Spendenübergabe an das Kinderheim „Denyschi“, Schytomyr, 30.03.2015 – Bericht 13

deni1Wir haben bisher über die Spendenübergaben an Witwen berichtet. Da weitere Termine auf einen späteren Zeitpunkt verlegt wurden, möchten wir, Oleg Boyko und ich, keine Zeit verlieren und entscheiden uns daher jetzt und sofort die Spendenübergabe an das Kinderheim durchzuführen.

deni2Und so stehe ich in einer Bank und wechsle den Betrag in Höhe von 500,00€ in Hrywen (UAH) und bekomme dafür 13,250,00 Hrywen (UAH) . Als ich mich umdrehe, sehe ich den Oleg, der mich dabei fotografiert. Alles muss dokumentiert werden, sagt er zu mir und lächelt dabei.

Wir rufen die Leiterin des Kinderheimes an und fragen, was am Dringensten gebraucht wird. Klare Antwort kommt von Ihr: „Wir brauchen Lebensmittel.“ Dabei wusste sie nicht, über welche Summe wir verfügen. Sie bittet uns, 50 kg Mehl und Zucker zu kaufen und wenn es möglich etwas Öl. Wir sagen, es sei ok und machbar, und fahren zu Metro zum Einkaufen.

deni3Als wir bei der Metro sind, kaufen wir ganz viel ein: Mehl, Zucker, Reis, Grießbrei, Nudeln verschiedener Sorten, Bananen, Mandarinen, Käse, Spülmittel und noch viele andere Lebensmittel. Die ganze Summe ist bis zum letzten Cent aufgebraucht.

deni4Während des Einkaufs machen die Jungs, Oleg und Alexander, viel Unsinn und ich muss immer wieder lachen. Danke an Alexander, denn er rechnete immer alles aus und schaute, was wirklich gut aber preiswert ist, mehrmals rief er auch seine Frau an, um zu fragen ob dieses oder jenes Produkt wirklich gut ist. Obwohl der Anlass nicht so schön ist, lachen wir viel und haben zur Abwechselung mal gute Laune, bis wir zur Kasse kommen.

deni5Die Verkäuferin verhält sich recht komisch und will erst nicht kassieren, als sie sieht wieviele Sachen wir mitnehmen wollen. Sie ruft ihre Chefin an, und da mische ich mich ein. Nach kurzem hin und her werden wir endlich bedient und es geht langsam voran .

deni7deni13Schnell den Bus beladen, und die Reise geht auch prompt weiter. Nun, fünf Monate (Bericht über die damalige Spendenübergabe hier und hier) später befinde ich mich abermals auf dem Gelände des Kinderheimes „Denischi“. Ein komisches Gefühl überkommt mich, und etwas zieht sich in mir zusammen.

deni17Da läuft uns die Leiterin ganz schnell entgegen, Frau Schpak, und nimmt mich einfach so in ihre Arme. Ich war so überrascht und überrumpelt, dass ich nicht verstehe, was hier grade überhaupt passiert. Dann fragt sie den Oleg, wo Noelie ist und warum sie nicht dabei sei. Der Oleg lacht und sagt da ist sie doch. Frau Schpak schaut mich an und sagt: „Sie sind aber so jung, ich habe Sie mit Ihrer Kollegin verwechselt. Entschuldigen Sie mich bitte!“, und umarmt mich zum zweiten Mal. Ich bekomme Tränen in die Augen, sie umarmte mich so doll, als ob wir uns ewig kennen und wir uns so nah stehen. Sehr emotionale Begegnung.

Wir machen die Türe zum Bus auf und als sie sieht, dass er bis zum Dach beladen ist, bleibt ihr die Sprache weg. Sie steht nur da, hält ihre Hände zusammen vor der Brust und dann sagt sie:“Ich weiß nicht wie ich meinen Dank ausdrücken soll, danke das ihr immer an uns und an unsere Kinder denkt!“

deni18Sie geht kurz rein, und nach nach kamen Mitarbeiter raus und helfen uns die Sachen rein zu tragen bis alles drin ist. Dann schlägt Frau Schpak vor, dass wir ein paar Fotos machen und dann in ihr Büro gehen, da sie bestimmt die Übergabe unterzeichnen muss. Frau Schpak kennt sich schon aus, da dies nicht die erste Spende ist, die von EuroMaidan NRW e.V. an das Kinderheim übergeben wird.

deni20den21Nun sitzen wir bei ihr im Büro, und uns wird schnell Kaffee gemacht und selbstgebackene Teilchen serviert. Alles müssen wir probieren, sonst würde die Köchin sehr beleidigt sein, laut Frau Schpak, und so schlagen wir zu. Dabei zeige ich ihr die Unterlagen, mache Kopien für sie, und nachdem alles überprüft wurde, unterzeichnet sie die Übergabe.

deni22deni23Sie fragt mich, ob ich nicht nach oben gehen will, da die Kinder sich sehr freuen würden, weil jedes Mal wenn die Sachen aus Deutschland kommen, wird den Kindern gesagt:“ Die Sachen aus Deutschland sind angekommen.” Ich lasse alle beim Kaffee und Gebäck sitzen und flitze ganz schnell nach oben. Mein Herz schlägt so schnell, stark und laut, dass ich es selber hören kann.

deni24deni25Mehrere Kinder befinden sich im Konzertsaal und spielen. Als ich rein komme, bleibt die Zeit für mich stehen. So klein, so goldig, und dennoch verletzlich sind sie. Die Betreuerin fragt die Kinder ob sie etwas für Tante Noelie spielen oder singen sollten, und die Kinder wollen singen. So bekomme ich nun mein ganz eigenes kleines Konzert, welches ich auch auf Handy aufnehme. Ich kann euch die Gefühle nicht beschreiben, die ich dabei empfinde.

deni26deni27Etwas später erinnere ich mich an unser Kommando, das da unten sitzt und auf mich wartet, und so muss ich auch schon wieder gehen. Alle Kinder winken, manche kommen und umarmen mich, und ich heule, weil ich sie einfach noch nicht verlassen möchte.

deni30Zeit … Warum stehen wir immer unter Zeitdruck, warum können wir die Zeit einfach nicht vergessen??? Ich genieße den Augenblick sehr. Die Kinder sind etwas gewachsen, und ein paar Kinder wurden adoptiert. Die Atmosphäre hier im Kinderheim hat sich nicht verändert, denn man spürt mit Haut, dass die Kinder hier geliebt werden. Sie werden öfters umarmt und geschmust, sehr liebevoll angesprochen und all diese Liebe hört man in jedem Wort, mit dem die Betreuer, Erzieher, Direktorin sich an die Kinder wenden oder wie sie ihre Fragen beantworten. Man spürt es auch dadurch wie das Personal über die Kinder spricht.

deni34Die Direktorin kann stundenlang über die Kinder sprechen, und dabei leuchten ihre Augen und sie sagt ganz stolz: „Das sind unsere Kinder, wir werden immer für sie sorgen, sie lieben. Man kann einfach nicht anders, deshalb arbeite ich ja auch hier!“ Ich hoffe, dass all diese Kinder glücklich werden und eine Familie bekommen, die sie von ganzem Herzen liebt. Als ich wieder nach unten komme, sprechen wir noch kurz mit Frau Schpak, was so gebraucht wird und wie es ihnen allen hier so geht. Sie bedankt sich noch mal für alles, was vom Verein EuroMaidan NRW bei ihnen ankommt und sagt: „Ohne eure Hilfe, würde es uns wirklich sehr schlecht gehen. Sie haben uns wirklich sehr sehr geholfen. Es ist wirklich wunderschön, dass es Menschen wie euch, dass es EUCH gibt!“

deni35„Es werden Fernsehgeräte im Kinderheim gebraucht, eine Kettensäge, um Holz für die Heizung zurechtzuschneiden, Schulkleidung und wie immer all die Sachen, die für Kinder dringend notwendig sind – und natürlich Lebensmittel. Die Preise sind sehr gestiegen, aber wir bekommen immer noch nur den selben Betrag pro Kind, dass reicht nicht, um richtig einkaufen zu können, wir müssen sehr auf Rationierung achten. Aber jetzt werden die Kinder richtig schöne Feiertage haben!“ Danke für das Obst, bedankt sie sich schon wieder. Und so ist es Zeit für uns zu gehen, denn der nächste Termin wartet schon auf uns.

deni37Sie bringt uns noch zur Tür, umarmt mich und drückt mich ganz fest. Dann hält sie noch meine Hand und will sie nicht los lassen und fragt: „Sie vergessen uns nicht oder?“ Ich, meinerseits, kann die Frage nicht im Namen all der Menschen die spenden, beantworten, daher drücke ich mich neutral aus:  „Ich möchte Ihnen nichts versprechen, aber wir machen das was wir schaffen und können und hoffen, dass die Menschen weiterhin die Hilfe für dieses Kinderheim leisten wollen, können und auch werden.

deni38Wir möchten uns bei allen Spendern für ihre Hingabe bedanken, denn ihr seid einfach großartig. Vielen lieben Dank für all die Hilfe die ihr bis heute geleistet habt. Dank euch haben die Kinder ein wunderschönes Osterfest gehabt mit einem vollen Bäuchlein.

Für weitere Unterstützung des Kinderheim Denischi, benutzt bitte folgendes Konto:

PayPal : hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Bank: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn, Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V., Verwendungszweck : Hilfsaktion Kinderheim

Herzliche Grüße, euer Team EuroMaidan NRW e.V.

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