Spendenübergabe an Witwe Swetlana, Schytomyr, 29.3.2015 (Bericht 2)

Der zweite Termin nähert sich, dass heißt ich werde gleich Swetlana treffen. Da sie in unserem Witwen-Programm ist, kennen wir uns schon ein wenig, daher kann ich es einfach kaum abwarten, sie wieder zu sehen.

Swetlana (36), Tochter Daria (12) und die kleine Tochter Inessa (6 Monate) sind Zuhause. Als wir ankommen öffnet Swetlana uns sofort die Türe und bittet uns herein. Sie kommt auf mich zu und umarmt mich einfach so, als ob es das Natürlichste der Welt wäre. Ich konnte vor Freude fast dahinschmelzen, weil das hieß, dass sie mich nicht vergessen hat.

Kleine Erklärung vorab, um euch den wundersamen Wandel zu zeigen der in dieser Familie stattgefunden hat. Ich habe hier eine Handvoll Fotos gewählt weil man die Unterschiede hier am besten sehen kann:

swetlana1swetlana2Die beiden ersten Fotos entstanden am 18.08.2014 als sie noch schwanger war, und wir sie gerade in unser Witwen-Programm aufnahmen.

swetlana3

Foto 3 entstand am 07.10.2014 als wir die Witwe besucht haben, nachdem die kleine Inessa grad mal 2 Wochen alt wurde.

Der damalige Bericht findet sich hier.

swetlana4Foto 4 entstand am 29.03.2015 als ich sie auf meiner Dienstreise abermals besuchte.

Nun sagt mir was ihr seht…

Ich sehe, dass die junge Frau langsam zurückkehrt aus ihrem abgeschotteten Geiste. Sie sieht wunderschön aus, auch wenn der Schmerz noch tief sitzt und noch in ihren Augen geschrieben steht. Aber wenigstens lacht sie nun öfter, kommt mehr aus sich raus und erzählt nun endlich viel.

Sie arbeitet nun als Dozentin für Englisch an der Uni für ca. 6 Stunden am Tag, und es scheint ihr sehr gut zu tun, aus dem Haus zu kommen. Sie erzählt mir, wie es ihr geht und was sie so macht. Des weiteren erzählt sie mir, dass sie die Zahl 28 nicht mag, da an einem 28. immer etwas Schlimmes passiert. Außer der Geburt ihres Sohnes an einem 28. Tag, hat sie nichts schönes erlebt. Als wir ankamen, war Vladislav leider nicht Zuhause, weil seine Oma ihn zu sich geholt hatte und er erst in drei Tagen wieder nach Hause gebracht wurde. Also werde ich den kleinen, süßen Rabauken diesmal nicht zu sehen bekommen.

swetlana5Swetlana erzählte sehr viel von ihren Kindern. Wie sie sich entwickeln und wer was macht. Daria besucht die Schule und ist ganz gut darin. Vladislav besucht einen Kindergarten, und kann wie damals, nicht für eine Minute still sitzen. Immer ist er in Bewegung, hat 1.000 Fragen und fragt auch immer wieder nach seinem Papa.

Als sie mir dies erzählt, fängt sie an zu weinen, aber dies mal kontrolliert sie die Situation vollkommen und kommt schnell wieder zu sich. Auch erzählt Swetlana mir, dass sie noch immer in psychologischer Therapie ist, um besser mit ihrer Trauer leben zu können. Das finde ich sehr gut, dass sie sich um Hilfe bemüht und dass die Hilfe auch genau dahin geht, wo und wann sie benötigt wird.

swetlana6Daria lacht endlich auch viel mehr als damals und erzählt auch, wie es mit in der Schule geht. Sie fühlt sich besser und geht auch etwas nach draußen. Bevor sie geht sagt sie zu ihrer Mutter: „Ich liebe dich, aber wir sollen weiter leben, wir sind auch für dich da. Ich möchte, dass du wieder anfängst zu lachen.“ Diese Worte hatten ihre Wirkung und Swetlana versteht sie auch genau, wie ihre Tochter es meint. Die beiden sind ein gutes Team. Daria kümmert sich so viel sie nur kann um ihre kleinen Geschwister. Damit entlastet sie ihre Mutter sehr stark. Ich schaue Swetlana an und bemerke, wie wunderschön sie ist. Vor mir sitzt eine veränderte junge Frau die endlich wieder irgend etwas ausstrahlt.

swetlana7Als die Übergabe (300€) durchgeführt wird, gebe ich ihr den Schwan, und sie ist voll davon begeistert. Als ich ihr erzähle wer, was und warum ihr dieses Geschenk gemacht wird, ist sie gerührt und sehr dankbar. Sie bittet mich, ihren herzlichen Dank an Marco Gonsior auszudrücken. Sie bedankt sich auch für das Geld und die Sachspenden und meint, sie passen wie angegossen. Sie sagt, Deutschland habe ihr sehr geholfen, und bedankt sich bei allen, die ihren Teil geben, um diese Arbeit zu unterstützen.

Nach den Formalitäten frage ich sie, ob ich die kleine Inessa sehen darf, und sie führt uns alle ins Kinderzimmer.

Zu meinem Glück wacht sie gerade auf und ich darf sie auf den Arm nehmen. Als ich sie das letzte Mal auf dem Arm hatte, war sie gerade mal 2 Wochen alt, und jetzt schaut mich ein großes Augenpaar neugierig an. Ich wollte noch so gerne bleiben und mit ihr spielen, aber Oleg steht hinter mir und sagt, dass ich sie nun abgeben müsse, weil unser nächster Termin nahte. Schade…

Also gebe ich Inessa zurück an Swetlana frage noch, ob ich ein paar Fotos machen darf. Ich darf das, und ich werde die Fotos auch gleich mit euch teilen. Wir umarmen uns noch einmal und versprechen uns gegenseitig zu melden. Und dann gingen wir.

swetlana8Wir danken Euch herzlich für Eure Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche die Witwen und deren Kindern in der Ukraine gerade so dringend benötigen.

PayPal : hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Bank: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS
Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn
Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

Herzlich, Euer Team „Deutschland für die Ukraine“

„EuroMaidan NRW e.V.“

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