Spendenübergabe an das Kinderheim in Denyschi, 14. Oktober 2014 – Bericht 15/2014

Es ist nun das zweite Mal, dass ich bei dieser Reise dieses Kinderheim besuchen werde, jetzt weiß ich aber, was da auf mich zukommen wird. Oleg begleitet mich wie immer, wenn ich mich in Schytomyr aufhalte.

Zuerst sind wir zur Bank gegangen, und ich habe 250 Euro in ukrainische Hrywnja umgetauscht und bekam 4.112,50 UAH dafür. Wir wollten erst auf dem Markt einkaufen, aber die wollten oder konnten mir keine Quittungen geben. Ohne Quittungen geht nichts, also fuhren wir zu Metro.

Mit zwei Einkaufswagen bewaffnet gingen wir gezielt auf Regale zu. Wir nahmen: Reis, Nudeln unterschiedlicher Sorten (es soll auch Spaß machen beim Essen und nicht immer das gleiche sein), Zucker, Gretschka (Grütze), Haferflocken, Shampoo, Käse, Bananen und natürlich 10 kg Schokolade. Ich dachte mir, etwas Ungesundes muss einfach dabei sein!

Wie viel wir von den einzelnen Sachen in Kilogramm einkauften, weiß ich nicht mehr, denn irgendwann hörte ich auf zu zählen. Für den Einkauf habe ich das ganze getauschte Geld ausgegeben.

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Als unser Einkauf erledigt war, fuhren wir direkt zum Kinderheim. An diesem Tag war ein Feiertag in der Ukraine, ich erinnere mich nicht mehr was für einer. Aber die Kinder waren im Theatersaal und spielten und tanzten mit Pädagogen. Wir haben das Auto ausgeladen.

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Als die Direktorin sah, dass wir wieder Schokolade gekauft haben, sagte sie selber zu mir:“ Wir nehmen jetzt etwas davon und verteilen es sofort an die Kinder.“ Das gefiel mir sehr gut, und ich sagte natürlich nicht nein. Ich konnte wieder mal die kleinen süßen Kinder sehen. Wir nahmen etwas Schokolade und platzten in jedes Zimmer rein, wo die Kinder sich gerade befanden, und teilten die Schokoladen aus. Ich musste die Kinder schon wieder überreden, etwas mehr Schokolade zu nehmen, manche taten das, während andere bei zwei Stück blieben, weil sie sich nicht trauten mehr zu nehmen.

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Und so stand das ganze Haus dank unseres Besuchs auf dem Kopf. Die Direktorin nahm es ganz gelassen, und man konnte ihr ansehen, dass die sich für die Kinder so richtig freute. Mir gefiel Ihre Art und Weise, wie sie mit den Kindern umging. Das eine oder andere Mal hörte ich, dass sie zu einem Mädchen oder Junge “Tochter” oder “Sohn” sagte. Das war nicht aufgesetzt, weil wir da waren, das war Realität. Sie liebt die Kinder und kümmert sich um jeden einzelnen liebevoll und herzlich, als ob es ihre eigenen leiblichen Kinder wären.

Als wir schon draußen waren, unterhielten wir uns noch kurz, und sie traute sie sich, mir zu sagen, was sie noch am Dringlichsten brauchen. Es ging um Schlafanzüge und Sportanzüge. Ich versprach ihr nichts, sagte nur, dass wir schauen werden, ob wir das erfüllen können.?!


Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche dieses Kinderheim und andere Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

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Herzlichst

Eure Noelie Uhlmann und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

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Spendenübergabe an Witwe Maria und ihre Kinder, Obl. Schytomyr, 14.10.2014 – Bericht 16/2014

Dies ist der letzte Übergabebericht über Witwen [dieser Reise], denn die Witwe, über die dieser Bericht erzählt, ist zugleich auch die letzte Witwe, die wir für diese Reise eingeplant hatten.

Sehr früh am Morgen bin ich mit meinem Fahrer Aleksej nach Schytomyr gefahren und war glücklicherweise um 10 Uhr schon da.

Oleg kam mit der Reporterin Julia Demus etwas später auch noch dazu, die uns schon einmal begleitet hatten (und über die Spendenübergabe einen Artikel im 1. Schytomyrer Informationsportal 1-Zh verfasst hat). Die Fahrt war sehr lang, aber dann kamen wir endlich in einem Dorf an. Ich schaute mich um und dachte nur, hm … Wie kommen die Menschen hier klar? Keine vernünftigen Straßen, ich sah auch keine Bushaltestelle. Mir gingen Tausende Gedanken durch den Kopf, als wir an einem Haus vorbei kamen. Weit und Breit gab es keine Häuser, nur dieses eine,  einsam dastehende Haus. Es gab viel Wiesen, ein Fluss floss weiter unten vorbei, und es gab sehr viel Platz zum Toben. Für Urlauber ein perfektes, idyllisches Plätzchen! Aber fürs praktische und alltägliche Leben wohl eher nicht. Wir waren noch nicht ganz ausgestiegen, als ich zwei Kinder sah, die uns entgegen liefen, und eine ganz fein angezogene Frau, die hinter den Kinder her lief.

Die Kinder habe ich sofort erkannt, aber die Frau nicht. Erst als sie näher kam, verstand ich dass das Maria ist. Sie hat sich sehr verändert, und das im Guten gemeint. Sie strahlte, hat ziemlich viel abgenommen, und ihr Gesichtsausdruck war wie ein Sonnenschein.

Wir holten erstmal die Taschen raus – und dann kam das Fahrrad dran. Der Junge war still und schaute nur zu, er traute sich nicht so recht, das Rad anzufassen, aber seine Schwestern freuten sich um so mehr. Wenn man die Fotos ansieht, versteht man, dass diese Bilder einem Kraft geben, dies alles so weiter zu machen.

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Und so zeigte ich dem Jungen, wie man das Fahrrad bedient, mit diesem Fahrrad kannte ich mich gut aus, weil es früher meinem Sohn gehörte, der selber und freiwillig entschieden, hatte es an diesen Jungen nachträglich zum Geburtstag zu schenken. Die Geschichte mit dem Fahrrad kennt ihr bestimmt, wer nicht, dann wiederhole ich sie noch mal: „Als der Vater in die Armee einberufen wurde, versprach er dem Sohn ein Fahrrad zum Geburtstag. Der Vater ist gegangen und konnte nicht mehr zurück kehren, um sein Versprechen zu halten.“ Daher erfüllte mein Sohn ihm dieses Versprechen. Das macht mich als seine Mutter sehr stolz. Alle Schwierigkeiten beim Transportieren und etc. waren sofort vergessen, als ich sah, wie seine Augen strahlten. Wir „drehten“ ein paar Runden und gingen dann wir ins Haus.

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Dieser Besuch war so positiv, dass ich immer noch beim Schreiben lächeln muss. Ich machte die Tasche auf, und dann ging es wieder los. Die Kinder waren so begeistert mit allem, was ich dank Euch mitbringen konnte. Wir probierten ein paar Teile an, und die Sachen passten bestens. Die Mutter bekam auch einen Wintermantel, Jacke, Pullis usw., darüber freute sie sich auch, nur ein paar Sachen waren zu groß, da sie ziemlich abgenommen hatte.

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Einen Tag zuvor war sie aus dem 10-tätigen Urlaub zurückgekehrt, einem Programmangebot für Witwen war. Sie hat da viele Frauen kennengelernt, konnte mit Psychologen reden, während die Kinder beschäftigt waren. Es gab ein Schwimmbad, Betreuungspersonal spielte und bastelte mit den Kindern. Es gab viele Kurse, an denen Mütter und Kinder teilnehmen konnten, und das alles bekam sie kostenlos. Dieser Urlaub hat ihr sehr gut getan, denn als sie dorthin ging, war sie eine gebrochene Frau, die nichts zu verlieren hatte. Aber als sie zurück kam, hatte sie ein wunderschönes Lächeln im Gesicht und reichlich Pläne über ihr weiteres Leben im Kopf. Sie hat gelernt, nach vorn zu schauen und stark für ihre Kinder zu sein. Jetzt weiß sie, was sie will und wie es weitergehen wird. Das hat mich so sehr gefreut, denn ich hatte plötzlich eine andere Person vor mir. Eine aufblühende, strahlende und junge hübsche Frau.

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Als wir so am Tisch saßen, sagte zu mir: „Mein Schatz, mein Engel ist nicht mehr da, und jetzt weiß ich, er kommt nicht zurück und wird uns nicht mehr beschützen können. Daher muss ich das jetzt lernen alleine zu machen. Ich verrate ihnen etwas, manchmal, wenn mir das Leben sehr schwer ist, rede ich mit ihm und frage ihn auch, wie ich weiter machen soll. ‘Hilf mir, gib mir ein Zeichen’ sage ich zu ihm, aber das mache ich, weil es mir hilft, mit ihm so zu reden, danach fühle ich mich etwas besser und erleichtert.“

Die Tochter nimmt den Tod des Vaters noch nicht so ganz wahr, aber der Junge schon, denn er ist ruhiger und zurückhaltender, man merkt, dass ihm sein Vater sehr fehlt. Aber die kleine Schwester hält ihn immer auf Trab und berührt ihn immer. Ich weiß nicht, wie oft sie ihn umarmte, aber ich weiß dass es sehr oft war.

Maria ist auf sich allein gestellt, ihre Mutter wohnt nicht weit von ihr, aber die kann ihr nicht helfen, denn sie wohnen mit 4 Personen in einem winzigen Häuschen, in dem kein Platz für Maria und ihre Kinder ist. Maria lebt im Hause ihrer Schwiegermutter, mit der sie sich nicht so gut versteht. Jetzt kommt etwas, haltet euch fest. Die Schwiegermutter lebt in Spanien und arbeitet. Als ihr Sohn beerdigt wurde, kam sie in die Ukraine und sagte zu Maria: „Du hast ein Jahr Zeit um hier auszuziehen.” Maria musste mit ihr zum Anwalt gehen und einen Mietvertrag unterschreiben. Also muss sie Miete zahlen, damit sie da mit ihren Kindern und den Enkeln dieser Schwiegermutter lebt. Und in einem Jahr müssen sie dann ausziehen . Ich habe das Dokument selber gesehen. Ich werde nichts über meine Gefühle schreiben, aber ich sage soviel: „Ich bin sprachlos“

Gott-sei-Dank verliert Maria nicht den Mut und sagt: „Es wird schon!”

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Die Übergabe von 400.- Euro wurde durchgeführt, und wir wollten schon gehen, als Maria sagte: „Nein, ich habe so lange auf euch gewartet, ohne Kuchen und Tee geht keiner raus.“ Das brachte uns alle zum Lachen, und so blieben wir noch eine Weile und aßen den köstlichen Kuchen. Die Kleine wich mir nicht mehr von der Seite, und so saß sie bis zum Schluss auf meinem Schoß. Ich weiß nicht warum, aber als ich sie ansah, musste ich immer an die Biene Maya denken. Verzeiht mir den komischen Vergleich. Ich kann es nicht erklären, aber es sitzt fest in mir.

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Ich kann nur hoffen das die Maria ihre Ausstrahlung und Kraft weiter behält, und freue mich auf ein neues Wiedersehen.

Ich hoffe, dass sie recht bald eine eigene Wohnung vom Staat bekommen wird, zumal diese ihr ja auch gesetzlich zusteht. Und mit ein wenig Glück, werden die Behörden sie hoffentlich besser behandeln als das oben genannte Exemplar von Schwiegermutter.

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Spendenübergabe an Witwe Switlana und ihre Töchter, Kyiw, 13.10.2014 – Bericht 14/2014

Vor ein paar Tagen haben wir einen Termin ausgemacht, da war ich natürlich auch da, so wie es besprochen wurde. Über diese Frau habt Ihr noch keinen Spendenaufruf gelesen, weil wir sie selber vorher nicht kannten. Als wir mit Natalia in Kyiw waren, besuchten wir George Tuka, weil Tatjana Cherepashchuk ein Päckchen für ihn vorbereitet hatte und wir es ihm brachten, saßen wir bei ihm im Büro und ich fragte ihn nach Witwen die dringend Hilfe brauchten. Er sagte Moment, rief jemanden an, machte sich Notizen während er sprach und reichte mir nach einer Weile einen Zettel mit einem Namen und einer Nummer. Er sagte, dass wir dort vielleicht helfen können, ihr Mann war sehr guter Mensch, er kannte ihn persönlich. Und so kam es dazu, dass wir eine Frau mal ganz spontan aufgenommen haben.

Ich bin natürlich feige, ich rief sie nicht an, das hat Natalia erledigte. Komisch, wenn ich alleine bin, kann ich oder versuche etwas zu machen, aber wenn jemand dabei ist, bin ich feige. Na ja… Danke an Natalia.

Der Termin war für 19 Uhr ausgemacht, also fuhr mich meine Bekannte Ljudmyla dorthin – vielen lieben Dank an dich.

Switlana war schon zu Hause und wartete auf mich. Sie bat uns sofort herein, und wir betraten die Küche. Ja, in die Küche, die Wohnung ist stark renovierungsbedürftig, und man kann nur in der Küche sitzen, oder im Schlafzimmer, wo sie mit ihren beiden Töchtern schläft.

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Das Bild ihres Mannes stand auf dem Tisch, so dass man ihn nicht übersehen konnte. Ich schaute mir das Foto an, und währenddessen gingen mir Tausende Gedanken durch den Kopf. Ich kannte sein Gesicht, ja genau, dass ist doch der Mann, über den ich gelesen habe. Er wurde vermisst und einen ganzen Monat lang gesucht.

Meine Bekannte verstand die Situation sehr gut, sie nahm die beiden Kinder und ging mit Ihnen ins gemeinsame Schlafzimmer, damit ich mit Switlana eine Weile allein sein konnte. Sie erzählte mir, wer ihr Mann war. Er war ein Mann, der noch nie zuvor etwas mit der Armee am Hut hatte, aber als der Krieg ausbrach, konnte er einfach nicht zuhause bleiben. So tat er alles dafür, dass ihm erlaubt wurde, seine Heimat zu verteidigen. Er war der Meinung, dass kein Mann zuhause sitzenbleiben darf. Die Männer müssen da sein, wo sie gerade gebraucht werden. So ging er an die Front – und kam nie mehr wieder zurück. Das war aber anscheinend nicht genug Leid, denn seine Frau konnte einen ganzen Monat lang nicht herausfinden, wo er war. Wo seine Leiche lag, um ihn wie einen Christen zu beerdigen. Einen ganzen Monat … Man muss sich das mal vorstellen.

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Einen Monat lang wendete sie sich überall hin und suchte verzweifelt nach Ihrem Mann – und hoffte dabei, dass er doch noch lebt. Jedoch tief in ihrem Herzen ahnte sie die Wahrheit schon längst. Eines Tages wurde ihr dann doch mitgeteilt, dass ihr Mann nicht mehr am Leben ist. Mit großer Mühe und viel Hilfe ist es ihr letztendlich noch gelungen, den leblosen Körper ihres Mannes nach Hause zu holen um ihn ehrenhaft zu beerdigen.

Ihre Töchter können den Verlust einfach nicht verarbeiten, die eine staut den Schmerz in sich hinein, und die andere wacht von Albträumen verfolgt und weinend in der Nacht auf. Die Kinder sind groß und können es wirklich verstehen, was passiert ist, das ganze Leiden haben sie auch live miterlebt. Warum müssen diese unschuldigen Kinder leiden? Warum dürfen Politiker so etwas Grausames anstellen?? Warum kann sie keiner stoppen? Diese Kinder sind unsere Zukunft, geht man so mit der Zukunft um?

Ein Kind ist ein Geschenk Gottes, das man schützen muss, denn es ist das Heiligste in unserem Leben das wir jeh bekommen können.

… Und so saßen wir, tranken Kaffee und unterhielten uns weiter. Switlana arbeitet in Teilzeit, zum Glück verstehen ihre Kollegen sehr gut, in welcher Lage sie sich gerade befindet und dass die beiden Töchter sie so dringend und umfangreich brauchen, daher darf sie weniger arbeiten und verbringt den Nachmittag mit den beiden.

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Dann kamen wir zum Thema Spenden und führten die Übergabe von 500 Euro durch. Leider hatte ich keine Sachspenden mehr dabei, alles war weg, und ich fühlte mich schlecht, dass ich nichts dabei hatte. Aber dann erinnerte ich mich, dass ich noch ein nagelneues Paar Schuhe hatte. Ich fragte Switlana nach ihrer Schuhgröße, und sie sagte 39, so wurde kurz entschieden, dass die Ljudmyla nochmal kurz vorbei kommt und die Schuhe hier abgibt, weil ich wieder weiter nach Schytomyr musste.

Bevor wir gingen, durfte ich mich in der Wohnung umsehen, die Bilder werden hier gepostet. Aber schaut euch das Flur Bild an, seht ihr das?

Die Schuhe ihres verstorbenen Mannes stehen da, als ob sie ihn jeden Moment zurück erwartet, als ob er gleich rein kommt. Sie stehen da ungeputzt herum, als ob er sie vor kurzem ausgezogen hat. Sie stehen da, aber sie werden nicht mehr angezogen von ihm, das brach mir das Herz. Ich merkte wie die Tränen meine Augen füllten, und sofort verstand ich, dass ich sofort gehen muss, weil das nicht gut wäre, wenn ich jetzt hier anfange zu weinen. Ich bin hier um Hoffnung und Stärke zu verbreiten. Das wäre nicht möglich, wenn ich meinen Emotionen Vorrang lassen würde und selber daran zerbrechen würde.

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Ich verabschiedete mich und versprach Switlana, dass ich schaue, was wir in Deutschland machen können und versuchen Sachspenden zusammen bekommen. Die Übergabe wird dann Ljudmyla durchführen weil die beiden Frauen sich jetzt kennen und zwischendurch miteinander telefonieren . So entstand durch die Begleitung an dem Tag vielleicht sogar eine nette Bekanntschaft , wer weiß


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Spendenübergabe an Witwe Iryna und ihre Tochter, Winnyzja, 10.10.2014 – Bericht 13/2014

Nach dem wir (Natalia und ich) in Kyiw ankamen und endlich einen Tag Pause eingelegt hatten, ging die Reise weiter. Mit einem kleinen Unterschied, dass ich nämlich von dem Tag an bis zum Ende meiner Reise die restlichen geplanten Besuche alle allein machen müsse. Aber das war auch nicht schlimm, da die Familie Krawtschuk mich in Empfang nehmen würde, und mit denen zusammen geht die Reise dann weiter. Also richtig gesagt, bin ich nie allein, und das tut mir gut zu wissen, dass immer jemand dabei sein wird.

Ich sollte Iryna eigentlich schon vor ein paar Tagen besuchen, aber leider änderten wir unseren Reiseweg, daher kam es dazu, dass ich erst jetzt bei ihr vorbeikommen konnte.

Das Heft mit den Telefonnummern habe ich verlegt, mein Akku war leer. So war ich kaum vorbereitet, und Iryna wartete auf mich, aber jetzt schaffte ich es und würde sie sehr bald sehen.

Ich kam am abgemachten Ort an, und die Familie Krawtschuk stand schon da. Der Zugschaffner half mir dieses Mal mit meinem Gepäck, vorher als ich in Kyiw eigenstiegen war, hat er das nicht getan sondern nur faul zugeschaut. Vielleicht ist sein Verhalten verändert, weil er meine Auseinandersetzung im Zug mitbekommen hatte?

Kehren wir wieder mal etwas zurück: Ich bin in Kyiw eingestiegen, genau wie alle anderen auch, und ich hatte natürlich viel Gepäck dabei – Sachspenden. Da kam ein junger Mann in unser Abteil rein, setzt sich neben mich und legt seine Füße auf die Sachspenden-Taschen drauf. Wer mich kennt, weiß, dass das ausreichend für mich war, um Ihn anzusprechen. Ich sprach ihn erstmal auf Deutsch an, aber als er auf Englisch antwortete, verstand er, dass ich nicht Ukrainisch redete. Also sagte ich, kein Problem, ich kann auch Ukrainisch und stieg auf die ukrainische Sprache um. Da sagte er mir rotzfrech „Ich verstehe kein Ukrainisch“ und grinste dabei.

Da sagte ich ganz laut „Sie befinden sich in der Ukraine, oder ist das Ihnen irgendwie entgangen? Das ist normal, dass man hier Ukrainisch spricht. Wenn Sie damit Probleme haben, kann ich Ihnen vielleicht irgendwie weiter helfen.“ Die Grimasse des Jungen veränderte sich. Er entschuldigte sich bei mir und verschwand. Keiner im Zug mischte sich ein, alle schauten nur still zu. Und so fuhr ich weiter.

Also half mir der Zugkontrolleur auszusteigen, und da stand unser ehemaliger Patient mit seiner Frau. Es war richtig schön die beiden zu sehen. Der Jurij nahm mein Gepäck an sich, während seine Frau Natalia und ich zum Auto gingen. Ich rief Iryna an und gab ihr Bescheid, dass ich bald bei ihr sein würde.

Da mein Handy wieder einmal einfach aus ging, konnte ich leider nicht prüfen, welchen Ort wir überhaupt suchten, ihre Straße oder Haus. Aber nach langem Suchen wurden wir fündig. Sie stand schon auf dem Balkon und wartete auf uns. Wir stiegen aus dem Auto aus, und da sah sie mich und winkte mir sofort zu, als ob wir uns schon zig Jahre kennen würden. Ich dachte mir, ein paar Treppen hoch steigen, und dann bin ich am Ziel. Eine kleine, zierliche Frau machte mir die Türe auf und schloss mich sofort in die Arme.

So einen herzlichen Empfang, so als ob wir uns wirklich schon ewig kennen würden. Als sie die Taschen sah, war sie besorgt, wie ich das getragen habe, da hat Jurij sie beruhigt, und sagte ihr, dass er mir geholfen hat. Man konnte richtig sehen, wie die Spannung ihr wie ein Schleier vom Gesicht fiel. Ich fragte, wo ich die Sachen auspacken darf, und sie zeigte mir ein Zimmer. Ich nahm ihre Tochter mit, die auch ohne Angst und Scheu auf mich zukam, und wir gingen erstmal die Sachspenden auspacken.

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Ich möchte mich nochmal bei allen bedanken die gespendet haben, denn ich hatte wirklich richtig schöne Kleider dabei, und alle gefielen der Tochter. Der Mutter gefielen sie übrigens auch. Sie probierten dies oder das sofort an, und die Sachen passten auch wie angegossen.

Wisst ihr wie sehr die beiden sich über die Anziehsachen freuten? Ich kann euch auch sagen warum:

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Iryna ist nicht nur verwitwet, sie ist auch Flüchtling. Früher, als ihre Welt noch anders aussah, lebte sie glücklich mit ihrem Mann und ihrer Tochter im Kriegsgebiet. Ihr Mann war und ist ein bekannter Mann. Daher werde ich jetzt versuchen, nicht zu viele Details preiszugeben. Ihr Mann lebte und arbeitete für die Ukraine. Seine Frau wusste dies, als sie ihn kennengelernt hat, aber die Liebe beider war so groß, dass sie zu ihm zog. Später kam die Tochter zur Welt, und die Familie war überglücklich. Der Papa und Ehemann verwöhnte seine Mädels, erzählte mir Iryna. „Wir waren alles für Ihn, ich hatte nie Zweifel, wie dies oder das gemacht werden musste, denn er kümmerte sich um Alles.“ Sie musste nur etwas sagen, und dann war die starke Rückendeckung auch schon da und er erledigte Alles. Die Tochter war Papas Kind, aber wie kommt sie jetzt mit der ganzen Situation klar? Sie ist doch erst vier und muss weit von ihrer gewohnten Umgebung wohnen. Alle Sachen, Spielzeug, Anziehsachen, einfach alles musste dort bleiben, weil sie zum Packen keine Zeit hatten.

Als die Möglichkeit da war, brachte er seine Familie weg, aber er selbst kehrte zurück. Er empfand es als seine Pflicht, seine Ehre, sein Land zu verteidigen und seine Kollegen nicht im Stich zu lassen. Leider kam er nicht mehr zurück, er starb, als er die Grenze schützen wollte, als die russische Armee ukrainisches Gebiet betreten wollte, er hat versucht, es zu verhindern, er hat es geschafft, denn an dem Tag hat kein einziger russischer Panzer die ukrainische Grenze überquert. Er selbst überlebte jedoch diesen Tag leider nicht.

Die Arbeitskollegen sprechen über die Verstorbenen mit so vielen Gefühlen. Sie sagten, er war wie ein Vater zu uns, denn er kümmerte sich um alle, aber nie um sich selbst. Man konnte ihn um Mitternacht anrufen, und er kam immer und half. Manche Kollegen von ihm sagen: „Wir wissen nicht, wie es weiter gehen soll ohne ihn. Es ist immer noch zu schwer zu begreifen, dass er nicht mehr da ist.“

Jetzt bin ich etwas weit gegangen und hab den Faden beim Schreiben verloren.

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Ach ja, und so saßen wir im Schlafzimmer auf dem Bett wo ich ein besonderes Geschenk übergab, welches Anna Dobler mir mitgab: ein Ipad Hello Kitty.

Die kleine strahlte wie ein Sonnenschein, die Mama aber auch. Irynas Tochter mag Hello Kitty sehr gerne: jetzt hatte sie alles da: Mütze, Hose, Pulli, Jacke, Kuscheltier, Handschuhe und IPAD und alles dazu auch in Pink, 🙂

Iryna erzählte, dass sie versucht, ihre Tochter in einem Kindergarten unterzubringen und um selber wieder arbeiten zu gehen. Sie müssen irgendwie weiter leben, um das alles, was sie da zu Hause hatten, einfach zu vergessen Diese Ungewissheit macht ihr große Angst, und sie hofft, sie schafft das alles ohne ihren Ehemann weiter zu machen.

Als ich ihr die Spendengelder ausgezahlt habe, war sie richtig geschockt, dass sie so „viel“ bekommt, könnt ihr ihrem Gesichtsausdruck in dem Bild entnehmen. Sie bedankte sich immer wieder, dass ich zu dem Wort „Allergie“ greifen musste. Ich erklärte ihr, wer wir sind und dass ich sozusagen nur die Ehre habe, ihr alles zu überreichen, und dass viele Menschen an diesem Programm teilnehmen indem sie spenden, etwas tun und einfach die Informationen und Hilferufe verbreiten. So gelingt es uns gemeinsam zum Schluss irgendwie Menschen in der Ukraine zu helfen. Sie war sehr begeistert zu erfahren, wie so ein Programm funktioniert und sagte, ich solle bitte an alle Menschen einen riesigen Dank ausrichten. Dank Euch allen lachte die Kleine und die Mutter an dem Tag sehr viel und sehr oft. Nachdem wir alles übergeben haben, wurden wir auch zu Tisch eingeladen.

Die Fotos sagen viel: Obwohl sie obdachlos ist und kein Geld hat, gab sie sich richtig viel Mühe. Jurij übernahm die Gesprächsführung am Tisch, und so lachten wir mit Iryna sehr viel, so dass wir manchmal nicht aufhören konnten. Danke Jurij. Als wir gehen wollten, war es schon nach 22 Uhr, da sagte die Iryna: „Ich dachte Sie übernachten hier.“ Ich musste leider wie immer ablehnen und gehen.

Die Gedanken über Iryna gehen mir immer noch nicht aus dem Kopf, ich frage mich was man machen kann, damit man sie irgendwie finanziell unterstützen kann – und nicht nur sie, sondern andere Frauen auch. Ich kann nur hoffen dass ihr diese Reise-Übergabe-Berichte wirklich durchlest und die gleiche Meinung wie ich habt, denn wir müssen Spendenaufrufe weiterteilen und starten und sammeln, für diese Frauen.

Ich hoffe dass meine nächste Reise schon bald sein wird und dass wir unsere Schützlinge wieder treffen können und dürfen.


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“Hotel Schytomyr” – Unterkunft für Inlandsflüchtlinge, 8.10.2014 – Bericht 12/2014

Natürlich konnten wir daran nicht einfach vorbei gehen , denn wir wollten unbedingt auch wissen, wie die Dinge dort standen. Wir betraten das Gebäude, welches aus uralten Zeiten stammt. Eine junge Frau von etwa 30 Jahren wartete unten auf uns und erzählte, dass hier momentan über 300 Flüchtlinge leben, die alle aus Donezk oder Luhansk geflohen sind, darunter 112 Kinder. 2-3 Etagen sind ausschließlich für die Flüchtlinge bestimmt. Über den Zustand des Hotels muss ich nicht viel schreiben, ihr seht die Bilder. Ich weiß überhaupt nicht, wie man das als Hotel bezeichnen und für einen Aufenthalt noch Geld verlangen kann.

Sie erzählte uns, dass pro Familie nur ein Zimmer zur Verfügung steht, und dass es egal ist, wie viele Familienmitglieder da sind. Also leben in einem Zimmer bis zu fünf Personen. Eines der Zimmer durften wir betreten: Eine Mutter mit 3 Kindern lebt auf engstem Raum, sie war gerade beim Salatschnippeln. Ihr Sohn hatte Geburtstag. Was macht man, wenn man so was hört? Natalia und ich holten jeweils 20€ raus und gaben die 40€ der Frau. Sie wollte das Geld nicht annehmen und wenn sie es nimmt, dann nur mit anderen Familien teilen. Wir haben aber darauf bestanden, dass sie zuerst etwas für den Jungen kauft. Sie war sehr gerührt, und Tränen standen in ihren Augen.

Ich machte mich auf dem Weg zum Ausgang . Ich musste da einfach sofort raus, denn es war mir zu viel. Und so kamen die Anderen mir auch hinterher, und wir gingen weiter. Wir wollten eine Frau besuchen, die gerade vor zwei Wochen ihr Baby bekommen hat, aber leider waren wir zu spät. Die Frau ist mit ihren zwei Kindern zurück nach Donezk gefahren, weil sie es nicht mehr aushalten konnte, Flüchtling zu sein. Immer um Hilfe bitten und in der Hilflosigkeit zerissen zu werden. In Donezk hatte sie eine Wohnung, und so fuhr sie dann dahin zurück, wo sie wenigstens ein eigenes Dach über dem Kopf hat. Das war genug für mich, und wir gingen nach unten, um die Küche anzuschauen. Gerade haben ein paar Menschen etwas gegessen, also kam ich von hinten etwas näher heran und schaute in die Teller rein.

Sorry Leute, aber ich könnte vor Wut schreien: Tiere in Deutschland werden tausendmal besser ernährt! Ich übertreibe nicht, und ich mache hier auch kein Theaterspiel, denn es ist so wie ich es hier beschreibe: Die Menschen bekommen nur ein mal am Tag etwas Warmes. Zusammengestelltes Zeug, das man nicht als Essen bezeichnen kann oder darf: Etwas flüssiges, graues, klebriges Zeug. Dazu Reis und eine Tasse Tee. Das teilen sich die Menschen für den ganzen Tag ein. Wie soll man einem Kind erklären, dass es nur das zum Essen gibt? Zum Glück gibt es doch noch nette Menschen, und die bringen mal Brot oder Tee oder noch etwas anderes vorbei, und die Flüchtlinge teilen das alles gerecht untereinander auf.

Wir standen noch in der Eingangshalle, als ein Junge rein kam und auf unsere Begleiterin zuging. Das war ihr Sohn, der neun Jahre alt ist. Draußen war es kalt, und er hatte keine Jacke an. Er hatte keine, weil alles in Donezk geblieben ist. Wir, Natalia und ich, holten wieder unsere Geldbörsen heraus, gaben der Frau 40€ und sagten, sie solle dem Jungen eine Jacke kaufen. Sie fragte, wem sie die Quittung zeigen soll, als Beweis, dass sie die Jacke gekauft hat. Aber dann fing sie an zu weinen. Oleg schaute mich an und sagte, dass sie eigentlich sehr stark sei und dass er sie noch nie hat weinen sehen. Das war mir zu viel und zu schmerzhaft, denn ich kann das Wort „Quittung“ einfach nicht mehr hören. Ich verabschiedete mich blitzschnell und floh aus diesem Haus raus. Einfach raus an die frische Luft. Wenn ich das jetzt schreibe, stehen mir die Tränen immer noch in den Augen und ich muss mit mir selber kämpfen, um diesen Bericht zu Ende zu bringen. Wie viel Elend, Armut, Tränen, zerrissene Familien – und ich könnte es weiter so aufzählen – hat dieser Krieg mit sich gebracht? Wie viel Hilfe sie brauchen, einfach auch nur ein nettes Wort oder eine Umarmung…


Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Opfer der Kriegshandlungen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

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Herzlichst

Eure Noelie Uhlmann, Natalia Likhacheva und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

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Spendenübergabe an das Kinderheim in Denyschi, 8./9. Oktober 2014 – Bericht 11/2014

Bisher haben wir (bei dieser Reise) insgesamt über acht Witwen berichtet (siehe Berichte 3/2014 bis 10/2014), die wir besucht  und erfolgreich eure Sach- und Geldspenden überreicht haben. Alle acht Familien hatten sehr ähnliche Hintergründe, erfuhren denselben Kummer und dasselbe Leid hier und da – waren dennoch aber sehr verschieden. An diesem Tag werden wir keine Witwen im Gebiet Schytomyr besuchen, denn die Reise führt uns zurück nach Kyiw, da wir dort auch etwas erledigen müssen. Wir müssen auch mal eine Pause zwischendurch einlegen, um uns emotional wieder zu sammeln. Es wird leider so sein, dass ich die anderen Frauen allein besuchen werde, da meine Kollegin Natalia zurück nach Deutschland muss. Später werde ich abermals nach Schytomyr kommen müssen, weil eine der Frauen gerade nicht anwesend war. Sie nimmt momentan an einem Erholungsprogramm teil und wird erst am 14.10.2014 wieder zuhause sein. Bis dahin werde ich mich in Winnyzja und Chmelnyzkyj aufhalten.

Wir fuhren also weiter. Als unser Volontär Oleg uns sagte, dass wir gleich an einem Kinderheim vorbeikommen würden, war uns klar, dass wir nicht einfach daran vorbei fahren können, ohne nicht wenigstens einen Blick hinein zu werfen. So blitzschnell wurde es dann also entschieden.

Kinderheim Denyschi

Der erste Eindruck war, dass das Territorium sauber ist und man merkte auch sofort dass hier was getan wird. So sahen wir vier Frauen die mit Besen und Mülltonnen bewaffnet, Laub und Unkraut sammelten. Als wir sie fragten wo wir die Direktorin antreffen können, wiesen sie uns höflich und freundlich den Weg. Als wir an dem Haus ankamen, betraten wir es und klopften an einer Tür, woraufhin eine ca. 50-jährige Frau die Tür öffnete und uns hinein bat. Sie bot uns einen Platz an, und sofort übernahm Natalia das Gespräch, da ich das selber nicht konnte. Ich hatte irgendwie eine Blockade und hatte richtig Angst, eben weil ich nicht wusste, was hier nun auf uns zukommen würde. Und welches Leid wir hier beobachten müssen.

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Die Direktorin, Halyna Mikolaiwna, war sehr nett. Sie erzählte uns sehr viel und alles ausführlich: Warum die Kinder hier sind, was für Probleme sie haben und wer demnächst adoptiert würde. Sie sprach auch über ihre Not, was noch gebraucht wird und was sie schon bekommen haben. Sie war wie ein offenes Buch, und wenn wir etwas nicht verstehen konnten, erklärte sie es nochmals. Wir fragten sie, wie es mit Spenden aussah, weil wir ihnen etwas überweisen würden, wenn sie es nötig haben. Da erklärte sie uns, wie in so einem Fall vorgegangen wird: Die Gelder werden vom Staat zurückgehalten, denn sofort wird nur die Stromrechnungen finanziert und 40,00 UAH pro Kind für das Essen – für den ganzen Tag! Mir fiel fast das Gesicht herunter, warum? Kann ich ehrlich sagen. Am Tag vorher, war ich in so einem Studenten-Café und habe dort zu Mittag gegessen, 75,00 UAH, war aber nichts Besonderes dabei. Ein kleiner Salat, Suppe und Kartoffel mit Fisch. Und hier hörte ich 40,00 UAH für den ganzen Tag?!

So kehrten wir zurück zum Gespräch über Spenden. Also hieß das, dass das Geld auf dem Konto blieb und dass das Kinderheim nicht über das Geld verfügen kann. Wenn sie irgendwann das Geld überhaupt bekommen, dann wir es monatelang dauern, wenn überhaupt. Ich als naiver Mensch sagte: Ok, wir geben Ihnen das Geld, Sie unterschreiben die Quittung und das war’s. Dann können sie selber einkaufen, was die Kinder brauchen.” Da sagte die Direktorin: Nein, besser ich sage Ihnen was wir brauchen und Sie kaufen es selber ein.” Mit dieser Antwort hat sie mich gewonnen! “Also, es werden Pampers, Duschgel, Schuhe und Äxte zum Holzhacken gebraucht.” Wir waren einverstanden und versprachen, das alles zu kaufen. Sie bedankte sich, aber ob sie uns wirklich geglaubt hat, dass wir das machen? Weiß ich nicht…

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Auf einmal sagte sie zu uns: „Kommen Sie mit, ich zeige Ihnen unsere Einrichtung.“ Und so durften wir uns das gesamte Haus ansehen. Insgesamt leben dort 82 Kinder. Alle haben Sprachfehler und Störungen 1. und 2. Stufe, manche der 6-jährigen sprechen immer noch nicht. Es gibt mehrere Sprachtherapeuten vor Ort, die täglich mit den Kindern arbeiten. Also ist es nicht nur ein Heim sondern gleichzeitig auch eine Schule. Die Kinder leben und lernen da. Die Kinder sind aus unterschiedlichen Gründen dort. Manche wurden den Eltern entzogen, manche haben keine Eltern, es gibt auch ATO-Kinder, deren Eltern im Krieg verstarben.

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Ich konnte nur den Kopf schütteln, denn das bedeutet, dass jedes Kind in dieser Einrichtung nur ca. vier Teile zum Anziehen hat. Ich kann es auch heute noch nicht begreifen, denn während ich dies schreibe, sehe ich die ganzen Bilder in meinem Kopf herumschwirren, von dem was ich dort gesehen habe. Noch immer ist es schwer, die Emotionen zu kontrollieren, denn irgendwie bin ich noch immer nicht richtig zu mir gekommen. Es fehlen mir einfach die richtigen Worte, um euch zu übermitteln wie tief die Eindrücke dessen sitzen, was ich dort erlebt habe.

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Bald zeigte sie uns dann noch die Küche und den Spielplatz. Und dann durften wir mit den Kindern sprechen. Ein Junge ging auf Oleg zu und fragte: „Bist du mein Papa?“

Es brach mir das Herz in dem Moment, und das tut es auch heute noch, denn diese kleine Stimme will mir nicht aus dem Kopf gehen, so schwer belastete es mich, den armen Jungen dem Oleg diese Frage stellen zu hören. Was kann man da sagen? Man ist einfach so hilflos, denn man kann doch nicht in die himmelblauen Augen, erfüllt von Hoffnung, eines kleinen Kindes schauen und ihm das winzige Herzchen brechen. Du willst so sehr helfen, aber musst du dich zügeln und darfst nicht vergessen, dass du nur zu Besuch hier bist, und dass die Dinge leider nicht in deinen Händen liegen.

Eine gute Nachricht gab es aber doch noch, nämlich dass demnächst fünf dieser Kinder adoptiert werden. Gut, dass es solche Menschen noch gibt, die bereit sind, Kinder bei sich aufzunehmen, um ihnen das zu geben was sie am dringendsten brauchen – eine Familie.

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Wir schauten uns noch ungefähr eine Stunde im Haus um und sprachen über dieses und jenes. Dann fuhren wir nach Schytomyr los. Dort angekommen suchten wir die nächste Bank, wo ich Geld umtauschen konnte. Leider war der Kurs nicht so berauschend, aber Gott sei Dank hatten wir dann UAH in der Hand um einzukaufen. Bevor wir die Einkäufe für das Heim erledigten, haben wir ein Hotel besucht, wo Flüchtlinge aus Donezk und Luhansk vorläufig Unterkunft gefunden haben. Wie die Übergabe verlief könnt ihr den Bildern entnehmen. Mehr darüber werde ich in einem anderen Bericht (12/2014) erläutern.

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Sachspenden zum Einkaufspreis von 3756,06 UAH = 231,14€ (zum Tageskurs 16,25)

Danach fuhren wir verschiedene Läden an und kauften alles, was gebraucht wurde, und außerdem 108 Tafeln Schokolade für die Kinder. Insgesamt kostete uns das alles 230,00€ an dem Tag.

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Wir ließen die Sachen bei Oleg, damit er sie am Folgetag zum Kinderheim bringen konnte. Als wir noch etwas draußen saßen, war wieder jeder mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt. Nach einer Weile verabschiedeten wir uns und fuhren zurück nach Kyiw.

Am 09.10.2014 fuhr Oleg gemeinsam mit seiner Ehefrau und unseren Einkäufen noch mal zum Kinderheim, um die Sachspenden der Direktorin zu übergeben. Sie nahmen sich auch die Zeit um ein wenig mit den Kindern zu spielen. Jedes Kind hat seine eigene ganze Tafel Schokolade bekommen. Danke an Oleg, der diesen Job übernahm und für uns erledigte.

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Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche dieses Kinderheim und andere Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung – Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Kinderheim

Herzlichst

Eure Noelie Uhlmann, Natalia Likhacheva und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

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Spendenübergabe an Witwe Vera und ihre drei Söhne, Obl. Schytomyr, 8.10.2014 – Bericht 10/2014

Dies ist der zweite Tag den wir in Schytomyr verbringen. Nachdem wir alle woanders geschlafen hatten, trafen wir uns sehr früh am Morgen und machten uns auf den Weg zu unserem nächsten Witwenfall.
Die Reise war sehr lang, und als wir endlich ankamen, fanden wir uns irgendwo mitten in einem Wald wieder, auf einem Gelände, auf dem früher einmal eine Militärbasis war. Heute ist das – ich kann es leider nicht anders nennen – kaum mehr als eine Geisterstadt. Sorry, dass ich es so ausdrücke, aber da waren weit und breit keine Kinder in Sicht. Lediglich ein paar Erwachsene standen auf einer „Straße“ herum.
Irgendwann kamen wir dann an einem Haus an, welches noch aus sowjetischen Zeiten stammte. Wir betraten den Hausflur und sahen, dass Vera zum Glück im Erdgeschoss wohnt, so mussten wir die schweren Taschen ausnahmsweise mal nicht weit schleppen. Eine Tür ging auf, und wir betraten abermals einen Flur, von höchstens 2,5 Metern. Nach rechts gab es eine kleine Küche, Toilette und ein Zimmer, das wir dann auch betraten. Meine Kollegin Natalia dachte, dass noch mehr Zimmer vorhanden wären in der Wohnung, und schaute mich fragend an. Ich sagte ihr, dass hier keine Räume mehr vorhanden sind, aber sie wollte mir zuerst nicht glauben und fragte Vera noch einmal. Als es endlich eingesickert war, dass es hier wirklich nur ein einziges Zimmer gab, wirkte sie äußerst entsetzt.

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Ein Zimmer für VIER Personen… Kann man das als Leben bezeichnen?
Zu allem Übel hat das Haus nicht einmal ein Heizsytem, welches bedeutet – im Winter eingepackt in dicken Jacken und Decken herumsitzen (vorausgesetzt dass Jacken und Decken überhaupt vorhanden sind). Vor einem halben Jahr hat Vera sich und ihren Kindern ein Heizsystem hart erkämpft. Die Stadt sollte die Kosten übernehmen. Jetzt kommt der Knaller, denn das Heizsystem wurde in der Wohnung eingebaut und installiert, aber, die Anlage wurde nicht bezahlt und die Firma und Arbeiter haben auch keinen Lohn für den Einbau bekommen! Was konnte Vera nun tun? Sie hatte Zuhause noch 2500 UAH, das Geld, welches ihr verstorbener Mann für die Einschulung der Kinder gespart hatte. Sie hatte keine andere Wahl, als die Ersparnisse her zu geben. Sie schämte sich so sehr, einerseits den Arbeitern gegenüber wegen ihrer Stadt, andererseits weil sie sich fühlte, als ob sie ihre eigenen Kinder bestohlen hätte. An dem Tag konnte sie weder den Arbeitern, noch ihren eigenen Kinder in die Augen schauen. Sie schwor sich, dass sie auch dann den Rest des Geldes irgendwie abbezahlen wird, wenn die Stadt die restliche Summe nicht zahlt. Denn schließlich müssen auch die Familien der Arbeiter essen, sagte sie. Das ist eine Witwe, die mit ihren drei Söhnen auf 15 qm schläft, wohnt und lebt, und obgleich sie sich in einer sehr engen Notlage befindet, denkt sie dennoch an das Wohl anderer.

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Vera war uns gegenüber sehr aufgeschlossen, hörte uns mit wahrem Interesse zu und erzählte uns sehr viel über sich, ihre Kinder, ihrem Mann und ihr gemeinsames Leben vor und nach der Tragödie. Sie erzählte uns auch, wie es ihrem Mann erging als er im Krieg war. Wie er im Dreck schlafen musste, dass es sehr oft nicht mal Wasser zum Trinken gab, auch Essen gab es nur sehr unregelmäßig, so dass er manchmal mehrere Tage an einem Stück hungern musste. Sie und die anderen Frauen mussten all ihre Vorräte zur Front schicken, an die Männer, die das Land verteidigten, an ihre eigenen Ehemänner, damit sie überleben konnten. Wie traurig, sie kämpften, verteidigten, schützten, dursteten, hungerten – und letztendlich auch für ihr Land starben. Ein Land, dessen Führung sich nicht um seine Kämpfer kümmert, ein Land dessen Führung es gleichgültig war, ob seine Männer kämpfend dastanden oder sterbend dalagen. Eine Führung, die Tausende und Abertausende Familien zerrüttet und zerrissen und ihnen alles genommen hat, ja sogar den stabilen Boden unter ihren Füßen weggerissen hat. Eine Führung, die das gesamte Familienleben des Landes in Trümmer verwandelt hat und sich nun vor der Verantwortung drückt, sich um die Hinterlassenen zu kümmern.

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Es war nicht genug, dass dieser Krieg ihr den geliebten Ehemann nahm. Sie wollten ihr auch ihren 17-jährigen Sohn nehmen, der noch immer zur Schule geht. Sie schickten ihm einen Brief, worin stand dass er zur Armee einberufen werden soll. Mit 17… ! Gott sei Dank hat Vera dies noch grade so verhindern können. Klein wie ein Mäuschen aber mutig wie ein Löwe begleitete sie ihren Sohn zum Meldeposten. Es gab viel Streit und Hin und Her, aber sie erreichte ihr Ziel, nämlich nicht allein nach Hause zu gehen sondern in Begleitung ihres Sohnes. Beim Meldeposten sagte man ihm, dass er sich nicht so anstellen solle und dass die Armee einfach Pflicht sei. Mein Respekt geht an Vera, denn wie viel Beherrschung und klare Gedanken hat es sie gekostet um dies zu erreichen?! Seitdem ist sie sehr sehr vorsichtig geworden, und das sehr zu Recht.
Sie sagte: „Sie nahmen mir meinen Mann, aber ich soll verflucht sein, wenn ich zulassen würde, dass sie mir auch noch meine minderjährigen Söhne nehmen. Solang es mir irgendwie möglich ist, werde ich um meine Kinder wie eine Löwin kämpfen!“ Derzeit versucht sie, eine größere Wohnung zu bekommen, die ihr ja auch gesetzlich zusteht. Sie hofft, dass es klappt, denn im Moment schläft sie auf dem nackten Boden, damit ihre Kinder sich das kleine Sofa teilen können.
Mir ist aufgefallen, dass diese Frau über jedermanns Bedürfnisse sprach, nur nicht über ihre eigenen. Sie sorgt sich sehr um das Wohlergehen anderer, denn sie hat ein großes Herz.

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Ihre Kinder sind sehr wohl erzogen, sie sind äußerst höflich, nett und zuvorkommend. Als wir uns mit Vera unterhielten, passten die beiden größeren Söhne auf den kleinen auf, der der Sonnenschein der Familie ist. Man konnte richtig sehen, dass er richtig verwöhnt wird, und nicht nur von seiner Mama, sondern auch von seinen beiden Brüdern. Die beiden kümmerten sich so liebevoll um ihn und unterhielten ihn, wo sie nur konnten. Danke an Julia, denn die Jungs freuten sich überirdisch über deine neuen Handys und den mp3-Player, mit denen sie auch sogleich loslegten. Vielen Dank an Alle für die Spenden, denn deswegen konnten wir dieser Familie etwas Gutes tun, wir ließen ihr 600.– Euro und Sachspenden.
Ich hoffe, dass beim nächsten Mal, wenn wir Vera besuchen kommen, sie alle schon in einer größeren Wohnung leben werden, denn das wünsche ich ihnen von ganzem Herzen.


Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen – mit PayPal.

oder per Banküberweisung – Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

Herzlichst

Eure Noelie Uhlmann, Natalia Likhacheva und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”