Spendenaufruf für die Kriegswaisen Iwan und Oleksandra aus Wolodymyr Wolynskyj – Aufruf 7-2016

Der 33-jährige Dmitri Golowin aus der Stadt Wolodymyr-Wolynskyj ist einer derjenigen, die ihr Leben für die Freiheit und die Einheit der Ukraine gaben. Er war (nach einer Scheidung und dem Wegzug der Mutter nach Moskau) alleinerziehender Vater von zwei Kindern – dem elfjährigen Iwan und der achtjährigen Oleksandra. Als er einen Einberufungsbefehl vom Militär bekam, widersetzte er sich nicht und gab auch nicht an, dass er alleinerziehender Vater war. „Wer sonst schützt uns?“ sagte er mit Überzeugung zu seiner Mutter, die ihren Sohn gebeten hatte, nicht in den Krieg zu gehen. Aber jetzt ist die Großmutter Hanna Romaniwna die einzige Person, die sich um die Enkelkinder kümmern kann, denn Dmitri Golowin fiel am 1. Februar 2015 bei Debalzewe.

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Wir möchten Anfang Oktober bei der nächsten Auszahlungsreise den beiden Kindern eine Unterstützungszahlung bringen und bitten deswegen um Spenden.


Wir danken ganz herzlich für Ihre bisherige Unterstützung, Ihr tolles Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und Waisenkinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

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Herzlichst

Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

Spendenaufruf für die Witwe Iryna und ihre Tochter Julia (12), Radomyschl, Gebiet Schytomyr – Aufruf 6-2016

Hiermit bitten wir um Spenden für die ATO-Witwe Iryna Haustowytsch und ihre zwölfjährige Tochter Julia aus Radomyschl im Gebiet Schytomyr.

hauskowytschDer Ehemann Irynas und Julias Vater Sergej Haustowytsch kam am 10. Februar 2015 bei einem Beschuss seitens des russischen Militärs bei Spartak nahe dem Flughafen Kramatorsk ums Leben.

Hier sein Nachruf in deutscher Übersetzung (Original russisch):

Haustowytsch Sergej Olehowytsch

Geburtsdatum: 08.04.1980
Todestag: 10.02.2015
Rang: Gefreiter
Einheit: 95. Sonderluftwaffenbrigade
Wohnort: Radomyschl, Gebiet Schytomyr, Ukraine
Todesort: Spartak, Gebiet Donezk, Ukraine
Familie: Frau, zwei Töchter

Gefreiter, Fahrer- und Elektriker bei der 95. Sonderluftwaffenbrigade (Schytomyr)

Seit seiner Schulzeit lebte er in Radomyschl im Gebiet Schiyomyr. Er wuchs in einer Militärfamilie auf und ging wie schon sein Vater zum Militär.

Er verstarb in Kramatorsk im Gebiet Donezk an seinen Verwundungen, die er während eines Beschusses durch das Mehrfachraketenwerfersystem „Smertsch“ aus Richtung Horliwka am Flughafen Kramatorsk erlitten hatte.

Laut Erlass des ukrainischen Präsidenten, Nr. 282/2015, vom 23. Mai 2015 erhielt er „für seine persönliche Tapferkeit und Professionalität, die er bei der Verteidigung der staatlichen Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine zeigte, sowie der Treue zu seinem militärischen Eid“ die Tapferkeitsmedaille 3. Grads (posthum).

Wir danken ganz herzlich für Ihre bisherige Unterstützung, Ihr tolles Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche diese und andere Witwen und deren Kinder in der Ukraine gerade so dringend benötigen – und hoffen natürlich auf weitere Spenden.

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Herzlichst

Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

Spendenübergabe an die Journalistin Maria Warfolomejewa, Kyiw – 8. Juli 2016 – Bericht 25/2016

Als klar war, dass ich nach Kiew fahre, bat mich Euromaidan NRW e.V., den für Maria Warfolomejewa gesammelten Geldbetrag mitzunehmen und ihr zu übergeben. Sie war lange in der sogenannten „Luhansker Volksrepublik“ in Gefangenschaft, und ich hörte ihre Geschichte im Lew Kopelew Forum in Köln (vgl. den Spendenaufruf 5/2016).

Wir waren am 8. Juli für 17 Uhr verabredet. Als wir uns trafen, kannte sie mich noch von der Veranstaltung in Köln. und ihr wurde auch gesagt, dass ich ihr Geld für eine Kamera bringen werde. Die Tüte Haribo, ein Standard-Geschenk von Euromaidan NRW, war dann doch eine Überraschung.

Derzeit schreibt sie bei „Radio Swoboda“ ein Blog und versucht, bei TVN etwas Ähnliches zu machen, was bezahlt werden würde. Zuvor versuchte sie als Fernsehreporterin zu arbeiten, doch lag ihr das nicht. Sie fühlt sich als Fotografin und liebt ihren Beruf fürs Leben.

Deshalb schlug ich ihr vor, eine Bilderserie über die Ukraine jenseits des Kriegs zu machen, um diese Bilder dann in der Ukraine und in Deutschland auszustellen. Aus diesem Grund waren wir am Montag nochmals verabredet, um gemeinsam nach Kaniw zu fahren und die ersten Bilder zu machen.

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Von dem Geld, das bei Euromaidan NRW als Spenden einging, insgesamt 480.- Euro, und weiteren Kleinspenden, die sie erhalten hat, hat sie sich schon eine Kamera mit Objektiv gekauft und versucht nun, damit wieder ihren Lebensunterhalt zu verdienen (siehe ihr „Hurra-Post“ bei Facebook):

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Am Donnerstag hatten wir bei der Deutschen Botschaft in Kyiw einen Termin, um dieses Projekt bei der Kulturabteilung vorzustellen. Der Vorschlag stieß auf Zustimmung, da bekannt ist, welcher Aufklärungsbedarf über die Ukraine notwendig ist.

Maria ist begeistert, und solange ich noch in Kyiw bin, werde ich ihr bei den letzten Vorbereitungen helfen. Wünschen wir ihr gemeinsam, dass sie sich ihren Traum als Fotografin erfüllen kann, dass es mit den Ausstellungen in Deutschland und in der Ukraine klappt, so dass wir bald ihre Bilder aus der Ukraine bestaunen können.

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Ein herzliches Danke an alle Spender, die Maria diese Perspektive ermöglicht haben!

Bei ostpol.de erschien ein interessantes Interview (mit Video) mit ihr.

 

 

 

 


Spenden an den Verein Euromaidan NRW e.V. bitte über
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Herzlichst
Joerg Drescher und das gesamte Team“EuroMaidan NRW e.V.”

Spendenübergabe an Olga Furman und ihre drei Kinder, Sorokiw, Obl. Schytomyr, 4. Mai 2016 – Bericht 24/2016

Nach dem Besuch bei dem in der ATO-Zone schwer verletzten Freiwilligen Wolodymyr Hriban blieb uns (Joerg Drescher, Oleg Boyko und ich) für heute, den 4. Mai 2016, noch ein Besuch, gleichzeitig der letzte Besuch bei einer Spendenempfängerin (die wir bewusst nicht als Witwe bezeichnen) bei dieser Reise im Rahmen der „Osterfahrt für die Freiheit: Von Tscherwonoarmijsk fuhren wir auf dem direkten Weg über Tschernjachiw zu dem Dorf Sorokiw , in dem Olga, die Frau des vermissten Soldaten Oleksandr Furman, mit ihren Kindern wohnt. Das waren 40 lange Kilometer, denn fast die Hälfte der Strecke war nicht asphaltiert – der Umweg auf „Hauptstraßen“ über Schytomyr wäre mehr als 65 km lang gewesen, aber voraussichtlich schneller, nur wussten wir nicht, dass da auf der kürzesten Strecke ein größeres Teilstück noch nie asphaltiert worden war. Noch dazu hatten vermutlich Metalldiebe am Abzweig von der Fernstraße P-28 nach Sorokiw und Mala Horbascha die Hinweisschilder in Richtung „Wilsk“ (Вільськ) geklaut (in google-Streetview sind sie noch vorhanden, im Mai aber nicht mehr), so dass wir „auf gut Glück“ dem Orientierungssinn nach abbiegen mussten und erst am Dorfeingang von Sorokiw sicher sein konnten, dass wir richtig sind. In der Dorfmitte fragte Oleg Boyko, wo denn Olga Furman wohne, und die Dorfbewohner konnten uns sagen, welche der abzweigenden Straßen die richtige war und dass sie im vorletzten Haus wohne.

Gefunden! Ein äußerlich fast fertig renoviertes Haus, d.h. eine neue Fassadenverkleidung und eine neue Einfriedung sowie ein neues Tor sind schon fertig, ein lautstark das „Territorium“ verteidigender Hund, und Olga öffnete uns und ließ uns herein. An einer Galerie Kinderschuhen vorbei wurden wir ins Wohnzimmer von Olga geleitet. Sie muss für die drei Kinder alleine sorgen, sie hat zwei Mädchen: Marina, 6, Oleksandra dreieinhalb, und einen noch ganz kleinen Jungen, Maksym, der erst geboren wurde, nachdem ihr Mann Oleksandr im Mai 2014 unterhalb der Ortschaft Rubischne, Region Luhansk, am Fluss Siwerskyj Donez an der damaligen Front schon vermisst war. Berichten zufolge wurde er nach einem Beschuss sogar in einen Krankenwagen verfrachtet, aber danach verlor sich jede Spur.

Es gibt bis dato keinen Fund einer Leiche oder sonstige Nachrichten, theoretisch könnte er auch in Russland in irgendeinem Lager gefangen gehalten werden, was Olga auch nach zwei Jahren dennoch für möglich hält. Sie glaubt nach wie vor an seine Rückkehr. Diese Unsicherheit hat auch dazu geführt, dass sie nicht als „Kriegerwitwe“ gilt und sie selber das ja auch nicht sein will, aber er gibt halt auch keinerlei staatliche Entschädigungszahlungen und keine Witwen- und Waisenrenten. Alles, was sie als durchaus durchsetzungsfähige Frau bisher erhalten hat (z.B. die bisher schon durchgeführten Renovierungsarbeiten am Haus), haben Freiwillige der 30. Brigade, bei der ihr Mann diente, für sie und die Kinder gemacht – und sie war bei unserem Besuch auch gut dahinter her, dass Oleg sich dafür einsetzen möge, dass das Dach ihres Hauses auch neu gemacht wird, denn stellenweise regnet es wohl schon durch.

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Aber ich greife vor: Im Wohnzimmer waren die Kinder und Olgas Mutter, die bei ihnen wohnt und Olga im Haushalt und mit den Kindern hilft, sie sind ja alle noch ziemlich klein. Die mitgebrachten Haribo-Bärchen sowie Osterhasen und Ostereier waren bei allen Kindern beliebt, und nachdem ich für den kleinen Maksym ein (durch die warme Außentemperatur schon ganz schön weiches) Schokoladen-Osterei ausgepackt hatte, hatte ich bei ihm (und eigentlich bei allen Kindern) „einen Stein im Brett“ und mit dem Entfernen des Staniolpapiers weiterer Ostereier konnte es gar nicht schnell genug gehen!🙂

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Wir wollten uns aber auch nicht zu lange aufhalten und nahmen zügig die Auszahlung von 500.– Euro vor und verabschiedeten uns wieder, nicht ohne vor dem Tor auf der Straße noch ein längeres Gespräch darüber zu führen, wann und wie die Freiwilligen-Inititativen des Militärs und der Schytomyrer Zivilgesellschaft die schon angelieferten Steine im Hof pflastern könnten und den Dachstuhl erneuern könnten, wofür das Balkenwerk ebenfalls schon bereit lag. Nur die Deckung des Daches muss noch finanziert werden (wofür die eben erhaltene Summe sicherlich einen Teil abdecken kann).

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Eine nette kleine Familie, eine junge Frau, die wie oben schon erwähnt, sich für ihre Belange einsetzen kann und dies auch tut – sie wird ihren Weg machen und die Kinder im Rahmen der Möglichkeiten gut und liebevoll erziehen, unterstützt von ihrer ebenso netten Mutter, die für die Kinder eine liebe Oma ist.

Video einer Fernsehreportage über das Schicksal der Familie vom März 2016 (ukrainisch):

Und mit diesem Bericht schließe ich die Spendenübergabeberichte anlässlich der „Osterfahrt für die Freiheit 2016“ ab – wir hoffen auf viele weitere Spenden, damit wir bald wieder eine Reise zur Übergabe von Spendengeldern planen können.

Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige und hoffentlich auch zukünftige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche Opfer des Krieges und deren Kinder in der Ukraine immer noch dringend benötigen.

Spenden bitte über PayPal: hilfsprogramm.de.ua@gmail.com

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oder per Banküberweisung – Spendenkonto: IBAN-Nr. DE12380601861502025011, BIC GENODED1BRS, Volksbank Bonn-Rhein-Sieg eG, Bonn – Kontoinhaber: EuroMaidan NRW e.V. – Verwendungszweck : Hilfsaktion Witwen

Herzlichst

Klaus H. Walter und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

Spendenübergabe an die Familie des schwer verletzten Soldaten Wolodymyr Hriban, Tscherwonoarmijsk, 4. Mai 2016 – Bericht 23/2016

Tscherwonoarmijsk – was für ein Name – Stadt der Roten Armee – und das mitten in der ukrainischen Pampa, bei Schytomyr, ein Garnisonsstädtchen mit sonst nichts – die Dekommunisierung ist hier noch nicht angekommen [inzwischen wurde die Ortschaft umbenannt, siehe letzter Absatz]. Hierhin mussten wir (Oleg Boyko, Joerg Drescher und ich) fahren, um die kinderreiche Familie des früheren Freiwilligen Wolodymyr Hriban zu besuchen, der im Krieg von den russischen Besatzern oder ihren Marionetten gefangen genommen und während der 61 Tage dauernden Haft gefoltert und so schwer am Kopf verletzt wurde, dass er sich an vieles nicht mehr erinnern kann, was zuvor geschehen ist. Er weiß noch, dass er auf dem Maidan in einer Selbstverteidigungseinheit gekämpft hatte, und dann später mit Hilfslieferungen auf dem Weg an die Front war, aber an Details erinnert er sich nicht mehr (was angesichts seiner vermutlichen Torturen bei den beschönigend als „Separatisten“ bezeichneten irregulären Kämpfern der Donezker Volksrepublik vielleicht sogar gut ist).

Im März diesen Jahres hatten wir einen Spendenaufruf für Wolodymyr veröffentlicht (Aufruf 4/2016) – und jetzt war es soweit, die eingegangen Spenden (ein wenig aufgerundet) ihm auch zu bringen. Damals schrieben wir:

„Wolodymyr ist ein Volontär (freiwilliger Helfer). Mehrfach reiste er in die ATO-Zone (das Kriegsgebiet).

Am 16.07.14 begleitete er einen humanitären Hilfstransport für die ukrainischen Soldaten, leider hielten ihn die irregulären Kämpfer der „Donezker Volksrepublik“ an und nahmen ihn in Gefangenschaft. Ein Bericht erschien darüber im Onlinemedium Zhitomir Info.
Insgesamt 61 Tage lang wurde er fest gehalten… Während seiner Gefangenschaft wurde er sowohl körperlich als auch psychisch misshandelt und musste immer um sein Leben bangen.

Am 17.09.2014 wurden 73 ukrainische Kriegsgefangene ausgetauscht, auch Wolodymyr stand auf der Liste der Freigelassenen, und so kam er endlich auch nach Hause (Bericht über den Gefangenenaustausch in Zhitomir Info).

Wolodymyr war immer berufstätig, durch den Krieg im Land musste er jedoch andere Prioritäten setzen, und das tat er auch.  Er ist ein Volontär mit Herz und Seele. Er hat zwar immer noch sein Baugewerbe, aber ehrlich zu arbeiten ist immer noch unmöglich, Bestechungsgelder zahlen möchte er nicht, er möchte lieber ehrlich leben und ein Beispiel für die Kinder sein. Dadurch müssen seine fünf Kinder öfters auf einiges verzichten.“

Fünf Kinder hat die Familie: Andryjko (12), Wowtschik (10), Sascha (8), Karinotschka (5) und die kleine Maksimka (3) – außerdem lebt in dieser Familie noch der Onkel Serhyj (44), der auf Grund seiner Behinderung auf die Hilfe der Familie seines Bruders Wolodymyr angewiesen ist. Wolodymyr selbst ist jetzt 36 Jahre alt, seine zierliche Frau Oksana 30.

Die Familie lebt in einem für ukrainische Verhältnisse relativ großen Einfamilienhaus an einem Feldweg am Rande von Tscherwonoarmijsk. Er hatte uns an der Hauptstraße von Schytomyr kommend abgeholt, sonst hätten wir die Einfahrt in das Feldwegegewirr wohl kaum gefunden.

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Gleich beim Hereinkommen ins Haus merkt man anhand der vielen, vielen Schuhe, wie groß die Familie ist; eine große Wohnkücke mit einem ebenso großen Esstisch und einer modernen Kochzeile (alles Spenden der örtlichen Hilfsinitiativen) ist das Herz des Hauses, hier spielt sich das Leben ab, und die trotz der fünf Kinder noch sehr jung und zerbrechlich wirkende Oksana wirbelt unaufgeregt herum und zaubert im Handumdrehen eine äußerst reichhaltige Mittagstafel auf den Tisch. Ukrainische Gastfreundschaft – da fehlt es an nichts.

Hunger hatten wir wirklich – und ließen es uns schmecken. Und es schmeckte hervorragend, nicht nur der hausgemachte Borschtsch, verschiedene Arten von Salo (Schweinespeck), Kaninchenfleisch, nicht mehr zählbare Arten von eingelegten Gemüsesorten, Salaten und anderen Leckereien, das muss man erlebt haben!

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Die Kinder waren sehr zutraulich, besonders die mittleren Jungs Wowtschik und Sascha, die mir stolz ihre Schulzeugnisse und Alben mit allerlei Diplomen und Urkunden zeigten, sie sind offensichtlich gute Sportler! Der jüngere der beiden schenkte mir auch ein selbstgeschnitztes und bemaltes Holzschild mit dem Wort „Ukraine“ – das inzwischen einen Ehrenplatz neben meiner Haustür hat.

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Nach der Übergabe der mitgebrachten Spende in Höhe von 500 Euro und dem Unterzeichnen der Quittungen dafür präsentierte uns Wolodymyr als Geschenk ein riesengroßes Banner, das er in mehrfacher Ausfertigung auf Plastikfolie hat drucken lassen, darauf sind die Opfer des Krieges aus der Umgebung von Schytomyr abgebildet, die „Himmlische Hundertschaft“ (ursprünglich die Todesopfer des Maidan, danach ausgeweitet auf alle Todesopfer des Krieges). Auch wenn dieses Banner von der (rechtsgerichteten) Partei Swoboda stammt, zu der ich naturgemäß gewisse Berührungsängste habe und dies auch äußere, weiß ich doch zu schätzen, dass die Hilfsinitiativen dieser nationalistischen Partei vor Ort wertvolle Hilfe leisten und dabei auch keinen Unterschied zwischen Anhängern der Partei und anderen macht.

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Nach der überaus herzlichen Verabschiedung mit vielen Fotos vor dem Haus …

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…fuhren wir noch an der in Renovierung befindlichen griechisch-katholischen Kirche von Tscherwonoarmijsk vorbei, an deren Außenwand ebenfalls das Banner der Himmlischen Hundertschaft prangt.

hriban25Schmankerl auf dem weiteren Weg (und leider kein Foto!): An der Gemeindegrenze von Tscherwonoarmijsk, gleichzeitig auch Rajonsgrenze, stand an der schnurgeraden Straße ein Schild „Weiterhin gute Fahrt! Rajon Tscherwonoarmijsk“ – wenige Meter später hörte der Asphalt auf.😦 (Es handelte sich um die Landstraße T0605 in Richtung Tschernjachiw, für die, die es genau wissen wollen).

Nachtrag: Am 15. Mai 2016 hat die Dekommunisierung Früchte getragen: Seitdem trägt das Städtchen wieder den früheren Namen Pulyny.


Wir danken Euch herzlich für Eure bisherige und hoffentlich auch zukünftige Unterstützung, Euer Engagement und die praktische Hilfeleistung, welche die Witwen und deren Kindern in der Ukraine immer noch dringend benötigen.

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Klaus H. Walter und Euer Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

 

Sachspendenübergabe im Kinderheim Teteriwka bei Schytomyr, 4. Mai 2016 – Bericht 22/2016

Nach dem Besuch bei der Witwe Natalia in Borschtschiw (Bericht 21/2016) fuhren wir zügig weiter über Radomyschl nach Schytomyr, wo Oleg Boyko schon im Büro der Freiwilligeninitiative der Demokratischen Allianz von Schytomyr auf uns wartete. Dort hatten wir ja schon bei der Herfahrt Station gemacht und die vielen Sachspenden von Holger und Marlene Weiblen für das Kinderheim Teteriwka ausgeladen (Bericht 15/2016) sowie den Geldbetrag von 500.- Euro an Oleg Boyko übergeben, um damit Waren als Sachspenden für das Kinderheim einzukaufen.

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Doch heute waren dort noch viel mehr Leute als vor ein paar Tagen, außer dem Ehepaar Lesja und Ruslan Morosow noch ein Fernsehteam des Schytomyrer Lokalfernsehens mit der Journalistin Halyna Kowaltschuk und einem Kameramann – sowie weitere Freiwillige der Initiative. Von der Fernsehsendung mit Interviews von Klaus H. Walter, Joerg Drescher, Lesja Morosowa und Oleg Boyko gibt es ein Video in ukrainisch:

Unter anderem erhielt der Verein Euromaidan NRW e.V. von der Schytomyrer Initative diese Urkunde:
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„Danksagung an den Verein  Euromaidan NRW e.V.
Für den hohen Professionalismus und den persönlichen Einsatz zum Wohle der Ukraine durch die Unterstützung von Familien der für die Unabhängigkeit der Ukraine gefallenen Soldaten – für die Freundschaft und Zusammenarbeit.
Dachverband der Wohltätigkeitsvereine in Schytomyr
gez. O. S. Morosowa“

Über das von Holger und Marlene Weiblen mitgebrachte elektrische Klavier gab es von Seiten der Schytomyrer Hilfsorganisatoren den Vorschlag, dieses beim Dachverband der Wohltätigkeitsvereine von Schytomyr zu lassen, damit die verschiedenen Initiativen und Kinderheime in der Umgebung davon Nutzen ziehen können – was die Spender sofort begrüßten – vielen Dank nochmal dafür. Es ist auch schon ein erstes Konzert geplant, bei dem das gute Stück zum Einsatz kommen sollte, ein professioneller Klavierspieler hat es getestet und für gut befunden!

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Nach dem Interview und der Überreichung der Urkunde wurden in Windeseile alle Sachspenden in den Transporter geladen und es ging schnurstracks in der Dörfchen Teteriwka (knapp außerhalb der Stadt Schytomyr) zum gleichnamigen Kinderheim:

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Im Februar 2016 hatte es bereits einmal eine Sachspendenübergabe in diesem Kinderheim durch Noelie Uhlmann gegeben (Bericht 10/2016), dort ist auch die Natur dieses „Kinderheims“ beschrieben:

Es gibt dort zwei Häuser, die sich überhaupt nicht voneinander unterscheiden. In beiden Häusern leben Menschen vom 5. bis zum 35. Lebensjahr mit gleichen Diagnosen und Erkrankungen. Diese Menschen leiden entweder an einer oder mehreren dieser Erscheinungen – wie Down Syndrom, psychische sowie physischen Erkrankungen, aber auch Menschen, die körperlich oder geistig anderweitig benachteiligt sind. Der Unterschied liegt nur darin, dass in dem einen Haus nur weibliche und im anderen Haus nur männliche Personen leben, die in ihrem Alltag nur mit Hilfe von Fremden zurechtkommen.

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Etliche junge Männer luden den Transporter schnell leer, und alle Sachspenden und Einkäufe wurden ins Büro der Heimleitung gebracht. Die Stellvertretende Direktorin begrüßte uns alle, und wir wurden ins Büro der Leitung komplimentiert.

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Dort überreichte ich den Betrag von 150.- Euro, bei dem es sich um den Verkaufserlös von im Heim gebastelten Püppchen handelte, die von unserem Verein versteigert bzw. verkauft worden waren, also streng genommen keine Spenden. Barspenden kann ein solches Heim eigentlich nicht annehmen, denn diese würden mit der staatlichen Unterstützung für den Betrieb des Hauses verrechnet, d.h. abgezogen. Deswegen wählten wir auch den Weg des Einkaufs der zu spendenden Waren und persönliche Anlieferung.

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Nach der reichlich bürokratischen Abwicklung der Unterzeichnung der Quittungen (aber darauf legen wir Wert!), also der Wechselquittung für die 500.- Euro in Hrywnja, der gesamten Einkäufe in verschiedenen Läden und des Bargelderlöses aus dem Verkauf der Püppchen…

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… bekamen wir eine ausgedehnte Führung durch das gesamte Kinderheim, u.a. Speisesaal, viele Spiel- und Unterrichtszimmer, Bastel- und Werkräume usw. usf. …

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und kamen schließlich in den Bühnensaal des Hauses, wo wir eine eindrucksvolle Show mit Gesangsdarbietungen ukrainischer Volksgesänge und moderner Lieder geboten bekamen:

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Joerg Drescher hat davon auch einen kurzen Ausschnitt auf Video aufgenommen:

Mit herzlichem Applaus bedankten wir uns für die wirklich professionell dargebrachte Aufführung (und mussten dann aber zügig weiterfahren, denn es standen noch weitere Termine auf dem Tagesplan). Die Verabschiedung bei der Vizedirektorin und den Sängern und ihrer Regisseurin war absolut herzlich, ebenfalls die von Lesja Morosowa und ihrem Mann – wir brachen dann aber bald auf – nach Tscherwonoarmejsk!


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Herzlichst Klaus H. Walter und das gesamte Team “Deutschland für die Ukraine” sowie “EuroMaidan NRW e.V.”

Spendenübergabe an die Witwe Natalia Kondratjuk in Borschtschiw bei Radomyschl, 4. Mai 2016 – Bericht 21/2016

Nachdem wir in Kyiw in den drei Osterfeiertagen alle Spendenübergaben an Witwen und Waisen durchgeführt hatten, begleitete mich Joerg Drescher am 4. Mai 2016 „zurück“ nach Schytomyr, um dort weitere Familien und das Kinderheim in Teteriwka zu besuchen. Die erste Witwe war die mir schon von einem Besuch im vergangenen Jahr bekannte Familie von Natalia Kondratjuk, die in dem kleinen Dörfchen Borschtschiw bei Radomyschl wohnt, also ging es noch ca. 80 km vor Schytomyr rechts ab nach Radomyschl und weiter nach Borschtschiw in der an sich fruchtbaren Ebene des Teteriw.

Nach unserem Spendenaufruf für die Witwe Natalia vom Mai 2015 besuchte ich – damals zusammen mit Julia Kosinczky, Natalija Tschernjajewa und Oleg Boyko – die Familie und schrieb einen ausführlichen Übergabebericht 39/2015 mit Bildern des „Hauses“ und den Kindern.

Im November gab es eine weitere Sachspendenübergabe, über die Natalija Tschernjajewa einen Bericht 46/2015 schrieb.

Am 4. Mai diesen Jahres erreichten Joerg Drescher und ich mit leichter Verspätung die Ortschaft Borschtschiw und fanden mit einiger Mühe den Abzweig des richtigen Feldwegs (die Hauptstraße war inzwischen neu asphaltiert worden, und dadurch hat sich das Erscheinungsbild des Dorfes grundlegend geändert – leider wurde die Landstraße zwischen Radomyschl und Borschtschiw noch nicht erneuert, also ging es wieder auf der Schlagloch-Buckelpiste, teilweise auf uraltem Kopfsteinpflaster, ganz langsam vorwärts).

Natalia und ihre beiden kleineren Söhne begrüßten uns freundlich, sie hatte sich richtig „in Schale“ geworfen, die Haare neu frisiert und die Fingernägel gemacht – welche Ehre! Aber verständlich, wann hat eine junge Frau in so einem Dorf mal einen Grund, sich hübsch zu machen? Der größere Junge Witalij war „auf Urlaub“ irgendwo in der Oblast Lemberg bei Bekannten, also übernahm der mittlere Junge Artjom die „Pflichten eines Hausherren“ und bat uns hinein. Natalia erzählte freimütig und offen über ihre Lage, ihren „Minijob“ bei einem Landwirtschaftsbetrieb im Dorf (der früheren Kolchose) hat sie verloren, aber was sie dort verdiente, war ohnehin nicht der Rede wert. Irgendwie kommt sie über die Runden, jobbt hier und da im Dorf und macht bei einer Initiative mit, die Kunsthandwerk herstellt und verkauft, verdient also ein paar Hrywnja dazu. Witalij hat in diesem Jahr seine Schulausbildung abgeschlossen und hat nach den Sommerferien eine Lehrstelle in einem Forstwirtschaftsbetrieb in Radomyschl, er hat sich die Stelle selbst gesucht und es war auch sein Wunschberuf.

Artjom hatte ein paar Schrammen im Gesicht (und auch verheilende Abschürfungen an Armen und Beinen), wild wie er ist, ist er vor ein paar Tagen mit dem Fahrrad gestürzt, hat sich aber nichts gebrochen und fuhr gleich weiter. Und der kleine Jaroslawtschyk fremdelte (im Unterschied zum vergangenen Jahr) auch überhaupt nicht mehr sondern war ganz zutraulich. Die obligatorischen Haribo-Tüten und die mitgebrachten Osterhasen waren bei beiden willkommen!

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Inzwischen ist das (zuvor abgebrannte) Schuppen- und Stallgebäude fertig und wird genutzt, im Stall steht ein Schweinchen, es gibt Platz für ein paar Ziegen (die allerdings auf der Weide waren) und anderes Kleingetier wie Hühner. Außerdem wird gerade eine „Sommerküche“ in einem weiteren Schuppengebäude gründlich renoviert, dort war eine junge Frau aus der Nachbarschaft gerade dabei, eine Wand zu verputzen. Man sieht, es geht vorwärts – Natalia bemüht sich, mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln das Beste aus der Situation zu machen.

Insofern war die Spende von 450.- Euro, die wir an Natalia für ihre Kinder auszahlen konnten, eine für sie unerwartete und sehr willkommene Hilfe, jetzt kann sie weiter renovieren und das Haus und die Nebengebäude in Ordnung bringen lassen – ein großer Haufen von Bruchsteinen (wohl aus einem Marmor-Steinbruch) lag schon vor dem Haus, der Hof wird wohl bei einem eventuellen nächsten Besuch gepflastert sein, und man muss zukünftig bei Regen nicht mehr durch Schlamm waten, um ins Haus zu kommen. Insgesamt hatte ich wirklich den Eindruck, dass Natalia wieder Mut gefunden hat, die depressive Trauerphase ist vorbei, die Kinder wachsen und sind (im Rahmen der Möglichkeiten) gut „versorgt“ – das hat mich wirklich gefreut zu sehen!

Wir bedanken uns ganz besonders bei der Gruppe der Ukrainer in Frankfurt Ukrainians in Frankfurt am Main und Oleh Paslavskyy, die einen großen Teil des ausgezahlten Betrags gespendet haben – es handelte sich um einen Teil des Erlöses aus einem Wohltätigkeitskonzert im März 2016.


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