Deutscher Verein Euromaidan NRW gibt Familien von gefallenen Soldaten in Schytomyr weiterhin finanzielle Unterstützung

Die Vorsitzende des deutschen Vereins „Euromaidan NRW“ Noelie Uhlmann besuchte in der vergangenen Woche Schytomyr, um sich mit den Familien von gefallenen ATO-Mitgliedern treffen und ihnen finanzielle Unterstützung und Geschenke zu überreichen.

In Schytomyr kooperiert der Verein mit dem Freiwilligen Oleg Boyko. Vor ein paar Monaten hat Noelie ihre Bereitschaft angekündigt, die Kinder und mehrere Witwen von Soldaten der 95. Brigade in der Stadt und der Region in ein spezielles Unterstützungsprogramm aufzunehmen und sie zu besuchen.

Jetzt kam die Deutsche in die Region Schytomyr, um 17 Familien von getöteten Soldaten aus verschiedenen Brigaden und Freiwilligen-Bataillonen aufzusuchen. Die Familien bekamen zuvor schon Pakete mit Kleidung und anderen notwendigen Dingen, die Pakete wurden Oleg Boyko zugesandt, die er danach zu den Witwen nach Hause bringt. Seit kurzem wurden auch Witwen der gefallenen Soldaten aus der 30. Brigade/ Nowohrad-Wolynskyj ins Programm aufgenommen.

Nach Angaben von Uhlmann suchten immer mehr Menschen in Deutschland nach einer Möglichkeit, den Ukrainern zu helfen. Da der Verein „Euromaidan NRW“ den Krieg nicht direkt unterstützen will, sammelt er keine Spenden für den Kauf von Schutzwesten, Munition und militärischer Ausrüstung, sondern unterstützt statt dessen die Familien der Gefallenen und schickt z.B. Hilfslieferungen nach dem Bedarf eines Militärkrankenhauses in Odessa und hilft ukrainischen Soldaten, die in Deutschland in Krankenhäusern behandelt werden.

Für Noelie ist es wichtig, die Familien zu treffen, sich mit ihnen zu unterhalten, die Bedingungen zu sehen, unter denen die Kinder leben und alle Optionen der freiwilligen Hilfe objektiv zu bewerten. Es gibt eine durchgehende direkte Kommunikation zwischen den ausländischen Freiwilligen mit den unterstützten Familienangehörigen der Opfer des Krieges.

„Ich sehe, dass sich die Lage in einigen Familien seit unserem letzten Treffen vor ein paar Monaten deutlich verbessert hat. Die Witwen sind über das Schlimmste hinweg und leben weiter, die Kinder werden erzogen, und sie bewerben sich um eine Stelle. Hoffen wir, dass unsere Hilfe zu einem gewissen Grad helfen kann, dass sich dieser positive Trend fortsetzt,”  sagt Noelie Uhlmann. “Wir zahlen einer Witwe 200 € für jedes Kind, das in einer Familie von Verstorbenen ist. Einige erhielten diese Zahlungen zum zweiten Mal. Die einzige Bedingung – das Geld ist nur für das Kind zu verwenden. Das kann für einen Kurs sein, für den Besuch einer Kindergruppe, ein paar persönliche Gegenstände oder Kleidung, einen Ausflug. Ich versende alle Lieferung mit Bussen, deswegen bringe ich dieses Mal nur Süßigkeiten und Spielzeug. Wenn unsere Mitglieder erfahren, dass ich in die Ukraine fahre, dann kaufen sie Spielzeugautos für die Jungen und Kleider für kleine Mädchen und laden sie sogar ein, nach Deutschland zu kommen. Unser Verein hat zweimal Benefizkonzerte in Köln und Hamburg durchgeführt, bei denen größere Summen für die Witwen und Kinder der Opfer gesammelt wurden. In sozialen Netzwerken machen wir Auktionen, bei denen wir Kunsthandwerk verkaufen. Manchmal stelle ich einen zu verkaufenden Artikel ein und schreibe direkt dazu, wer das Geld bekommen soll. Wir machen Vögel aus Papier in den Farben der deutschen und ukrainischen Fahnen. Das ist eine komplexe Technik und erfordert viel Zeit, aber aus ihrem Verkauf ist gutes Geld für die Familien zu bekommen. Ich erhalte regelmäßig Pakete mit Kleidung, ich schau mir das an, sortiere, wasche und schicke alles in die Ukraine. In verschiedenen Städten der Ukraine haben wir Freiwillige. Ein Deutscher hat einmal gesagt: ‘Der Krieg in der Ukraine ist auch unser Krieg, wie die Ukraine ein Teil Europas ist’. Ich glaube, von diesem Prinzip können wir uns auch weiterhin leiten lassen.“

Bei ihrem Besuch in Schytomyr übergab Noelie 5.330 € an die Familien der Getöteten und verwendete weitere 1.150 € für den Kauf von Lebensmitteln (Getreide, Zucker, Obst) für die Kinder im Rehabilitationszentrum in Denyschi und im Waisenhaus auf der Manuilski-Straße in Schytomyr. Diesen beiden Institutionen hilft der Verein kontinuierlich mit Geldspenden, koordiniert von Oleg Boyko.

Insgesamt haben die deutschen Freiwilligen von „Euromaidan NRW“ in ihrem Programm ca. 240 ukrainische Familien. Nach dem Besuch in Schytomyr fuhr Noelie in die Regionen Kyiw, Winnyzja und Chmelnyzkyj sowie nach Riwne, Melitopol und andere Städte. Die Reise hat sie aus ihrer eigenen Tasche bezahlt, weil die Mittel des Vereins grundsätzlich nur für die Hilfe zu verwenden ist.

Julia Demus

Quelle: 1.zt.ua (Erstes Informationsportal von Schytomyr), 08.04.2015

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