egal ist!

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EuroMaidan NRW e.V. möchte sich ganz herzlich bei allen Spendern für die Mittel bedanken, die gespendet wurden. Eure Hilfe war dringend notwendig hier – und wir freuen uns, dass wir diese Aufgabe in euren Namen durchführen durften. Das Kinderheim benötigt auch weiterhin unsere Unterstützung.

Für weitere Unterstützung des Kinderheim “Sonne”, benutzt bitte folgendes Konto:

Bank: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn, Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V.
Verwendungszweck : Hilfsaktion Kinderheim

oder mit PayPal : hilfsprogramm.de.ua@gmail.com Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

Herzliche Grüße,

euer Team EuroMaidan NRW e.V.

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